Über-laut

Man hört immer wieder, dass es manchen Kunden (immer noch) peinlich ist, Kondome zu kaufen. Das sollte nicht so sein. Für uns Verkäufer ist das etwas alltäglich normales – und wenn man in der Apotheke / Drogerie das kaufen geht sowieso. Da plagt man keine Kunden mit peinlichen Rufen durch den Laden oder ähnliches.

Umgekehrt sollte es aber auch so sein.

Wer redet von der geplagten Verkäuferin (in dem Fall die junge Drogistin), wenn von den beiden jungen Männern, die zusammen in die Drogerie kommen, wovon der eine durchweg am Telefonieren ist und der andere eine Kondompackung schnappt und dann ein laufendes Verkaufsgespräch mit der (über-)lauten Frage unterbricht: „Gehen die auch für Analverkehr?!“

Ja. (Ich bin sicher das wussten sie schon.)

Benutzen sie Gleitmittel, die Kasse ist da drüben.

Und Tschüss.

Die böse Apothekerin liess mich verhaften!?!

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Übersetzung:

Ich bin zu Walgreens gegangen um ein gefälschtes Rezept für Percocet einzulösen, nachdem ich Monatelang gefälschte Rezepte bei anderen Apotheken ohne Probleme eingelöst habe. Bei der seltenen Gelegenheit bei dem eine Apotheke es als gefälscht verdächtigt hat, war das Schlimmste dass sie mir gesagt haben, dass ich zurückkommen müsste, nachdem sie die Echtheit mit dem Arzt überprüft haben. Aber Walgreens hat es nicht ausgeführt oder mir gesagt, das ginge nicht, Nein, die hatten den Nerv mir zu sagen, es wäre in 30 Minuten bereit, so dass ich gewartet habe – dann haben sie die Polizei gerufen und ich wurde verhaftet! Ich musste ins Gefängnis und bekam 3 Jahre Bewährung und jetzt habe ich eine Vorstrafe. Wenn die das nicht ausführen wollten, hätte es gereicht wenn sie Nein gesagt haben, wie die anderen Apotheken, es war nicht nötig, mich zu verhaften! Es hatte ja keinen Effekt auf den Apotheker egal wie!

Hähähähähä. Sorry – hämisches Lachen wieder abstell‘. Nein, da habe ich habe kein Mitleid mit ihr- Amerika hat ein riesiges Problem mit Opioidhaltigen Schmerzmitteln und davon abhängigen / sie missbrauchenden Leuten. Und ja, doch – selbst wenn das Mittel selber bezahlt wurde und das ausnahmsweise nicht auf der Strasse landet zum weiterverkaufen … der Apotheker macht sich bei der Abgabe auf ein gefälschtes Rezept auch strafbar … und die DEA – die Drogenvollzugs-Behörde, die in Amerika Vergehen mit Drogen verfolgt hat schon einige Arztpraxen und Apotheken geschlossen, weil die in ihren Augen zu viele opioide Schmerzmittel abgegeben haben. Das hat inzwischen direkten Einfluss auf die Erhältlichkeit von den Mitteln für die richtigen Schmerz-Patienten. So: Nein, es hat einen Effekt auf Apotheker und den Rest der Öffentlichkeit, wenn Rezepte (systematisch) gefälscht werden. Also: kein Mitleid, wenn das wirklich so passiert ist.

Das Original findet immer noch hier auf der Beurteilungs-Seite Consumeraffairs.com (ziemlich unten).

Apotheken aus aller Welt, 557: Berlin, Deutschland

Ich habe ja nicht viele Neujahrsvorsätze, aber einer davon ist, ein bisschen mit den eingesendeten Apotheken-Bildern vorwärts zu machen. Momentan bin ich an denen im Oktober (nur damit ihr wisst, dass es dauern kann …). Hier eine spezielle aus Berlin, mit bestem Dank an Biene:

mein Bruder hat mir heute eine wirklich schöne alte Apotheke in Berlin gezeigt. Dank Feiertag war sie leider nicht auf, aber der Blick ins Innere war sehr schön und die Deko im Schaufenster lässt das Pharmazeutenherz höher schlagen :-) und erklärt die Geschichte der Apotheke.

Es handelt sich um die Rothe Apotheke am Hackeschen Markt. Hinterher stellte ich dann fest, dass es Berlins älteste Apotheke ist. http://de.wikipedia.org/wiki/Rothe_Apotheke

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Und das reicht?

„Und das reicht?“

War die Reaktion einer Kundin, nachdem ich ihr das Prinzip der LOA (Vertrag zwischen Krankenkasse und Apotheken in der Schweiz) mit den Pauschalen als Abgeltung für unsere Arbeit erklärt habe.

Im Normalfall erwarte ich da (aus schlechten Erfahrungen) schon fast Reaktionen wie: „Für was? Ich brauche ja keine Beratung*. Sollte ich also auch nicht bezahlen müssen“

Statt dessen Sie: „Und das reicht für Sie als Einkommen?“

Nun – sagen wir es mal so: Es ist ein Anfang, zum Glück gibt es auch nicht rezeptpflichtiges …

*Das ist auch keine Beratungs-Taxe!

In dem Zusammenhang darf ich neu auch erwähnen, dass die Discount-Apotheken-Kette Sun Store, die bis anhin werbetechnisch grosszügig auf die Pauschalen verzichtet hat … das per 1. Januar 2015 (jetzt) auch nicht mehr macht. Ganz offensichtlich haben auch die gemerkt, dass sie auf das Einkommen nicht verzichten können, wenn sie weiterhin als Apotheke existieren wollen. (sie auch Artikel in 3min).

optische Musterpackung 1

Das ist ein erster Teil der bisher im Blog veröffentlichten Comics* in und um die Apotheke.

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*Ja, die sind von mir. Urheberrecht vorbehalten. Wer eines davon brauchen will (on- oder offline): braucht meine Einwilligung.  (Und bringt eine Quellenangabe – online ein Link.)