Weihnachtsbäume Special

Der Weihnachtsbaum bei uns im Wohnzimmer ist grün und nadelig – aber das müssen Weihnachtsbäume heute nicht mehr zwingend sein. Auf dem weiten Netz habe ich drei Bäume gefunden, die … anders sind.

Nr. 1: Der Laborbaum:  Gestell und bunte Kugeln – sogar eine Spitze (aus einem Schütteltrichter) … da kommen Erinnerungen auf! (Quelle)

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Nr. 2: Der Handschuh-Baum. Etwas für die Mediziner und Pfleger unter meinen Lesern. Auch er wunderschön geschmückt – und nach Weihnachten platzsparend entsorgbar. (Quelle)
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Nr. 3: moderne Kunst: In Brussell steht dieses Jahr dieses spezielle Exemplar, das die Anwohner „Apotheke“ getauft haben – sieht es doch etwas aus wie das grüne Kreuz, das sonst Apotheken kennzeichnet. (Quelle)

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Der Baum ist übrigens nicht immer grün, Nachts läuft eine ganze Show mit wechselnden Lichtern und Musik. Auf den „Abies electronicus“ kann man sogar raufsteigen.

Euch meinen lieben Lesern, wünsche ich schöne und besinnliche Weihnachten – und nachdem die Welt gestern doch nicht untergegangen ist, nicht zuviel Stress doch noch die Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Gestern Mittag ist es mir so vorgekommen, als hätte das gewisse Leute doch etwas überrascht …

Narben

Narben finde ich in den meisten Fällen überhaupt nichts schlimmes. Wir haben Narben, weil wir gelebt haben – und uns dabei verletzt haben. Das gehört (finde ich) auch irgendwie dazu.

Darum schäme ich mich meiner Narben nicht, auch wenn man sie – dank meiner eher schlechten Wundheilung – ziemlich gut sieht. Gut, allzu viele habe ich nicht. Drei deutliche. Ich hatte mich wirklich im Griff und bei den Windpocken nicht gekratzt – und auch die Akne hat keine bleibenden Spuren hinterlassen.

Dafür habe ich am Fuss eine, die ich aus reiner Dummheit erhalten habe – als Kind hatte ich einen Freund, der mit Feuer und so einem Helikopter-Spielzeug spielen musste. Dass brennendes Plastik dank der Rotation ziemlich weit fliegt, und das sehr weh tut, ist eine der Erfahrungen die mir … eingebrannt wurden. Das war mir so peinlich, dass ich selbst zuhause nicht viel davon gesagt habe. Vielleicht würde das heute auch nicht mehr so deutlich sichtbar sein, wenn ich das besser gepflegt hätte, aber mir ist es Erinnerung daran, vorsichtig zu sein.

Die zweite Narbe ist die ziemlich lange vom Kaiserschnitt. Aber die ist – auch wenn es damals schnell gehen musste- an einer Stelle, die … nicht wirklich viele zu  sehen bekommen.

Die dritte Narbe habe ich vom entfernen eines Muttermals. Weil wir nicht erst eine Biopsie nehmen wollten und dann später nachschneiden, hat der Arzt tief und breit genug geschnitten, dass er auch wenn es nicht gutartig gewesen wäre – alles entfernt hat. Dank dem weiss ich auch, wie tief das Unterhaut-Fettgewebe geht (tief!).

Habt ihr Narben?

Was für welche? Was ist die Geschichte dahinter?

Findet ihr Narben schlimm?

Malen mit Mikroben (2)

 Das sieht vielleicht nicht nach sehr viel aus – aber: das sind Bilder „gemalt“ mit verschiedenen Mikroben. Das hatten wir hier zwar schon einmal – aber die hier sind in dem Sinn speziell: sie wurden nämlich von Alexander Flemming gemalt.

Sagt Dir nichts? Das war der Fleming, der das Penicillin gefunden hat, praktisch der „Vater“ unserer Antibiotika. Der Geschichte nach war das mehr oder weniger durch Zufall: eine seiner Bakterienkulturen wurde durch einen Pilz infiltriert, der die Bakterien am Rand zurückdrängte.

Fleming hatte also Erfahrung mit verschiedenen Bakterienkulturen und benutzte sie offenbar auch zum malen. Nicht eine ganz so einfache Sache – zuerst musste er Kulturen finden, die verschiedene Farben hervorbrachten und dann diese so auf der Agarplatte anbringen, dass sie gleichzeitig reifen würden und dann das Bild zeigen.

Kreativität und Wissenschaft gehen sehr gut zusammen, wie man sieht! :-)

Quelle: Originalartikel im Smithsonian

Lieferunfähig

Endlich komme ich dazu das zu posten. Es folgt ein Gastbeitrag von kelef, die Jahre bei einer grossen (hier ungenannt bleibenden) Pharmafirma tätig war und zwar in der Abteilung „Complaints“ -also: Beschwerden. Viel Spass beim Lesen! Die besten Geschichten schreibt immer noch das Leben …

Aus einem Krankenhaus in der Mitte einer Stadt – einer renommierten Privatklinik – kamen ein paar Fläschchen mit einem Antibiotikum zurück mit dem lapidaren Vermerk „Stopfen in der Flasche“. Nachfragen ergaben, dass beim Anstechen der Flaschen – also beim Versuch, die Nadel zur Entnahme durch den Gummistopfen zu stechen – der Gummistopfen in die Flasche gedrückt worden war. Also nachgeschaut: das Präparat wird weltweit vertrieben und nur von einem Hersteller produziert, der dann weltweit zur Endkonfektionierung (Etiketten, Beipackzettel, Karton) an über 80 Länder liefert. Also nachgefragt: Problem unbekannt, nur aus Österreich gemeldet. Also weiter recherchiert: in der Zwischenzeit Retournierung einiger weiterer Flaschen, eine weitere Charge betroffen. Immer nur aus Österreich. Die Meldungen erfolgten immer nur aus diesem einen Krankenhaus, Krankenhausapothekenleiterin SEHR BÖSE dass ich nachfragte ob denn da noch weitere Details oder irgendein Kontext zu beachten seien. Die retournierten Flaschen mit einem entsprechenden Bericht an den Hersteller geschickt, Hersteller SEHR AUFGEBRACHT: einfach falsch angestochen: so schräg, dass der Stopfen wie vorgesehen in die Flasche rutschen muss, weil die Flasche ja aus Glas ist und bei allzu großem Druck ansonsten in der Hand zerbersten würde.

Ich schreib‘ eine entsprechende Stellungnahme an die Krankenhausapotheke, und denke mir: erledigt.
 

Zwei Jahre später: wegen Erfolgs Wiederholung. Diesmal aber mit einem bitterbösen Brief, so eine große Firma werde doch in der Lage sein ordentlich zu produzieren, etc.. Ich schick die retournierten Fläschchen entsprechend Express an den Hersteller in Übersee, Hersteller retourniert ASAP Stellungnahme mit Photos: falsch angestochen. Ich schreib‘ der Apothekenleitung eine entsprechende Stellungnahme, und denke mir: jetzt werden die das wohl begriffen haben.

Zwei Jahre später: wegen besonderen Erfolgs Wiederholung. Ich krieg‘ einen dicken Hals und schick‘ zwei Leut‘ in das Krankenhaus, damit die einmal nachschauen wie das dort passiert. Des Rätsels Lösung: Auf einer Station ist eine besonders findige Alt-Krankenschwester zugange, die den Nachwuchs einschult – alle zwei Jahre kriegt sie einen neuen Schwung davon. Leider hat die Alte einen besonderen Trick entwickelt, dicke Nadeln von Spritzen zur Entnahme flüssiger Darreichungsformen – z.B. wenn ein Mittel nur verdünnt angewendet werden darf – zwischen Daumen und Zeigefinger zu nehmen und mit einer schwunghaften und eleganten Drehung mit verdrehtem Arm in den Stopfen der aufrecht gehaltenen Flasche zu stechen, und zwar kerzengerade. Die Zauberlehrlinge vulgo Auszubildenden konnten in der Schnelligkeit diesen Trick nicht erlernen, und: voila. Normalerweise nimmt man die Nadel so in die Hand, dass der Schlauch oder die Spritz zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten werden … Die Fachleute erklären der Alten das, diese nickt, die Fachleute kommen zu mir, ich schreib‘ Berichte und Stellungnahmen an Gott und die Welt, und denke mir: erledigt.

 

Zwei Jahre später: wegen fulminanten Erfolgs Wiederholung. Diesmal jedoch – wegen der besonderen Nachhaltigkeit – Complaint nicht an die Firma, sondern an die zuständige Stelle im Ministerium. Mit Kopien an tutto completto to whom it may (not) concern. Und drei bewohnbare Kartons (eine ganze Euro-Palette voll, um die fünfhundert Flaschen) angestochener und nicht angestochener und zerbrochener und nicht zerbrochener (danke, Post) Flaschen in meinem Büro. Kommentarlos, mit dem „Ersuchen“ um umgehende Kostenrückerstattung.

Also: Verkaufsstopp, Ware nicht lieferbar gestellt, alle verständigt, die volle Maschinerie im Laufen (wir erinnern uns: ein Hersteller weltweit, und alleine die EU hat viele Länder), Dear-Doctor-Letter wurde überlegt, Gefahr im Verzug, ich hatte die pathogene (Antibiotika machen ja sonstwas wenn sie frei in Glasscherben herumschwimmen) Schande immer noch im Büro (kein Lager mehr in Österreich, Versand der retournierten Ware nur als Gefahrengut möglich), Kunden böse, Ärzte böse, Apotheker böse, usw.

Gott sei Dank hatte ich gute Verbindungen zu der zuständigen Stelle im Ministerium – die ich hier wirklich lobend erwähnen möchte. Die hatten nämlich nur EINE Flasche bekommen, und sich die Sache nicht erklären können. Erst als ich sie – mit den entsprechenden Unterlagen aus den Vorjahren – darauf aufmerksam machte dass ich da einen Verdacht hätte und ihnen mehrere angestochener Flaschen aus meiner Sammlung schickte, konnten die entsprechenden Untersuchungen gemacht werden. Natürlich hatte ich recht: die Zauberlehrlinge der Alten hatten wieder zugeschlagen, und die Alte hatte nicht einsehen wollen dass die Firma und deren Vertreter recht hatten, und die Anstaltsapothekerin war schlichtweg bösartig (der war gerade der Mann davongelaufen).

 …

Was das die Firma gekostet hat weiß ich Gott sei Dank bis heute nicht: weder die finanzielle Seite noch der Renommee-Verlust wurden jemals wirklich evaluiert. Wie viele erwachsene Menschen wie viel Zeit in diese Blödheit investiert haben, weiß ich auch nicht. Bei mir allein waren es in Summe mehr als zwei volle Arbeitswochen.

Übrig bleibt nach außen nur: da war doch mal was mit der Qualität, da war das Präparat dann nicht lieferbar …

Wahr, wahr. Mich würde ja interessieren, was das jetzt mit dem Grippeimpfstoff dieses Jahr für ein Problem war.

Emptyful

Oh, das ist Kunst, die mir gefällt.

Im Stadtzentrum von Winnipeg (Kanada) steht diese Stahlskulptur – ein Erlenmeyerkolben, gleichzeitig voll und leer. Mit Wasservorhang unten und Wassernebel oben und das alles von Farben wechselnden LEDs beleuchtet bietet das ein ziemliches Schauspiel.

Foto: Gabe Daly

mehr Fotos und Info über das Projekt hier: Link