Der Lückenbüsser

Der Patient bringt eine Medikamentenpackung mit Aufkleber der Versandapotheke. _Könnten Sie mir meine Tabletten halbieren_ Meine Haushilfe macht das nicht._

Da bin ich wieder: der Lückenbüsser. Medizinische Versorgung und Massnahmen für manche nur noch als „letzte Instanz“.

Der Patient bringt eine Medikamentenpackung mit Aufkleber der Versandapotheke. „Könnten Sie mir meine Tabletten halbieren? Meine Haushilfe, die das Dosett richtet, macht das nicht.“

Geduldsprobe mit Beruhigungsmitteln

In die Apotheke kommt am Morgen die ältere feine Dame (äfDa) von der ich weiss, dass sie zunehmend Gedächtnisprobleme hat. Wir sind deshalb bei ihr doppelt vorsichtig und schauen genau, was sie bezieht. In der letzten Zeit ist es häufiger vorgekommen, dass sie manches in kurzen Abständen einkauft – das meiste davon ungefährlich wie zum Beispiel Druckschutzpflaster für die Füsse. Die Vermutung liegt nahe, dass sie vergessen hat, dass sie es schon zu Hause hat … oder sie hat sie verloren. Obwohl man sie gelegentlich darauf schon aufmerksam gemacht hat, meint sie im Normalfall: „Doch, doch, das habe ich aufgeschrieben, das brauche ich!“

Das andere was sie in letzter Zeit häufiger holen kommt ist Melisana. Das ist ziemlich alkoholhaltig, da werden wir dann noch aufmerksamer und vorsichtiger.

Heute auch wieder. Sie zeigt mir einen Zettel, auf den sie aufgeschrieben hat: Melisana, klein und 2 ausgeschnittene Packungen, eine für Similasan Schlafstörungen Tabletten und eine für Similasan Beruhigungstabletten. Homöopathie.

Ich bringe ihr erst Mal die beiden Similasan Packungen.

äfDa: „Ich brauche die zum Beruhigen am Tag über, welche nehme ich da?“

Pharmama: „Die Beruhigungstabletten, die bei Schlafstörungen sind bei Problemen beim Schlafen.“

äfDa: „Dann reicht es ja, wenn ich da nur die einen nehme?“

Pharmama: „Ja – ich denke, die dürften auch etwas helfen, falls sie Schlafprobleme haben.“

äfDa: „Die habe ich nicht. Also gut, nur die Beruhigungstabletten. (Schaut auf den Zettel) Und dann brauche ich noch eine kleine Packung Melisana.“

Ich hole ihr die kleinste Flasche, die wir hier haben. Wie gesagt, sie hat das in der letzten Zeit schon gelegentlich geholt und es war eigentlich immer diese Packungsgrösse.

äfDa: „Gibt es die nicht in kleiner? Ich möchte etwas für die Handtasche und die ist etwas gross.“

Ich schaue im Computer.

Pharmama: „Ja, es gibt noch eine 20ml Grösse, die habe ich aber nicht hier.“

äfDa: „Oh, die haben Sie nicht hier. Kommt sie morgen?“

Pharmama: „Ich habe die normalerweise nicht an Lager. Aber wenn Sie wollen kann ich sie Ihnen bestellen.“

äfDa: „Ah, ja. Ich hätte gerne die kleinere Grösse.“

Also bestelle ich die und drucke einen Bestellzettel für uns und einen Abholschein für sie aus, den ich ihr hinlege.

Pharmama: „Die Melisana wird schon heute mittag nach 3 Uhr hier sein.“

äfDa: „Oh, das ist gut.“

Pharmama: „Darf es sonst noch etwas sein?“

Sie schaut die ausgeschnittenen Packungen an und die eine, die auf dem Tisch liegt.

äfDa: „Sollten das nicht zwei Packungen sein?“

Pharmama: „Wenn Sie es nur für tagsüber brauchen, dann reicht es Ihnen, wenn sie nur die Beruhigungstabletten nehmen.“

äfDa: „Ah, das ist gut, dann spare ich ja ein bisschen. … Und das Melisana?“

Pharmama: „Das habe ich Ihnen bestellt auf heute mittag.“

äfDa: „Ah, die kommen erst heute mittag?“

Pharmama: „Ja, die kleine Packung musste ich bestellen. Wenn Sie die grössere wollen, die hätte ich gerade hier.“

äfDa: „Nein, ich möchte schon gerne die kleine Packung.“

Pharmama: „Ist es ok, wenn Sie es jetzt schon bezahlen? Dann können Sie es einfach irgendwann abholen.“

äfDa: „Ja, das ist gut.“

Ich gebe die bestellte Melisana und die Similasan Beruhigungstabletten in die Kasse ein – und halte auch auf unserem Bestellzettel fest, dass es schon bezahlt wurde. Gerade sie vergisst gelegentlich (manchmal auch gleich nach dem einstecken), dass sie es schon bezahlt hat.

Sie bezahlt, wobei sie sehr vorsichtig und bewusst das Geld abzählt.

Sie steckt die Tabletten ein, den Kassabon.

Sie nimmt die andere Packung Melisana in die Hand, die ich noch auf dem Tisch liegen hatte, auf der Seite.

äfDa: „Und was ist mit diesen?“

Pharmama: „Das ist die grosse Packung, die bleibt hier.“

äfDa: „Aber ich möchte doch noch eine Packung Melisana.“

Pharmama: „Sie meinen zusätzlich zu der kleinen Packung, die ich Ihnen auf heute mittag bestellt habe?“

äfDa: „Die haben Sie nicht hier?“

Pharmama: „Nein, die kleine Packung habe ich nicht hier, nur die grössere.“ (eigentlich noch mindestens 2 andere, grössere Grössen, aber noch mehr will ich sie wirklich nicht verwirren und dass sie noch mehr nimmt auch nicht unbedingt).

äfDa: „Ich bräuchte sie aber gleich. Dann nehme ich doch die grössere Packung.“

Wenn die Frau nicht durchgehend so nett bleiben würde, wäre das wahrscheinlich der Punkt, wo ich die Geduld anfange zu verlieren. Aber … ihr kann man nicht böse sein. Sie kann nichts für ihre Gedächtnisprobleme und sie macht sie auch nie aktiv zu den Problemen von den anderen Leuten. Wir sehen in so Situationen häufig, dass die Leute dann aggressiv werden und die Umwelt beschuldigen, wenn etwas nicht gleich klappt oder sie etwas vergessen haben.

Pharmama: „Möchten Sie die grosse Packung zusätzlich zu der kleinen Packung, die ich bestellt habe oder anstatt?“

äfDa: „Ich glaube ich habe zu Hause noch eine kleine Packung, da kann ich ja etwas umfüllen.“

Pharmama: „In Ordnung, dann nehme ich die kleine Packung aus der Bestellung?“

äfDa: „Ja, das ist gut.“

Ich lese die grosse Packung ein und ziehe den Preis der kleinen Packung ab und nehme die kleine Packung wieder aus der Bestellung.

Sie zahlt … in der gleichen aufwändigen Weise wie vorhin.

Dann sieht sie die ausgeschnittenen Packungen: „Was ist mit diesen?“

Pharmama: „Die haben sie schon bezahlt und eingesteckt.“

äfDa: „Ah, ja. Danke vielmals.“

Sie steckt auch die Melisana bei sich in die Tasche.

äfDa: „Dann ist das alles?“

Pharmama: „Ich denke ja.“

äfDa: „Muss ich nicht noch zahlen?“

Pharmama: „Nein, das haben Sie schon.“

äfDa: „Dann muss ich nicht mehr vorbeikommen heute mittag?“

Pharmama: „Nein, Sie haben jetzt alles.“

äfDa: „Das ist gut, ja. Guten Tag noch!“

Und geht.

Eeeendlich:-) Ich mag sie, aber das braucht sooo viel Geduld.

Was bleibt.

clouds

Bei dem Regen, den wir in der letzten Zeit hatten, merkte ich wieder einmal, wie gut mein Regenzeug ist. Und das brachte mich daran zu denken, was ich denn so von meinen Ex-Freunden behalten habe – materiell nicht sehr viel auch wenn das Regenzeug noch von meinem letzten Freund kommt, und ich habe es damals in Schottland auf dem Tandem ausgiebig erproben können. Aber bei einer richtigen Beziehung bleibt meist noch anderes hängen …

Aber von vorne.

Meinen ersten Freund hatte ich mit 18 (Ja, ich bin ein Spätzünder). Und von ihm habe ich meine Liebe zu Comics wie Calvin and Hobbes und Elfquest. Ausserdem hat er mir seine Abneigung für Windows und Vorliebe zu Apple mitgegeben und ein Interesse an Science fiction und alles Nerdige. Und obwohl wir nicht mehr so zusammen sind, ist er mir doch als guter Freund erhalten geblieben.

Meinen zweiten Freund hatte ich mit 22. Von ihm habe ich die tolle Regenausrüstung fürs Velo (nur der Tip, was gut ist, gekauft habe ich es selbst), dass ich gerne im Labor stehe und Sachen mische  … und eine tiefe Abneigung dagegen, mich zu entschuldigen für Dinge, für die ich nichts kann. Ausserdem hat er mir einen seiner Kollegen „vererbt“, der heute noch einer meiner besten Freunde ist – von ihm selbst habe ich allerdings schon seit über 10 Jahren nichts mehr gehört.

Meinen dritten Freund – den habe ich heute noch, das ist nämlich mein Mann, hier im Blog Kuschelbär genannt. Wir teilen das Interesse an der Feuerwehr (wo wir uns kennengelernt haben) und er ergänzt mich kopflastiges Produkt mit seiner Handfertigkeit. Von (mit) ihm habe ich Junior und er muss meine Launen und Doppelbelastung aushalten und mittragen – was er sehr gut tut:-) .

… Und was habt ihr so behalten von Euren Exs’?

Quicky (27)

kurz und knackig (der Spruch … nicht der Kunde)

„Haben Sie Augentropfen? So gegen rote Augen nach dem Kiffen?“

mehr „Quickys“:

Quicky (26)Quicky (25)Quicky (24),   Quicky (23)Quicky (22),   Quicky (21),   Quicky (20),    Quicky (19),    Quicky (18),    Quicky (17),  Quicky (16)   Quicky (15),   Quicky (14)   Quicky (13),   Quicky (12),   Quicky (11),   Quicky (10)    Quicky (9),   Quicky (8)    Quicky (7),   Quicky (6)    Quicky (5),   Quicky (4)    Quicky (3),   Quicky (2)   Quicky (1)

Zu viel Aufwand

Die Frau hat gerade herausgefunden, dass sie letztes Jahr doch eine Zusatzversicherung hatte – bei einer anderen Versicherung. Jetzt will sie, dass wir ihr für die paar Sachen, die sie bezogen (und bezahlt hat) – das Geld zurück geben und es dann der Kasse verrechnen. Was das war, weiss sie allerdings auch nicht mehr …

Ich habe das dann abgelehnt und ihr angeboten einen Ausdruck zu machen, was sie bezogen hat – dann soll sie selber versuchen, ob sie etwas von der Krankenkasse zurückbekommt.*

Das war dann für sie zuviel Aufwand.

 

*(Ansonsten zahle ich ihr das jetzt, sie schickt das ein, hat die Franchise noch nicht erreicht oder es wird nicht alles übernommen und dann stellt die Krankenkasse das ihr wieder in Rechnung).

Von fehlerhaften Blutzuckergeräten

Mittagszeit – bei uns gewohnt viel zu tun und mitten drin …eine ältere Dame:

„Könnten Sie mir helfen? Das Blutzuckermessgerät funktioniert irgendwie nicht mehr!“

Sie streckt mir ein Gerät entgegen, das ich bisher noch nicht gesehen habe. Ganz sicher hat sie es nicht von uns.

„Oh – das Gerät kenne ich noch nicht. Was ist denn das Problem?“

„Es zeigt nichts mehr an. Bis gestern ging es noch.“

Ich schaue es an, drehe es hin und her und mache, was man mit elektrischen Geräten, die nicht mehr wollen halt so macht: Ich schalte es an und ab und als nichts funktioniert, nehme ich mal die Batterie raus.

Währenddem frage ich sie, woher sie es hat: „Von der Diabetesberatung.“

Ich setze die Batterie wieder ein, drehe das Gerät um, drücke nochmals auf ein … und es geht an.

„Das ist schon mal gut“ meint sie. „Misst das jetzt auch wieder?“

„Keine Ahnung.“ Sage ich. „Wollen Sie es mal testen im Beratungsraum?“

„Oh – das ist nicht mein Gerät, das gehört meinem Mann. Ich habe aber die Teststreifen dabei.“

„Nun, ich kann eine Test-messung für sie damit durchführen und es mit unserem Gerät vergleichen. Dafür würde ich einfach dasselbe verlangen, wie wenn ich eine normale Blutzuckermessung machen würde. 15 Franken.“

„Das kostet etwas??“

„Ja, wenn ich das für sie so testen soll schon.“

Hey – das ist Zeit und Arbeit und immerhin habe ich es ihr jetzt schon mal zum laufen gebracht! Gratis bis hierhin.

„Mein Mann hat morgen sowieso einen Termin bei der Diabetesberatung.“

„Nun, dann können Sie ja dort fragen, dass die das anschauen.“

Ich komme immer mehr davon ab, so was gratis zu machen. Ich mache es, aber ab einem gewissen Punkt verlange ich dafür Geld. Ganz speziell, wenn das Gerät und die Teststreifen nicht hier bezogen werden. Und während ich sie schon gelegentlich gesehen habe – den Mann habe ich noch nie gesehen und er bezieht auch nichts von uns. Auch keine Medikamente. Diabetesberatung und Arzt mit Selbstdispensation oder Versandapotheke. Das ist nicht „mein“ Patient.

Meine Patienten stehen jetzt hinter ihr und würden auch gerne bedient werden. Das merkt sie dann und geht schliesslich.

… Übrigens schreibt mir jemand auf facebook, dass es einen Rückruf gibt: Aldi Süd hat seit Jahresbeginn fehlerhafte BZ-Messgeräte von medisana verkauft. Die habe ich sogar schon selber gesehen … und angeschaut und mich geärgert: die Teststreifen dafür gibt es dann nur online nachzubestellen, da das (wie bei Aldi üblich) etwas ist, das nur Zeitweise im Sortiment ist.

Tipps und Tricks für einen guten Schlaf

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Schlafprobleme sind häufig. Die Statistiker in der Schweiz und Deutschland sprechen davon, dass jede 4. Person betroffen ist. Aber obwohl totaler Schlafentzug tatsächlich gefährlich ist, ist es doch so, dass wir kurzfristigen Schlafmangel gut verkraften können. Das Schlafbedürfnis ist individuell verschieden, durchschnittlich schlafen erwachsene Europäer sieben Stunden, Kinder sehr viel mehr und je älter man wird, desto weniger Schlaf braucht man. Aus Untersuchungen im Schlaflabor weiss man, dass Personen mit Schlafstörungen gar nicht so lange wach liegen, wie sie glauben. Ganz offensichtlich ist das aber ein verbreitetes Problem, das persönlich ziemlich belastend sein kann.

Viele Leute greifen deshalb zur Schlaftablette – viel zu häufig verschrieben vom Arzt und vor allem viel zu lange. Benzodiazepine und Z-Substanzen sind wirksam und sehr schnell, haben aber das Problem, dass man damit sehr rasch in einen Teufelskreis von Abhängigkeit kommt, denn … kaum setzt man die Tabletten ab, wird die Schlafqualität (sofort) wieder schlecht. Daneben haben sie noch mehr Nebenwirkungen, so macht man sie neben seltsamen Verhalten nach der Einnahme und Overhang, also dass man auch am Tag noch müde ist auch für erhöhte Sturzgefahr und bleibende Gedächtnisprobleme im Alter mitverantwortlich. Pflanzliche Medikamente auf Basis von Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel, Passionsblume oder Orangenblüten sind besser, aber bevor man überhaupt zu Tabletten greift, sollte man diese Tipps beachten:

Das Bett ist zum Schlafen da

Wer im Bett frühstückt oder (schlimmer) abends Fernsieht, denkt zwar, das ist gemütlich, aber das Gehirn bringt damit das Schlafgemach mit Wach-Tätigkeiten in Verbindung und stellt sich statt aufs Schlafengehen auf Aktivität ein. Das unruhige Licht des Fernsehers schadet dabei zusätzlich.

Abendrituale

Der Tag war stressig, morgen muss man um 5 Uhr schon raus, davor muss man noch unbedingt … erledigen. Wer jetzt einfach versucht zu schlafen hat das Problem, dass sich Körper und Geist noch zu sehr damit beschäftigen und nicht abschalten können. Deshalb sollte man sich vor dem Schlafengehen ein beruhigendes Ritual zurecht legen, um herunterzufahren. Eine Runde Entspannung wie Yoga, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung. Zum Üben gibt es CDs mit Kursen oder beruhigender Musik.

Was trinken?

Wer empfindlich ist auf Coffein, sollte nach 16 Uhr keinen Kaffee, Schwarz- oder Grüntee und auch keine Cola mehr zu sich nehmen. Das kann den Organismus noch stundenlang stimulieren.
Alkohol hat eine etwas zwiespältige Wirkung: während Bier und Wein das Einschlafen beschleunigt, kann es in der zweiten Nachthälfte häufiger zu Wachzuständen kommen. Ausserdem wirkt es harntreibend … und es gibt weniger, das wacher macht als eine volle Blase.
Gut sind dagegen Kräutertees, die beruhigend wirken: Hopfen, Melisse, Baldrianwurzel, auch Orangenblüten oder fertige Mischungen.
Auch gut: warme Milch mit Honig und etwas Muskatnuss: das Tryptophan aus der Milch soll im Gehirn in Serotonin umgewandelt werden und die Glucose unterstützt dessen Transport. Das macht schläfrig und entspannt.

Wie Essen?

Leerer Magen studiert nicht gern … und voller schläft offensichtlich nicht gern. Wenn der Magen und Darm nach einer zu späten Mahlzeit mit Verdauung beschäftigt sind, liegt ein tiefer Schlaf nicht drin. Wenn man spät isst, dann besser etwas, das den Magen nicht zu sehr belastet, also nicht unbedingt: Salate, frisches Obst oder Vollkornbrot.

Die richtige Temperatur

Man empfiehlt im Schlafzimmer zwischen 16 bis 18 Grad zu halten. Wem das zu kalt ist, der darf das bis auf 20 Grad erhöhen … frieren bringt nämlich auch nichts. Auch wichtig: genug Sauerstoff: also abends vor dem Zubettgehen stosslüften. Abends oder nachts zu lüften ist auch besser, wenn man Allergien hat: da ist die Pollenbelastung nicht so hoch.

Die geeignete Unterlage

Man kann fast überall schlafen, wenn man müde genug ist, aber guter Schlaf hängt auch von der richtigen Unterlage ab. Welche das ist, ist sehr individuell und muss ausprobiert werden. Es gibt bei Matratzen unterschiedliche Härtegrade (Nachzulesen bei matratzen-test-sieger.de/matratzen-haertegrad). Auch wenn man weiss, dass die falsche Matratze Rückenschmerzen verursachen kann … und natürlich, dass man mit Schmerzen schlechter schläft, bedeutet das noch lange nicht mehr automatisch, dass das dann eine harte Matratze sein muss. Es gibt unterschiedliche Schlafpositionen (siehe auch matratzen-test-sieger.de/schlafposition) und bei Seitenschläfern (zu denen 2/3 der Menschen gehören) kann es bei durchgehend harten Matratzen Probleme im Schulter und Beckenbereich geben.

Schlaf-Wach-Rhythmus beibehalten

Ja, ausschlafen am Samstag/Sonntag ist schön, allerdings zeigen Studien, dass Menschen, die jeden Tag zur selben zeit aufstehen weniger an Schlafstörungen leiden. Die innere Uhr stellt sich ein und man wird auch abends zur richtigen Zeit müde und kann besser einschlafen. Wer nachts schlecht schläft sollte deshalb auch nicht anfangen einen (langen) Mittagsschlaf zu halten – die Schlafzeit wird dann „dazugerechnet“ und dann ist man abends nicht mehr müde und hat wieder Probleme mit einschlafen … das führt zu einem Teufelskreis.

Lichtverschmutzung meiden

Zu viel Licht abends und nachts bringt die innere Uhr aus dem Takt. Man vermeide also den grellen Schein von Neonröhren, Bildschirmen (Fernseh- oder Computer) und Nachttischlampen vor dem Schlafen oder wenn man nachts aufwacht.

Bewegung ist wichtig

Vor allem tagsüber. Wenn man den ganzen Tag nur am Computer sitzt und abends noch fernsieht und sonst nichts macht, ist man nachts unruhiger. Regelmässige, moderate Bewegung und Sport nicht zu spät am abend hilft auch beim Schlafen.

Langeweile und Ablenkung

Wenn abends die Gedanken noch kreisen um die Probleme des Tages, hilft es nicht, noch mehr darüber nachzudenken. Besser ist es, sich mit schönen Gedanken abzulenken, an schöne Erinnerungen und Plätze zu denken, sich selber Geschichten zu erzählen (mach’ ich so) oder sonst halt so etwas langweiliges machen, wie Schäfchen-zählen.

Was habt ihr noch für Tipps, die Euch helfen?

Ein langer halber Tag

Das erste Telefon am Morgen, kaum dass wir aufmachen ist die Stammkundin, die mich nach … Hanftee fragt, den ihre Therapeutin ihr empfohlen hat mal auszuprobieren wegen ihren chronischen Schmerzen. Das gab dann eine längere Diskussion, weshalb ich an den nicht rankomme.

Gleich danach kommt eine junge, schwangere Frau die sich Stützstrümpfe anmessen lassen muss … das wurde direkt etwas eng im Beratungsraum, weil ihr kleines Kind auch mit hinein musste und sich weigerte sich hinzusetzen. Weil die Mama dann auch noch den Wunsch nach einer Sonderfarbe hatte, durfte ich danach nochmals etwas (ziemlich) herumtelefonieren um das abzuklären und zu besorgen.

Dann komme ich dazu die Rezepte vom Vortag zu kontrollieren. Dabei findet man immer ein paar Sachen, die noch zu abzuklären sind: Arzt noch nicht im System mit der Konkordatsnummer, Krankenkassendeckung noch unbekannt, einmal nicht eingegeben, ob man beim Arzt nachgefragt hat, bevor man den nicht lieferbaren Solmucol-Sirup ersetzt hat mit dem Pulver (wahrscheinlich schon, aber das gehört festgehalten), bei einem Rezept fehlt das Visum der Apothekerin … Kleinigkeiten, aber doch wichtig.

Das mit dem Solmucol-Sirup war echt nervig. Solmucol und Solmucalm während Wochen nicht lieferbar, weil sie Probleme mit dem neuen Verschluss hatten. Die hatten ein paar bei uns auch seit sie umgestellt haben von „Drücken“ zu „Drehen“ … allerdings gab es auch schon vorher welche, die mit dem Verschluss nicht zurechtkamen.

Der nächste war der Lehrling vom Restaurant daneben, der sich, so wie’s aussieht versucht hat mit dem Messer den Finger abzuschneiden … den habe ich verarztet, damit er unterwegs nicht verblutet und dann zum Notfall geschickt.

Dann hatte ich noch jemanden zum Beraten wegen der Darmkrebskampagne, die nur italienisch redete – das habe ich dann zusammen mit der Pharmaassistentin gemeistert, allerdings glaube ich, dass wenn das so weitergeht wir einen grösseren Beratungsraum brauchen.

Nachtrag: das war vor ein paar Wochen, aber den Darmkrebstest kann man in den meisten Apotheken noch weiterhin machen (kostet jetzt einfach 30 Franken), die Solmucol-Sirupe sind wieder lieferbar (Yay!) … aber den Beratungsraum habe ich gestern wieder intensiv benutzt: einmal zum verarzten und einmal zum Zecken-entfernen … wobei ich nett erklärt habe, wie sie das das nächste Mal selber machen können.

Vom Geheimnis des Patienten (Sampler)

Als Apotheker und Medizinalperson untersteht man besonderen gesetzlichen Bedingungen, unter anderem dem Patientengeheimnis. Grundsätzlich gehören Gesundheitsdaten zu den besonders schützenswerten Personendaten – und dürfen deshalb nicht einfach bekanntgegeben oder weitergegeben werden.

Auf der anderen Seite arbeitet man im Gesundheitssystem nicht alleine … andere Medizinalpersonen wie Ärzte verschreiben dem Patienten für seine gesundheitlichen Probleme auf Rezepten Medikamente … und manchmal gibt es da Unklarheiten, die abgeklärt werden müssen. Familie oder Partner leben mit dem Patienten und sind zum Teil in die Behandlung involiert oder auch nicht.

Immer wieder gibt das deshalb Diskussionen, ob und was und wann und wem denn da überhaupt Informationen weitergegeben werden dürfen. Ein paar solche Situationen habe ich im Blog gebracht:

Ebola und das Patientengeheimnis … wäre nett, wenn die Medien sich auch daran hielten.

Patientengeheimnis – Fragen (und Diskussion in den Kommentaren)

Patientengeheimnis und Minderjährige

Vom Patientengeheimnis und ungeduldigen Kunden

Zwischen Paranoia und Patientengeheimnis

Patientengeheimnis und meine Erfahrung beim Arztbesuch

Schlechte Wortwahl – wenn man mal super-vorsichtig sein will

Wenn Sie in der Apotheke telefonieren, rede ich nicht mit ihnen.

Auch wenn sie der Partner sind – vorenthaltene Information

Einblick verboten

In der Grauzone landet man noch schnell

Fundsache Medikamente ja, die sind meist angeschrieben

Eine Trauerkarte von der Apotheke – darf/soll ich das?

Versehentlich ruiniertes Eheleben

 

 

Eine falsche Arztabrechnung?

david/turtleofdoom hat mir dies hier zukommen lassen:

eine Freundin von mir war beim Arzt. Sie hat da auch grad die Medikamente mitnehmen dürfen, Selbstdispensation halt. Sie erhielt von der Krankenkasse eine Rechnung, die sie als zu hoch empfand, worauf sie anrief und nach etwas nerven die detaillierte Abrechnung erhielt. Da steht zwei mal Amoxicillin drauf – und sie ist sich sicher, nur eine Packung Antibiotika erhalten zu haben.

Die Arztrechnung:

ArztrechnungSDArzt

Zur Erklärung: es gibt auch bei den Ärzten 2 Abrechnungsvarianten. Manche schicken einem die Rechnung nach Hause, die man dann begleicht und der Krankenkasse einschickt um das zurückvergütet zu bekommen. Die Krankenkasse bezahlt das aber erst, wenn die Franchise erreicht wurde – der Teil, den man bei Vertragsabschluss auswählt erst selber zu bezahlen. Die andere Variante ist, dass der Arzt das direkt der Krankenkasse verrechnet. Falls die Franchise noch nicht erreicht wurde, stellt die Krankenkasse das dann der Patientin in Rechnung. Das ist in diesem Fall passiert.

Ich denke nicht mal, dass der SD Arzt (oder die Praxisassistentin das in böser Absicht gemacht hat, oder um sich zu bereichern: dasselbe Antibiotikum in 2 verschiedenen Generika (doppelt) zu verrechnen (Co-AMOXI Mepha 1000mg und Co-AMOXICILLIN Actavis 1000mg).

Derartiges könnte aber noch häufiger vorkommen ohne dass das bemerkt wird. Denn: die Versicherung bekommt vom Arzt (und auch von der Apotheke – da noch mit einem 2.3% Rabatt, Verzeihung Effizienzbeitrag) alle nötigen Daten für die Abrechnung … und gibt bei der Rechnung an den Patienten nur eine Gesamtsumme an. Keine Ahnung wieso. Man fragt sich: da könnte doch einiges an Nachfragen und vielleicht auch falsch abgerechneter Kosten gespart werden? Vor allem, wenn der Patient sich die Zeit nimmt, das anzusehen.

Die Rechnung wurde in dem Fall dann korrigiert.

Warnung vor Schweizweitem Rezept-Betrüger

Das ist eine Warnung für alle Apotheken in der Schweiz – einige (die meisten?) werden das inzwischen auch über die offiziellen Kanäle mitbekommen haben, aber da es noch wirklich aktuell ist, warne ich auch hier.

Da ist (mindestens) einer unterwegs und versucht mit gefälschten Rezepten an Medikamente zu kommen – bis jetzt vor allem Makatussin Comp Sirup und Xanax Tabletten.

Meine Pharmaassistentin Donna hat ihn auffliegen lassen. Das ging so:

Der junge, dunkelhäutige, englisch-sprechende Mann mit weisser Schirmmütze und weissen Turnschuhen kam um 17.15 Uhr in die Apotheke – (nach 5 Uhr sind die Ärzte meist nicht mehr erreichbar. Das ist ein Warnsignal)

Er gibt der Pharmaassistentin sein Rezept. Es ist von heute datiert, allerdings nicht aus der Gegend, sondern von einem Arzt ziemlich weiter weg (Noch ein Warnsignal).

Der Kunde war noch nie bei uns. (Kann vorkommen, aber wenn er dann auch weder in der Nähe des Arztes, noch in der Nähe bei uns lebt, ist das ein weiteres Warnsignal).

Er gibt der Pharmaassistentin die Krankenkassenkarte. (Das ist jetzt allerdings ungewöhnlich … gerade bei einem gefälschten Rezept bezahlen die Betrüger es noch gerne selber, damit die Info nicht bei der Krankenkasse zusammenläuft. Der hier scheint allerdings auch noch die Krankenkasse damit zu betrügen …?)

Das Rezept ist für Makatussin Comp Sirup. (Ein weiteres Warnsignal. Ein Codein-haltiger Hustensirup. Dafür braucht es übrigens nicht mal zwingend ein Rezept … allerdings sind wir hier dazu übergegangen, bei unter 30Jährigen eines zu verlangen und es sonst nicht abzugeben – das wird hier dermassen häufig missbraucht. Speziell von Leuten, die aussehen wie der Kunde hier: wie ein Rapper).

Das Rezept selber sieht wirklich gut aus. A4, Computergeneriert, ähnliche Vorlage, wie auch von Ärzten bei uns in der Gegend verwendet, richtiger Stempel und Unterschrift. Was wir noch nicht wussten ist, dass dieser Arzt sonst nur handgeschriebene A6-Rezepte verwendet. Der Stempel war offensichtlich auch nachgemacht.  Hier ist ein Beispiel des Rezeptes:

Rpfaelschungmasse

Trotz des Rezepts und der Krankenkassenkarte hatte meine Pharmaassistentin ein schlechtes Gefühl dabei – und weil die Apothekerin das auch hatte, rief sie dem Arzt an, um das abzuklären.

Der Arzt war noch in der Praxis und überhaupt nicht erstaunt. „Sie sind schon die 7. Apotheke, die mir heute anruft“ … er hatte Nachfragen auch aus Bern, Zürich und Basel. Wir sollten das Rezept einbehalten. Der auf dem Rezept erwähnte Name ist kein Kunde von ihm. Er mache  aber eine Anzeige.

Nun, offensichtlich ist das (trotz wahnsinnig gut gefälschtem Rezept) noch einigen anderen Apotheken aufgefallen. Man fragt sich allerdings, bei wievielen es durchgerutscht ist … und was passiert, wenn die versuchen, das der Krankenkasse abzurechnen.

Jedenfalls … hat der das bei uns nicht bekommen – und Donna hat ihm energisch erklärt, dass sie das gefälschte Rezept einbehalten und die Info weitergeben werde. Daraufhin ist er dann ganz schnell verschwunden.

Weiteres Medikamentensterben in der Schweiz

Still und leise verschwinden im Moment wieder eine Menge Medikamente.  Glaxo, die Novartis OTC übernommen haben, räumen weiter auf. Die meisten Leute haben das mit dem Euceta noch nicht überwunden, und ich darf ihnen jetzt dies erklären:

Von der Novartis Sparte entfallen:

  • Tossamin Saft: es wird nur noch die Kapseln geben… wenn sie mal wieder lieferbar sind (seit Wochen sind sie es nicht mehr).
  • Voltaren Dolo forte Gel: 150g wird ganz ersetzt mit den 180g
  • Hemeran gibt es in Zukunft nur noch in den nicht kassenpflichtigen Grössen. Also: die Krankenkasse zahlt das nur noch, wenn man eine Zusatzversicherung hat.
  • Bei Panadol fallen 500mg Brausetabletten zu 10 Stück weg (die 20er gibt es noch), die 500mg Zäpfchen fallen weg, und Panadol C Brausetabletten 20 Stück (die 10er gibt es noch).

Bei der Glaxo selber:

  • Bei Besser Atmen (die Nasenstrips) entfallen in Zukunft die Packungen für die sensible Haut. Für die normale Haut gibt es weiterhin.
  • Cetebe: das retardierte Vitamin C Präparat
  • Physiogel: die ganze Linie!
  • Duofilm

Dabei werden hauptsächlich wirtschaftliche Gründe und eine „Straffung des Sortiments“ angeführt. Oder anders gesagt: für die kleine Schweiz lohnt sich der Vertrieb nicht.

Das sind nur die freiverkäuflichen Mittel – bei den rezeptpflichtigen Sachen verschwinden momentan auch immer mehr Medikamente, auch von anderen Firmen.

In der Apotheke unbeliebte Sätze

Sieht-das-nach-Laeusen-aus

„Sieht das für Sie nach Läusen aus?“ – kurz bevor man den Haarschopf vom Kind unter der Nase hat … oder alternativ ein Plastiksäcklein mit Krabbelgetier drin.

Kennt ihr das auch?  Was ist euer unbeliebter Satz?

Verpackungsfehler

Gelegentlich kommt der Kantonschemiker vorbei um bei uns ein paar Proben zu nehmen und die dann zu analysieren. Nicht mal von Sachen, die wir selber hergestellt haben, nein, die testen auch Fertigprodukte. Das finde ich immer interessant – auf was getestet wird und was dabei herauskommt. Babynahrung hat er vor ein paar Jahren schon einmal mitgenommen und auf einen Keim getestet, der gerade bekanntgeworden ist (den Namen habe ich vergessen, aber es hörte sich an wie eine japanische Motorradmarke) – den haben sie übrigens in den Schweizer Produkten nicht gefunden. Sie schauen auch die Verpackungen an, damit da nichts falsches draufsteht … wobei „falsch“ hier: „nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechend“ bedeutet. So musste Scholl und einige andere Firmen vor Jahren ihre Fussalbe gegen Schrunden zurückziehen und neu verpacken, da „Schrunden“ offenbar ein medizinischer Begriff ist … und die Salben nur als Kosmetikum angemeldet waren.

Jetzt haben wir die Ergebnisse vom neusten Test bekommen. Die sind … zwiespältig. Inhalt ist durch die Bank okay, aber die Verpackung wird beanstandet … in grad drei Punkten. Einer der Punkte kann man im Bild sehen, wenn man die gesetzlichen Vorschriften kennt:

verpackungsfehler

Das sind so Fruchtbrei-Sauger für Kinder. So wie’s aussieht, werden sie da wohl einen Rückzug machen müssen oder zumindestens einen Verpackungswechsel.

Wer sieht das Problem?

Hinweis 1: nur einer der drei Tuben hat das Problem

Hinweis 2: Es ist die Verpackung ganz links

Hinweis 3: Vergrössern hilft

Nicht ganz einfach – vor allem muss man sich heute im Gesetzesdschungel wirklich gut auskennen … und das tu ich mich im Lebensmittelrecht (unter welches das fällt) auch nicht.

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