Das Leben ist manchmal wirklich unfair

Da haben wir dieses alte Pärchen – beide Kunden bei uns, wobei ich die Frau wohl noch nie gesehen habe. Ihr Mann holt immer alle ihre Medikamente und kümmert sich rührend um sie.

Sie hat Alzheimer und er pflegt sie zu Hause. Wer einen Verwandten hat mit Alzheimer, weiss wie schwierig und emotional anstrengend das ist.

Er beklagt sich nie. Er ist zu uns immer freundlich, egal unter was für Stress er sonst stehen mag. Für mich ist er ein echter Held.

Und jetzt … hat man bei ihm Krebs entdeckt. Grad an 2 Orten.

Und seine grösste Sorge ist dass er sich nicht mehr lange um seine Frau kümmern kann.

Ich könnte weinen.

Apotheken aus aller Welt, 450: Oldenburg, Deutschland

Danke vielmals an Kim für seinen Beitrag zur Sammlung:

ich hätte da im Angebot: die Haarenapotheke in der Innenstadt von Oldenburg, Niedersachsen. DieHaarenapotheke liegt leider „über Eck“ und ich habe daher zwei Bilder, eines von rechts und eines von links machen müssen. Allerdings standen allerlei Fahrräder, Bäume und ein Exponat derOldenburger Gartenshow (oder so) im Weg herum. Direkt vor der Apotheke steht eine Büste vonJulius Mosen. Es ist also eine Apotheke, die eher schwierig gut zu fotografieren ist. – Die Apotheke heißt übrigens wie der nahe gelegene Fluss Haare und nicht wie das, was auf dem Kopf wächst.

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Die Hirschapotheke liegt ebenso in der Innenstadt von Oldenburg. Wenn ich einer Verwandten von mir Glauben schenken darf, ist der Service der Hirschapotheke stets freundlich und zuvorkommend.

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Entscheidungsunfreudig

Laaang – ich will, dass ihr meinen Schmerz fühlt.

Herein kommt eine alte Frau mit einem Rollator und mit ihrer – ich nehme jetzt mal an Betreuerin. Anstatt dass sie zur Kasse vorgeht – wo wir Stühle auf der Seite haben, richtet sie sich mit ihrer Tasche vorne ein. Ja – diese Rollatoren sind noch praktisch, da hat man überall auch einen Sitz mit.

Zuerst hat sie Donna, die Pharmaassistentin, bis die mich holen kommt, weil sie unbedingt eine Apothekerin will.

Alte Frau (aF): „Parla italiano?“

„Nein,“ sage ich. „Scusi.“ Wenn sie das wollte, hätte sie bei Donna bleiben sollen.

(aF): „Ich hätte gerne Vitamine.“ – sagt sie. In gutem Deutsch übrigens.

Ich zeige ihr, was wir haben.

(aF): „Sind die von Dr. Irgendwas?“

Pharmama: „Nein. Der Name sagt mir auch nichts.“

Die Frau schaut mich an – die Betreeuerin „übersetzt“ für mich. Tatsächlich sagt sie dasselbe einfach in lauter … die Frau scheint etwas schwerhörig zu sein. Von jetzt an wiederholt die Betreeuerin, auch wenn ich lauter werde alles, was ich sage …

(aF): „Ah, Ich möchte die, weil die natürlich sind.“

Ich zeige ihr andere, ebenfalls auf natürlichen Quellen basierende Vitaminpräparate. Dabei hilft mir die Betreeuerin beim Erklären (hauptsächlich beim Wiederholen desselben).

Inzwischen kommen andere Kunden herein. Jetzt sind alle beschäftigt mit Beraten.

(aF): „Die da, wieviel kosten sie?“

Pharmama: „57.10 – für 100 Stück.“

„57.10“ sagt die Betreeuerin „– für 100 Stück.“

(aF):  „Oh, das ist viel. Gibt es die nicht kleiner?“

„Schon“, sage ich „aber die habe ich nur in der Grösse da. Wenn sie wollen, kann ich ihnen die kleine Packung bestellen. 50 Stück kosten da 29 Franken.“

Betreuerin: „Sie haben nur diese Grösse hier – die kleine Packung kann sie bestellen, die kostet 29 Franken.“

(aF):  „Oh, bestellen? Nein, das will ich nicht.“

Ein weiterer Kunde kommt herein.

Betreeuerin: „Dann wollen sie die Grosse Packung zu 57 Franken?“

(aF):  „Ja, die grosse Packung.“

Ich gehe nach Hinten zur Kasse, lese sie ein. Gehe wieder nach vorne. Die Frau ist dabei im Geldbeutel nach Geld zu knübeln. Sie hält mir 20 Franken hin.

Pharmama: „Nein, die grosse Packung kostet 57 Franken.“

Die Frau wühlt in ihrem Geldbeutel (in dem auch eine Tausendernote schwimmt) und mehr. Zögert aber.

Eine weitere Kundin gesellt sich zu den bereits wartenden.

(aF): „Nicht 27 Franken?“

Pharmama: „Nein, das ist für die kleine Packung. „Wollen sie lieber, dass ich die bestelle?“

Betreeuerin: „Soll sie ihnen die kleine Packung bestellen?“

(aF): „Ja.“

Ich gehe nach hinten, storniere den Verkauf, mache eine Bestellung, muss wieder nach vorne:

Pharmama: „Wie ist ihr Name und die Telefonnummer?“

Betreeuerin: „Sie braucht ihren Namen und die Telefonnummer.“

(aF): „Belli – aber sie sollen mich nicht anrufen.“

Pharmama: „Kein Problem, aber dann müssen sie es jetzt gleich bezahlen, wenn ich das bestellen soll.“

(aF): „Bestellen? Haben sie die nicht hier?“

Ich bin jetzt bald am Verzweifeln. Noch ein Kunde kommt herein, meine Kolleginnen haben ihre Kunden verabschiedet und übernehmen die nächsten, aber es warten immer mehr …

Betreeuerin: „Nein, nur die grosse Packung. Wollen sie doch lieber jetzt die grosse?“

(aF): „Ja …“

– ich nehme sie in die Hand zum zeigen.

(aF): „Nein …“

ich stelle sie wieder hin …

Betreeuerin: „Die grosse Packung kostet 57 Franken – diese hier. Die kleine Packung ist nicht hier, die müssen sie bestellen, die kostet 27 Franken.“

Die Frau schaut uns nur an.

Inzwischen sind sowohl die Betreeuerin als auch ich am Verzweifeln, auch weil inzwischen 8 Personen da stehen, 4 mit Rezepten – die bedient werden wollten … die kontrolliert werden müssen – von mir … wenn sich Frau Belli nur entscheiden würde.

Nur die rührt sich nicht.

Die Betreeuerin erlöst mich: „Ich glaube, sie will im Moment doch nichts.“

Pharmama: „Okay. Danke vielmals für ihren Besuch – auf Wiedersehen!“

Und dann bin ich geflüchtet um rasch den anstehenden Haufen ab zu arbeiten.

Ich brauch‘ Ferien!

Shopping List

 

von enormer Wichtigkeit, wenn man den Mann losschickt, etwas besorgen ist, es deutlich aufzuschreiben, damit er auch das richtige nach Hause bringt.

Zum Beispiel so:einkaufsliste

 

Gut, ich weiss, was da alles gemeint ist.

Du auch?

(Ausser vielleicht bei dem hochkant geschriebenen … heisst das Ectoplasma? :-) )

Von Banken und Bussen

Der Termin mit dem Bankangestellten ist vorüber. Danke an alle für’s Daumendrücken.

Wie ist es gelaufen? Okay, würde ich sagen. Einfach war es nicht. Fast abgestellt hat es mir, als er mir vorgerechnet hat, dass ich, um mir das leisten zu können im Jahr etwa 135’000 Franken verdienen müsste. (!!)

Das mache ich nicht. Das mache ich nicht mal, wenn wir das Einkommen meines (selbständigen) Mannes dazuzählen. (Das mal an diejenigen, die denken, als Apotheker verdient man ja sooo gut). Also ging es zum nächsten Schritt: Sicherheiten und Ersparnisse. Mit dem war es dann genug, so dass wir gute Chancen haben, dass auch der Chef der Bank – der das noch absegnen muss – zusagt.

Interessant fand ich dann noch die zwei Blätter, die ich unterschreiben musste betreffend FATCA. Nein, ich bin weder amerikanischer Bürger, besitze keinen amerikanischen Pass, auch keine Greencard, habe in den letzten 2 Jahren nicht mehr als 100 Tage in den USA verbracht …  der Banker war direkt erleichtert, dass das alles nicht der Fall war – denn ansonsten wäre das mit der Hypothek auch flach gefallen.

Worum geht das? Mit dem FATCA („Foreign Account Tax Compliance Act“) verpflichten die USA ausländische Banken dazu, Konten von US-Kunden ihren Steuerbehörden zu melden. Denn die sollen in den USA Steuern zahlen.

Das ist noch gemein, denn manche hier wissen offenbar gar nicht, dass sie „US-Kunden“ sind. Zum Beispiel manch Angestellter einer amerikanischen Firma – so wie Johnson &Johnson. Die haben einen amerikanischen Arbeitsvertrag und bekommen Aktien der Firma … und damit werden sie auch in Amerika steuerpflichtig(!) Und wenn sie das nicht zahlen bekommt die Bank bei der sie sind auch Probleme – und das versuchen die (vor allem nach den hohen Strafen in den letzten Jahren) zu vermeiden. Darum dürften diese Kunden auch jetzt ziemlich Probleme haben eine Hypothek zu bekommen …

Wow.