Nennen Sie mich einen Lügner?

Die Kundin mit Dauerrezept kommt (schon wieder) ihre Schlafmittel zu früh beziehen. Ich weise sie (wieder einmal) darauf hin.

Pharmama: „Sie sollten noch Tabletten haben. Ihre Dosierung ist eine Tablette vor dem Schlafen.“

Frau Benzo: „Der Arzt hat gesagt, ich soll Zwei nehmen.“

Pharmama: „Auf dem letzten Rezept stand es so: Eine Tablette auf die Nacht.“

Frau Benzo (aufgebracht): „Nennen Sie mich einen Lügner?“

Pharmama: „Tu‘ ich das? Ich glaube wir haben hier ein Missverständnis – aber ich bin sicher, dass sich das mit einem raschen Anruf beim Arzt gleich aufklärt.“.

Frau Benzo: „Äh, ich glaube das ist  nicht nötig …“

Pharmama: „Oh, ich glaube doch.“

(Ich brauche wohl nicht zu schreiben, was die Antwort war …)

Es ist für die Ziege!

Frau in der Apotheke: „Was muss ich machen, damit ich meine Medikamente in die Ferien mitnehmen kann, ohne dass ich Probleme bekomme?“

Pharmama: „Wo gehen Sie denn hin?“

Frau: „In die Türkei.“

Pharmama: „Und wie lange?“

Frau: „Drei Monate.“

Ups.

Versteht mich nicht falsch. Ich reise auch gerne. Und wir befinden uns zwar in modernen Zeiten, wo das Reisen relativ einfach ist (Sehr einfach, wenn wir es mit den Zuständen noch vor ein paar Jahrzehnten vergleichen) und Grenzübertritte sind eigentlich kein Problem (auch hier mit Ausnahmen), aber … den Zoll gibt es immer noch. Und es gibt Einschränkungen, was man mitnehmen darf. Und das kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

Die Frau hat eine Menge Medikamente. Darunter solches, wo ich schon ziemlich vorsichtig wäre das mitzuführen. Benzodiazepine wie Xanax. Stilnox. Valium. Die bei uns (und nicht nur bei uns) unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Nach ziemlich Suchen habe ich im Internet gefunden, dass man „für persönlichen Bedarf Medikamente mitführen darf“ – interessanterweise wird nicht spezifiziert für welchen Zeitraum oder welche Menge- im Gegensatz zu Schengen, wo das auf 30 Tage beschränkt ist. Aber es wird beschränkt, wie teuer sie sein dürfen – etwa 300 Euro insgesamt.

Zur Sicherheit würde ich mir vom Arzt unbedingt noch eine Bescheinigung ausfüllen lassen, dass die Medikamente für den persönlichen Gebrauch notwendig sind – am besten gleich noch mit Türkischer Übersetzung. Und wer ganz sicher gehen will, dass er keine Probleme bekommt, fragt am besten noch beim Konsulat des betreffenden Landes an.

(Mehr darüber: hier nachzulesen bei der Swissmedic)

 

… ich glaube nämlich nicht, dass sich ein Zöllner mit der Begründung „Es ist für die Ziege!“ zufrieden geben wird – auch wenn das im Film The Terminal mit Tom Hanks erstaunlich gut geklappt hat :-)

Bin ich Amoralisch?

Mittel-alter Mann (Nein, nicht Mann aus dem Mittelalter, nur: in mittlerem Alter) in der Apotheke an einem langsamen Mittwoch-Nachmittag: „Verkaufen Sie auch Spritzen und Nadeln?“

Pharmama: „Ja, was brauchen sie denn?“

Mann (überlegt): „2 Milliliter Spritzen und rosa Nadeln.“

Pharmama: „Habe ich. Wieviele?“

Mann (zwiefelnd): „Je … Zwanzig?“

Ich zeige sie ihm. Er kauft sie.

Nach dem Kauf, bevor er geht, zögert er, dann: „Kann ich Sie was fragen?“

Pharmama: „Natürlich?“

Mann: „Ich war gerade in der Stadt-Apotheke. Die wollten mir die Spritzen und Nadeln nicht geben. Ich habe ein Rezept dort – der Apotheker könnte also wissen wofür es ist, trotzdem wollte er sie mir nicht geben. Als ich ihn gefragt habe, wieso, meinte er, er wüsste ja nicht, für was ich das brauchen würde. Ich könnte das ja auch für Drogen brauchen und das würde er nicht unterstützen.“

Pharmama: „Ja?“ (WO bleibt die Frage?)

Mann: „Aber Sie verkaufen sie mir, ohne zu fragen.“

Pharmama: „Ja.“

Mann: „Wieso machen Sie das und er nicht?“

Pharmama: „Ich habe früher in einer Apotheke gearbeitet, die ziemlich im Drogenmilieu gelegen ist. Und von daher bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es das kleinere Übel ist, wenn ich Spritzen und Nadeln verkaufe – dann stecken sich die Drogensüchtigen wenigstens nicht mit irgendetwas an, oder bekommen Abszesse, weil sie das Zeug wiederverwenden. Also … Ja, ich verkaufe es auch, wenn ich den Verdacht habe, dass es für Drogen verwendet wird.“

Mann: „Denken Sie dass ich es dafür brauche?“

Pharmama: „Sie? … Ich glaube nicht. Aber, wie gesagt, das ist für mich auch nicht ausschlaggebend. Aber – es gibt natürlich auch Apotheker, die es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren wollen, sozusagen Missbrauch zu unterstützen.“

Mann: „Ah.“

Irgendwo finde ich das auch etwas … Zwittermässig. Wir verkaufen ja auch Flash Packs – und das ist ganz eindeutig für den Drogengebrauch. Geben das die Apotheken denn auch nicht ab? Oder gilt das nur für einzelne Spritzen und Nadeln?

Übrigens: der nett fragende Herr brauchte das Material wirklich nicht für Drogen. Rosa Nadeln wären auch .. etwas riesig dafür. Braune oder Orange werden da eher verlangt. Er brauchte es um eine definierte Menge Flüssigkeit zum Inhalieren aus Ampullen zu entnehmen.

Was ich nicht sagen kann …

Ihr Rezept für Flagyl Ovula ist vom (1 Monat vorher) und jetzt stehen Sie hier und es ist ein NOTFALL!? …. Wenn ich auf schlechte Witze stehen würde, würde ich sagen, hier riecht etwas fischig.

Erklärung für nicht-medizinische: Flagyl ist ein Antibiotikum für (hauptsächlich) anaerobe (also nicht-Sauerstoff-brauchende) Bakterien. Verschrieben als Ovulum – also als Vaginaltablette wird es vor allem gegen Gardnerella-Infektionen. Das ist ein Bakterium, das auch in der normalen Scheidenflora vorkommt, das aber bei starker Besiedelung zu üblen Vaginalentzündungen und aufsteigenden Infektionen führen kann. Das Bakterium macht einen typischen fischig-fauligen Ausfluss …

Apotheken aus aller Welt, 334: Wolgast, Deutschland

Schreibt Simop:

Was passiert, wenn man Urlaubsbilder sortiert … Ja, dann fallen einem nochmal Apothekenbilder in die Hand… :-)
Diese hübsche, leider am Sonntag geschlossene Apotheke stammt aus Wolgast in Mecklenburg-Vorpommern, die sozusagen das Eingangstor nach Usedom darstellt. Leider konnte ich die Sonne nicht dazu bewegen, sich schnell zur Seite zu begeben, daher leider etwas Gegenlicht (und mein Handy hat auch (noch) keine Gegenlichtblende…)

Wolgast

Ah, wenn das herauskommt beim Bilder-sortieren, darfst Du ruhig weitermachen …

An der Stelle möchte ich mich noch entschuldigen bei denen, die mir in den letzten Tagen (Wochen?) Bilder zugeschickt haben – sie sind angekommen, aber ich bin aus aktuellem Anlass bisher noch nicht dazu gekommen, sie anzuschauen respektive zurückzuschreiben. Das mache ich aber noch … später. Danke Euch trotzdem!