Unterstützung gegen die Krankenkasse

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Ein Beitrag zur Blogparade von Sabine:

Unser jüngster Sohn kam im März 2003 zur Welt. Erst war alles normal. Er wurde voll gestillt. Dennoch hatte er Durchfälle, die nicht normal waren. Er magerte ab und trocknete aus. Wir waren dann etwa 1 Jahr mehr in der Klinik als Zuhause. Seine Nahrung wurde immer spezieller und immer teurer. Er vertrug nichts.
Kurz nach seinem 1. Geburtstag im Krankenhaus waren wir bei einer Spezialnahrung angelangt, die nur noch im Darm aufgenommen werden musste. Alle Nährstoffe waren bereits aufgespalten. Es war die erste Nahrung, mit der unser Kleiner keine Durchfälle mehr hatte und endlich zunahm. Die Rettung!
Doch dann wollte die Krankenkasse nicht zahlen. 500 Euro im Monat für diese Nahrung waren für uns nicht tragbar. Der Kinderarzt und der Klinikarzt schrieben Gutachten. Aber erst, nachdem unser Apotheker sich engagierte, gab die Krankenkasse nach und bezahlte diese teure Spezialnahrung, ohne die unser Kind gestorben wäre. Danke nochmal an dieser Stelle <3

Später (2010, nach vielen Krankenhausaufenthalten und unzähligen Untersuchungen) stellte sich heraus, dass unser Sohn NF1 als Neumutation hat. Seine anfänglichen Schwierigkeiten zählen bisher nicht zum Krankheitsbild. Aber diese unbekannte Erkrankung ist noch sehr wenig erforscht. Dabei ist sie so häufig, wie Trisomie 21.
Wir sind unserem Apotheker unendlich dankbar, dass er für uns mit der Krankenkasse gekämpft und gewonnen hat.

NF1 … Ich lerne jeden Tag etwas neues. Nicht das mit der Hilfe bei der Krankenkasse: es kann wirklich etwas bringen, wenn man sich da für den Patienten engagiert … und bei dem ist das auch sinnvoll.

Frage der Tages

junge Frau in der Apotheke: „Was ist besser gegen Übelkeit, meine Kolleginnen und ich sind uns da nicht einig. Cola rot – also das normale, oder das grüne?“

Pharmama: „Umm – dass Cola gegen Übelkeit hilft, entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Wenn Sie das dagegen nehmen wollen, müssen Sie es wohl ausprobieren.“

(Und ansonsten habe ich hier Medikamente, die wirken.)

Tierische Probleme

Frau in der Apotheke:

„Wir hatten eben erst Welpen, jetzt komme ich nach Hause und sehe die beiden Hunde schon wieder am … … jedenfalls – haben sie die Pille danach? Ich möchte nicht noch mehr Welpen!“

„Was nicht? Ich habe aber gehört, man bekommt die Pille danach in der Apotheke!“

Ja – die ist für Menschen. Keine Ahnung ob das bei einem Hund auch funktionieren würde, damit kenne ich mich nicht aus (aber ich vermute mal eher nicht).

Ab zum Tierarzt?!

(mehr Tierisches aus der Apotheke hier nachlesen)

Ein Sau-glatter Einsatz

Ohne Apotheke_r(3)

Danke für diesen Blogparadenbeitrag von Judi – wer noch mitmachen möchte kann das: bis am 5. Mai!

Ich habe viele gute Erfahrungen mit Apotheken gemacht, diese hier war wohl die eindrücklichste und ist mir aber auch nachfast 28 Jahren sehr positiv  im Gedächtnis.

Es war Weihnachten, meine Oma bei uns über die Feiertage zu Besuch, 60 km entfernt ihrer Heimatstadt, ihres Arztes und ihrer Stammapotheke. Am 1. Feiertag bekam sie furchtbare Schmerzen im Bein – kompletter Venenverschluss. An einem normalen Tag kein Problem – Krankenwagen rufen und alles geht seinen Weg. Nun hatte es vormittags geregnet und dann gab es einen Temperatursturz – Blitzeis, die komplette Landschaft war mit einem massiven Eisfilm überzogen, der Winterdienst funktionierte nicht, mehrere Krankenwagen hatten beim Ausfahren Unfälle, Straßen waren dicht etc. . Man sagte uns beim Alarmieren, solange es nicht hochlebensbedrohlich wird müssten wir uns auf lange Wartezeiten einrichten, ein Notarzt sei gerade nicht verfügbar weil es zwei Massenkarambolagen gegeben hatte und der Heli würde für schwere Notfälle gebraucht.

Meine Oma wurde von uns ins Bett verfrachtet, ich setzte mich zu ihr und nahm den Fuß auf die Schulter. Sie wimmerte nur noch immer wieder „Lieber Gott, hol mich, damit die Schmerzen aufhören“.

Mein Vater rutsche zu unserem Hausarzt, der ein paar Häuser weiter wohnte. Er hatte keinen Dienst sondern saß  mit seinen Lieben beim Weihnachtsessen, kam aber trotzdem sofort – allerdings ohne Medikamente, die lagen unerreichbar bei ihm in der Praxis etwas weiter weg, ebenso wie die BTM-Rezepte.

In unserer Gegend gab es nur eine einzige Apotheke die bei solchen Bedingungen irgendwie erreichbar war. Die Apothekerin wohnte über der Apotheke,  hatte aber keinen Dienst, der Arzt nutzte die Privatnummer – und auch die Apothekerin ließ ihre Familie beim Weihnachtsbraten alleine um uns zu helfen. Der Arzt setze anstelle das Morphiums ein Mittel aus Hustensaft (Codein?) und einem Zusatzmittel zusammen, außerdem orderte er Heparin.

Trotz der Glätte und der inzwischen sehr unwirtlichen Wetterbedingungen hat die Apothekerin den Weg zu uns auf sich genommen. Sie kam zu Fuß, Auto war für den Weg (durchgehend bergauf) nicht denkbar, sie selbst hangelte sich wohl eine halbe Stunde lang an Gartenzäunen entlang. Obwohl der Arzt es nicht „bestellt“ hatte, brachte sie auch noch alles Mögliche an „Werkzeug“ mit – Spritzen, Kanülen für einen Zugang, auch alles nötige für eine Infusion zur Kreislaufstabilisierung – und die war wirklich nötig, als sie dann bei uns ankam.

Wer weiß, wie es ohne die Hilfe dieser beiden tollen Menschen mit meiner Oma weitergegangen wäre. Klar wäre sie an dem Verschluss an sich nicht verstorben, aber der Stress durch die Schmerzen nahm sie so sehr mit, dass es wirklich „spitz auf Knopf“ stad.

Irgendwann kam dann der RTW und der Spuk nahm ein Ende – Arzt und Apothekerin blieben bei uns, bis sie da waren. Seit diesem Weihnachtsfest waren die beiden für mich „Helden des Alltags“ und ich bin ihnen noch heute dankbar.

Mal abgesehen von Schmerzhaft ist so eine Venenverschluss auch potentiell ziemlich gefährlich, weil sich daraus ein Blutgerinsel (Thrombose) lösen könnte – und die landet dann am Normalfall in der Lunge. Aber Super Einsatz von Arzt und Apotheke!

Rettung in der Odyssee

Ohne Apotheke_r(3)

Eine Geschichte von einer Leserin, die anonym bleiben möchte – als Beitrag zur Blogparade.

Mein Mann ist HIV positiv, blöd, aber eigentlich heute keine Katastrophe mehr. Blöd nur, wenn an einem Samstag, eine Stunde nach der Schließzeit unserer Stammapotheke, klar wird, dass eines der ART Medikamente alle ist, blöde Depressionen. Ich selber bin nach einer Woche erst von einer Dienstreise zurück gekommen.

Nun ist guter Rat teuer, der Stammarzt ist nicht zu erreichen, die Stammapotheke hat natürlich keinen Notdienst, aber die Tabletten müssen ran.
Das war der Startschuss für eine mittelprächtige Odyssee, erst mal in der nächsten Klinik mit HIV Ambulanz angerufen, die konnten oder wollten nicht weiter helfen, nach diversen Telefonaten in der örtlichen hausärztlichen Notfallambulanz gelandet, wo, zum Glück ein Arzt mit Ahnung saß, der mir ein Rezept ausgestellt hat.

Gut, das hatte ich schon mal, aber wo einlösen? Welche Apotheke kann mir zu der Zeit ein Medikament [Kivexa] besorgen, dass die meisten Apotheken noch nicht einmal dem Namen nach kennen? Also erst mal ab in die nächstgrößere Stadt, die eine Bahnhofsapotheke haben, die Samstags bis 20.00 Uhr und auch am Sonntag geöffnet hat.
Klar, auch die hatten es nicht da, boten mir erstmal an, es auf Montag zu bestellen, nach kurzer Diskussion mit dem Apotheker, was das für ein Medikament ist, sah auch er das Problem.

Also wurde ich auf einen Stuhl verfrachtet, bekam erst mal einen Kaffee und ganz viel Zuspruch (Ja, ich war an dem Punkt schon ziemlich verzweifelt), und der Apotheker klemmte sich ans Telefon um erst mal seinen Großhändler aus dem Wochenende zu scheuchen. Nachdem der leider auch nicht weiterhelfen konnte, bekam ich den nächsten Kaffee und es wurde weiter telefoniert, bis in einer Krankenhausapotheke, ca. 50 Kilometer weiter das Medikament aufgetrieben wurde.

Mit eigens ausgedruckter Wegbeschreibung wurde ich also auf die Autobahn geschickt, um knapp eine Stunde später das benötigte Medikament entgegen nehmen zu können.

Keiner dieser Menschen, die mir heute so großartig geholfen haben, haben daran einen Pfennig verdient! Auch der, unglaublich nette und hilfsbereite, Bahnhofsapotheker hat es abgelehnt, sich für seine Mühe bezahlen zu lassen. Da er mir ja das Medikament nicht verkaufen konnte, hatte ich angeboten, das er mir wenigstens die Beratung und die Arbeitszeit, immerhin fast eine dreiviertel Stunde, in Rechnung stellt. (Ehrensache, dass zumindest eine große Ladung Kuchen und Kekse aus der benachbarten Bäckerei ihren Weg in die Apotheke fand)

Also, liebe Internetapothekenbesteller, das kann keine Internetapotheke leisten, unterstützt eure örtlichen Apotheken, wenn es Knopf auf Spitz steht, werdet ihr sie zu schätzen wissen.