rausgeworfen …

aus dem Spital wurde mein Kuschelbär vor ein paar Stunden.

Was toll ist, hiess es doch noch am Morgen: „Da wir noch nicht genau wissen, was Sie haben und Sie noch Schmerzen haben, behalten wir Sie bis mindestens Sonntag hier.“

Wahrscheinlich haben sie den Platz gebraucht … Jedenfalls ist mein Kuschelbär wieder zu Hause und er musste alleine dahin kommen, da ich natürlich am arbeiten war.

Und eine Diagnose haben sie inzwischen auch gefunden – sogar ohne das CT, das sie eigentlich noch machen wollten. Appendizitis epiploica.

Wir warten ab und schlucken die Schmerzmittel, die sie ihm verschrieben haben. Also, natürlich: er schluckt sie. Im Notfall haben sie gemeint, kann er ja „wieder zurückkommen.“ Na toll. Das letzte Mal bei seinem Nierenstein war das ähnlich … und da standen wir nach etwa 5 Stunden wieder im Spital.

Telefonetikette

Wir werden getestet. Jährlich. Mehrmals. Unter andern auch, wie wir uns am Telefon verhalten.

Nachdem die letzten Tests per Telefon auch wieder durch sind … habe ich doch noch ein paar Fragen, die mir aber die Auswertung dieser Tests nicht wirklich beantworten kann. Darum frage ich jetzt mal Euch.

Es wird getestet, wie lange es geht, bis jemand abnimmt. Natürlich weiss ich, dass es wichtig ist, das Telefon rasch abzunehmen – und wenn jemand von unseren Angestellten frei ist, dann geht das auch recht zügig.

Aber … wenn wirklich alle am Bedienen und Beraten sind … ja, dann kann es länger gehen. Ich ziehe auch die Person, die in der Apotheke steht derjenigen am Telefon vor. Heisst: wenn das Telefon klingelt und direkt jemand vor mir steht und wartet, dann bediene ich denjenigen, der vor mir steht. Das Telefon klingelt dann halt weiter.

Wie würdet ihr das handhaben?

Ich melde mich am Telefon mit meinem Namen. Meinem Nachnamen. Die neuste Vorgabe sagt, dass man sich mit Vornamen und Nachnamen melden soll. Ich halte das für eine Unart, die wahrscheinlich aus den USA zu uns rüberschwappt. Der Patient / Kunde braucht meinen Vornamen nicht zu wissen. Ich habe nicht vor ihn zu duzen und möchte in der Apotheke auch von Kunden/Patienten nicht geduzt werden. Es ist auch so schon einfach genug meine Adresse – oder die eines Angestellten herauszufinden, ein bisschen Privatsphäre oder Abstand darf doch wohl auch für die Angestellten noch sein – oder?

Dass man darauf achtet, dass nicht zu viel Nebengeräusche beim Telefoniern auftreten ist mir auch klar. Aber wie sehr stört es wirklich, wenn man hört, dass ich am Computer bin? Also ich finde es nicht zwingend nötig, dass ich die Person, die anruft abklemme / in die Warteschlaufe hänge, wenn ich nur etwas kurzes für ihn/sie am Computer nachschauen muss. Das kann ich mit einer Hand und gleichzeitig daneben vielleicht noch eine Frage stellen. Also zum Beispiel, wenn jemand nach einer Wiederholung auf ein Dauerrezept fragt.  Da muss ich relativ bald ein, zwei Dinge nachfragen und das ‚Moment, ich schaue.‘ (klick) ‚Ich bin wieder da, Danke fürs warten, auf welchen Arzt? Moment‘ (klick), ‚Ich bin wieder da, Danke fürs warten, Sie haben dafür kein Dauerrezept mehr, wollen Sie …‘

Was ist besser? Abklemmen oder es daneben machen?

Gut, wir haben auch den Test bestanden – was daran liegt, dass ich ganz liebe (und professionelle) Mitarbeiter habe, die – auch wenn es nicht immer nach „Schema F“ läuft – gut rüberkommen. Und das ist mir wichtiger als das sture befolgen von Telefonregeln.

Apotheken aus aller Welt, 442: Luzern, Schweiz

Besten Dank an Maggy (mit y :-) von Maggyschreibt für dies:
Im Sommer habe ich eine Interrailtour gemacht und bin dabei naturgemäß ganz schön rumgekommen. Natürlich habe ich dabei auch einige Apotheken entdeckt.
Meine erste Station war Luzern. -> übrigens eine wunderschöne Stadt!
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Wir sehen hier eine Apotheke mit dem „Schweizer“ Apothekenkreuz – das vom Verband. Die Apotheke ist ausserdem Mitglied der Toppharm – also eine Vereinigung, die gemeinsam Werbung macht.

Nicht mit mir.

Auf dem Rezept hat der Arzt aufgeschrieben „Kompressionsstrümpfe Kl II“

Nur dass die Patientin uns mit dem Rezept  einen alten Strumpf unter die Nase hält und sagt: „Ich hätte gerne genau diesen! Der passt mir gut.“

Oookay … aber: der Strumpf stellt sich bei näherer Betrachtung als Klasse 1 Strumpf heraus.

Das bedeutet:

„Ich kann Ihnen auch diesen Strumpf bestellen, aber: Der Arzt hat ihnen eine stärkere Kompression verschrieben … das sollte man eigentlich beachten.“

Frau: „Der Arzt hat den Strumpf nur verschrieben, weil ich ihm das so gesagt habe. Und ich will diesen Strumpf hier!“

Pharmama: „Gut, dann haben wir nur noch ein kleines Problem – Strümpfe der Kompressionsklasse 1 werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Wenn Sie also diesen hier wollen, werden Sie ihn selber zahlen müssen.“

Frau: „Aber ich habe ein Rezept dafür!“

Pharmama: „Die Krankenkassen müssen etwas nicht zwingend übernehmen, nur weil es auf einem Rezept steht. Und … Sie haben ein Rezept für einen Strumpf der Kompressionsklasse 2.“

Frau: „Aber diesen Strumpf hier habe ich auch so bekommen. … Sie können ja der Kasse einen Strumpf der Kompressionsklasse 2 verrechnen, wenn die das bezahlen und mir diesen hier abgeben.“

Pharmama: „Sie … wollen also, dass ich für Sie die Krankenkasse betrüge? … Nein, antworten sie nicht. Das mache ich nicht.“

Frau: „Aber das ging schon einmal so.“

Pharmama „Aber ich mach das nicht.“

Frau: „Und jetzt?“

Pharmama „Entweder ich messe ihnen einen Kompressionklasse 2 Strumpf an – so wie der Arzt das wohl auch gedacht hat – und gebe den ab – den kann ich der Kasse verrechnen …. Oder ich bestelle ihnen diesen Strumpf der Klasse 1 hier – und sie bezahlen ihn selber.“

Sie hat dann ihren Strumpf bestellt und bezahlt.

Nein, das fangen wir gar nicht erst an. Wenn man das macht, kommt sie das nächste Mal nicht nur mit „das ging doch auch schon so“ … und verlangt das nächstem irgendein Nahrungsergänzungsmittel statt den Tabletten auf Rezept, oder – noch besser – gleich Kosmetika. Das gibt’s. Hab ich schon von Mitarbeitern in Apotheken in der südlichen Schweiz gehört. Speziell natürlich von denen, die derart Praktiken gleich eingestellt haben – von den anderen hört man das kaum.