Aber wenn da drauf steht…

 

Der neuste Zuwachs der Bepanthen Linie scheint bei einigen Leuten für Unsicherheit zu sorgen. Speziell das „Label“ rechts:bepanthensensiderm

KORTISON-FREI steht da.

Entsetzte Kundin: „Heisst das, dass die anderen Bepanthen alle Kortison drin haben?!“

Nein. Auch nicht.

Aber irgendwie finde ich es amüsant, dass sie da mit den (wahrscheinlich) Ängsten mancher Kunden bezüglich Kortison … wie schreib ich das jetzt? … spielen? Und dann geht der Werbeschuss gelegentlich genau aus demselben Grund nach hinten raus.

Friede, Freude, Eierkuchen …

… und weil ich heute einfach keine Geduld für einen ganzen Artikel habe, habe ich für Euch ein Bild von ein paar Zuckerpillen – von mir hergestellt.

sugarpills

Und falls ihr seltsame Veränderungen im Blogdesign bemerkt: ich bin mal wieder am Basteln. Vorschläge sind willkommen (auch wenn vielleicht nicht alle umgesetzt werden können).

Apotheken aus aller Welt, 487: Basankusu und Djolu, Demokratische Republik Kongo

Danke vielmals an Dany für diesen Einblick in Kongo’s Apotheken:

Hallo Pharmama, hier zwei Apotheken aus der DR Kongo. Und zwar ziemlich aus der Mitte – da gibt’s fast nur Dschungel.  Apotheke 1 ist in Basankusu. Das ist die Hauptstadt der Region Equateur. Die ökumenischen Partner dort waren ganz stolz, weil in der Apotheke ein „echter“ Apotheker arbeitete. Also hatte er vermutlich wenigstens eine gewisse medizinische Grundausbildung.

ApothekeBasankusu1

 

Das zweite Foto ist aus der Krankenhausapotheke in Djolu. Das ist auch eine Art Kreisstadt und die wenigen Medikamente müssen für rund 150.000 Menschen reichen. Wobei die meisten es sowieso nur ins Krankenhaus schaffen, wenn ihre Angehörigen sie zu Fuß oder auf dem Motorrad (oder auf dem Boot!) dorthin bringen. Das fotografierte Regal ist eines der am Besten gefüllten.  Was in reichlicher Menge in der Apotheke im Krankenhaus vorhanden war, waren Kondome (immerhin!). Und die üblichste Behandlungsmethode war offenbar Bluttransfusion. Alle Informationen und Bilder sind vom Juni 2007- also auch schon 7 Jahre alt…

ApothekeDjolu

 

… und nach so etwas fühle ich mich hier wieder glücklich und sehe, wie privilegiert wir doch sind.

Der engagierte Arzt

Ich schreibe (zu oft) negatives über Ärzte. Unleserliche Rezepte, seltsame Dosierungen, unhöfliche Reaktionen am Telefon … — Dabei habe ich im Normalfall gar nicht so grosse Probleme mit den Ärzten hier. Mit den allerallermeisten arbeite ich auch gut zusammen und empfinde sie als durchaus kompetent und fähig.

Heute aber mal ein wirklich ausserordentliches Exemplar von einem engagierten Arzt. Und dann erst noch einer aus dem Spital!

Ich habe nämlich diesen Fax bekommen. Als „CC“ sozusagen. Das Original hat der Arzt brieflich so an die Patientin geschickt.

engagierterarzt

Finde ich toll! Ich bin gespannt, ob das was bringt.

Die angeschriebene Patientin war nie einfach. Aufgrund einer (psychologischen) Grunderkrankung ist sie zutiefst misstrauisch gegenüber medizinischem Personal, was sich dann hauptsächlich darin niederschlägt, dass sie ihre Tabletten nicht nehmen will.

Ihre Tabletten, das sind hauptsächlich Blutdruckmedikamente und ein Cholesterinsenker. Frau Leery hat nämlich, wenn sie ihre Medikamente nicht nimmt einen wirklich hohen Blutdruck. Da läuft sie durchaus mit knallrotem Kopf durch die Gegend und beklagt sich über „Klopfgeräusche“ in den Ohren und Kopfschmerzen. So hoch.

Trotzdem fand sie, sie „vergesse halt“ gelegentlich die Tabletten zu nehmen, das sei ja nicht so schlimm. Dafür nehme sie dann am nächsten Tag einfach je 2 Tabletten – „das wird es ja wohl schon richten“. Dass sie dafür dann statt Kopfschmerzen Schwindelgefühle hat, hilft natürlich auch nicht: „da sieht man wieder, dass die Tabletten nicht gut sind für mich!“

Einen Hausarzt hat sie übrigens nicht – sie geht zur Konsultation ins Spital. Widerwillig … wie gesagt, sie hat ein (krankhaftes)  Misstrauen gegen Ärzte.

Mit viel Geduld und noch mehr gutem Zureden haben es der Arzt dort und wir es geschafft, eine Lösung zu finden, dass sie ihre Medikamente nimmt – und zwar richtig. Wir richten ihr das Doset anhand einer Dauerrezeptes einmal wöchentlich.

Das funktionierte sogar ziemlich gut. Frau Leery kam jeden Freitag in die Apotheke gewackelt und tauschte leeres gegen neues Dosett und ein paar freundliche Worte mit den Angestellten.

Wochen und Monate gehen so vorbei.

Dann … kam sie auf einmal nicht am Freitag.

Man telefonierte … sie versprach zu kommen … und liess es einfach sein.

Wiederholte Telefonanrufe unsererseits brachten gar nichts. Sie hängte dann einfach auf.

Jetzt … zwingen kann ich sie nicht.

Und da sie im Spital ist und nicht beim Hausarzt habe ich nach der Zeit auch keine wirklich zuständige Anspruchsperson dort. Ich hab’s versucht.

Ein paar Wochen vergehen, dann bekommen wir einen Anruf aus dem Spital.

Der Arzt fragt nach Frau Leery: „Sie ist doch Patientin bei Ihnen. Was für Medikamente und in welcher Dosierung nimmt sie im Moment?“

„Ich kann ihnen sagen, was sie bisher hatte – Momentan nimmt sie aber wohl gar keine, da sie seit ein paar Wochen nicht mehr ihr Dosett holen gekommen ist.“

Arzt: „Oh, das erklärt dann auch ihren wahnsinnig hohen Blutdruck.“

Jaahaaa.

So jetzt also der Brief.

Und wenn sie darauf nicht reagiert und kommt, dann schreibe ich auch noch einen.

Irgendwie muss sie sich doch davon überzeugen lassen, dass wir nur das Beste für sie wollen. Bei soviel Engagement.

A-Mor-alisch

Das interessiert mich jetzt. Nach den Diskussionen über Moral im letzten Post will ich es von Euch wissen! Folgende Situation:

Du (männlich) bist Apotheker und bekommst von der Patientin direkt nach der „Pille danach„-Beratung und Abgabe ihre Telefonnummer zugesteckt.

Oder

Du (weiblich) bist Ärztin, oder (um bei den Stereotypen zu bleiben) Praxisassistentin und bekommst vom männlichen Patienten die Telefonnummer zugesteckt, nachdem er dir erzählt, dass er den Termin hatte um sich auf Gonorrhö testen zu lassen, weil „eine Expartnerin mich angerufen hat, dass sie das hat.“

Soweit die Vorgeschichte, hier die (persönliche) Frage:

2 Sachen zum im Kopf behalten: mögliche Probleme wegen Vermischung von Beruf- und Privatleben und: Welchen Einfluss hat die (eventuelle) Vorgeschichte/n auf Dich?

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