Algebra-Rezept?

Mysteriöses Rezept, das ich im Oktober gefaxt bekommen habe:

rpnadeln

Was ich entziffert habe: S + N + A2N

Das ist alles. Ansonsten hat es den Patientennamen drauf und wer es ausgestellt hat und das war’s. Ich habe dann zur Klärung angerufen, weil ich mit dem Algebra nach dem es aussieht oder besser gesagt, den Abkürzungen die das wohl sein sollen nichts anfangen kann.

Habt ihr eine Idee, was gemeint war?

(Das Rezept war von einem Spital – ich konnte ihr dann leicht klarmachen, dass Abkürzungen auf dem Rezept ein echtes „no go“ sind. Vor allem Spitalinterne Abkürzungen.)

nur eine kurze Frage

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  • die Antwort ist nein, nicht weil das jetzt unhygienisch wäre, aber die Hormone drin sind jetzt wohl bei den Fischen … 😞

#nureinekurzefrage #nurinihrerapotheke #fragpharmama #apotheke #verhütung #medikamente

Ich bekomme den Tampon nicht raus!

Ziemlich panischer Anruf am Morgen früh, eine der Tonlage nach jüngere und sehr aufgeregte Frau:

Ich bekomme den Tampon nicht heraus! Was soll ich tun? Muss ich zum Arzt?“

Ich versuche mich zusammenzureissen – am morgen bin ich noch nicht so Gedankenschnell: „Wie lange ist das jetzt schon drin?“

„Etwa 3 Stunden“

„Ah. Ich denke das ist noch kein Problem – so ab 8 Stunden könnte es aber eines werden.“

Ich versuche sie zu beruhigen: (für Männer wird es jetzt vielleicht etwas zu „detailliert“ – ihr müsst nicht weiterlesen, ok? Dasselbe gilt für Leute mit hyperaktivem Kopfkino, die sich vor allem aus den Kommentaren hier fernhalten sollten.)

Tampons können eigentlich nicht im Körper verschwinden .. der Eingang zur Gebärmutter ist zu klein, als dass er da einfach durchrutscht. Das zumindest ist beruhigend.

Dass das Bändchen nicht mehr dort ist, wo es sein sollte habe ich auch schon selber gehabt, aber das heisst nicht, dass das vom Tampon abgefallen ist (tatsächlich hält das sehr fest) – wahrscheinlich versteckt es sich einfach ein einer Falte. Und am Bändchen holt man es am einfachsten raus.

Wenn man sich nicht verkrampft, kann man mit den (sauberen) Fingern in der Scheide danach suchen. Auch nach dem Tampon selber, wenn es weiter rein gerutscht ist.

Jetzt … nach 3 Stunden ist das Tampon vielleicht noch nicht wirklich vollgesogen … und trockene Tampons rutschen schlechter. Vielleicht einfach noch einen Moment warten.

Ist das Tampon wirklich nicht greifbar mit dem Bändchen, aber wahrscheinlich vollgesogen, kann man auch versuchen es herauszupressen. Das macht man am besten indem man die Beine hüftbreit auseinanderstellt, in die Hocke geht und die Bauchmuskelpresse aktiviert (wie man sonst auf der Toilette macht).

Wenn das alles nichts gebracht hat, dann ist es Zeit zum Arzt zu gehen.

Allzu lange sollten Tampons nämlich nicht im Körper bleiben. Die saugfähigen Dinger bilden in der Körperwärme ein ideales Närmedium für viele Bakterien, darunter auch solche, die Blutvergiftungen und das toxische Schocksyndrom auslösen können. Das ist ein Problem für diejenigen, die diese speziellen Bakterien (nicht alle machen das) schon in sich tragen, aber da man das nicht weiss gilt allgemein: Tampons nicht zu lange drin lassen.

Von daher verstehe ich die Aufregung schon. Aber sie hat es wenigstens nicht vergessen, dass er drin ist…

 

Das habt ihr auch?

Kundin kommt mit einer Packung Tena (das sind Inkontinenzeinlagen) zur Kasse und der Bemerkung: „Toll, jetzt haben Sie die richtig eingeräumt, jetzt finde ich auch gleich die richtigen!“

Oookay … ich habe die Kundin vorher noch nicht gesehen, aber jetzt, wie sie das sagt, weiss ich wer das ist. Sabine hat mir von ihr berichtet, dass sie reklamiert hat, dass unsere Tena nicht logisch eingeräumt seien. Meine Kollegin hat sich das angeschaut und beschlossen, dass sie eigentlich recht hat … und sie danach umgeräumt. Ja – wir sind nicht so stur, wir sind lernfähig :-) Wenn etwas Sinn macht, dann ändern wir auch althergebrachtes.

Jedenfalls kauft die Frau die Tena, wendet sich zum gehen, bleibt aber nahe vom Ausgang bei unseren Putzmitteln stehen und meint: „Füllen Sie die auch auf?“

Ich bejahe, worauf sie mir aus der Tasche, die sie dabei hat, eine leere Flasche hinstreckt und meint: „Dann können sie mir das mit Geschirrspülmittel füllen – da brauche ich ja nicht in die andere Drogerie zu gehen.“

„Natürlich!“ Sage ich … und verschwinde hinten um es aufzufüllen.

Wieder zurück am HVTisch und wir sind am Abschliessen, da bemerkt sie, wie Donna nebendran einer anderen Kundin Microlax verkauft. Das ist ein Mittel (kleines Klistier) gegen Verstopfung.

Kundin: „Oh, das haben sie auch?“

Pharmama: „Ja – wir sind auch eine Apotheke.“

Kundin: „Haben Sie auch die grossen? Ich brauche die für meine Mutter.“

Pharmama: „Ja.“

Und so durfte ich das auch noch verkaufen.

Die Kundin war schon häufiger bei uns … und entdeckt offenbar immer noch etwas neues …

Nur dass sie nicht gemerkt hat, dass wir Drogerie und Apotheke sind, stimmt mich etwas … nachdenklich.

Beschaffungsprobleme – Krankenhausvariante

Heute mal was anderes: ein Gastbeitrag einer deutschen Krankenhaus-Apothekerin! Besten Dank an Biene dafür:

Es ist Mittwoch und ich habe seit heute Bereitschaftsdienst. Da ich in einer Krankenhausapotheke arbeite, muss ich nicht vor Ort sein, sondern bin über ein Handy erreichbar. Das wandert zwischen uns Apothekern, so dass jeder mal für mehrere Tage am Stück dran ist. Die meisten „Notfälle“ passieren irgendwie immer am Wochenende, so dass ich eigentlich entspannt bin, bis es um halb sieben abends vor mir auf dem Tisch  piepst.

Eine Ärztin von der Inneren Station ist dran: „Hallo, sind sie die Kollegin, mit der ich heute schon mal wegen der Dialyse-Lösung telefoniert habe?“

Nein, daran könnt ich mich erinnern.

Sie erzählt mir, dass sie einen Patienten aus der Gegend mit einer Bauchfelldialyse (Peritoneal-Dialyse = PD) auf Station haben. Seine Familie hat ihm leider keinen einzigen Beutel seiner speziellen PD-Lösung mitgebracht.

(Einschub von mir: wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, muss man die Abfallstoffe anders aus dem Blut bekommen, heute geht das meist mittels Blutwäsche: eine Maschine filtert das mühsam 2-3 x pro Woche im Spital raus. Es geht aber auch mittels solcher Dialysebeutel zu Hause: die enthalten eine konzentrierte Lösung, die man täglich in den Bauchraum appliziert und nach ein paar Stunden wieder entfernt. Ich habe davon bisher nur theoretisch gehört)

Sie konnten sich schon zwei der Beutel in der Dialyse-Praxis im Haus borgen und dachten, das würde bis zum nächsten Tag reichen. Jetzt haben sie aber festgestellt, dass der Patient nicht nur einen dieser Beutel pro Tag braucht, sondern VIER! So dass sie für den nächsten Morgen nichts mehr haben. Parallel zu ihrer Erklärung, hatte ich schon mal online gesucht und die PD-Lösung beim Hersteller gefunden. Leider ohne Angabe der tollen Pharmazentralnummer (PZN) mit der ich schneller suchen und bestellen könnte.

„Ich geh mal auf die Suche, ich ruf Sie gleich zurück!“ vertröste ich sie.

Kurzer Check bei unseren Großhändlern, zum Glück geht das online: nix zu finden, egal wie ich suche.  Also rein in die Apotheke und ran an den Computer. Auch unser Taxx-Programm spuckt mir nichts aus. Also telefonier ich mit den Großhändlern. Herrlich, dass die netten Damen so lange da sind. Die finden irgendwann zwar die PD-Lösung, die ich brauche, haben sie aber nicht vorrätig. Bei der Firma ist natürlich abends um sieben keiner mehr erreichbar. Ich telefoniere noch mal kurz mit der Ärztin, um sie auf den neusten Stand zu. Um mir diese ominösen Beutel selber mal anzuschauen und nach Informationen zu suchen, flitze ich rüber auf die Station. Die Schwester dort, ist schon etwas verzweifelt, aber noch ruhig und humorvoll. Es gab wohl etwas Ärger mit der Familie, weil die keine Beutel abgeben wollen/können. (Wir würden die natürlich ersetzen, brauchen dafür nur etwas mehr Zeit, als zwölf Stunden über Nacht) Auch ein kurzes Gespräch mit dem Patienten bringt mich nicht  wirklich weiter.
Nur um sicher zu gehen, durchforste ich noch unser Lager mit den Infusions- und Dialyselösungen, finde aber, natürlich, nichts Passendes. Inzwischen ist es halb acht abends und mir gehen die Optionen aus. Die diensthabende Ärztin hat gewechselt, weiß aber zum Glück Bescheid. Ich erkläre die verfahrene Situation und verspreche, morgen früh weiter zu suchen, wenn ich auch wieder jemanden bei der Firma und der Dialyse-Praxis erreiche. Das  findet sie in Ordnung, zumal eh unklar ist, ob der Patient bleiben kann. Huch

Sie erklärt mir, dass seine Probleme möglicherweise zu schwer sind, als dass wir die behandeln können. Vielleicht wird er in ein größeres Krankenhaus verlegt. Das wird morgen entschieden. Außerdem sind seine Nierenwerte so schlecht, dass eh fraglich ist, ob diese Dialyseart geeignet ist. Oha

Ich fahr also wieder nach Hause und telefonier noch kurz mit der Station, um auch die Schwester auf morgen zu vertrösten. Nach einer unruhigen Nacht sitze ich früh wieder in der Apotheke und suche weiter. Ich erreiche die Dialyseklinik in einem benachbarten Krankenhaus. Die haben glücklicherweise diese Dialyselösung da und sind auch bereit uns welche zu borgen. juhu

Die Ärztin freut sich und verspricht sich zu melden, wenn sie in der Dienstübergabe beschlossen haben, ob der Patient bleibt. Eine Stunde später ruft ihr Kollege an und meint, sie bräuchten da diese Desinfektionskappen für diese Peritoneal-Dialyse.

„Ähm… bleibt denn der Patient? Ich muss die erst organisieren, wir haben die nicht vorrätig. Ihre Kollegin wollte mir Bescheid geben, ob es gebraucht wird oder nicht.“

Herr Doktor: „Deswegen ruf ich ja an. Er bleibt, wir brauchen das. Und auch die Lösung.“

„Wie lange bleibt er? Wie viel brauchen wir denn?“ frage ich ihn.

Herr Doktor: „Bis morgen auf jeden Fall, länger weiß ich nicht. 4 Beutel pro Tag“

Gut, ich rufe also bei der Dialyseklinik an und schicke ein Taxi, welches uns die Beutel und die Kappen abholt. Danach telefoniere ich mit der Firma und bestelle die PD-Lösung und diese Desinfektionskappen zum nächsten Morgen. Etwas später trage ich die geborgten Sachen rüber zur Station. Dort steht schon die Schwester vom Vorabend strahlt mich an und  freut sich über die Ware. Hier erfahre ich auch, dass gerade Visite ist und dort geklärt wird, ob der Patient übers Wochenende bleibt. Wir werden wohl wieder telefonieren.

Tatsächlich ruft sie gegen Mittag an. Der Patient bleibt bis Montag, dann wird wieder entschieden. Zwei Beutel mussten sie an unsere Dialyse-Praxis zurückgeben, es wird also wieder knapp. Aber die Tochter des Patienten wollte doch noch welche rumbringen. Ich telefoniere also wieder mit der Firma und ordere noch mal vier Kartons. Das sollte bis Dienstag reichen, sofern es pünktlich da ist.

Es klappt. Alles ist rechtzeitig da und geht fix auf die Station. Wochenende

Sonntag ruft dann die Intensivstation an. Sie brauchen da diese Dialyselösung.

Was? Welche? Hilfe!

Natürlich brauchen sie eine andere als die Innere Station und natürlich haben wir nichts mehr an Lager. Alles was wir da haben, bringt ihr nichts. Ich erklär ihr, dass ich nicht weiß, wo ich jetzt noch was herholen soll. Die Firma ist nicht erreichbar, der Großhandel hat so was nicht, die Dialyseklinik ist zu und ich kenn keine externe Station, die so was nutzt. Die Intensivschwester ist nicht glücklich, nimmt es aber so hin. Kurz danach ruft sie wieder an.

Wir könnten uns in der nächsten Uniklinik was borgen, sie hat das dort mit der Station geklärt.  Hm, nicht der übliche Weg, aber ok.

Ich organisier also wieder ein Taxi, warte auf selbiges und bringe alles zur Intensivstation.

Am Montag telefonier ich wieder mit der Inneren Station, auf der unser PD-Patient liegt. Ich bekomme zu hören, dass er noch bleibt, dass aber noch 4 volle Kartons da sind. Ich wundere mich kurz und hoffe einfach, dass die Familie was mitgebracht hat und deswegen noch so viel „über“ ist.

Mit der Uniklinik will ich noch die „Rückgabe“ der geborgten Dialyselösung für die Intensivstation klären. Die ist, natürlich, nicht mehr lieferbar. Also versuche ich dort gefühlten 20 Personen in verschiedenen Abteilungen zu erklären, dass sie uns eine Rechnung stellen. Am Ende lande ich dann in der dortigen Apotheke, (das wär auch schneller gegangen) die das Verfahren doch sehr seltsam findet. Ja ich auch, aber anders ging es nicht. Die Beutel die noch lieferbar sind, sind kleiner und nun muss ein Techniker die Dialysemaschinen auf unserer Intensivstation darauf neu einstellen. Was für ein Aufwand.

Donnerstag ruf ich wieder auf der Inneren Station an, denn wenn wir noch PD-Lösung fürs Wochenende brauchen, sollte ich heute bestellen. Leider ist der Patient verstorben und jetzt stehen noch 4 Kartons auf Station rum. Mist

Das ist die unerfreulichste Variante des Chaos bei uns. Meist organisieren wir mühselige irgendwelche Arzneimittel, die schwer zu bekommen sind und wenn es dann da ist, wurde der Patient entlassen oder verlegt. Nicht immer bekommen wir das dann mit. Oft erst, wenn das Arzneimittel als „Retoure“ wieder bei uns in der Apotheke landet. Natürlich zu spät, als dass wir es noch zurück an die Firma bzw. den Großhändler geben könnten.

In diesem Fall, hat uns die Dialyse-Klinik die Lösungen abgenommen. Die können sie ja zum Glück gebrauchen.

Ach ja: Solche „Sonderfälle“ passieren zu gefühlten 99% am Wochenende oder 2 Minuten  vor Dienstschluss.