Asiatische Woche

paiyouji

Erst die Sache mit den Medikamentenretoure aus China (siehe Post gestern), dann gestern Mittag jemand mit einem Produkt, das sie bestellen wollte über uns. Sie hat einen Teil der Packung mitgebracht.

Mit dem Namen fand ich nichts im Artikelstamm (was mich nicht groß verwundert, da die Packung bis auf den Hauptnamen vollständig auf Chinesisch angeschrieben war, samt den Inhaltsstoffen). Im Internet fand ich es dann : ein Tee zum abnehmen.

Genaue Zusammensetzung nicht angegeben … Dafür fand ich eine Seite, wo die FDA (die amerikanische Gesundheitsbehörde) vor dem Produkt warnt, da es Sibutramin enthält. Dito das Lebensmittelministerium in Bayern – nur dass die auch noch Phenolphtalein drin gefunden haben. Ui! Das Sibutramin ist ein Appetitzügler, den sie wegen übler Nebenwirkungen (lies: Herzprobleme!) vor einigen Jahren außer Handel genommen haben und Phenolphtalein brauchte man zum Abführen – aber auch nicht mehr, da es krebserregend ist. Von daher habe ich der Kundin auch stark abgeraten, das via Internet zu besorgen … Wo sie wohl die letzte Packung herhatte.

Ich hoffe, sie hört auf mich.

Oh und direkt die nächste Kundin war eine Koreanerin (?) die sich wirklich herzig bemüht hat Deutsch zu sprechen.

Da die Dreier-regel damit erfüllt ist, denke ich, das war es jetzt. (So Sachen tendieren dazu immer in Dreier-Gruppen aufzutreten).

Im Interview: Bloggerin Pharmama und ihr erstes Buch

This post was reposted from OverBlog Deutschland.

Sie hat lange dem Erscheinungstermin entgegen gefiebert, doch nun hat es unsere Bloggerin Pharmama endlich geschafft: Gestern erschien ihr erstes Buch „Haben Sie diese Pille auch in grün? Risiken und Nebenwirkungen einer Apothekerin“ im Rowohlt-Verlag! Bekannt und entdeckt wurde sie durch ihr Blog „Pharmama- zu lesen einmal täglich„.

Mit einer gesunden Mischung aus Humor, Wissen und Ehrlichkeit verpackt die schweizer Apothekerin ihre unzähligen Erfahrungen und Erlebnisse im Berufsalltag in viele unterhaltsame Geschichten. Besonders beliebt sind ihre Kundengespräche: Die einen Kunden möchten statt einer rot-weißen Kapsel eine grüne haben, andere verwechseln ein Hustenbonbon mit einem Fieberzäpfchen. Da heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. ;-)

In unserem Interview erzählt sie von ihrem Buch und welche Rolle ihr Blog dabei spielt. Und für alle, die selber vom „Autorenfieber“ erwischt worden sind, kommt am Ende Pharmamas persönlicher Rezept-Tipp!

pillscover3

Das Bloggen ist meine Freizeit – gleichzeitig lerne ich dadurch und dank der Kommentare doch auch immer wieder etwas Neues, auch über meine Arbeit, und es feuert mich an, mich in manche Themen mehr hineinzuversetzen. Man könnte sagen, die beiden Sachen wirken positiv aufeinander ein.

Pharmama

Am Montag ist offiziell dein erstes Buch erschienen. Wie fühlt sich das an?

Sehr gut! Tatsächlich ist es etwas früher erschienen, als ursprünglich geplant war … aber viel länger hätte ich nur mit Mühe warten können :-) Die ersten Rezensionen treffen ein und ich bin immer noch sehr gespannt, wie mein „neues Baby“ ankommt.

In deinem Buch erzählst du Anekdoten aus deinem Berufsalltag als Apothekerin, genauso wie in deinem Blog. Wo besteht zwischen beiden der Unterschied?

Mal abgesehen davon, dass ich für das Buch einen eigenen Lektor hatte, der auch noch die letzten Schreibfehler eliminierte und meine „Schweizerismen“ eingedeutscht hat, bin ich mir sicher, dass sich das Buch um einiges professioneller liest. Außerdem stelle ich im Buch erstmals meine Kolleginnen vor – die sind bisher im Blog nur am Rande erschienen. Dann finden sich im Buch neben bekannten auch viele neue, noch nie gelesene Geschichten aus der Apotheke und es wird ausführlicher auf ein paar Kunden(typen) eingegangen.

Hat dir dein Blog beim Schreiben geholfen?

Mein Blog machte mir das Schreiben einfacher – immerhin habe ich durch ihn einen Stil gefunden, der offenbar auch ankommt.

Du arbeitest als Apothekerin, bist Mama, Autorin eines bekannten Blogs und nun auch eines Buches. Wie schaffst du es, alles erfolgreich unter einen Hut zu bringen?

Hmmm – bin ich darin erfolgreich? Okay. Wenn ich arbeite, arbeite ich, da kann / darf ich mich nicht ablenken lassen. Dementsprechend ist mein Blog bei der Arbeit tabu und auch meine Mitarbeiter wissen nichts davon. Aber die Arbeit ist mir Inspiration und liefert mir immer wieder Geschichten und Begebenheiten für das Blog – und jetzt auch Buch. Das Bloggen ist meine Freizeit – gleichzeitig lerne ich dadurch und dank der Kommentare doch auch immer wieder etwas Neues, auch über meine Arbeit, und es feuert mich an, mich in manche Themen mehr hineinzuversetzen. Man könnte sagen, die beiden Sachen wirken positiv aufeinander ein.

Das Buch sehe ich als Erweiterung des Blogs an. Ein anderes Medium, vielleicht auch die Möglichkeit, noch ein paar mehr Leute zu erreichen und für das Thema „Apotheke“ zu sensibilisieren. Meine kleine Familie gibt mir die Motivation zu arbeiten – und mein Mann hilft mir sehr im Haushalt, ansonsten könnte ich das alles auch nicht.

Welche Tipps würdest du den Bloggern geben, die ihr eigenes Buch planen (z.B. im Bezug auf Verlagssuche)?

Ich muss voranstellen: Ich hatte Glück. Durch das Blog hat man mich gefunden – ich habe nicht gesucht. Eine Literaturagentin hat mich gefragt, ob ich ein Buch schreiben wolle und mit ihrer Hilfe habe ich ein Exposé geschrieben, das dann erstaunlich schnell einen Verlag gefunden hat – ich habe die stille Vermutung, dass auch da jemand mein Blog gelesen hat.

Aber wer nicht so „entdeckt“ wird: Macht euch selber einen „Plan“ für das Buch. Schreibt ein Exposé, in dem ihr euer Buch vorstellt, es anreißt und Interesse dafür weckt … und dann schickt das Exposé an die Verlage, die Sachen veröffentlicht haben, die ähnlich sind.

Vielen Dank für den Rat, Pharmama!

Habt ihr nun weitere Fragen? Dann wendet euch vertrauensvoll an sie:

Pharmama- zu lesen einmal täglich

Ihr Buch ist nicht verschreibungspflichtig und kann in der Buchhandlung eures Vertrauens oder im Internet erworben werden:

Pharmama: Haben Sie diese Pille auch in grün? Risiken und Nebenwirkungen einer Apothekerin“. Rororo-Verlag 2013. ISBN-10: 3499630311

Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und viel Glück bei eurem eigenen Buchprojekt!

Liebe Grüße

Euer OverBlog Team

We love chemicals

Oder wie ein Biologie Professor von mir einmal gesagt hat: „Pflanzen sind die grössten Chemiker“.

Wahr. Wenn man die Sachen genauer betrachtet, dann kann man sie in ihre chemischen Bestandteile zerlegen – auch einen Apfel. Nur sind die hier angegebenen Inhaltsstoffe sicher nicht alles, was da drin ist. Gerade Naturprodukte sind oft ganz erstaunliche Mischungen … und darum kaum zu reproduzieren und manchmal schwer alle Wirkungen auf einen abzuschätzen.

Also hier: der Apfel.

we-love-chemicals-apple

Nicht ganz sicher, was die Quelle dieses Bildes angeht. Laut der Seite hier stammt das Bild von Klaas Wynne.

Die Inhaltsstoffe hören sich gefürchig an. Sie sind es eigentlich ganz und gar nicht.

Tocopherol (E306) ist zum Beispiel Vitamin E. Ascorbinsäure (E300) ist Vitamin C, Malinsäure – ist Apfelsäure … klar ist das im Apfel drin :-)