besten Dank an Petra!
Hier ein Foto einer Apotheke in Hjørring im Norden Jütlands in Dänemark
Oh, die ist wirklich klassisch. Allerdings (für mich) von Ferne kaum als Apotheke erkennbar.
zu lesen einmal täglich
besten Dank an Petra!
Hier ein Foto einer Apotheke in Hjørring im Norden Jütlands in Dänemark
Oh, die ist wirklich klassisch. Allerdings (für mich) von Ferne kaum als Apotheke erkennbar.
Frau Kehraus etwa 55 Jahre, wohnt in der Nähe – nicht weiter als 2 Querstrassen weg – und kommt bei uns regelmässig ihre Rezepte einlösen. Sie möchte auch, dass wir ihr Sachen vorbeibringen – ein, zwei Mal monatlich oder so.
Das ist in Ordnung. Wir machen das auch als Kundendienst … nur manchmal frage ich mich: Warum? – wenn sie schon mindestens jede Woche einmal sowieso in der Gegend ist. Sie kommt dann auch in die Apotheke um dies und das zu kaufen.
Aber was bei ihr am schwierigsten ist: Ihre Dauermedikamente. Sie will, dass wir ihr die Sachen automatisch bringen – also dann, wenn sie ihr auslaufen – und zwar ohne, dass sie sie verlangen muss – Wir ‚sollten schliesslich wissen, wann meine Tabletten ausgehen und sie mir dann bringen’. Sie will nicht die Verantwortung dafür übernehmen, dass sie genug zu Hause hat.
Pharmama: „Das kann ich nicht. Ich habe nicht das Computersystem dafür … und kann auch nicht ständig nachschauen gehen. Vielleicht könnte ich noch ein Computerprogramm basteln, das mich daran erinnert, aber auch dann weiss ich nicht mit Sicherheit, ob Sie nicht noch welche haben – manche der Dinge sind je nach Bedarf zu nehmen.“
(Und ich weiss ja auch nicht, ob sie die wirklich so nimmt, wie sie sollte).
„Es ist wichtig, dass Sie uns jeweils den Auftrag geben. So wie die andern auch. Das geht auch telefonisch.“
Sie will davon nichts hören.
Ich erkläre ihr: „Das ist dasselbe wie man schauen muss, dass man immer Brot, Milch oder Toilettenpapier zu Hause hat.“
Nichts nützt.
Sie erklärt mir dass ihre Gesundheit tatsächlich meine Verantwortung (!) ist. Immerhin ist es ja auch meine Verantwortung, dass Sie die richtigen Tabletten bekommt, also soll ich auch schauen, dass sie die rechtzeitig bekommt. Lies: Automatisch.
Ich habe das Gefühl, mich jetzt hinsetzen zu müssen.
„Nein. Nochmal: Ihre Gesundheit ist Ihre Verantwortung!“
Was ich noch machen könnte ist, ihr ein Dosett richten lassen. Dann wären die Medikamente bei mir und sie würde wöchentlich das Dosett gerichtet bekommen und auch nach Hause geliefert.
Das will sie aber auch nicht, schliesslich sei sie ’noch nicht so tüdelig, dass ich die Tabletten nicht selber aus den Packungen nehmen könnte!‘ Der wahre Grund dürfte aber sein, dass Sie für den Service bezahlen müsste.
Mir scheint manchmal, die Leute heute wissen immer mehr von ihren Rechten und immer weniger von ihrer Verantwortung oder „Pflichten“.
Frau Kehraus war mehr als erstaunt, dass ich ihrer Argumentation nicht folgte. Wahrscheinlich war sie so überrascht wie ich, dass sie meinen Erklärungen nicht folgen konnte.
Ich habe ihr gesagt, was ich tun kann für sie – dass Ihre Medikamente gebracht werden, wenn Sie sie verlangt. Auch telefonisch. Und wenn das nicht genug ist … nun ja. Sie kann ja noch versuchen, ob eine andere Apotheke das macht.
(Kaum).
Selten hab ich was gelesen, das auch nur annähernd besser beschrieben hätte, wie der Alltag in der Apotheke abläuft…
Ob lustige Momente, Problemkunden oder Missverständnisse, in diesem Buch finden sich zahlreiche witzige, interessante und realitätsnahe Apotheken-Momente wieder.
Ob für alteingesessene Apotheker, Pharmaziestudenten oder Abiturienten, die mit einem Pharmaziestudium liebäugeln: dieses Buch ist eine ganz klare Leseempfehlung! Einen besseren Einblick in die Welt der Offizin kann man nicht bekommen!
Vielen Dank auch an die Autorin, Pharmama
(Und ein super Geschenk/Mitbringsel für knapp 10 Euro )
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Und ein letztes (?) Mal von Christian: Danke Dir vielmals!
28°28’49.10″N, 34°29’24.57″E Mitten in den Hotels, dementsprechend wohl auch der Fokus auf Viagra.
Da steht man natürlich vormittags immer vor verschlossenen Türen, erst
am Nachmittag bis in den Abend hinein haben diese Geschäfte offen.
Kunde: „Ich wollte wissen, ob ein Antibiotikum für mich auf der Seite ist?“
Pharmama: „Nein, wir haben noch kein Rezept dafür bekommen.“
Kunde: „Der Arzt hat kein Rezept gefaxt?“
Pharmama: „Nein, bisher noch nicht.“
Kunde: „Dann ist nichts bereit für mich?“
Pharmama: „Nein, es steht nichts auf der Seite für Sie.“
Kunde: „Dann hat der Arzt sich nicht gemeldet?“
Pharmama: „Nein.“
Kunde: „Und wann wird mein Antibiotikum zum abholen bereit sein?“
Pharmama: „Frühstens sobald wir vom Arzt etwas hören.“
Kunde: „Dann frage ich später noch mal nach.“
Machen Sie das.
Ich schicke schon wieder Apotheken. :) Hamburg war die nächste Station auf meiner Interrailtour.Die Rathaus-Apotheke in der Innenstadt. Die Fotos habe ich vom Bus aus gemacht, daher gibt es auch leichte Spiegelungen.