Ferien mit Familie Pharmama – Tag 5

Heute wird es mühsam, das wussten wir schon vorher. Mit Einfahrt in den Ngorongoro Nationalpark verlassen wir die geteerten Strassen. Gleichzeitig scheint uns auch das bisher eigentlich gute Wetter verlassen zu haben. Dass es am Kraterrand, wo wir jetzt fahren oft Nebelig ist und kühler, wussten wir. Aber das hier ist ein waschechter Wolkenbruch mit mieser Sicht und glitschigen Strassen. Na… Ich wollte Abenteuer, jetzt bekomme ich das.

ngorongoro

Aber die Wolken reissen bald wieder auf und bei unserem Pinkelstopp bei den Toiletten beim Abgang in den Krater scheint wieder die Sonne.

Das ist der Moment mal etwas zu den Toiletten hier zu schreiben. Die sind echt erstaunlich gut, selbst an abgelegensten Orten in den Parks. Sitzklos, einigermassen sauber, mit Toilettenpapier und so einem Duschkopf separat. Manchmal geht das Wasser nicht, oder nicht gut, aber grundsätzlich bin ich positiv beeindruckt. das hatten wir schon schlimmer. Viel. Und Junior ist da tatsächlich etwas heikel. Er will dann einfach nicht … und in so Gegenden, wo es nur alle X Kilometer so etwas wie eine Möglichkeit hat zu gehen, wird das dann … spannend.

Heute gehen wir nicht in den Krater sondern in die Serengeti. Das heisst auch hier: nach unten. In der Ebene hüten die Massai ihre Herden und treiben sie auf der Suche nach Wasser. Es gibt auch (mindestens) 3 Massaidörfer, die extra für die Touristen am Weg errichtet wurden, damit man sie besuchen kann. Wir verzichten allerdings. Junior hat sie in Kenya schon gesehen und irgendwie hat ihn das Gehüpfe und Geschrei eher negativ beeindruckt. Oder anders gesagt: sie haben ihm eine Heidenangst gemacht und obwohl das auch für ihn interessant war die Hütten zu sehen und (noch besser) eine Demonstration, wie man nur mit Holz Feuer macht … Ihm reicht das Momentan. Und wir haben sie inzwischen schon 3 Mal gesehen, also … Danke, Nein.

Dafür nutze ich heute die Pause um unseren Führer meine Reiseunterlagen zu zeigen, wo drauf steht, dass wir ab Arusha fliegen und nicht ab dem Kilimanjaro. Es entspinnt sich eine längere Diskussion zwischen den beiden, dem folgen ein paar Telefone und SMS von ihnen und schliesslich macht der Fahrer noch ein Foto von den Unterlagen.

„Ist das ungewöhnlich, dass wir ab Arusha Fliegen?“ frage ich. „Ja.“ kommt die etwas lapidare Antwort. Bei ihnen steht anscheinend etwas anderes. Nun denn. Gut haben wir das geklärt.

Wir hoppeln und rumpeln durch den Eingang der Serengeti. danach holpern und rumpeln wir weiter, diesmal von der Hauptstrasse weg, die (wie alles hier) direkt unglaublich staubig ist. Speziell, wenn man hinter dem Linienbus herfährt, der den gleichen Weg nehmen muss. Offizielle Haltestationen gibt es nicht, aber er hält immer wieder an und lässt Leute raus. Irgendwo in der Savanne. Ein erstaunlicher Anblick.

dust

Die Serengeti ist gross, sehr flach, nur einige Kopjes (Steinhügel) und Bäume unterbrechen die Weite.

Auf dem ersten grossen Hügel nach dem Parkeingang ist das Anmeldezentrum und Zeit für die Mittagspause. Man wird gierig beäugt von Glanzstaren und herumstaksenden Marabus … Und misstrauisch von den Parkrangern (Nicht füttern, die Vögel!).

marabu

Durch die Weite geht die Fahrt, dazwischen finden wir tatsächlich Wasserläufe und Hippos und viele andere Tiere. Darunter leider auch eines, auf das ich gerne verzichtet hätte. Die Tsetse- Fliegen lassen sich durch normales Repellent nicht abhalten, überhaupt sind die unglaublich zäh und auch ein Volltreffer mit der Hand stecken die locker weg. Und die Stiche schmerzen. Mich hat eine erwischt durch die Hose durch … Das dünkelste, das ich anhatte: olivgrün. Sie werden von dunklen Farben angezogen. Hassan bestätigt, dass das eine Tsetsefliege ist. Ich scherze, dass ich das wohl in etwa 2 Wochen weiss… Wenn ich die Schlafkrankheit bekomme. Am Abend gehe ich das nachlesen … ich wusste nicht, dass da ein Symptom Schlaflosigkeit ist?

kopje

Gegen das gibt es auch kein vorbeugendes Mittel. Gegen Malaria schon und auch wenn wir noch nicht sehr viele Mücken gesehen haben und die sich sowieso meinen armen Kuschelbär zum stechen aussuchen und nicht Junior oder mich, die Malariatabletten nehmen wir regelmässig. Inzwischen erinnert auch Junior aktiv daran, wenn ich sie nicht grad zu Beginn des Nachtessens auspacke.

hippo

Gegen Abend kommen wir zur Lodge. Eine Sopa Lodge, die gehören zu einer Kette. Ziemlich luxuriös. Wir haben Zimmer 1, wie alle mit Aussicht über die Serengeti (die Lodge liegt auf halber Höhe eines Hügels) und (Yuppie!) schreit Junior, sehr nahe am Pool.

Abendessen ist a la carte, das heisst man kann zwischen 2 Vorspeisen, 2 Suppen, 4 Hauptspeisen (1 vegetarisch) und 2 Desserts auswählen.

Morgen geht es früh raus, deshalb wird es auch heute nicht spät.

Ferien mit Familie Pharmama – Tag 3

Die Kilimankjaro Lodge stellt sich bei Tageslicht als hübsch heraus, speziell der Ausblick auf den Kilimanjaro. Sie ist recht einfach, nicht viel Luxus und ich habe kalt geduscht, auch wenn Kuschelbär mir danach versichert, dass er warmes Wasser hatte. Ich hätte einfach noch (viel) länger warten müssen.

mtkili

Weil wir das Programm gestern um Moshi herum verpasst haben, starten wir gleich nach dem Morgenessen und ein- und auschecken (gestern war ja niemand mehr in der Reception) auf in den ersten Nationalpark.

Wir haben diesmal ein Zweierteam: Englisch- sprechenden Fahrer: Joseph und Deutsch-sprechenden Guide: Hessen. Er besteht auf der Schreibweise, auch wenn ich denke, dass das ursprünglich wohl Hassan war. Er ist jung (21 Jahre), und sein Deutsch noch ziemlich … unbeholfen. An uns kann er leider nicht viel lernen, denn Schweizerdeutsch … Ist noch etwas anderes. Aber das macht ja nichts. Kuschelbär und ich waren schon einmal in der Gegend vor 13 Jahren (das weiss ich so genau wegen dem eingetragenen Termin der letzte Gelbfieberimpfung) und wenn etwas unklar ist, kann ich noch den Fahrer Fragen. Der macht das seit 15 Jahren.

Unterwegs zum Arusha Nationalpark sammeln wir erste Eindrücke. Tansania ist kein reiches Land, aber die Bevölkerung ziemlich arbeitsam, am Morgen ist alles unterwegs: Wassertragende Frauen und Männer, solche mit Brennholz, Kinder mit Schuluniformen – was mich daran erinnert: was mache ich denn jetzt mit den Bällen, die ich für den Schulbesuch mitgenommen habe? Händler sieht man am Strassenrand Früchte, Taschen sogar Möbel anbieten. Das sieht lustig aus: modernes Sofa, mitten im roten Staub (aber sauber) am Strassenrand, statt in einem Haus.

tanzania

Überhaupt sauber: verglichen mit anderen afrikanischen Ländern (ich schau Dich an, Kenya) ist Tansania direkt aufgeräumt und sehr sauber. wenig Plastik in den Strassengräben, selbst in den sehr bewohnten Gebieten.

Wir – genauer gesagt Hessen, kaufen am Strassenrand beim dritten Versuch ein Pack mit Wasserflaschen für unterwegs. Beim Nationalparkeingang machen wir Halt. Dort hat es Infotafeln zur Entstehung von Mount Meru und einen (wie Junior ihn betitelt) „Fake elephant“ – eine Elefantenstatue. Junior überrascht mich immer wieder mit seinen aufgeschnappten Wörtern, oft genug passen sie sogar.

fakeelefant

Für die Safari klappen wir jetzt das Dach des Fahrzeugs hoch. Ohne Schuhe darf man auch auf die Sitze stehen. Wer etwas sieht (vor dem Fahrer, der ziemlich gut ist im Tiere finden) ruft Stopp! Damit wir auch alles Fotografieren können.

Der Nationalpark umfasst das Gebiet unter Mt. Meru mit alten Kratern und weiten Flächen. Es ist ziemlich grün, was zwar schön ist, aber es nicht einfacher macht, Tiere zu sehen. Aber wir sehen: Colobus Affen, Sykes Affen, Paviane, ganz viele Schmetterlinge, ein paar Zebras und sich verkloppende Giraffen und Gazellen.

giraffen

Raubtiere gibt es hier kaum, mit ein Grund, weshalb man hier auch mal laufen darf. Dazu gleich mehr. Mittagessen ist Lunchbox, gemacht von der Lodge. Die ist jeweils auch ziemlich reichhaltig. Da hat es drin: Sandwich, Pouletbein, hartes Ei, Kuchen, Gemüsetasche, Äpfel oder Banane, Chips oder Nüsse, Fruchtsaft und Wasserflasche. Heute essen wir das auf einem erhöht liegenden Picknickplatz mit Blick auf kleinen See samt Nilpferd.

Danach gehen wir laufen: und zwar in Begleitung eines Parkrangers mit Gewehr … Was einen zumindest Anfangs echt beeindruckt. Auch Junior, dem noch eingebläut wird auch leise zu sein, da sonst die Büffel, die es hier hat, aggressiv werden. Anfangs sehen wir keine Büffel, dafür eine von kleinen Wasserläufen durchzogene Landschaft, Warzenschwein und Hammerkopfnest, lernen etwas über wilden Jasmin und etwas Pfefferminzartiges sowie Buschtomaten (giftig, aber gut gegen Zahnweh?) klettern für ein Foto auf einen abgestorbenen Baum und bestaunen einen mittelgrossen, recht lauten Wasserfall. Auf dem Rückweg stolpern wir fast über eine Giraffe, zu der sich dann eine neugierige zweite gesellt … Und dann kommen wir doch noch zu den Büffeln… Und wie nahe!

bueffel

Unser Führer ist zufrieden mit uns, speziell Junior, der sich wirklich ruhig verhält und beruhigt uns: die hier seien wirklich nicht aggressiv. Sie erinnern sich nicht mehr daran, gejagt zu werden. In anderen Parks muss man mehr Abstand halten. Von daneben laufen gehen mal ganz abgesehen.

Wir sind auch zufrieden und geben gerne das (erwartete) Trinkgeld.

Nach einer kleinen Ehrenrunde durch den Park geht es zur Lodge, die gerade um die Ecke des Parks liegt. Mount Meru Lodge. Etwas erstaunt sind wir, als uns gesagt wird, dass sie hier keine Buchung für uns haben, wir aber nur rasch zur Nachbarlodge (Ngurdoto Lodge) fahren sollen, die unter gleicher Leitung steht und dort fragen. Also alles wieder ins Fahrzeug schmeissen, sich daran erinnern, dass das hier Afrika ist und alles ein bisschen anders läuft und zur anderen Lodge fahren. Dort sind wir dann tatsächlich angemeldet und man versichert uns, dass das sogar die bessere Lodge sei – praktisch ein Upgrade. Die Lodge ist auch sehr schön, mit Pool in den Junior nur 5 Minuten, nachdem wir unser Häuschen bezogen haben, hüpft. Das Nachtessen war fein aber wir sind so müde, dass wir auf den Kaffee danach verzichten. Morgen geht’s um 8.30 Uhr weiter, denke ich – unser deutschsprachiger Guide hat etwas Mühe mit den Zahlen. Heute Nacht meinte er, es ginge um 3 Uhr morgens weiter … nachdem wir erst etwa um 1 Uhr ins Bett gekommen sind, war ich da nicht Zoo begeistert:  und es war dann nach etwas Diskussionen 9 Uhr morgens. Im Nachhinein habe ich irgendwo gelesen, dass manche in Tansania die Zeit nach dem Sonnenaufgang einteilen, also wäre Stunde 3 wenn der Sonnenaufgang 6 Uhr ist tatsächlich 9 Uhr … Aber ich glaube, wir bleiben bei den normalen Uhrzeiten.

0001-69430273

Wir sind am 18.10. (hoffentlich) wieder zurück. Euch allen auch eine gute Zeit!

Wem bis dahin langweilig ist, empfehle ich einen Blick ins Archiv oder die Zufallsfunktion (beides zu finden in der rechten Seitenleiste).

Basteln mit Junior: knusprig-buntes Messe-Popcorn

popcornbunt0

Ein Rezept, das vor allem auf englisch-sprechenden Seiten beliebt ist: Jello-Popcorn. Ich mag ja die bunten Sachen (wie man vielleicht schon aus bisherigen Basteleien mit Junior hier gemerkt hat) und Popcorn sowieso, also wollte ich das mal ausprobieren. Hier meine Variante des bunten Popcorns – Rezept angepasst, denn es geht nicht nur das Jell-O sondern auch das hiesige Götterspeise-Pulver (Hauptsache Pulver, bunt und Geschmack drin) … und ganz so Fett wie die amerikanische Version ist es auch nicht. Das sage ich natürlich nur um davon abzulenken, wieviel Zucker das Zeug enthält: das ist wirklich nur etwas für spezielle Anlässe.

popcornbunt1

Man braucht:

  • Popcornmais und Öl
  • Butter
  • Zucker
  • Jello oder (hier besser erhältlich): Götterspeise-Pulver in verschiedenen Geschmacksrichtungen/Farben
  • Corn-Sirup oder ersatzweise flüssiger Honig
  • etwas Wasser
  • Pfanne mit Deckel,
  • grosse Schüssel
  • Backofen und Backblech mit Backpapier

popcornbunt2

Vorgehen: Backofen vorheizen auf 150 Grad. Blech mit Backpapier belegen.

Popcorn machen – Menge: eine grosse Pfanne voll (=ca. 5 Tassen).  Eventuell in den Ofen stellen, um sie warm zu halten.

In einer Pfanne mischen und einkochen:

zum kochen bringen und etwas einkochen, bis es eine zähe, fast dickflüssige Masse ist (Vorsicht: wird heiss und geschmolzene Zuckerlösung ist etwas sehr schlechtes auf Glaskeramik-Platten)

popcornbunt3

Über das Popcorn geben und schnell (!) mit 2 Löffeln vermischen.

Das Popcorn auf das mit Backpapier belegte Blech ausbreiten und im Ofen bei 150 Grad während 5 Minuten backen. (Nein, die orange Lösung oben gibt oranges Popcorn – für das blaue muss man ein anderes Jello nehmen). Mischen, eventuelle Klumpen aufbrechen und nochmals 5 Minuten backen.

popcornbunt4

Aus dem Backofen nehmen und abkühlen lassen. Wenn sie kühl genug sind auseinanderbrechen, damit es hauptsächlich einzelne Popcorn sind und nicht Klumpen.

Das macht man für jede Geschmacksrichtung einmal. Um Pfannen zu sparen habe ich mit der hellsten angefangen und im gleichen Topf weitergearbeitet mit den dunkleren Farben.

Das Popcorn sollte jetzt bunt und knusprig sein – und nicht mehr klebrig. Man schmeckt übrigens die unterschiedliche Jello / Götterspeise heraus. Wir hatten gelb: Zitrone, orange: Orange, Rot: Kirsche, Blau: Blueberry

Aufbewahren in einem luftdichten Behälter (bleibt so einige Tage gut, auch wenn sie es meist nicht so lange überleben … die sind fein!) oder abpacken in dekorative durchsichtige Folie und verschenken!

popcornbunt5

Bitte sehr!

Geht für Kinderparties, Geburtstage aber auch für Anlässe wie Halloween (orange-gelb-schwarz mit etwas Lebensmittelfarbe),

kleiner Rohrleitungsbruch

Bei uns vor der Wohnung. Junior kommt aufgeregt vom Spielen mit Freunden und meint: „Heh! Da kommt Wasser aus der Strasse!“

In der Tat. Es war dann ein kleiner Rohrleitungsbruch (bei grösseren Rohren schwemmt das noch gerne die Strasse mit weg). Der 112 gemeldet und sie haben innert kurzer Zeit jemanden geschickt zum anschauen und innert einer Stunde diejenigen, die das Wasser dann abgestellt und den Boden aufgerissen haben.

Lustigerweise ist das der Dritte (!) Rohrleitungsbruch, den ich in den letzten 2 Jahren gemeldet habe. Einer im Dorf vor der Post im tiefsten Winter (Glatteis quer über die Strasse, aber ich war die erste, der aufgefallen ist, dass da wohl etwas nicht stimmt), einer auf dem Arbeitsweg im Industriegebiet (danach war da auch ein hübscher neuer Flick in der Strasse) und jetzt der direkt vor dem Haus. Damit dürfte das „Gesetz der Dreier-Reihe“ erfüllt sein. Hoffe ich.