Kunde kommt am Abend in die Drogerie gestürmt:
„Haben Sie von diesen Wärmebeuteln, die Sie klicken können und die dann warm werden?
Bei uns ist der Strom ausgefallen und ich versuche meine Echsen am Leben zu erhalten … „
Kunde kommt am Abend in die Drogerie gestürmt:
„Haben Sie von diesen Wärmebeuteln, die Sie klicken können und die dann warm werden?
Bei uns ist der Strom ausgefallen und ich versuche meine Echsen am Leben zu erhalten … „
… und die Weihnachtsaktion ist auch noch aktuell. Jetzt bestellt, ist es bis Weihnachten hier.
Es ist Samstag morgen und eine Frau möchte von Kollegin Donna (ihres Zeichens kompetente Pharmaassistentin) wissen, was Vitamin B6 und B12 macht und wofür man es braucht.
Donna gibt ihr bereitwillig Auskunft.
Frau: „Dann hätte ich gerne etwas mit Vitamin B6 und B12 drin.“
Donna zeigt ihr, was wir haben – hauptsächlich Kombinationsprodukte mit den anderen B-Vitaminen zusammen und erklärt, was man bestellen kann.
„Nein, nein!“ – sagt die Frau. „Sie haben ja keine Ahnung davon. Ich möchte die von Schüssler.“
Donna: „Äh Schüssler Salze sind homöopatisch verdünnte Mineralstoffe. Da hat es nirgends Vitamine drin.“
„Sie wissen ja gar nichts!“ Ruft die Frau aus. „Ich habe mich im Internet informiert. Und da habe ich auch gesehen, dass die D6 drin haben. Seltsamerweise so ziemlich alle. Oder D12. Also gibt es sicher welche, wo auch B6 drin ist!“
Diejenigen mit auch nur ansatzweise Ahnung von Homöopathie und Schüssler Salzen fassen sich jetzt alle an den Kopf (egal, ob man daran glaubt oder nicht …. darum geht es hier jetzt nicht.)
Donna erklärt ihr noch einmal, wie das mit den homöopatischen Mitteln, dem Verdünnen / Potenzieren funktioniert und dass das D hier kein Vitamin, sondern eine Angabe der „Stärke“ ist.
Frau: „Das ist nicht wahr – offensichtlich haben sie nicht was ich will und wissen auch nicht was es gibt.“
Und geht.
Ehrlich? Ihr Internet–nicht–mal-halbwissen gegen Donnas 4 Jahre Ausbildung als Pharmaassistentin auf dem Gebiet und ihre fast 20 jährige Erfahrung?
Ob es was hilft, wenn sie in den anderen Apotheken dasselbe hört, oder hält sie uns dann einfach durch die Bank für inkompetent?
Die Frau schaut um viertel vor 7 Uhr in die Apotheke –„Schliessen sie schon?“
Die Drogistin, die dabei ist den Ladenschluss vorzubereiten sagt: „In 15 Minuten. Sie haben noch Zeit, wenn Sie etwas wollen.“
„Okay,“ meint die Frau und … geht wieder. Sie setzt sich in das Café gegenüber und trinkt etwas.
‚Nun gut’, denkt meine Drogistin – ‚dann braucht sie wohl doch nichts.’
Doch. Um 2 Minuten vor Ladenschluss kommt die Kundin herein und will noch eine Hautberatung für eine Nachtcreme.
Grrrrr!
Zwei Primarschülerinnen kommen in die Apotheke und fragen mich: „Können wir hier helfen?“
Ich (total überrascht: die sind nicht älter als 10, Maximum): „Wie helfen?“
„Na, wenn neue Sachen kommen, ins Regal stellen, versorgen und so.“
Ah. Taschengeld aufbessern?
„Ihr meint, ihr wollt hier arbeiten?“
„Ja.“
„Oh, sehr nett von Euch, aber das geht nicht: erstens seid ihr zu jung und dann ist die Drogerie kein geeigneter Ort für Schulkinder: zu viele giftige Sachen und so.“
Aber als sie weg sind, musste ich das nochmals nachschauen. Wie war das noch? Info über Jugendarbeit findet sich hier.
Demnach sind Gefährliche Arbeiten für Jugendliche grundsätzlich verboten.
Und was gilt als gefährlich? Zum Beispiel das Arbeiten mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien;
Das ist vielleicht noch diskutabel – immerhin sind unsere Chemikalien doch meist ziemlich gut verpackt … ausser man muss sie abfüllen gehen. Aber dann steht da noch:
Vor dem 15. Geburtstag ist eine Beschäftigung Jugendlicher grundsätzlich verboten.
Hmm … ich dachte aber, ich habe schon vorher … Ah, da steht auch:
Ab 13 Jahren sind leichte Arbeiten erlaubt. Damit sind z.B. kleine Erledigungen, Ferienjobs und Schnupperlehren gemeint. Die leichten Arbeiten dürfen keinen negativen Einfluss auf die Gesundheit, die Sicherheit und die Entwicklung der Jugendlichen haben
und weder den Schulbesuch noch die Schulleistung beeinträchtigen.
Tja, Pech für die engagierten Schüler – aber Schule geht vor. Und sie sind auch wirklich noch etwas sehr jung gewesen.
Der erste Kunde kauft ein Schmerzmittel.
Pharmama: „Die sind 5 Franken 90.“
Kunde: „5 Franken 90?!? Das letzte Mal war das noch 5.70! Ich schwöre, alle Preise steigen hier. Ständig!“
Ja, das war mal 5.70 – vor etwa 3 Jahren. Schön, dass sie das nicht so häufig brauchen. Und: es gäbe noch Generika (will er nicht).
Der nächste Kunde kauft 2 Produkte. Schmerzmittel und Nasenspray, beides Generika.
Pharmama: „Das macht 12 Franken 30.“
Kunde 2: „Oh, so günstig? Erstaunlich!“
…
Zumindest das Preisempfinden kann sehr relativ sein …
