Reden Sie (nicht) mit mir?

Die Frau am Handy reicht meinem Lehrling wortlos ein Rezept – das sie natürlich sofort an mich weiter reicht.

Ich kenne die Frau – sie bringt etwa alle 3 Monate ein grösseres Rezept. Alle Medikamente darauf hat sie schon mehrfach gehabt. Ich suche die Sachen zusammen, schreibe sie an, gehe damit zurück zur Patientin, die immer noch am Telefon ist und sich durch mich nicht stören lässt.

Ich warte ein paar Sekunden, damit sie überhaupt realisiert, dass ich hier bin mit ihren Sachen, dann reiche ich ihr die Medikamente auf den HV Tisch und mache ein Zeichen für „Sack?“

Sie noch am Telefon nickt mir zu. Ich packe alles in den Sack und reiche ihn wortlos rüber.

Es ist nichts neues drin. Es ist alles angeschrieben. Und sie ist am Telefon.

Frau nimmt jett das Telefon kurz vom Ohr (ohne abzustellen) – „Reden Sie nicht mit mir?“

(Oh – hey, das hat sie sogar bemerkt!)

„Solange Sie am Telefon sind, nicht.“

Frau: „Oh, das ist nur meine Schwester, das macht nichts, wenn sie das mitbekommt.“

Jaaa – wenn sie das meinen, aber das kann ich nicht wissen. Je nachdem wäre das trotzdem ein Bruch des Patientengeheimnisses. Wenn ich mit ihnen reden soll oder Sie etwas wissen müssen – machen Sie das Telefon aus!

Keine Online-Apotheken-Werbung hier. Punkt.

Bei all der Arbeit, die ich mir mit dem Blog hier mache, erlaube ich mir (sehr gelegentlich) Werbung hier zu machen und damit ein bisschen Geld einzunehmen. Hauptsächlich via gesponserte Posts, wobei ich die selber schreiben will und nicht einfach irgendeinen Text übernehmen, etwas über die eingeblendete Werbung unter dem neusten Post (wahnsinnige 7 Euro im letzten Monat!), und bei den Buchrezensionen hat es sogenannte affiliate Links zum entsprechenden gelesenen Buch bei Amazon (wobei ich bei weitem nicht alle Bücher bringe, die ich gelesen habe, nur die interessanteren). Falls durch so einen Link ein Verkauf zustande kommt, bekomme ich ein paar Cent gutgeschrieben – die werden (sobald 25 Euro erreicht sind) als Gutschein bei Amazon selber wieder eingesetzt für weiteres Lesematerial.

Häufiger finde ich in meinem Postfach Anfragen: Für Linktausch (mach ich nicht), für sponsored Posts (siehe oben) und für Affiliate Links auf andere Shops (E-Zigaretten, Wellnessartikel) oder Casino-Seiten.  … Und wegen meinem Haupt-Blog-Thema halt häufiger für Online-Apotheken. („Ihre Seite Pharmama.ch passt ausgezeichnet zu den Themen von …“)  Und das mache ich garantiert nicht – wie wohl jeder erkennen würde, der den Blog auch tatsächlich liest.

Obwohl die letzte Anfrage ja wirklich … finanziell interessant tönt: Setze einen Affiliate Link zu der Online-Apotheke und bekomme für jeden, der via diesen Link einkauft:

10%des Bestellwerts Provision

7,00 €für jede Bestellung mit einer Online-Konsultation des Arztes

Durchschnittlicher Warenkorb 90€

Das wären dann durchschnittlich 9 Euro pro zustande gekommenem Einkauf plus noch dazu 7 Euro, wenn dafür vorher ein Arzt dort „konsultiert“ wurde. Denn die Online-Apotheke bezeichnet sich selber als Online-Ärztedienst, bei dem man dann auch rezeptpflichtiges nach Ausfüllen eines kurzen Fragebogens und email-Kontakt mit dem Arzt erhält. Umm was? Ja – da würde ich also nicht nur meinen eigenen Prinzipien untreu und nicht die Vor-Ort-Apotheke unterstützen, sondern aktiv davon weg-leiten … und dann auch noch halb-legal (und unverantwortlich) die Patienten von einem richtigen Arztbesuch und Untersuchung abhalten. Dementsprechend wirbt auch diese Online-Apotheke mit dem „beliebte Kategorien: Schmerzmittel, Potenzmittel, Mittel zum Abnehmen, Mittel gegen STD“ … und auch der Pille danach?!

Da es in Deutschland nicht erlaubt ist Ferndiagnosen auszustellen (per mail oder Telefon)… und in der Schweiz ausländische Rezepte nicht anerkannt werden müssen, sitzt diese Online-Apotheke (und die dazugehörigen Ärzte) natürlich im Ausland. Und die Medikamente kommen aus ganz Europa (und wer weiss woher noch?).

Für die Schweiz wären Ferndiagnosen per Telefon übrigens möglich: wenn man den Arzt per Telefon will / braucht, gibt es  die Möglichkeit. Das sind lokale Ärzte (meist -innen) die das Teilzeit und sehr sorgfältig machen. Am Telefon kann man (im Gegensatz zum Internet) auch nachfragen um etwas genauer abzuklären. Das Rezept wird in die gewünschte Apotheke gefaxt und … die meisten Krankenkassen übernehmen diese telefonische Konsultation. Ein richtiger Arzt, in der richtigen Sprache, ein richtiges Rezept, das richtige Medikament von der (richtigen) Apotheke. Das finde ich okay.

Das oben nicht.

Wie man Wespennester entfernt (Rerun)

Vor ein paar Wochen hatten wir eine Kundin, die uns telefonisch mitteilte:

„Nur zur Information, Wespennester entfernt die Feuerwehr.

Sage ich: „Oh, Danke, aber das wusste ich.“ (Bin ja selber in der Feuerwehr gewesen und habe einige Nester eingesammelt).

Frau: „Die in der Drogerie XY in ihrer Strasse wusste das aber nicht. Sie hat mir die Adresse von irgendsoeinem Handwerker gegeben“

Ich: „Warum rufen sie dann nicht auch ihr an und sagen das?“

Also, falls man ein Wespennest zu Hause hast, das man entfernt haben möchte, kann man in der Schweiz einfach der Feuerwehr anrufen. Die Kosten dafür sind eine Pauschale und betragen etwa 150.- CHF, egal wie lange der Einsatz dauert und ob dabei noch ein Teil des Daches abgedeckt werden muss oder ähnliches. Als Mieter wird es dem Wohnungseigentümer in Rechnung gestellt.

Kleinere Wespen-Nester kann man auch selber entfernen. Dazu braucht man einen Wespenspray aus der Drogerie (von Gesal oder Ketol), einen Staubsauger und einen Plastiksack sowie Schäufelchen und Besen.

Man wartet bis es eindämmert – dann sind die Wespen alle zurück im Nest und fliegen nicht mehr. Dann sprayt man das Nest ausgiebig mit dem Wespenspray ein. Der enthält ein für Wespen tödliches Nervengift, das kann sogar noch herumfliegende Tiere direkt aus der Luft holen (für Menschen ist es nicht gerade gesund, aber wenn man es nicht gerade einatmet, kein Problem).

Wenn im Nest Ruhe eingekehrt ist, nimmt man das Nest so vollständig wie Möglich heraus und packt es in den Abfallsack. Den Rest entfernt man mittels Besen und Schaufel und saugt eventuelle Teile ab.

Bienen sind ein ganz anderes Thema: die stehen unter Schutz. Man kann trotzdem der Feuerwehr anrufen, die können einem die Nummer eines Imkers sagen, der die Tiere (lebend) einsammeln kommt.

Hornissen sind eigentlich auch geschützt, so dass man sie im Normalfall in Ruhe lässt. Sie sind auch wesentlich weniger aggressiv als Wespen.

Noch ein kleiner Nachtrag, den ich „Wie man Wespennester nicht entfernen sollte“ nennen könnte. Wir hatten nämlich vor ein paar Jahren einen Einsatz in der Feuerwehr wegen einem Wespennest …

Der Hausbesitzer hat bei der Feuerwehr angerufen, um sich zu erkundigen, wieviel es kostet, das Wespennest in seinem Dachstock entfernen zu lassen.

Offenbar war es ihm zuviel, so dass er beschloss es – auf herkömmliche Art und Weise – selbst loszuwerden.

Das bedeutet, er hat versucht sie auszuräuchern. Man ahnt schon, was kommt.

Wespennester bestehen aus Papier, ein Dachstock enthält viel brennbares und so kam die Feuerwehr doch noch zum Einsatz.

Nachdem das lichterloh brennende Dach gelöscht wurde bekam er eine Rechnung die wohl einiges höher sein dürfte als die 150 Franken, die das Entfernen des Wespennestes gekostet hätte.

Bei so Sachen frage ich mich einfach, ob die Hausratversicherung das auch wirklich anstandslos gezahlt hat und ob sie dann nicht die Prämien erhöht – immerhin war es selbst verschuldet.

Das Bild stammt übrigens von der letzten Hauptübung der Feuerwehr – das ist immer auch etwas für die Bevölkerung zum zuschauen, ein Tip! Beim missglückten Versuch der Wespennestentfernung hat’s ähnlich gebrannt. Wobei: wieso missglückt? Das Nest war ja weg nachher -das Dach allerdings leider auch.

Original publiziert am  26. Aug 2008