Notfalldienst

Ganz toll ist es, wenn man am Wochenende zuhause ein Telefon von der Apotheke bekommt, die Notdienst hat.

Grund: die Patientin, die bei uns regelmässig ihr Dosett (Wochendispenser) füllen lässt, ist das am Samstag nicht abholen gekommen – obwohl man sie am Freitag, als sie da war noch darauf hingewiesen hat, dass sie es mitnehmen kann – „Heute nicht.“ hat sie gemeint.

Und am Samstag ist sie nicht gekommen – obwohl man noch versucht hat, sie anzurufen.

Jetzt am Sonntag steht sie in der Notfallapotheke und will ihre Medikamente, die sie „dringend braucht.“

Sie selbst weiss leider nicht genau, was sie nimmt, ihr Arzt ist am Sonntag natürlich auch nicht erreichbar. Tabletten hat sie keine mehr … sie weiss nur, bei welcher Apotheke sie ihr Dosett hat – nur, die hat zu. Also, was macht die Notdienst-Apothekerin?

Sie schaut im Internet, wer bei der Apotheke angegeben ist, sucht den Namen im elektronischen Telefonbuch und versucht es dann bei der Hausadresse. Also bekomme ich am Sonntag bei mir zu Hause den Anruf mit der Frage was die Kundin denn für Medikamente nimmt.

Oh, ja. Das sind ja nur etwa 6 verschiedene – die ich mit etwas Mühe vielleicht noch zusammenbekomme (war es jetzt Euthyrox 125 oder 150? Und das Marcoumar: ist das jetzt heute eine Tablette oder eine Halbe?) – jedenfalls, das ist viel zu unsicher, also beschliesse ich halt rasch in die Apotheke zu gehen und das Dosett zu holen, das dort bereit liegt.

Die Kundin war wenigstens dankbar für das. – und ich für die Pralineeschachtel :-)

Ich frage sie, warum sie am Samstag nicht mehr gekommen ist?

Sie war da. Sagt sie: „Warum haben sie fürher zugemacht am Samstag?“

Pharmama: „Das haben wir gar nicht, wir haben normal offen bis 6 Uhr.“

Patientin: „Aber ich war am 10 nach 5 Uhr da – da war alles zu.“

Pharmama: „?? Ich bin sicher, wir haben normal geschlossen. War denn sonst noch jemand da?“

Patientin: „Nein, ich habe nur das Personal von dem Einkaufsladen nebenan herauskommen sehen.“

… die zum gleichen Zeitpunkt wie wir schliessen – entweder ihre Uhr ist falsch, oder sie hat falsch drauf geschaut.

Ruhet in Frieden.

Das ist mein Papa. Oder besser: das war er. So wie ich ihn in Erinnerung behalten möchte. Er starb am 15. Oktober. 9 Monate, nachdem Mama gestorben ist. Damit habe ich in einem Jahr jetzt beide Eltern verloren. Mich belastet vor allem die Art, wie. Ich setze sonst keine Triggerwarnungen. Hier aber doch: Tod und Trauer.

Mein Papa war immer ein sehr ruhiger Mensch. Er redete nicht viel (Mama musste alles aus ihm herauskitzeln) und er war auch überhaupt nicht emotional ausdrucksvoll, aber man wusste trotzdem immer, er nimmt teil. Gelegentlich kamen treffende Anmerkungen oder er hat Zeitungsausschnitte zum aktuellen Thema gebracht, oder erzählt, was er auf google „recherchiert“ hat – denn selbst mit 84 Jahren war er immer noch ausgesprochen Technikaffin. Egal um was es ging: wenn es Maschine oder Technik war (oder auch andere Themen), dann informierte er sich darüber und bereitete sich vor. Mama war häufig die Ideengeberin und Organisatorin – aber ausgeführt, gemacht hat es dann Papa. Mama war die Kartenleserin, Papa der Fahrer, Mechaniker, Problemlöser. Sie haben 1966 geheiratet – ich kam 7 Jahre später, als sie schon dachten, dass sie keine Kinder mehr bekommen würden, mein Bruder folgte kurz danach 1975. Sie hatten es nicht einfach mit seiner Familie (Eltern und zwei Geschwister, beide geschieden), diese haben sie dermassen gemobbt, bis sie weiter weg gezogen sind. Beide haben gearbeitet, Papa musste zudem jahrelang pendeln und war dann nur am Wochenende und natürlich in den Ferien da. Trotzdem haben sie es geschafft eine harmonische Ehe zu erhalten, ihre Kinder aufzuziehen und einen Freundeskreis zu pflegen. Papa hat mir (mindestens) zwei Mal das Leben gerettet. Einmal vor dem ertrinken und einmal vor dem ersticken unter Schnee. Von ihm habe ich das Interesse für Technik und am malen …. und wohl auch die Introvertiertheit. Meine Worte werden ihm hier nicht gerecht. Er war einfach ein guter Mensch.

Mama starb nach einer Woche im Krankenhaus am 9. Januar 2023, weil ihr Herz (mit künstlichen Herzklappen) durch eine Sepsis wegen Gallenblasenentzündung geschädigt war. Ich bin jetzt noch nicht wirklich darüber weg – und Papa, der von da an alleine in er Wohnung war (mit 84 Jahren) hat sie ebenfalls sehr vermisst. Sie hatten zum Glück einen guten und ziemlich grossen Freundeskreis, der ihn etwas aufgefangen hat, indem er regelmässig eingeladen wurde. Wir selber haben ihn alle eine bis zwei Wochen zum Abendessen und reden bei uns. Er war trotzdem einsam in der Wohnung und immer dankbar, wenn wir etwas zusammen unternahmen, auch wenn es nur ein einfaches Essen war. Wir haben ihn dann eingeladen, mit uns in die Ferien zu kommen – die beiden sind immer sehr gerne gereist (das habe ich von ihnen). Im Sommer hat es nicht geklappt, aber für die Herbstferien habe ich Island organisiert. Da waren wir schon einmal alle zusammen (vor 2 Jahren), die letzte grosse Reise, die sie gemacht haben, Mama hatte damals ziemlich Mühe mit dem laufen, auch wenn es sie sehr gefreut hat, dabei zu sein.

Vom 2. Oktober bis 14. Oktober 23 waren wir zusammen in Island. Eine kleine Rundreise im Süden und Westen mit dem Mietauto und jeweils Übernachtungen in verschiedenen Hotels. Kuschelbär und ich in einem Zimmer, Junior und Opa im anderen. Das ging gut, auch wenn Opa (Papa) wie immer geschnarcht hat. Die Reise war toll – etwas aufregend wieder, weil wie dank Schneesturm etwas umjonglieren mussten – und das Nordlicht haben wir auch dieses Mal nicht gesehen. Dafür aber viel Schönes: Island hat eine phantastische Landschaft und das Essen war auch ganz okay (auch wenn Papa sich etwas darüber beklagte, dass sie das Lammfleisch so in Sauce ertränken). Wir waren an Wasserfällen, die auch er bemerkenswert fand. Er scherzte: „das ist kein R(h)einfall!“ Und wir waren in heissen Quellen baden. Das Bild oben stammt von so einem Besuch. Gesundheitlich ging es ihm gut. Etwas Knieprobleme, weshalb wir nicht so viel gelaufen sind und er nahm seine Tabletten gegen hohes Cholesterin (dieselben wie ich) und Marcoumar, das er seit einem kleineren Herzproblem vor etwa 10 Jahren hat.

Am Samstag 14. Oktober kamen wir zurück in die Schweiz, wir haben Papa zu seiner Wohnung gebracht, ich habe ihn zum Abschied umarmt und er meinte, das waren sehr schöne Ferien und hat sich bedankt. Ich hab ihm gesagt, ich melde mich noch, weil ich gerne auch seine Fotos haben möchte fürs Fotoalbum und dass er sein Natel (das offenbar im Dampf der letzten heissen Quelle feucht geworden ist) in Reis legen solle.
Am Sonntag schreibe ich ihm ein mail, wegen den Fotos.
Am Montag 16. Oktober war ich etwas irritiert, weil ich noch nichts gehört habe. Nachmittags versucht, ihn anzurufen (nicht aufs ev. kaputte Natel, sondern die Festnetznummer) und er hat nicht abgenommen. Gut – ev. ist er grad unterwegs, aber als ich es nach dem Nachtessen noch einmal versuche und niemand abnimmt, war ich doch sehr beuunruhigt und habe meinen Mann gebeten, dass wir rasch vorbeifahren. Ich habe einen Schlüssel für die Wohnung.
Angekommen, sehen wir, dass Licht brennt. Auf die Klingel keine Reaktion. Das Licht im Badezimmer ist an. Ich rufe und gehe rein. Papa liegt nackt in der trockenen Dusche (auf der Seite) unter ihm ein komplett zerlegter Plastikschemel. Mir entfährt nur ein „Oh, Nein!“ Es ist mir schon klar, dass er nicht mehr lebt, trotzdem knie ich mich daneben und lege die Hand auf das Bein – das ist eiskalt. Er liegt da schon eine Zeitlang. Jetzt sehe ich auch die Verfärbungen an der Haut. Aus der Nase ist etwas Blut gelaufen und unter dem Kopf geliert. Er hatte Blutverdünner. Ich sitze am Boden und sage: „Wir müssen jemanden anrufen, Papa ist tot.“
Mein Mann übernimmt das – und setzt damit die ganze Kette nach so einem Fund in Gang. Es kommt die Rettungssanität (obwohl er gesagt hat, dass die Person tot ist), der Notarzt, die Polizei, der Gerichtsmediziner und schliesslich noch das Bestattungsinstitut, nachdem klar ist, dass es sich um einen natürlichen Tod handelt.
Ich informiere unter Tränen meinen Bruder, der ebenfalls vorbei kommt mit seiner Frau. Ich rate ihm dringend, nicht ins Badezimmer zu gehen. Es ist wirklich kein schöner Anblick – und ich weiss da schon, dass ich Mühe haben werde, das aus dem Kopf zu bekommen.
Wir geben uns etwas Trost, während wir uns in der Wohnung umschauen. Papa hat schon alles von der Reise ausgepackt und verräumt: Wäsche im Wäschekorb, Koffer leer im Gang zum in den Keller nehmen, die Reisepapiere, Portmonnaie und Ausweise auf dem Couchtisch. Das Natel finde ich erst nicht, aber meine Schwägerin entdeckt es – in Reis eingelegt in einer Tüte auch beim Couchtisch. Vor dem Computer steht eine leere Tasse Kaffee. Auf dem Esstisch ein Teller und die Butter. So wie’s aussieht, hat er etwas essen wollen und zuvor noch kurz duschen. Er ist dann im Badezimmer vor dem Spiegel einfach umgekippt und seitlich in die Dusche auf den Schemel gefallen. Der Gerichtsmediziner meinte es war das Herz – und es sei schnell gegangen.
Oh Gott, ich hoffe das. Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass er da länger gelegen hat, Alleine. Und ich vielleicht noch etwas hätte tun können, wenn nur … Nein.
Junior meldet sich in der Zwischenzeit, den haben wir zu Hause gelassen. Wir sagen ihm es persönlich, als wir nach 5 Stunden wieder zu Hause sind. Es trifft ihn (erwarteterweise) auch hart. Am nächsten Morgen gehen weder er noch ich arbeiten, respektive zur Lehre.

Es folgt eine Menge Organisation. Nach Mamas Beerdigung im Januar wissen wir schon, wie das geht. Papa kommt in dasselbe Grab. Der Grabstein, der erst einen Monat vorher gemacht wurde, bekommt eine Erweiterung. Den Platz dafür hat er extra schon gelassen. Überhaupt war Papa enorm organisiert. Die Wohnung ist nicht nur sauber, es gibt Ordner für alles, was wir brauchen. Mietkündigung, Bankkonten, Adresslisten … alles da. Ich mache wieder die Trauerkarten – und verschicke sie diesmal ohne seine Hilfe. Da sowohl mein Bruder, als auch ich auf das Erbe von Mama verzichtet haben und sich nicht viel geändert hat seitdem, machen wir es auch dem Erbschaftsamt einfach.
Die Beerdigung war am 2. November 23. Sie war sehr schön. Es kommen wieder alle Freunde und was noch an Verwandten da ist. Ausserdem noch ein paar Freunde und Arbeitskollegen von meinem Bruder und mir. Die Kapelle ist voll, das Essen danach stimmig – aber ich bin mir sehr bewusst, dass ich einige von den Leuten wohl nie mehr sehen werde: es waren die Freunde unserer Eltern, nicht so sehr von uns.

Ich vermisse Papa. Ich vermisse Mama. Ich bedauere nicht, was vorher geschehen ist, ich denke, wir haben nichts verpasst. Aber ich würde so gerne weiter mit ihnen reden. So richtig. Ich komme mir jetzt so alleine vor ohne sie. Meinen 50. Geburtstag ohne sie zu feiern … vor einem Jahr noch undenkbar und jetzt ist es einfach so.

Ruhet in Frieden. Ich hoffe, ihr seid wieder zusammen.

Natürlich …

Morgens in der Apotheke.

Telefon.
Die Kundin beklagt sich über den hartnäckigen Husten, der im Moment umgeht. Sie kann auch nicht mehr schlafen deswegen. Ich empfehle ihr darum einen Wechsel vom Solmucol, das sie bisher genommen hat (Schleimlöser) zum Solmucalm (plus Hustendämpfer), auch weil sie im Moment so fest hustet, dass sie Muskelschmerzen bekommt, aber halt immer noch arg verschleimt ist.
Sie sagt, sie kommt im Moment nicht aus dem Haus, schickt aber jemanden vorbei. Wir sollen es für sie auf die Seite legen.
Natürlich, machen wir.


Telefon.
Dieselbe Kundin. Sie hat es sich inzwischen überlegt und sie hätte jetzt lieber Tabletten, wenn das geht. Nun gut, sie kann die Tossamin plus nehmen: tagsüber Schleimlöser, nachts Hustendämpfer, das ist sowieso besser als ein kombiniertes Produkt.
Natürlich tausche ich das aus.


Telefon.
nochmals diesselbe Kundin: Ihr Kollege kann heute nicht vorbeikommen, ob wir es ihr nach Hause bringen können?
Natürlich. Wir kommen in etwa einer Stunde.


Telefon.
Kundin: Und ob wir ihr noch eine Packung Marlboro mitbringen können?
Nnnn…nein. Wir liefern Medikamente, nicht Lebensmittel oder gar Zigaretten – und Rauchen ist sicher auch nicht gerade gut, wenn sie so husten.

Nicht – vegetarische Medikamente

Auf dem Rezept eine Packung Olflex plus.
Ich führe das Rezept aus, schreibe es an, gebe es dem Patienten und erkläre die Einnahme.

Patient: „Das Medikament, das sie mir gegeben haben, Olflex mit (liest) … Glucosamin … ist das tierischer Herkunft?“
Pharmama: „Äh, ja, das wird aus Schalentieren wie Krebsen und Garnelen, gemacht.“
Patient fängt an zu toben und zu schreien: Was soll das?! Ich bin ein Vegetarier, das ist eine unglaubliche Frechheit mir so etwas zu geben! …“
Nachdem ich ihn einen Moment lang toben gelassen habe:
Pharmama: „Entschuldigen sie, aber wenn das für sie so wichtig ist … Haben sie dem Doktor, der das aufgeschrieben hat, gesagt, dass sie Vegetarier sind?“
Patient: „Nein …“
Pharmama: „Und woher soll er das denn wissen?“

Aber da gibt es auch eine Form von Glucosamin, die aus Pilzen gewonnen wird – das Produkt von Vogel. Nehmen wir doch einfach das. Es wird übrigens auch nicht von der Grundversicherung übernommen. Ich vermute ja, der Herr hat das Medikament in der Werbung gesehen und beim Arzt ausdrücklich verlangt – was seine Reaktion auch nicht grad besser macht.

Die fliegende Spitex

2010 Unsere Kundin bestellt morgens per Telefon ihre Erkältungsmedikamente– und während ich am zusammensuchen bin, ruft sie nochmals an und sagt: „Die Spitex* kommt es abholen, aber lassen sie sie nicht so lange warten wie letztes Mal!“
Pharmama: „Was war denn letztes Mal?“
Kundin: „Da hat es 10 Minuten gedauert, bis sie es gehabt hat!“
Ich bin etwas verwundert, denn ich habe es ihr glaub das letztemal gegeben. Dass sie lange gewartet hätte, wäre mir nicht bewusst – aber ich sage: „Vielleicht hatten wir den Laden gerade voll? Da dauert es halt einen Moment …“
Kundin: „Nein, sie hat gesagt, sie mussten es hinten holen.“
Pharmama: „Schon möglich, denn da sind unsere Bestellungen. Aber im Normalfall dauert das nicht 10 Minuten …“
Kundin: „Wissen sie: das geht von meiner Zeit mit der Spitex ab, wenn das so lange dauert!“

Äh. Ja. Ich bitte mal um Entschuldigung (kann nicht schaden) aber irgendwie interessiert mich das jetzt doch.
Jedenfalls frage ich die Frau von der Spitex, als sie kommt denn, was genau das letztemal denn so lange gedauert hat.
Spitex-Frau: „Hat sie wirklich wegen dem angerufen?“
Pharmama: „Ja.“
Spitex Frau verdreht etwas die Augen und sagt: „Wissen sie, die will, dass ich fliege. Ich soll für sie in die Apotheke, dann Einkaufen, Wäsche abgeben und abholen … aber wenn ich nicht nach 10 Minuten wieder zurück bin, wird sie stinkig.“
Pharmama: „Dann war also kein Problem bei uns?“
Spitex-Frau: „Nein – und das habe ich auch nicht gesagt… „

In dem Moment läutet das Telefon – die Pharmaassistentin grad neben uns nimmt, es. Es ist wieder die Kundin.
Kundin: „Ist die Spitex jetzt bei ihnen?“
Pharmaassistentin: „Ja, die Frau ist grad hier… muss sie noch etwas mitnehmen?“
Kundin: „Nein. Ich wollte es nur wissen.“
Hängt auf.

Die Spitex und ich sehen uns an und diesmal verdrehen wir beide die Augen.

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  • Die Spitex ist der Hauspflegedienst hier.

Kommunikation ist wichtig

Erst letztens habe ich mal wieder gemerkt, wie wichtig es ist, mit den Leuten zu reden.

Eine Kundin kommt (wieder) in die Apotheke, um Medikamente für ihren Mann zu holen. Der hat vor ein paar Wochen einen Spitalaufenthalt gehabt, wo auch einige seiner bisherigen Medikamente umgestellt wurden.
Im Normalfall funktioniert das so, dass man im Spital ein Rezept mitbekommt (und idealerweise noch einen Medikamentenplan), mit dem man dann später zum Hausarzt geht, der ein neues Rezept ausstellt, für die Sachen, die man auch weiterhin braucht.

Ich frage die Patientin, während ich das Rezept ausführe (Beloc Zok, Sortis, Aspirin Cardio, Transipeg), wie es ihrem Mann denn so geht, und ob er mit den neuen Medikamenten zurechtkommt. Sagt sie: „Schon, aber er hat immer noch Durchfall und dieses Mittel schlägt einfach nicht an.“
„Durchfall?“ sage ich, und: „–meinen sie etwa dieses Mittel?“ und zeige das Transipeg.
„Ja.“ Sagt die Kundin.
(Auweija -Apotheker und Ärzte werden jetzt schon wissen, worauf ich hinauswill).
Ich frage sie, wie lange er schon Durchfall hat.
„Schon seit er im Spital war, nicht schlimm, aber ständig. Er geht täglich etwa 2 mal.“
„Das wundert mich gar nicht.“ Sage ich,Das Transipeg ist nämlich ein Mittel gegen Verstopfung, nicht gegen Durchfall!“
Ich rate ihr also einfach das Transipeg wegzulassen.
Ein paar Tage später meldet sie, dass sich die Verdauung ihres Mannes wieder normalisiert habe.

Ich weiss nicht, warum man ihm im Spital das aufgeschrieben hat, vielleicht war er dort verstopft. Aber der Haus-Arzt hätte das merken sollen, als er die Medikamente zum weiterhin nehmen aufgeschrieben hat – und in der Apotheke hätte man ihm auch deutlich sagen sollen, für was das Mittel denn ist. Ich vermute zwar, man hat ihm bei der Abgabe gesagt „für die Verdauung“ – und das kann man ja in beide Richtungen verstehen…

Da sieht man nur einmal mehr: Kommunikation ist wichtig.

– und DAS ist etwas, was man beim Bezug von Medikamenten via Internet oder Versand NICHT bekommt.