Metall – los?

Ein häufiger vorkommender Fall: der Patient mit Rezept zahlt selber – er bekommt sein Rezept zurück (gestempelt und mit dem Preis drauf) und er bekommt seine Quittung.

Stanely Bostitch Stapler
Stanely Bostitch Stapler (Photo credit: Wikipedia)

Bisher habe ich die Quittung gleich mit Bostitch ans Rezept geheftet  -für meine deutschen Leser: das ist ein Tacker, für meine Österreichischen: ihr nennt das glaub eine Klammermaschiene?. Das braucht wenig Material und so geht die Quittung am wenigsten verloren, denn immerhin braucht der Kunde die für die Abrechnung mit der Krankenkasse.

Jetzt sagt mir eine Kundin, sie bekommt von der Kasse, wenn sie die Rezepte so einschickt, immer einen bösen Brief retour, dass man an die Rezepte kein Metall anbringen soll, das störe ihren Ablauf.

Büroklammern
Büroklammern (Photo credit: Gunnar Ries)

Kein Metall? Dann fallen auch Büroklammern weg. Klebestreifen ist super-unpraktisch und ganz ohne … ist die Gefahr recht gross, dass man die Quittung verliert.

(Vielleicht ist das aber auch der Sinn der Sache?)

Jedenfalls, Frage an meine Mit-Apotheker, Pharmaassistenten und auch an die betroffenen Krankenkassen-Kunden:

Was macht ihr?

Ärzte-Font

Hmmm …. das *könnte* der Grund sein, warum ich so viele Rezepte in letzter Zeit nicht lesen kann. Das oder den Ärzten haben die Sommerferien nicht gut getan.

Vielleicht sollte ich das in der Apotheke aufhängen als Übersetzungshilfe?

 

Quelle: imgur.com

Besten Dank an Björn für den Link!

Defekte Produkte und Reaktionen

Schon erstaunlich, wie unterschiedlich Firmen reagieren können. Zum Beispiel, wenn etwas nicht in Ordnung ist mit einem Produkt. (Wie das hier).

Firma 1:

Der Vertreter ist grad nicht erreichbar ruft aber auf meine Nachricht auf der Combox innert einer Stunde zurück.

„Oh, das ist nicht gut. Können sie mir die Chargennummer durchgeben? …  Wie ist ihre Adresse?  … Name?  … Wir schicken ihnen eine neue Packung und eine Etikette. Damit können Sie uns die defekte Packung kostenlos zuschicken.“ Und: „Wir melden uns wieder, wenn wir wissen, was schief gelaufen ist.“

Gefühl: Da wird etwas mit der Info gemacht. Die Firma kümmert sich. Sie sind kulant. Zufriedenheit meinerseits.

 

Firma 2:

Der Vertreter ist grad nicht erreichbar. Ich hinterlasse eine Nachricht auf der Combox. Er ruft am 2. Tag zurück. Leicht desinteressiert. „Was ist es für ein Produkt? … Haben Sie das direkt von uns bezogen? … Ah über den Grossisten? Dann müssen sie das auch via Grossist regeln. Rufen sie ihm an und erklären sie das Problem – die werden sich dann bei uns melden. … Die Chargennummer? Ja, die können sie denen auch angeben …  Ersatz? Via den Grossisten.“

Gefühl: dem Vertreter ist es ziemlich wurst – und damit wohl auch der Firma. Keine Ahnung, ob meine Info irgendetwas bewirken wird. Ersatz darf ich mir indirekt durch unseren Grossisten erstreiten. Enttäuschend.

 

Mir ist übrigens von kelef eine Geschichte geschickt worden, wie das auf der anderen Seite aussehen kann. Die muss ich bringen, das ist einfach zu gut – und gibt Einblicke … :-)

Hauptsache nicht schlucken.

Telefon kurz vor Mittag in die Apotheke:

„Hallo, hier ist Dr. Haeno. Ich brauche Ihre Hilfe. Ich habe da eine Patientin, der muss ich ein Antibiotikum verschreiben – Amoxicillin. Sie kann ganz schlecht Tabletten schlucken – und im Moment sowieso, da sie eine schwere Halsentzündung hat. Sie möchte darum Lutschtabletten – und sie behauptet, sie habe schon einmal gehabt. Ich finde aber nichts. Wissen Sie vielleicht etwas davon?“

(Erst mal: wow. Ein Arzt, der sich nicht zu schade ist, bei uns nachzufragen. Ich bin beeindruckt und werde natürlich alles tun, um zu helfen!)

Pharmama: „Mir ist da auch nicht gerade etwas bekannt, aber ich schaue mal, was es da an Amoxicillin-Mitteln noch alles gibt. Moment …“

“Nein, da gibt es nur Tabletten. Hmmm. Wie heisst die Patientin? Vielleicht finde ich etwas in ihrem Dossier, wenn sie bei uns war.“

Dr. Haeno: „Es ist Frau Trachea. Sie meinte, sie hatte das schon einmal von ihnen.“

Pharmama: „Ich schaue mal in ihr Dossier. … Ah. Sie hatte noch nie Amoxicillin … aber Co-Amoxicillin. Davon gibt es zwar such keine Lutschtabletten, aber … das letzte Mal hatte sie dispergierbare Tabletten, also solche, die man in Wasser einrühren kann.“

Dr. Haeno: „Ah, das ist gut, das geht auch. Ich schicke sie mit dem Rezept rüber. Besten Dank für die Hilfe!“

Ich habe dann Frau Trachea noch gefragt, als sie bei uns gewesen ist – ich wollte doch wissen, WAS sie jetzt mit den Tabletten genau gemacht hat.

Sie hat sie tatsächlich weder geschluckt noch in Wasser eingerührt getrunken, sondern gelutscht.

(Angeschrieben waren sie übrigens mit „einnehmen“)

Was ich doch einigermassen erstaunlich finde – gut schmecken tun die Dinger nämlich üüüberhaupt nicht. Und dann noch so lange im Mund behalten, würde ich sie auch nicht wollen.