Weshalb ich mich im Moment lieber im Hintergrund halte …

Diese Woche bin ich nicht so … kundenfreundlich wie sonst. Das merke ich selber: etwas gestresst, etwas zu wenig ausgeschlafen und deshalb überlasse ich im Moment die Front der Apotheke lieber meinen freundlichen Kolleginnen …

Mann am Thresen zu meiner Pharmaassistentin (PA): "Ich habe da eine etwas freche Frage …"

PA: "Ja?"

Mann: "Ich hatte vor einem Monat einen Magenbypass bekommen und die Ernährungsberaterin hat gesagt ich solle Vitamine nehmen."

PA: "Ja. Und?"

Mann: "Sie hat gesagt ich kann auch solche aus der Migros* nehmen. Welche soll ich da kaufen?"

Ich hinten habe das mitbekommen und kommentiere (zum Glück nur halblaut): "Dann versuchen Sie doch das mal in der Migros zu fragen!"

Ich habe wirklich keine Ahnung, was in deren Vitamin-Produkten drin ist. Und obwohl er weiss, dass es etwas frech ist, sich bei uns die Info zu holen, auf was er zu achten hat – und es dann woanders kaufen zu gehen … macht er das.

Im Moment hätte ich wahrscheinlich nicht die Geduld gehabt nach so einer Eröffnung ihn weiter anständig zu beraten. Nicht so meine Pharmaassistentin. Die schafft es sogar freundlich zu bleiben und ihm am Schluss noch etwas zu verkaufen (keine Vitamine allerdings …).

Hättet ihr auch so reagieren können?

*Migros = grosser Detailhändler der Schweiz.

 

Apotheken aus aller Welt, 390: Nyang’oma, Kenya

Lisa schickt uns eine Kenianische Apotheke. Toll auch die Innenansichten! Danke vielmals!

Ich habe auch ein paar aufgenommen unterwegs, aber die kommen später.

Also ich studier Pharmazie (noch 2 Semester Uni und ein Jahr PJ, dann bin ich fertig) und war in den Semesterferien in Nyang’oma in Westkenia am Viktoriasee in einer Missionsstation, die Schulen, ein Waisenhaus und eine Krankenstation mit Dispensary hat. Mit ein paar anderen Mädchen aus Deutschland haben wir 3 Wochen geholfen wo man uns gerade brauchen konnte und viel erlebt :)

Auf den Fotos sieht man die Krankenstation/Apotheke von außen und die Apotheke von Innen. Julia war dort die Pharmtech, ganz verstanden wie die Ausbildung funktioniert hab ich allerdings leider nicht.
Der große Schrank, das sind alles die HIV-Medikamente, die kostenlos abgegeben werden. Auf dem Regal rechts daneben sind alle anderen Medikamente, also Malaria- und TB-Medikamente, Paracetamol und kleine Bestände an weiteren Medikamenten die Tablettenweise oder Tropfenweise ausgegeben werden.

Vieles fehlt halt leider (z.B. Blutdruckmedikamente und so vieles Andere). Und Ärtze fehlen. Zwei halb studierte gibts, die das Medizinstudium aus Geldmangel frühzeitig abbrechen mussten. Aber was Besseres kriegt man einfach nicht, so weit ab vom Schuss. Es gab auch noch eine AIDS-Station, in der Leute kostenlos getestet werden, es Selbsthilfegruppen gibt und man sich um Schwangere kümmert.

Es war auf jeden Fall eine super Erfahrung und eine schöne Zeit ;)

Lisa

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Einschränkungen

benzorp

Der Arzt Beschränkt hier die Wahlfreiheit des Patienten – wohl in der Hoffnung Missbrauch einzudämmen.

Nun – für den Patienten ist das wahrscheinlich immer noch besser, als dass der Arzt ihm kein Rezept mehr ausstellt.