„Was ist das eigentlich?“

… ist im Moment die von Junior meist gestellte Frage.

Man hat als Nicht-Eltern keine Ahnung in was für Erklärungsnöte so eine einfache Frage einen stürzen kann. Da fängt man an über Sachen nachzudenken, worüber man sich vorher keine Gedanken gemacht hat – weil man es einfach als selbstverständlich angeschaut hat.

Manchmal kommt man auch zu erstaunlichen Ergebnissen. Letztens wollte Junior wissen, was ich da gerade zum Essen mache.

Pharmama: „Das ist ein Poulet.“

„Was ist das eigentlich?“

„Ein Poulet, das ist ein Huhn, Du weisst schon, dieser Vogel der macht „Putt putt putt“ „ (Wir haben ein paar in der Gegend)

„Aber das is Fleisch!“ (Ja, so sieht ein ungebratenes Hühnchen auch aus).

„Ja, das ist Fleisch.“

„Dann isch das ein Fleischvogel!

… darauf kann ich nun wirklich nichts mehr sagen, weil ich erst mal lachen muss.

Was war noch die Frage?

Telefon

Kundin: „Sind sie die Apothekerin?“
Pharmama: „Ja.“
Kundin: „Ja, ich habe da eine Frage. Das ist nämlich so. Vor 2 Wochen, da war ich beim Arzt, der mir aus dem Knie – das war ja schon lange nicht gut – mit einer Spritze 7 ml Wasser gezogen hat…“
Pharmama: „Ja?“
Kundin: „Und dann hat er mir eine Spritze ins gleiche Knie gemacht, gegen die Entzündung.“
Pharmama: „Ja.“
Kundin: „Jedenfalls hätte ich am Dienstag einen Termin gehabt zum das nochmal anschauen …“
Pharmama: „…“ (man merkt schon, ich muss nicht viel sagen)
Kundin: „Aber da habe ich mich nicht wohl gefühlt und bin darum nicht gegangen.“
Pharmama: „…“
Kundin: „Jetzt haben sie mir angerufen wegen einem neuen Termin, den haben sie mir für Donnerstag gegeben…“
Pharmama: „Ok?“
Kundin: „Ja, aber Donnerstag soll es schneien!“
Pharmama: „Ja … und?“
Kundin: „Und ich bin doch mit Krücken unterwegs, da geht das auch nicht!“
Pharmama: „Hmmm.“
Kundin: „Jetzt habe ich angerufen wegen einem neuen Termin …“
Pharmama: „…“
Kundin: „Und sie haben gesagt, ich kann am Montag vorbeikommen.“
Pharmama: „Ok.“
Kundin: „War das ok so?“
Pharmama: „Was?“ (ich denke: Was genau will sie jetzt von mir?)
Kundin: „Dass ich den Termin verschoben habe?“
Pharmama: „Aha. Ja … wie fühlt sich ihr Knie denn an?“
Kundin: „Es schmerzt noch.“
Pharmama: Ist es besser geworden oder schlimmer?“
Kundin: „Besser, glaube ich.“
Pharmama: „Dann denke ich schon, dass es ok war, den Termin zu verschieben.“
Kundin: „Oh, Danke vielmals!“

Hängt auf.

Ungewöhnliche Inhaltsstoffe in Kosmetika

Capsaicin
Ja, derselbe Inhaltsstoff, der in Pfeffersprays zur Selbstverteidigung und manchen wärmenden Rheumasalben und Schmerz-Pflastern zu finden ist. Ein Extrakt der Chili das hautreizend wirkt … und in Lippenstiften oder Lipgloss zu finden ist. Der Effekt ist oft ein Kribbelndes Gefühl … und eine gewisse aufplusterung.

Hühnerknochenmark
Eines von vielen tierischen Produkten, das in Kosmetika zu finden ist. Das Knochenmark enthält Glucosamin, das gut ist für die Haut und Zellwachstum. Findet sich in Feuchtigkeitscremen.

Fischschuppen
Schon mal ein Kosmetikum benutzt mit Schimmereffekt? Eventuell eine Lotion, Nagellack oder Lippenstift? Der liebliche Schimmer den Du da getragen hast kam höchstwahrscheinlich von Fischschuppen. Pearlescence oder Perlenessenz wie es genannt wird, ist die silbern schimmernde Substanz, die hauptsächlich aus Hering gewonnen wird. Es gibt noch eine zweite Substanz, die für Glimmereffekt verantwortlich ist: Mica. Das ist ein Mineral, der deutsche Name ist wirklich Glimmer. Man kennt es als die glänzenden Teilchen in Granit.

Cochinea
Manchmal auch Carmin, Cochenille oder Carminsäure genannt. Gibt diesen wunderbar roten Farbton, der sich in Lippenstift oder Nagellack findet. Gewonnen wird der blutrote Farbstoff aus Cochinea Käfern, eigentlich Schildläusen, die auf Kaktussen leben. Die Käfer werden in heissem Wasser ertränkt getrocknet und zerstossen. Daraus gewinnt man den Farbstoff. Ausser in Kosmetika findet sich der Farbstoff auch in Lebensmitteln wie Wurst, Säften und Süssigkeiten, seine E-Nummer ist E120.

Urea
Einer meiner Professoren hat das mal als „nicht so sexy Inhaltsstoff“ bezeichnet. Dabei ist es weit verbreitet in Körperlotionen und Cremen sowie Shampoos und Deos weil es die Aufnahme von Wasser in die Haut unterstützt. Es handelt sich dabei um Harnstoff, ein Abfallprodukt auch unseres eigenen Körpers. Dankbarerweise verwenden die meisten Firmen künstlich hergestelltes und nicht welches, das sie aus Urin gewonnen haben…

Ich hoffe, ihr findet die Info auch interessant und nicht zu sehr abschreckend. Immerhin sind das alles natürliche Inhaltsstoffe … und es ist immer gut zu wissen, was man sich da auf die Haut schmiert.

Belauscht (3)

Zwickau, Apotheke

Kundin: “Haben Sie auch Augenklappen?”
Apothekerin: “Ja haben wir.”
Kundin: “Was kosten die denn?”
Apothekerin: “1 Euro das Stück.”
Kundin: “Ok. Dann nehm ich gleich 2.”
Apothekerin: “Aber dann sehen Sie doch gar nichts mehr!?”

Quelle: www.belauscht.de


Spezielle Arten der Anwendung

Es gibt so ein paar Medikamente, bei denen ist die Anwendung nicht ganz so einfach wie „Tablette rausdrücken, Tablette schlucken.“ Von diesen möchte ich ein paar vorstellen.

Der Bricanyl Sirup.
Der Rezeptpflichtige Sirup wird gegen Asthmaartige Atembeschwerden bei Kindern gebraucht. Das Problem hier ist das Öffnen der Flasche. Ich hatte schon eine Mutter, die verzweifelt angerufen hat, weil sie die Flasche nicht aufbekam. Es ist auch wirklich nicht ganz einfach, hat die Flasche doch einen speziellen kindersicheren Verschluss – und wie man sie öffnet ist weder in der Packungsbeilage noch auf der Flasche beschrieben. – Liebe Pharmafirma, ändert das doch bitte!

Man muss vom Deckel unten den Ring abziehen und dann den oberen Teil des Deckels anschauen: er hat einen V-förmigen Marker der muss genau (!) mit der umgekehrten Markierung ^ auf dem unteren Teil übereinstimmen, dann kann man den Deckel nach oben abziehen.

Einfach drehen hilft nichts und wenn die Markierungen nicht aufeinanderliegen, bekommt man den Deckel auch mit ziehen nicht ab.

Medikamente auf Reisen

Grundsätzlich ist zu sagen, was in einem Land erlaubt ist, kann in einem anderen verboten sein.
Früher hatten wir in der Apotheke noch Listen für die Länder, die gibt es inzwischen nicht mehr – wahrscheinlich wechselt es einfach zu schnell.

Personen unter medikamentöser Behandlung sollten auf einer Reise ins Ausland ihre Medikamente mitnehmen und bestimmte Vorsichtsmassnahmen treffen:
Immer das Rezept mitnehmen … oder eine ärztliche Bescheinigung.
– Den Namen des Medikaments mit der internationalen Bezeichnung (DCI)  festhalten, um Verwechslungen auszuschliessen: Bestimmte Spezialitäten mit gleicher oder ähnlicher Bezeichnung können unterschiedlich zusammengesetzt sein!

Die Bestimmungen im Zielland müssen berücksichtigt werden, insbesondere im Bezug auf psychotrope Wirkstoffe. Bestimmte Substanzen wie z.B. Diazepam gelten als Betäubungsmittel und stehen unter Kontrolle. In manchen Ländern ist für die Einfuhr von betäubungsmittelhaltigen Medikamenten eine Bewilligung nötig. Aufpassen muss man auch sonst mit starken Schmerzmitteln, Schlafmitteln, Beruhigungsmitteln oder sogar Verhütungsmitteln.

Es gibt auch Länder die sind so streng, dass es in unseren Augen schon fast willkürlich ist.

Zum Beispiel in den Arabischen Emiraten. Wer nach oder auch über Dubai fliegt, sollte sehr vorsichtig sein.
Im Internet findet sich eine Liste der dort verbotenen Medikamente.

Wer mit Medikamenten mit diesen Wirkstoffen angetroffen wird, macht sich des Drogenbesitzes strafbar und das bedeutet 4 Jahre Gefängnis. Man hört in diesem Zusammenhang wahre Horrorgeschichten, wie dem Schweizer, der wegen ein paar Krümeln Mohn vom Mohnbrötchen auf der Kleidung jetzt im Gefängnis sitzt.

Auf dieser Liste findet sich auch z.B. Abilify, das für Schizophrenie genommen wird, Dextromethorphan, ein „einfaches“ frei erhältliches Mittel gegen Husten, Antidepressiva und Parkinsonmittel, Mittel gegen Psychosen, Hormone, Aknemittel wie Roaccutan, das Grippemittel Tamiflu (!) … das fällt zwar nicht unter Drogen, so dass es nicht verboten ist, aber dafür sollte man (zwingend) eine Bescheinigung vom Arzt mitführen, dass man das braucht.

Um also ganz sicher zu sein, sollte man vielleicht frühzeitig bei den Botschaften der betreffenden Ländern anfragen. Die Kontaktadressen der ausländischen Vertretungen in der Schweiz können auf der Website des EDA abgerufen werden.