„Nicht-Apotheken“

Ganz offenbar ist nicht bei allem wo „Apotheke“ drauf steht auch Apotheke drin. Hier sind ein paar Beispiele:

von Ellen von der Kuchenschwarte:

beide im Urlaub geknipst: die Bärendreckapotheke ist in Köln und Omas Apotheke ist eine Kneipe im Hamburger Schanzenviertel.
(Ich finde, die passen ganz gut in deine Sammlung, da Alkohol und Lakritz ja durchaus medizinische Wirkungen haben können … *g*)

Und von Annika aus Bonn ist dieser Beitrag:

Im Anhang habe ich Fotos einer, wie soll ich es am besten ausdrücken, Apotheke der etwas anderen Art.
In diesem Geschäft in der Bonner Altstadt war früher, vor nicht all zu langer Zeit, noch eine Apotheke beherbergt.
Jetzt befindet sich dort ein Laden in dem man vor allen Dingen aber Frau Kleidung kaufen kann.

und dann habe ich noch unterwegs diese hier gesehen: Die Blütenapotheke in Herisau:

Das ist aber ein wirklich seltsamer Fall. Im Internet stellen sie sich als richtige Apotheke dar, wo man per Internet bestellen kann – ausser Arzneimitteln, die man direkt in der Apotheke abholen muss – und ihre Arzneimittel beschränken sich auf ein paar Marken, die pflanzliche, homöopathische oder Vitaminpräparate vertreiben. Und dann haben sie die seltsamsten Öffnungszeiten: Von Montag bis Donnerstag haben sie geschlossen (!) und nur am Freitag und am Samstag offen. WTF?

Die Ente bleibt draussen! – vielen Dank, Loriot

Ich denke, die meisten haben es schon mitbekommen: Vicco von Bülow aka Loriot ist am 22. August gestorben. Auch wenn ihn die Generation heute nicht (mehr) so kennt – seine Sketche und Zeichnungen werden bleiben.

Vielen Dank Loriot für die Lacher, die Du uns beschert hast.

Danke für die Steinlaus, für „früher war mehr Lametta“, für „ein Klavier, ein Klavier“ und für „Sie haben da etwas.“ und noch viel, viel mehr.

Die Welt ist ein bisschen ärmer geworden ohne Dich.

Anderen zu leid leben – Fortsetzung oder Stopp?

Erinnert ihr euch noch an unsere Nachbarn mit dem Stalker – Problem?

Sie haben einen neuen Brief bekommen. Frankiert diesmal und mit höflicherer Anrede …. aber wirklich von ihrem „Unbekannt“. Darin war eine 20 Euro Note und geschrieben in Schreibmaschinenschrift stand da:

Lieber … und …

Mein Spiel mit euch hat mir viel Spass gemacht. Je mehr ihr euch aufgeregt habt, desto mehr habt ihr mich angetrieben weiterzumachen. Ich bin aber bereit aufzuhören, als Entschädigung liegt etwas Geld bei. Wenn ihr das beenden wollt, müsst ihr versprechen, keine weiteren Schritte gegen mich zu unternehmen – als Zeichen dafür hängt ihr einfach ein weisses Laken oder Kopfkissenbezug aus dem Fenster. In dem Fall würde ich euch einen weiteren Sühnebatzen zukommen lassen.

Keine Unterschrift natürlich und kein Absender.

Was meint ihr?

 

Was Du schon immer …

… über / von Pharmama wissen wolltest, aber nicht fragen konntest.

… Jetzt kannst Du es: Stell Deine Frage im Kommentar oder per mail (pharmama08(at)gmail.com) und wenn ein paar zusammenkommen, beantworte ich sie in den nächsten Tagen – wenn möglich.

Die Wasseraffentheorie

Und jetzt mal etwas ganz anderes (oder: and now to something completely different)

Die Evolution des Menschen hat mich schon immer interessiert. Woher kommen wir? Warum sehen wir so aus? – Fragen, die wohl jeden einmal beschäftigen. Darum habe ich damals das Thema für meine Maturarbeit in Biologie gewählt. Und dabei einige Überraschungen erlebt. Mein damaliger Lehrer hat mir einige Bücher mitgegeben zum Studium. Darwins „Evolution of Men“ und mehr – darunter auch ein Buch „The decent of woman“ von Elaine Morgan … und so kam ich zur Aquatic Ape Theory.

Theorie, denn, wie so vieles in unserer eigenen Evolution ist noch nichts bewiesen. Eines der Dinge, die man ziemlich schnell merkt, wenn man sich damit beschäftigt, ist, dass bei der Evolution des Menschen ziemlich viel unklar ist. Wir können z.B. auch heute noch nicht wirklich eine „Zeitlinie“ aus den wenigen Fossilien der Vorfahren des Menschen zusammenstellen. War der Neanderthaler eine Sackgasse oder wurde das genetische Material integriert?

Da gibt es die klassische „Jäger der Savanne-Theorie“. Die besagt, dass wir die sicheren Wälder und die Bäume verliessen, um auf der Savanne zu leben – wegen Überpopulation oder einem Klimawechsel. Und auf diesen weiten, trockenen Flächen, richteten wir uns auf, damit wir weiter sehen konnten, verloren das Fell, damit wir nicht überhitzten und entwickelten Sprache um im Pack zu jagen.

Nur … hat das ein paar Haken: Es leben auch andere Primaten in der Savanne, Paviane zum Beispiel – und die rennen immer noch auf allen vieren und haben volles Fell – da ist kein Zwang sich anzupassen.

Die Wasseraffen-theorie besagt, dass die Veränderungen schon vorher angefangen haben – in einer Übergangsphase, die im/am Wasser verbracht wurde.

Um die Theorie zu unterstützen, müsste in Afrika ein Klimawandel stattgefunden haben zum Zeit der Umstellung – da, wo unsere Vorfahren herkommen – dem Gebiet der grossen Seen. Und wirklich, in der Zeit zwischen vor 7 Millionen bis vor 70’000 Jahren wurde das Gebiet vom Meer überflutet. Es entstand ein riesiger Inland See, abgeschlossen vom übrigen Meer, aber mit Salzwasser. Heute ist alles ausgetrocknet, eine Wüste mit riesigen Salzlagern.

Dass keine Fossilien gefunden wurden, welche die Wasseraffentheorie unterstützen ist zu erwarten: die meisten der Veränderungen sind nicht in den Knochen sichtbar: Behaartheit, Lage der Organe, Unterhautfettgewebe etc. Dass die meisten Fossilien aber in der Nähe von (ehemaligen oder noch existierenden) Wasserflächen gefunden wurden wäre wieder eher ein Hinweis, dass sie korrekt ist.

Hinweise für die Wasseraffentheorie:

Der aufrechte Gang: die meisten Primaten sind mit dem Vierfüsser Gang durchaus zufrieden und richten sich nur kurz auf, um bedrohlicher zu wirken, oder nach etwas Ausschau zu halten. Und … um Wassergebiete zu durchqueren. Sie können zwar schwimmen, aber sie laufen lieber aufrecht, das Wasser trägt ein Teil des Gewichtes, was es einfacher macht und sie können den Kopf über Wasser halten zum atmen. Auch wir sind auch nach fast 5 Millionen Jahren immer noch nicht perfekt an den aufrechten Gang angepasst (was die vielen Leute mit Rückenschmerzen, Krampfadern, Hämorrhoiden etc. zeigt) – warum also würde man so etwas auf sich nehmen – wenn man nicht durch die Umgebung dazu gezwungen wird – z.B. durch weitreichende Überschwemmungen?

Haarlosigkeit – Warum sind wir nackt? Nackt zu sein, bedeutet die Haut mehr der Sonne auszusetzen, was sicher kein Vorteil ist (Sonnenbrand irgendwer?), in Afrika wird es ausserdem in der Savanne nachts reichlich kalt und auch dafür ist es nicht gerade ideal.

Welche anderen Tiere – speziell Säugetiere sind haarlos? Wal, Delfin, Dugong, Nilpferd, – alles Tiere, die im Wasser leben, oder häufig dorthin zurückkehren. Der Elefant ist auch nackt – und ein ausgezeichneter Schwimmer – und Schweine leben im Halbwasser: Schlamm. Alle diese haben auch – zum Ausgleich der vor Auskühlung schützenden Haarschicht ein dickes Unterhautfettgewebe entwickelt – und auch der Mensch zeigt Ansätze dafür. Frauen übrigens mehr als Männer – in beider Hinsicht: Haarlosigkeit und Unterhautfettgewebe. Waren wir vielleicht häufiger im Wasser, weil es da sicherer war? Und die Männer mehr an Land, weil es auch da Nahrung zu jagen gab?

Das Fett ist schon ziemlich typisch für uns – andere Primaten haben diesen Ansatz nicht. Sie werden auch nicht so dick wie wir, mit Wülsten an den Hüften und Bauch und unter den Armen – und das Fett ist für uns bis zu einem gewissen Grad normal. Eine 16jährige sollte etwa 27% des Körpergewichtes in Fettgewebe haben. Fällt der Anteil unter 22% hört der Menstruationszyklus auf und wir können nicht mehr schwanger werden. Ein guter Teil des Fettgewebes befindet sich auch in und unter der Haut – Unterhautfettgewebe wie bei Wasserlebenden Tieren.

Schwitzen – als Kühlfunktion ist das reichlich eine schlecht funktionierende Einrichtung. Das System, das Einzigartig ist für die Menschen – andere Säugetiere die Schwitzen, tun dies viel weniger und brauchen andere Drüsen dafür. Ausserdem schwitzen wir oft, wenn es gar nichts bringt – in feuchtem Wetter. Es fängt viel zu langsam an, bringt mehr als die dünne Schicht Feuchtigkeit, die es zum kühlen bräuchte und verschwendet Salz. Wir sind die einzigen Säugetiere, die Salz ausscheiden mit dem Schwitzen. Wir schwitzen sogar noch, wenn wir fast total dehydriert sind.

Also warum das ganze? Eine Möglichkeit ist: um Salz auszuscheiden. Wenn wir wirklich lange an/im Salzwasser verbracht haben und Meeresfrüchte gegessen und gelegentlich Salzwasser geschluckt haben, war das vielleicht eine Möglichkeit, die Nieren zu entlasten bei der Salzausscheidung. Seevögel haben auch spezielle Drüsen zum ausscheiden von Salz.

Der Mensch weint – etwas, was Wissenschaftler schon länger erstaunt. Auch das ist ursprünglich entstanden um Salz loszuwerden. Vielleicht hast Du das schon einmal selbst erlebt: wenn man lange weint, sticht das Salz in den Augen. Walrösser weinen, Elefanten weinen. Andere Primaten weinen nicht.

Schwimmen und Tauchen – Um schwimmen und tauchen zu können, müssen die Luftwege vom Wasser abgeschlossen werden können. Wir haben so eine Vorrichtung, das Velum hinten im Gaumen, das die Nasenhöhlen von der Mundhöhle abtrennen kann. Das ist unter den Primaten einzigartig und der Kehlkopf musste dazu nach hinten versetzt werden. Andere Wasserlebende Tiere wie der Pinguin oder das Krokodil haben ähnliche Vorrichtungen. Auch bei tauchenden Säugetieren findet sich das: Seelöwe und Dugong.

Dann ist da noch der Tauchreflex, der auftritt, wenn der Kopf in Wasser gehalten wird – Babies haben bis etwa im Alter von 6 Monaten einen Reflex, der verhindert, dass sie unter Wasser einatmen.

Und schaut mal Eure Hände an, speziell zwischen den Fingern: Ist das anfangende Schwimmhautbildung?

Der Verschobene Kehlkopf (Larynx) hatte aber noch einen anderen Vorteil: er verleiht uns eine grössere Tonweite – im Vergleich zu Schimpansen, die vor allem aus dem Grund nicht sprechen können, weil ihnen die physiologischen Vorraussetzungen dafür fehlen. Das Problem ist nicht die Intelligenz, sondern, dass sie über die Atmung kaum Kontrolle haben – im Gegensatz zu uns. Eine weitere Charakteristika, die wir mit tauchenden Säugetieren (Delfine, Biber, Seeotter) gemein haben. Keine anderen nicht-aquatischen Säuger haben das.

Der Penis – Die relative Grösse des Penis beim erwachsenen Mann (13cm gegenüber einem etwa gleich grossen Gorilla: 3cm) war eine notwendige Entwicklung wegen dem Rückzug und der relativen Unzugänglichkeit der Vagina. Der Lagewechsel der Vagina hat wieder um mit der Anpassung des ganzen Köpers an das Wasser zu tun – Wenn Wirbelsäule und Beine in einer Linie liegen: Stromlinienförmigkeit.

Hirn-Futter: DHA ist eine Fettsäure, die notwendig ist für die Entwicklung des menschlichen Gehirns und für die Augen – sie findet sich leicht in Meeresfrüchten und Fischen, aber kaum an Land. Auch das ein Hinweis darauf, dass sich das menschliche Hirn zumindest in der Nähe vom Meer entwickelt hat, bevor die Menschen anfingen das Land zu erobern.

Es gäbe noch mehr … die Talgdrüsen, die bei uns so gerne Akne machen, die Haare auf dem Kopf, dass wir schon ziemlich „plump“ geboren werden …

Wie gesagt, Beweise fehlen noch – aber das gilt auch für die anderen Theorien, Mir gefällt die Wasseraffentheorie aber mehr als die normale– vielleicht, weil ich das Wasser sehr mag?

Woher kommen unsere Medikamente? Am Beispiel Penicillin … und Antibiotika

Penicillin ist recht bekannt, auch weil es das erste Antibiotikum war. Vorher war unser Immunsystem der einzige Schutz gegen Bakterien und wenn das mit deren Vermehrung nicht mehr klar kam, dann starb man. So einfach war das.

Hinweise darauf, dass Schimmelpilze eine Wirkung auf das Wachstum von Bakterien haben könnten gab es schon früh – so wusste man, dass Sättel, die in dunklen, feuchten Räumen aufbewahrt wurden (und dementsprechend viel Schimmelpilz enthielten) weniger infizierte Scheuerwunden machten bei den Pferden.

Dann wurde das Penicillin entdeckt – und dabei wurde es auch nur durch Zufall gefunden, respektive durch eine Unachtsamkeit.
Alexander Fleming experimentierte 1929 mit Bakterien, die er auf Agarplatten vermehrte um sie zu untersuchen. Als er eine seiner Ansätze anschaute, sah er, dass die Kulturplättchen nicht nur die Bakterien enthielten, die er wollte, sondern sie waren verunreinigt mit einem Schimmelpilz. Offensichtlich hatte er beim Anlegen der Kulturen nicht sauber gearbeitet. Das war ein Grund die ganzen Plättchen wegzuwerfen.


Zum Glück hat er sie sich vorher noch angeschaut und dabei entdeckt, dass dort wo der Schimmelpilz wuchs am Rand eine Zone war, wo die Bakterien nicht wuchsen. Er erkannte, dass der Pilz irgendetwas abgesondert hat, was die Bakterien abtötete. Eben das Penicillin.
Erst über 10 Jahre später konnte das Penicillin isoliert werden und 1941 wurde es erstmals erfolgreich zur Behandlung einer Blutvergiftung eingesetzt.

Bereits während dem 2. Weltkrieg wurde die Suche nach weiteren antibakteriellen Naturstoffen fortgesetzt und es wurden weitere Antibiotika in anderen Pilzkulturen entdeckt.

Ursprünglich definiert man Antibiotika (v. altgriechisch- anti- „anstelle, gegen“ und bios „Leben“ mit lateinischer Endung; Einzahl Antibiotikum) als „natürlich gebildete, niedermolekulare Stoffwechselprodukte von Pilzen oder Bakterien, die schon in geringer Konzentration das Wachstum von anderen Mikroorganismen hemmen oder diese abtöten.“

1943 wurde das Streptomycin isoliert – das erste Mittel gegen Tuberkulose.
1947 Das Chloramphenicol
1948 das Chlortetracyclin– das erste der Tetracyclin-Gruppe
1952 das Erythromycin – das erste Makrolidantibiotikum
1952 die Cephalosporine – auch Beta-laktam-Antibiotika wie das Penicillin
… usw.

Endlich hatte man wirksame Mittel gegen die verschiedensten Bakterien und die durch sie verursachten Krankheiten. Aber … die Bakterien passen sich an. Sie entwickeln sich weiter und durch Veränderung ihrer Gene werden sie resistent auf die Antibiotika die wir haben. Das bedeutet: Antibiotika machen diesen Bakterien nichts mehr aus. Sie sind wirkungslos geworden.

Ein Dilemma: je mehr wir die Antibiotika einsetzen, desto schneller passiert die Resistenzbildung bei den Bakterien.

Auf einmal ist unsere (einzige) Waffe gegen Bakterien wieder stumpf und oft nicht mehr einsetzbar. Und die Probleme kommen wieder: Sepsis, Tuberkulose, MRSA -das sind multi-resistente Bakterien, die bei Infektionen nicht mehr bekämpft werden können …. Amputation ist oft die letzte Hoffnung, man kommt sich vor wie im Mittelalter.

Und … inzwischen finden wir nicht mehr so schnell wieder neue Antibiotika. Neue sind nur wenige in Entwicklung – und ob sie es bis zum Medikament schaffen ist fraglich.

Um so wichtiger ist es, das was wir haben gezielt und mit Bedacht einzusetzen. Also: keine Antibiotika bei Vireninfektionen (die meisten Erkältungen) dagegen wirken sie nämlich auch nicht. Möglichste nicht Breitbandantibiotika sondern gezielt Einzelwirkstoffe. Reserveantibiotika wirklich nur, wenn sonst nichts hilft – und nicht von Anfang an  etc…