Mein Hund stinkt

Kunde: „Kann ich Febreze auch für meinen Hund brauchen?“
Drogistin: „Warum?“
Kunde: „Er riecht ganz furchtbar.“
Drogistin: „Also ich würde das nicht machen. Febreze ist eine Chemikalie und das würde ich nicht auf einem Tier anwenden. Aber es gibt sicher ein paar Hundeshampoos, die den Geruch auch wegbekommen. Und für Mundgeruch können sie die Tausendein Blattgrün Tabletten probieren.“
Kunde: „Aber Febreze sagt sie ‚beseitigen Gerüche‘. Was, wenn ich es verdünnt anwende?“
Drogistin: „Ich würde das wirklich nicht tun.“
Kunde: „Also ich probier es aus. Wiedersehen!“

Drogistin frustriert zu mir: „Warum fragt der mich eigentlich um meine Meinung, wenn er dann doch macht, was er will?“

P.S. Für das Hundekörbchen, Decken, Teppiche, Autositze etc. geht Febreze gut, aber bitte nicht für den Hund selbst.

Ungewöhnliche Inhaltsstoffe in Kosmetika

Capsaicin
Ja, derselbe Inhaltsstoff, der in Pfeffersprays zur Selbstverteidigung und manchen wärmenden Rheumasalben und Schmerz-Pflastern zu finden ist. Ein Extrakt der Chili das hautreizend wirkt … und in Lippenstiften oder Lipgloss zu finden ist. Der Effekt ist oft ein Kribbelndes Gefühl … und eine gewisse aufplusterung.

Hühnerknochenmark
Eines von vielen tierischen Produkten, das in Kosmetika zu finden ist. Das Knochenmark enthält Glucosamin, das gut ist für die Haut und Zellwachstum. Findet sich in Feuchtigkeitscremen.

Fischschuppen
Schon mal ein Kosmetikum benutzt mit Schimmereffekt? Eventuell eine Lotion, Nagellack oder Lippenstift? Der liebliche Schimmer den Du da getragen hast kam höchstwahrscheinlich von Fischschuppen. Pearlescence oder Perlenessenz wie es genannt wird, ist die silbern schimmernde Substanz, die hauptsächlich aus Hering gewonnen wird. Es gibt noch eine zweite Substanz, die für Glimmereffekt verantwortlich ist: Mica. Das ist ein Mineral, der deutsche Name ist wirklich Glimmer. Man kennt es als die glänzenden Teilchen in Granit.

Cochinea
Manchmal auch Carmin, Cochenille oder Carminsäure genannt. Gibt diesen wunderbar roten Farbton, der sich in Lippenstift oder Nagellack findet. Gewonnen wird der blutrote Farbstoff aus Cochinea Käfern, eigentlich Schildläusen, die auf Kaktussen leben. Die Käfer werden in heissem Wasser ertränkt getrocknet und zerstossen. Daraus gewinnt man den Farbstoff. Ausser in Kosmetika findet sich der Farbstoff auch in Lebensmitteln wie Wurst, Säften und Süssigkeiten, seine E-Nummer ist E120.

Urea
Einer meiner Professoren hat das mal als „nicht so sexy Inhaltsstoff“ bezeichnet. Dabei ist es weit verbreitet in Körperlotionen und Cremen sowie Shampoos und Deos weil es die Aufnahme von Wasser in die Haut unterstützt. Es handelt sich dabei um Harnstoff, ein Abfallprodukt auch unseres eigenen Körpers. Dankbarerweise verwenden die meisten Firmen künstlich hergestelltes und nicht welches, das sie aus Urin gewonnen haben…

Ich hoffe, ihr findet die Info auch interessant und nicht zu sehr abschreckend. Immerhin sind das alles natürliche Inhaltsstoffe … und es ist immer gut zu wissen, was man sich da auf die Haut schmiert.

Warum ich Apothekerin wurde

Wer -wie ich- im Studium etwas herumfragt, wird bald merken, dass viele der angehenden Apotheker einen Bezug zum Beruf haben, im Sinne von: jemand von der Familie arbeitet schon dort oder in einem verwandten Beruf.

So war es auch bei mir. Meine Mutter ist Drogistin und arbeitete lange in der Reformabteilung einer Apotheke. Als ich anfing mir ernsthaft zu überlegen, was ich werden wollte, ging ich zur Berufsberatung und fragte natürlich auch ein bisschen herum.

Interessant fand ich Grafiker und dann Apotheker. Für Grafiker müsste ich aber nicht die Matura haben – und da war ich ja schon auf dem besten Weg dazu. Ausserdem hiess es in der Jobbeschreibung etwas in Richtung von: man müsse auch Werbung machen können für Dinge von denen man nicht überzeugt ist.

Da gefiel mir Apotheker doch besser – ausser dem hatte ich die Idee, dass das wohl auch etwas besser bezahlt wäre. Interesse an Naturwissenschaften hatte ich auch immer – eine der Voraussetzungen für das Studium. Der Schnuppertag in der Apotheke gefiel mir sehr – erstmal hatte ich Einblick, dass es um mehr ging als nur Medikamente herauszugeben. Ich konnte selbst eine Handsalbe herstellen, erfuhr etwas von den verschiedenen Anwendungsformen und sah wie die Kunden beraten wurden bei Gesundheitsproblemen.

Also studierte ich Pharmazie, sehr zur Freude meiner Grossmutter, die prompt erklärte, dass einer unserer Vorfahren in Lausanne auch Apotheker studiert habe! … Leider ist er ein paar Tage nach dem Abschluss des Studiums von einem Mäuerchen gefallen und verstorben. – Ich überlegte mir, ob das wohl ein schlechtes Omen sei, studierte aber trotzdem fertig.

Es war ein hartes Studium, aber ich habe es bis heute nicht bereut. Meine Arbeit ist abwechslungsreich, fordernd, befriedigend – weil man doch einigen Leuten helfen kann, man kommt mit vielen interessanten Menschen in Kontakt, ist anständig bezahlt, auch in Teilzeit mit einer Familie möglich.

Für mich: perfekt.

Sie haben … was?

Manche selbstgestellte Diagnose finde ich lustig:

langhaarige Kundin: Schauen Sie mal, ich habe Bakteriellen Haarbelag! Sehen Sie die weissen Tüpfchen da unten?“

– Bei näherem Hinsehen entpuppte es sich als Gäbelchen, also Spliss.

Warmhalten bitte!

Dieses Jahr ist Fasnacht relativ früh, plus wir haben ausgesprochen kaltes Wetter. Wie hält man sich also warm?
Man zieht sich unter dem Kostüm ausreichend an: Strumpfhosen oder lange Unterhosen sehen zwar nicht toll aus, helfen aber. Handschuhe nicht vergessen!

Aus der Apotheke / Drogerie gibt es aber auch ein paar Hilfsmittel, falls es einem kalt werden sollte:

Wärmeflaschen/ Bettflaschen: nicht so praktisch zum mitnehmen, ausserdem halten sie nur ein paar Stunden.

Immerhin kann man sie wieder auffüllen, auch wenn das unterwegs nicht so gut möglich ist.

Wärmekissen / Taschenwärmer: Man klickt auf das Metallplättchen und die Flüssigkeit kristallisiert aus. Dabei wird Wärme frei. Leider hält so ein Pack auch nur wenige Stunden und dann muss es wieder regeneriert werden indem man es in Wasser kurz aufkocht und wieder flüssig macht. Immerhin sind die Dinger so klein, dass man verschiedene mitnehmen kann und nacheinander brauchen.

Thermacare: Die Bandagen gegen Rücken- und Nackenschmerzen finde ich ziemlich erstaunlich. Einmal geöffnet und an der Luft wird durch eine chemische Reaktion Wärme frei (und zwar ziemlich!) und das bis zu 24 Stunden lang. Die Bandagen sind zwar etwas gross, aber man kann sie –ausser sie unter den Kleidern zu tragen- ja auch zerschneiden und z-B. in die Handschuhe packen. Wichtig: die „Knollen“ müssen geschlossen bleiben. Nachteil: sie sind nicht wieder aufladbar.  Es gibt auch auf dem gleichen Prinzip basierende Einmal-Handwärmer, nur habe ich noch nicht gefunden, wo man die bestellen kann.

Für Taschenöfen, die mit Feuerzeugbenzin betrieben werden bekommt man das Benzin auch in der Apotheke/Drogerie. Nur: wo bekommt man eigentlich diese Öfen her?

Hauslieferungs – Horror

Hauslieferungen, die wir übrigens gratis und wann immer möglich machen -sind manchmal für die Lehrlinge, die bei uns die Auslieferungen machen gar nicht lustig.

Zum Beispiel wenn die ältere und ziemlich übergewichtige Empfängerin die Tür öffnet und kein BH anhat sondern nur ein winziges Oberteil und Unterhosen. Das ist kein Spass für unsere weiblichen Lehrlinge und kann für die männlichen schon fast traumatisch sein. Wir versichern uns dann, das es nur Frauen sind, die die Auslieferung machen – oder telefonieren vorher, dass die Kundin sich bitte etwas anzieht ….

Das Bild diene nur als „optische Hilfe“ – man muss sich das Ganze noch ohne Sweater und ohne Rock vorstellen …

Quelle: People of Walmart

Andererseits hatten wir auch schon die Situation, wo der weibliche Lehrling sich bedroht fühlte, weil bei der Auslieferung der Freund der Patientin die Wohnungstüre hinter ihr abschloss, als sie hereinkam um die Anwendung der Medikamente und das Verbandmaterial bei der Abgabe zu demonstrieren. Der Mann war unheimlich und einschüchternd und das mit Grund. Als Drogensüchtig bekannt, ungepflegt und aggressiv – und eigentlich durchaus in der Lage die Medikamente für die Freundin abzuholen.

Das nächste Mal habe ich mit der Kundin verabredet, dass der Freund die Produkte holen kann, der ist nämlich gut zu Fuss – Falls doch einmal jemand gehen musste, verbot ich ihr in die Wohnung hineinzugehen und wenn möglich schickte ich da einen männlichen Lehrling.

Gottseidank kommen so Sachen nicht allzu häufig vor.