Ich werd‘ auch bald Mini-manisch!

Schweizer werden das hier kennen:

minimania

*das* ist die neuste Aktion eines hiesigen Grosshändlers und nennt sich Mini-Mania. Die Mini-Produkte (alles Hauslinien) gibt es bei einem Einkauf ab X Franken dazu.

Wir kaufen kaum bei dem Grosshändler ein – aber auch wir kommen nicht um den ganzen Rummel drum rum: Junior bekommt im Tagi die Dinger geschenkt. Jetzt haben wir schon eine Mini Packung Pommes, eine Mini-Packung Schokolade mit Nüssen, Eistee und Zahnpasta … und Junior will natürlich mehr! Dabei spielt er gar nicht so gerne „Lädele“.

Es gibt einige Diskussionen darüber: Man redet von früher Indoktrination und Prägung auf die verschiedenen (deutlich identifizierbaren) Produkte. Früh übt sich und so. Andere finden das gar nicht so schlimm.

Ich frage mich, was die dazu sagen würden:

minimaniaapo

Ja: ich habe mir erlaubt etwas mit meinem Bildbearbeitungsprogramm herumzuspielen – und Nein: das soll hier keine Werbung sein, die Produkte wurden auch nicht nach Wirksamkeit oder zur Empfehlung herausgesucht, sondern rein auf „Wiedererkennbarkeit“. Ausserdem sind Medikamente keine Konsumgüter (und ganz sicher kein Spielzeug).

Trotzdem die Frage: das sind auch Markenartikel. Wenn das nun frühe Beeinflussung wäre – ist das andere mit den Lebensmittelmarken das nicht auch?

Und: Wie verwerflich ist das?

Nein, das habe ich noch nicht abgeholt.

Wenn wir etwas bestellen, geben wir dem Kunden einen Abholschein mit. Kommt der Kunde beim Abholen nicht damit, verlangen wir stattdessen eine Unterschrift bei der Abholung. Das haben wir eingeführt nachdem wir 2 Fälle hatten, wo jemand behauptet hat, etwas nicht bekommen zu haben – und als Beweis den Abholzettel vorgezeigt hat. Das Produkt war aber schon lange draussen (in einem Fall Monate …).

Jedenfalls kommt die Frau etwas abholen ohne den Zettel. Es ist ein Medikament, das wir extra für Sie bestellen mussten. Nun gut, kein wirkliches Problem: Ich bestätige ihre Daten, lasse sie den Erhalt unterschreiben und erkläre ihr, dass sie den Abholzettel vernichten soll.

Am nächsten Tag kommt die Frau wieder – mit dem Abholzettel. Ich erkenne sie und erkläre ihr, dass sie das Medkament ja schon bekommen hat. Gestern. Sie will mir nicht glauben:

Frau (bestimmt): „Gestern war ich gar nicht hier.“

Ich bin etwas verunsichert, aber ich hole unsere Liste: „Das hier ist ihre Unterschrift. Oder?“

Frau: „Das kann nicht sein.“

Ich: „Ich habe sie gestern selber bedient. Sie haben das Medikament mitgenommen. Schauen Sie doch, ob sie es nicht zuhause haben.“

Die Frau glaubt mir immer noch nicht, geht aber.

Das ist unangenehm – sie war so etwas von überzeugt, aber … ich auch. Und ich habe eine Unterschrift von ihr.

Später am Tag erhalten wir einen Telefonanruf von der Frau: „Es tut mir leid. Ich habe das Medikament gefunden. Es tut mir leid. Ich kann mich wirklich nicht mehr daran erinnern, dass ich überhaupt ausserhalb meines Hauses war gestern. Ich glaube es liegt daran, dass ich neben meinem Limbitrol (Amitriptilin, ein Antidepressivum) noch etwas Alkohol genommen habe.“

Hmm, Interessant. So können also die Gedächtnisstörungen, die unter den Nebenwirkungen in der Packungsbeilage angegeben sind aussehen. Der Alkohol wirkt dabei wohl als verstärkender Faktor.

Träumen Androiden von elektrischen Schafen?

Lange, lange ist es her, dass ich Blade Runner gesehen habe – den Film, den sie schliesslich aus dem Buch gemacht haben. Nun wollte ich doch endlich einmal das Buch dazu lesen. Ich wurde nicht enttäuscht. Aber es war … anders.

Es gibt Filme, die sich sehr nahe an der literaischen Vorlage halten. Harry Potter folgt der Buchvorlage sehr eng. Blade Runner (Film) und „Do Androids dream of electric sheep?“ (Buch) nicht so. Der Film vermag es zwar wunderbar den düsteren Hintergrund einzufangen – die verlassenen Häuser, die unwirtliche Umwelt, die fliegenden Autos, die künstlichen Tiere … erklärt aber nicht wirklich viel von den Hintergründen. Man erkennt die Figuren wieder – da ist Rick Deckard – Angehöriger der Polizei und Kopfgeldjäger für entlaufene Androiden. Da ist Rachel Rosen – sehr menschlich wirkende Androidin des neuen Nexus-6 Typus und Vorzeigemodell ihrer Hersteller-Firma. Isidore, geistig eingeschränkt, der für eine Firma arbeitet, die elektrische Tiere repariert, da sind natürlich die entlaufenen Androiden selber inklusive Roy Baty, ihrem Anführer.

Und trotzdem: dieselben Figuren, sehr ähnlicher Hintergrund … andere Geschichte.

Wenn man den Film gesehen hat, kommt man nicht darum, manchen der Figuren die Gesichter zu geben, die man gesehen hat – es funktioniert trotzdem. Es ist ein bisschen so, als würde man ein Paralleluniversum erleben oder die Geschichte in einem dunklen Spiegel sehen.

Das Buch ist im Gegensatz zum Film … ruhiger, nicht so auf Effekte bedacht, aber immer wieder für Überraschungen gut. Man erfährt mehr von der Hauptfigur und den Lebensumständen. So erklärt sich auch der Titel des Originals sehr schnell – jeder Mensch auf der Erde ist angehalten, sich um ein Tier zu kümmern. Bei Deckard ist das ein Schaf. Ein künstliches, denn: nicht alle haben das Geld für ein echtes Tier – die sind wirklich teuer, da es kaum noch welche gibt. Die Erde ist nach einem atomaren Krieg praktisch unbewohnbar für Lebewesen – viele (die meisten) Tiere sind ganz ausgestorben. Das beeinflusst natürlich auch die Menschen, wenige sind geblieben, viele sind vor dem Staub und seinen Auswirkungen auf die Mars-Kolonien geflohen. Um den Menschen den „Auszug“ schmackhaft zu machen, werden ihnen Androiden faktisch als Arbeitssklaven zur Seite gestellt. Nur dass diese immer menschlicher gemacht werden und es fast unmöglich wird, sie zu unterscheiden. Die Empathie fehlt ihnen aber noch. Oder?

Demnach geht es in dem Buch um Empathie, die Fragen „Was macht einen Menschen aus?“, wie wertvoll ist Leben? Und nicht (nur) um die Androiden-Verfolgungsjagd … in dessen Verlauf Deckards Überzeugungen immer mehr zerbrechen.

Ich kann beide empfehlen – Buch und Film. Der Film hat ein … etwas optimistischeres Ende, aber die Geschichte ist in beiden Fällen: sehen- und lesenswert!

Interessantes Detail im Buch: Roy Baty, der Anführer der Androiden, die vom Mars zurück auf die Erde geflohen sind gibt sich als Apotheker aus:

A pharmacist on Mars, he (Deckard) read. Or at least the android had made use of that cover. In actuality it had probably been a manual laborer, a field hand, with aspirations of something better. Do androids dream? Rick asked himself. Evidently, that's why they occasionally kill their employers and flee here. A better life, without servitude.

Philip K. Dick

Buch-Besprechungen

Das ist ja ein seltsames Gefühl, wenn man sein Buch auf Youtube sieht:

Ich hab' ein Kind, nicht zwei – aber okay: Detail.

Danke für die süsse Rezension – lustig jemandem zuzusehen, der (die) über mein "Geschreibsel" redet. Ich finde es auch immer spannend zu hören, *wo* man mein Buch denn so findet. Anscheinend ist es auch auf dem Flughafen in Zürich zu kaufen :-o

Grundtenor: "Es war wirklich okay – kann man nicht viel mehr dazu sagen, weil es anders ist als die anderen Bücher."

Hmmm – stimmt sicher, wenn das meiste, das sie liest in Form von Romanen oder Novellen ist.

Ihr Lieblingskapitel (das wicht.. äh …witzigste :-) ): Sex and More: Schwangerschaftstests …

Mehr über mein Buch hier. *klick*

So ein Saftladen?

Der Kunde packt mir die Biotta Balance Packung (gross und schwer) wortlos auf den Thresen.

Nun gut. Wenn er keinen Small-talk machen will und so offensichtlich weiss, was er will … zu dem muss ich auch nicht zwingend etwas fragen / sagen. Das ist eine Saftkur mit verschiedenen Frucht- und Gemüsesäften plus Tee.

Ich lese es ein und kassiere.

Es vergeht eine halbe Stunde, da steht er wieder da – bei meiner Drogisten-Kollegin, die sich anhört, was er zu sagen hat und ihm dann ebenfalls fast ohne Worte von hinten eine Packung von den Biotta Wellness holt, die inzwischen mit der Mittagslieferung gekommen sind. Die Packung, die er bei mir gekauft hat, lässt er da, packt sich die andere und geht.

Meine Kollegin schaut sich die Biotta Packung, die er gebracht hat, etwas unglücklich an.

„Was war das denn?“ frage ich, als er weg ist.

„Den hatte ich schon heute morgen. Als er mir die Balance Packung gebracht hat, habe ich ihn gefragt, ob das auch die richtige ist … die Balance gibt es ja noch nicht so lange wie die Wellness. Es stellte sich heraus, dass er die Wellness wollte – aber die war grad ausverkauft. Also habe ich ihm das gesagt und dass wir sie heute Nachmittag wieder bekommen.“

„Oh toll. Und dann kommt er zurück, nimmt sich selber wieder die Balance aus dem Regal und sagt zu mir kein Wort.“

Aber ich sollte es natürlich wissen.

Im übrigen hat er die Packung in der Zwischenzeit geöffnet – nein: aufgerissen. Super. Die können wir nicht mal mehr weiterverkaufen. Nur noch die Flaschen einzeln.

Sollte ich jetzt anfangen jeden zu fragen: „Sind Sie sicher, dass das das Richtige ist?“