Servicewüste (mal wieder)

Eine Frau kommt zur Apotheken-Theke.

„Ich habe eine Frage betreffend meiner neuen Medikamente vom Rezept“ sagt sie

„Sicher“ sage ich, „Wie ist Ihr Name?“

und wende mich dem Computer zu, um in ihrem Dossier nachzuschauen. Das ist das Praktische hier – dass wir Patientendossiers führen, wo die abgegebenen rezeptpflichtigen Medikamente drin sind. Übersichtlich, Nachvollziehbar, und mit Angaben von wegen Wechselwirkungen und selber eingetragenen Infos betreffend Gesundheitsproblemen.

„Oh, ich bekomme meine Medikamente nicht von hier. Ich bekomme sie von einer anderen Apotheke. Die sind aber immer sehr beschäftigt und haben keine Zeit für meine Fragen.“

Ich starre sie an. Ja, sorry. Ich sage nichts, aber ich warte auf eine Frage.

Sie starrt zurück.

Ich hebe meine Augenbraue, dann gebe ich nach.

„Ookay. Haben Sie mir eine Liste der Medikamente, die Sie nehmen?“

Ich brauche etwas, um damit zu arbeiten.

„Nun, ich kann ihnen ansehen, dass Sie mir nicht helfen wollen.“

Meine Augenbraue rutscht noch ein bisschen höher.

„Ich helfe Ihnen, aber Sie müssen mir vorher die Info geben – ich habe sie nicht, da Sie keine Kundin bei uns sind.“

„Ich weiss gar nicht, warum ich mir überhaupt die Mühe gemacht habe in diese Apotheke zu kommen! Sie haben wirklich nicht den besten Service!“ bellt sie mich an.

Jaaa – enthusiastisch bin ich nicht darauf Ihre Fragen zu beantworten, nachdem sie alle ihre Medikamente woanders geholt hat. Aber ich würde es trotzdem machen, wenn ich die vorher dafür nötige Info bekomme.

Sie hat noch nie ein Rezept bei uns eingelöst.

Nicht. ein. Mal.

Und sie hat mir auch keine Gelegenheit mehr gegeben, ihr zu zeigen, was wir / ich so können.

Tja.

Bauchfrei

Frau Maddox, eine alte Stammkundin (im doppelten Sinn des Wortes) betritt die Apotheke mit … mangelhafter Bekleidung: ihr T-Shirt ist unter dem BH festgeklemmt, so dass ihr – nicht mehr knackiger und nicht mehr junger (nicht mal mehr mittel-alter) Bauch heraus-hängt.

Oh. Absicht ist das kaum. Alles schaut.

Lehrling Minnie (notabene noch nicht 20 und gelegentlich selber bauchfrei unterwegs) sieht das, geht direkt zu hier hin und zieht ihr das T-Shirt mit einem scharfen Ruck über den Bauch: „Frau Maddox man sieht ihren Bauch!“

Reaktion von Frau Maddox: „Ach, darum war das so kühl da unten.“

First world problems …

rpnummer

Ja, was mache ich denn jetzt? Die Climavita gibt es nur in 30er und 90er Packungen …

Antwort: rede mit der Patientin. Die Frau hatte noch ein paar Tabletten zu Hause, also reicht eine Packung zu 90 Stück.

Nur: Wieso schreibt der Arzt das so genau auf???

Und süss fnde ich den Textblock auf der rechten Seite: das dient nur als Gedankenstütze für den Arzt. Oder?

In der Kürze …

Ich verstehe ja, dass die Stuhlgewohnheiten (und Probleme damit) für manche Leute ein grosses Thema sein können, aber … älteren Frauen über ihre Stuhlgänge zuzuhören gehört nicht zu meinen Lieblingsaufgaben beim Job.

Könnten wir das möglichst kurz und prägnant halten?

Apotheken aus aller Welt, 503: Tokyo, Japan

 

Danke vielmals an Steffi für diese Apotheke vom anderen Ende der Welt :-)

Hallo Pharmama,da es schon länger kein Foto einer japanischen Apotheke auf Deinem Blog gab, hier ein Foto einer Apotheke in Tokyo. Man beachte auch die lustige Fußmatte…

tokyo

 

Für eine japanische Apotheke hat das erstaunlich wenig Pastellfarben (ausser der Fussmatte!)