Das was er immer hier hatte

Der alte Mann kommt in die Apotheke gewackelt mit einem herausgerissenen Notizzettel.

„Mein Freund hat gesagt, ich soll das bei ihnen holen.“

Auf dem Zettel steht nur „Hakle“

Das … ist doch etwas zu wenig Information.

„Was will er denn von Hakle?“

„Das was er immer hatte.“

„Oh. Und was ist das? Hakle macht diverse Sachen, Toilettenpapier, und Feuchttüchlein ….“

„Ich weiss nicht.“ meint der Mann etwas aus dem Konzept gebracht. „Aber er hat gesagt, er holt das immer hier.“

„Entschuldigen Sie, aber sind Sie sicher er hat uns – also die Apotheke gemeint? Weil … wir haben gar keine Hakle Produkte an Lager …“

„Ja, er hat gesagt ich soll in die Apotheke an der …Strasse gehen. Da hole er das immer.“

„Das sind wir, aber … Wie gesagt … ich habe keine Hakle Produkte hier. Könnten Sie ihn noch einmal fragen, was genau das sein soll?“

Vor sich hin mutternd verlässt der alte Mann die Apotheke wieder.

Aber weil mich das doch interessiert schaue ich nochmals in den Computer.

Ja. Keine Hakle an Lager.

Und beim Durchschauen, was wir davon bis jetzt gebraucht haben, sehe ich, dass wir genau von einem mal welche gebraucht haben. Vor 2 Jahren das letzte Mal, vor 3 Jahren das vor-letzte Mal.

Aber ist schon Klar: – immer.

Sex sells

Meine Kollegin Donna war am Samstag das Verkaufsgenie. Praktisch hat sie zu einer Tamponpackung einen Zusatzverkauf von über 200 Franken gemacht.

Das lief so: Die Kundin kam und fragte nach den „Schwämmen, mit denen man auch während der Periode Sex haben kann.“ Die seltsame Umschreibung ist für eine neuere Tampon-Art, die wirklich kleine rosa Schwämme sind.

Nach dem Verkauf hat Donna sie gefragt: „Haben Sie auch Kondome?“

„Nein, aber die könnte ich brauchen!“

Also verkauft ihr Donna noch die Kondome dazu – und weil wir grad dort sind: Gleitmittel wäre auch noch gut?

Die Kundin greift nach dem KY – Donna empfiehlt ihr das „Durex Play“ und … gekauft.

Zurück an der Kasse fotzeln die beiden ein bisschen – Donna wird übermütig und fragt, ob sie nicht auch noch ein neues Parfum zum Anlass gebrauchen könnte – und zeigt ihr das neue von Lauder zum testen.

Der Kundin gefällt das so gut, dass sie davon grad die grosse Flasche postet.

Aber das schönste am Ganzen war noch das Gespräch danach.

Kundin: „Ich fühle mich wie 17!“ (sie war um die 40)

Donna: „Frisch verliebt?“

Kundin: „Nein, gar nicht.“ (grinst)

Donna: „Nur Sex?“

Kundin: „Nur Sex!“

Grinst, winkt und geht.

Wie man Mückenschutzmittel testet

Die Mücken sind dieses Jahr wieder übel – Fenistil gel und Fenipic plus gehen ab wie warme Semmeln und auch die Mittel zum Vorbeugen (bei uns in der Gegend vor allem Antibrumm) – und genau in der Zeit da stolpere ich über diese nette Beschreibung eines Tests von Repellentien:

Bei fünf von sechs Produkten liegt die Schutzzeit demnach über sieben Stunden. Ein Spray versagt laut Vorankündigung bereits nach etwa einer halben Stunde. Der Test sei sogar frühzeitig abgebrochen worden, um den Probanden zu schützen.

Armer Proband :-)

Aber das erinnert mich daran, dass ich die Geschichte von David noch nicht gebracht habe!

Der war für ein halbes Jahr nämlich Mückenzüchter im Tropeninstitut in Basel und auch Produktetester. Er schreibt:

Blut lassen zum füttern mussten wir nicht, aber weil die Käfige aus Fliegengitter ja nie wirklich ganz dicht sind, schwirren im Raum (28 Grad, 70% Luftfeuchte) ja immer ein paar dieser Aedes aegypti herum.

Man wird also rund 50-80 Mal gestochen pro Tag. Aber Aedes, die ägyptischen Tigermücken, stechen nicht so wie unsere europäischen Stechmücken. Also gerade mal eine kleine Schwellung, etwas Hautrötung, und nach fünf Minuten ist es vorbei – kaum ein Juckreiz.

Füttern mussten wir die Tiere mit Schweineblut. Jede Woche erhielten wir frisch vom Schlachthof fünf Liter Blut, mussten es auf etwa 30 Grad aufwärmen, in Petrischalen abfüllen und mit Parafilm abdecken, und mit dem Parafilm nach unten afu den Mückenkäfig legen… die Biester stechen dann durch den Film durch.

Wenn du in deiner Apo irgend ein Mückenschutzmittel mit dem Tropeninstitut-Logo siehst, ist es möglicherweise durch mich persönlich getestet worden. :)

Tropeninstitut <- das hier

Mittel auf den Unterarm auftragen, einen Gummihandschuh anziehen (getestet wird ja nur der Unterarm, nicht die Hand), und dann jeweils zur vollen Stunde den Arm für 10 Minuten in den Käfig halten. Also 10 Minuten Arm rein, 50 raus, etwas arbeiten, 10 Minuten Arm rein… usw.

Im Käfig sind jeweils fünf weibliche Mücken, die seit drei Tagen kein Blut mehr lecken konnten. Wenn der erste Stich innerhalb der ersten drei Stunden nach Versuchsbeginn stattfindet, fällt das Mückenschutzmittel durch, und das Produkt darf nicht unser Logo erhalten.

Aber am besten ist das:

Einmal schickte ein Hersteller ein Mückenschutzmittel – auf pflanzlicher Basis – zu uns. Durchgefallen im Test. Mein Chef schickte das Testresultat zurück, und er erhielt schon bald eine neue Flasche – mit dem Hinweis, bei der vorherigen Charge sei ein Produktionsfehler unterlaufen.

… das scheint auch dort die Leute misstrauisch gemacht zu haben …

Er sandte die neue Flasche direkt ans Chemische Institut weiter, mit der Bitte, das Ganze auf das synthetische DEET zu untersuchen. Volltreffer. Versenkt. :)

Noch Mal im Klartext: der Hersteller des durchgefallenen Mittels hat versucht mit einer Beimischung von DEET im als rein pflanzliche deklarierten Mittel den Test zu bestehen, weil das ohne nicht ging. Zu gerne hätte ich gewusst, welcher Hersteller das war, aber das hat David nicht durchsickern gelassen …

Mitarbeiterrabatt

„Geben sie auch Mitarbeiterrabatt für ehemalige Mitarbeiter?“

Ich schaue mir die fragende Dame gut an – aber ich kenne sie nicht. Und ich bin jetzt über 15 Jahre hier.

Pharmama: „Wo haben sie denn gearbeitet?“

Frau; „In einer Drogerie in (gaaaanz woanders) aber ich habe vorletztes Jahr aufgehört.“

Das ist eine ziemlich weit gefasste Ansicht, was ehemalige Mitarbeiter betrifft … vielleicht sollte sie es mal dort versuchen?

Wie man Wespennester entfernt (Rerun)

Vor ein paar Wochen hatten wir eine Kundin, die uns telefonisch mitteilte:

„Nur zur Information, Wespennester entfernt die Feuerwehr.

Sage ich: „Oh, Danke, aber das wusste ich.“ (Bin ja selber in der Feuerwehr gewesen und habe einige Nester eingesammelt).

Frau: „Die in der Drogerie XY in ihrer Strasse wusste das aber nicht. Sie hat mir die Adresse von irgendsoeinem Handwerker gegeben“

Ich: „Warum rufen sie dann nicht auch ihr an und sagen das?“

Also, falls man ein Wespennest zu Hause hast, das man entfernt haben möchte, kann man in der Schweiz einfach der Feuerwehr anrufen. Die Kosten dafür sind eine Pauschale und betragen etwa 150.- CHF, egal wie lange der Einsatz dauert und ob dabei noch ein Teil des Daches abgedeckt werden muss oder ähnliches. Als Mieter wird es dem Wohnungseigentümer in Rechnung gestellt.

Kleinere Wespen-Nester kann man auch selber entfernen. Dazu braucht man einen Wespenspray aus der Drogerie (von Gesal oder Ketol), einen Staubsauger und einen Plastiksack sowie Schäufelchen und Besen.

Man wartet bis es eindämmert – dann sind die Wespen alle zurück im Nest und fliegen nicht mehr. Dann sprayt man das Nest ausgiebig mit dem Wespenspray ein. Der enthält ein für Wespen tödliches Nervengift, das kann sogar noch herumfliegende Tiere direkt aus der Luft holen (für Menschen ist es nicht gerade gesund, aber wenn man es nicht gerade einatmet, kein Problem).

Wenn im Nest Ruhe eingekehrt ist, nimmt man das Nest so vollständig wie Möglich heraus und packt es in den Abfallsack. Den Rest entfernt man mittels Besen und Schaufel und saugt eventuelle Teile ab.

Bienen sind ein ganz anderes Thema: die stehen unter Schutz. Man kann trotzdem der Feuerwehr anrufen, die können einem die Nummer eines Imkers sagen, der die Tiere (lebend) einsammeln kommt.

Hornissen sind eigentlich auch geschützt, so dass man sie im Normalfall in Ruhe lässt. Sie sind auch wesentlich weniger aggressiv als Wespen.

Noch ein kleiner Nachtrag, den ich „Wie man Wespennester nicht entfernen sollte“ nennen könnte. Wir hatten nämlich vor ein paar Jahren einen Einsatz in der Feuerwehr wegen einem Wespennest …

Der Hausbesitzer hat bei der Feuerwehr angerufen, um sich zu erkundigen, wieviel es kostet, das Wespennest in seinem Dachstock entfernen zu lassen.

Offenbar war es ihm zuviel, so dass er beschloss es – auf herkömmliche Art und Weise – selbst loszuwerden.

Das bedeutet, er hat versucht sie auszuräuchern. Man ahnt schon, was kommt.

Wespennester bestehen aus Papier, ein Dachstock enthält viel brennbares und so kam die Feuerwehr doch noch zum Einsatz.

Nachdem das lichterloh brennende Dach gelöscht wurde bekam er eine Rechnung die wohl einiges höher sein dürfte als die 150 Franken, die das Entfernen des Wespennestes gekostet hätte.

Bei so Sachen frage ich mich einfach, ob die Hausratversicherung das auch wirklich anstandslos gezahlt hat und ob sie dann nicht die Prämien erhöht – immerhin war es selbst verschuldet.

Das Bild stammt übrigens von der letzten Hauptübung der Feuerwehr – das ist immer auch etwas für die Bevölkerung zum zuschauen, ein Tip! Beim missglückten Versuch der Wespennestentfernung hat’s ähnlich gebrannt. Wobei: wieso missglückt? Das Nest war ja weg nachher -das Dach allerdings leider auch.

Original publiziert am  26. Aug 2008

Zwischen Nagellack und Zahnbürsten

testsupermarkt

Zwischen Nagellack und Zahnbürsten findet sich offenbar seit neustem dies im Sortiment des Supermarkts: Gesundheitstests.

  • Auf Drogen (Amphetamin, Kokain, Methamphetamin, Opiate, Marihuana und Ecstasy/MDMA)
  • auf Diabetes
  • und Blasenentzündung

alles Urintests. Schnäppchen für unter 10 Euro.

Was haltet ihr davon?