Alptraumhaftes

Letztens hatten wir ein Treffen der ehemaligen Studienkolleginnen.

Nein, das war nicht Alptraumhaft. Das war tatsächlich sehr nett und es war auch interessant all' die Leute wieder zu sehen und zu reden.

Speziell: ich bin nicht die einzige, die auch noch Jahre (Jahrzehnte) nach den Prüfungen gelegentlich Alpträume darüber hat.

So im Sinne von: Morgen / in ein paar Stunden ist Prüfung und ich kann den Stoff nicht (oder nicht mehr):

Ihr lacht jetzt vielleicht. Nach all der Zeit. Ich habe heute kaum noch Prüfungen (gar nicht, kann ich nicht sagen) aber offenbar war das doch etwas …traumatisierend.

Ich habe nie Alpträume, dass ich nackt einen Vortrag halten müsste, mein „klassischer“ Alptraum ist entweder das Szenario oben … oder aber die Situation, dass ich unterwegs bin (Bus, Zug; Flugzeug etc.) und meine Sachen zusammensammeln muss, die (aus irgendeinem Grund) nicht bei mir, sondern überall verteilt sind. Also: Buch, Brille, Portemonnaie, Jacke, Tasche, Schuhe, Kappe, Stifte, was auch immer … und ich muss doch gleich jetzt raus! Und ich habe immer noch nicht alles! Und … In den neueren Versionen ist es nicht nur mein Zeug, das ich zusammensammeln muss, sondern häufig noch das vom Junior. Noch mehr! :-)

Ja.

Das sind also „meine“ Alpträume.

Traut sich jemand, von seinen zu schreiben?

Ist sie’s?

Jedesmal wenn ich in der Schweiz in eine Apotheke gehe muss ich an dich denken. Heute in einer Berner Apotheke hab ich auch die Apothekerin angestarrt und auf irgendein "Erkennungszeichen" gehofft ;) :D

Leserin

Au nein, macht das nicht!

Ich kann mir vorstellen, wie seltsam sich die angestarrte Apothekerin wohl fühlt :-)

Nun, ich war's nicht. Und wenn ich's wäre, würde ich versuchen, mir nichts anmerken zu lassen.

Ich denke auch häufig, ihr wärt wirklich enttäuscht, wenn ihr mich "live" sehen würdet. Ich bin nicht speziell – ehrlich. Ich falle nicht auf, ich werde kaum mal lauter, kleide mich wie die anderen auch und fühle mich auch nicht als Berühmtheit.

Und wenn mich ein Kunde anstarren würde in der Apotheke, würde ich wahrscheinlich zuerst denken "Habe ich was im Gesicht?" und gefolgt von: "Kennt die mich von irgendwo? (Hilfe – woher?)" aber bisher kaum: "Das ist bestimmt ein Leser meines Blogs …"

Wobei … jetzt … oh. Nein, lieber nicht. Okay?

Es gibt keine dummen Fragen …

Es gibt keine dummen Fragen. Aber es gibt Leute, die fragen nur, damit gefragt ist. Scheint mir jedenfalls so. Beispiel?

Die Pharmaassistentin (PA) berät eine Kundin. Ich höre mit halbem Ohr zu.

Kundin: „Was ist der Unterschied zwischen diesen?“ (legt verschiedene Schmerzmittel mit Ibuprofen auf die Theke)

PA: „Sie haben alle den selben Wirkstoff, es sind einfach unterschiedliche Hersteller.“

Kundin: „Warum ist dieses hier günstiger als das da?“

… Ich bekomme selber einen Kunden und kann darum nicht weiter zuhören, aber als ich fertig bin – etwa 10 Minuten später, ist die PA immer noch an derselben Frau.

„He, und was ist das?“ Zeigt das Fläschchen Betadine, das sie mitgebracht hat.

PA: (ich merke, dass sie langsam genervt ist): „Das ist ein Desinfektionsmittel für Wunden.“

Kundin: „Kann ich das auch in den Mund machen oder schlucken?“

PA: „Nein, es ist nicht für die Anwendung für Schleimhäute gedacht und auch nicht zum einnehmen.“

Kundin: „Dann ist es nicht gegen Bakterien? Ich habe eine Infektion.“

PA: „Wenn sie das im Mund anwenden oder einnehmen, könnte es ihnen schlecht werden.“

Kundin: „Und was könnte sonst noch passieren?“

Die PA zählt ein paar Dinge auf

Kundin: „Ach, ich rufe einfach beim ToxZentrum an und frage die. Haben eigentlich Kleider einen Einfluss auf Zahnschmerzen?“

PA: “Was?“

Kundin: „Kleider – unterschiedliche Kleider.“

PA: „Ja … vielleicht.“ (ich glaube im Moment will sie sie nur noch loswerden)

Kundin: „Danke!“

Pharmazeuten-Eid

Analog dem Hippokratischen Eid der Ärzte (der übrigens so nicht mehr gebraucht wird), gibt es – zumindest in Amerika – auch einen Eid für Pharmazeuten:

At this time, I vow to devote my professional life to the service of all humankind through the professionof pharmacy.I will consider the welfare of humanity and relief of human suffering my primary concerns. I will apply my knowledge, experience, and skills to the best of my ability to assure optimal drug therapy outcomes for the patients I serve. I will keep abreast of developments and maintain professional competency in my profession of pharmacy. I will maintain the highest principles of moral, ethical and legal conduct. I will embrace and advocate change in the profession of pharmacy that improves patient care. I take these vows voluntarily with the full realization of the responsibility with which I am entrusted by the public.

Pharmacist Oath

Übersetzt:

Hier und jetzt schwöre ich, mein professionelles Leben in den Dienst der gesamten Menschheit zu stellen durch den Beruf des Apothekers. Ich werde das Wohlergehen der Menschheit und die Linderung menschlichen Leidens zu meiner Priorität machen. Ich werde mein Wissen, meine Erfahrung und meine Begabung nach meinem besten Fähigkeiten anwenden um eine optimale Therapie mit Medikamenten für die Patienten zu gewährleisten. Ich werde mich über Entwicklungen auf dem laufenden halten und eine hohe berufliche Kompetenz in der Apotheke aufrechterhalten. Ich werde die höchsten Prinzipien der Moral, Ethik und des Gesetzes anwenden. Ich werde Änderungen im pharmazeutischen Beruf welche die Patientenbetreuung verbessern annehmen und unterstützen. Ich spreche diesen Eid freiwillig und in vollem Wissen um die Verantwortung die mir von der Öffentlichkeit auferlegt wird.

Gerne wird der Ethik-Eid auf den Abschluss-Zeremonien gesprochen, bei der die frischgebackenen Pharmazeuten auch den eigenen weissen Schurz bekommen.

Sowas gibt es bei uns leider nicht – ich habe "bloss" mein Diplom (respektive ein provisorisch ausgestelltes) bekommen und einen warmen Händedruck, sowie ein Abschlussessen.

Aber ich würde das obige unterschreiben.

Perfekt für mich

Herr Tswerg ist wieder da. Er macht immer … grenzwertige Komplimente an unsere jungen, weiblichen Mitarbeiter und heute hat er sich Lehrling Minnie als Opfer ausgesucht.

Zuerst komplimentiert er sie über ihre Stimme, die er schon am Telefon gehört habe.

Ein paar Mal. Ich muss in der Zwischenzeit weg, anderes machen.

Als ich zurückkomme ist er immer noch dran.

„Wie gross sind Sie?“

Minnie :“Eins siebzig“

Herr Tswerg: „1 m 70? Das passt ja, ich bin 1. 75! Das ist perfekt. Und Sie sind so hübsch und am Telefon haben Sie eine so hübsche Stimme!“

Perfekt? Für was bitte?

Er hängt immer noch an der Theke herum, und ich merke, wie Minnie sich unbehaglich fühlt. Der Typ ist ihr unheimlich – mal abgesehen von etwa 3 mal so alt wie sie und versucht ganz offensichtlich, sich an sie ran zu machen.

„Wie heissen Sie denn zum Vornamen?“ fragt er

„Das … will ich Ihnen lieber nicht sagen.“

Herr Tswerg (unbeeindruckt): „Auf ihrem Namensschild steht M. Wander. Dann nenne ich Sie einfach Martina!“

Minnie: „Also mir ist es lieber, wenn wir bei den Nachnamen bleiben …“

Höchste Zeit, etwas zu tun.

… Also lasse ich das Telefon läuten (Anruf vom Handy hinten), dann gehe ich nach vorne und sage zu Minnie: „Du hast ein Telefon von deinem Freund.“

Erst ein verwirrter Blick – dann ich lauter: „Ich habe es hinten auf Pause gestellt, er wartet!“

Dankbar verschwindet sie nach hinten.

Nicht dass ich denke, dass das reicht um ihn abzuschrecken. Auch das nicht, dass ich ihm sage, dass er auch von mir nicht ihren Vornamen bekommt und gefälligst (Bitte, Danke) beim Sie zu bleiben habe.

Der kommt wieder.