Schaut mal auf BlogF vorbei, da wurde gerade ein Interview mit mir veröffentlicht:
http://blogf.de/blogf-exklusiv/unsere-bloggerinnen-pharmama/
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Ich bin ein starker Befürworter von Generika und konnte doch schon einige auch skeptischere Kunden dazu bewegen, zu wechseln. Unterstützt wurde ich dabei vom Wissen, dass Generika zwar „nur“ Nachfolgepräparate sind, also Medikamente, die herausgekommen sind, nachdem beim Erfinder und Hersteller das Patent dafür abgelaufen ist – sie aber wenn schon nicht besser zumindest nicht schlechter sind als die Originale. Gleichwertig.
Das mussten die Pharmafirmen ja schliesslich beweisen indem sie vor der Markteinführung Studien brachten, die die gleiche Bioverfügbarkeit nachweisen. Oft werden solche Studien extern durchgeführt.
Und jetzt … stellt sich heraus, dass da im grossen Stil manipuliert wurde.
Das ändert nichts an der Wirksamkeit der Wirkstoffe und Mittel selber – die teils schon länger auf dem Markt sind. Aber es wirft ein ganz schlechtes Licht auf die Generikahersteller und speziell die Firma GVK Biosciences als deren Dienstleister , die diese Studien gemacht hat / oder machen sollte und die dabei Abkürzungen gemacht hat, die nun die ganzen Zulassungen in Frage stellen.
Natürlich … geht es auch hier wieder ums liebe Geld. Ich bin sicher, diese Firma hat ihre Arbeit am günstigsten angeboten, weshalb sie dann auch von so vielen Firmen (mindestens 16) für so viele Medikamente (mindestens 80 in Deutschland alleine) gebucht wurde.
Die Firma GVK Biosciences war schon einige Zeit ins Licht der Zulassungsbehörden geraten, als die französische Arzneimittelbehörde in neuen Studien zwischen 2008 bis 2014 gefälschte Elektrokardiogramme fand. Es könnte gut sein, dass sie wie die indische Firma Ranbaxy, die schon mehrfach wegen derartigem in der Presse war, Daten von einmal gemachten Tests einfach kopiert und wiederverwendet hat ohne sie neu zu machen, wie es verlangt wird.
Die Folge von all dem ist jetzt, dass die Zulassungen, die auf diesen unkorrekt durchgeführten Studien beruhen erst mal ruhen. Die betroffenen Medikamente werden zurückgezogen und sind per sofort nicht mehr erhältlich.
In der Schweiz habe ich noch nichts von einem Rückzug gehört, aber es sollen auch bei uns (zum Glück nur einzelne) Medikamente betroffen sein.
So was ist super-blöd für die Patienten, die die bisher genommen haben. Die müssen jetzt umgestellt werden.
Das ist super-blöd für die Apotheker in Deutschland, die diese Umstellung jetzt hauptsächlich vornehmen müssen. Das gibt mehrfachen Aufwand uns Erklärungsbedarf. Erschwert wird das ganze dort auch noch durch diese Rabattverträge – die Krankenkassen schreiben dort ja den Patienten vor welche Generika die nehmen müssen (!) und da die Krankenkassen vor allem auf das Kriterium „günstig“ (Billig!) fixiert sind, kann ich mir vorstellen, dass das eine Menge Generika betreffen wird, die in solchen Rabattverträgen sind. Irgendwo muss „günstig“ ja herkommen – hier auch in den nicht korrekt gemachten Zulassungsstudien des günstigen Anbieters.
Das ist auch blöd für die Pharmafirmen. Nicht nur die betroffenen, sondern so ziemlich alle Generika-Anbieter. So bekommen sie (und die Generika allgemein) einen schlechten Ruf. Und den haben viele nicht verdient.
Ich bin gespannt, wie das weiter geht. Totschweigen bringt jedenfalls auch nichts.
– Die zweite Apotheke ist in Tasiilaq an der Ostküste Grönlands. Eigentlich ist es keine richtige Apotheke, es ist ein Regal hinter der Supermarktkasse. Aber ne andere Apotheke gab es dort nicht. Ich hab dir auch noch ein Bild vom Supermarkt von außen machen lassen. Das ist der Supermarkt mit der „Apotheke“.
Das Leben in Grönland ist eben anders als bei uns.
Danke Murmel – aber gibt es auf Grönland gar keine, oder habt ihr keine gefunden? Nach dem was ich lese, gibt es zumindest in den Krankenhäusern Apotheken – und Medikamente sind dort „gratis“ zur Behandlung. Ansonsten wird Besuchern geraten, ihre Medikamente mitzunehmen.
… ich hätte da eine Bitte an den-/diejenige …
Morgens in der Apotheke:
Mann: „Meine Freundin wurde gerade mit Chlamydien* diagnostiziert und hat vom Arzt Antibiotika verschrieben bekommen. Können Sie mir eines geben? Ich weiss ja schon, was ich habe.“
Pharmama: „Das mag so sein, aber Antibiotika brauchen in der Schweiz ein Rezept.“
Mann: „Was meinen sie mit – ich bräuchte ein Rezept? Ich weiss ja, was ich haben muss … und es ist ja nicht so als würde das abhängig machen!“
Pharmama: „Nein. Trotzdem brauche ich ein Rezept vom Arzt, wenn ich ein Antibiotikum abgebe.“
Mann: „Ich will einfach kein Geld ausgeben für den Arzt!“
(Ah, daher weht der Wind.)
Pharmama: „Nun, dann könnten Sie noch ihre Freundin fragen, wo sie das Rezept eingelöst hat – eventuell hat der Arzt eine Partnerbehandlung aufgeschrieben, dann kann das über das Rezept ihrer Freundin laufen.“
Mann: „Wir sind nicht mehr zusammen.“
Pharmama: „…..“
Danke Murmel!
wir sind wieder aus dem Urlaub zurück. Und ich hab dir zwei Apothekenbilder mitgebracht:
– Die eine Apotheke ist in Selfoss auf Island. Leider hatte sie schon geschlossen als wir dort waren.