Zum Passivrauch-Stop

Das ist ein Thema, bei dem ich sicher bei vielen anecke.

Um ganz ehrlich zu sein: Ich mag rauchen nicht (und das ist noch eine Untertreibung). Es ist eine Sucht, eine Gewohnheit und es bringt viele Leute um. Ich mag Sachen nicht, die Leute umbringen – nicht nur aus beruflichen Gründen.

Wenn jemand bei sich zu Hause raucht, dann reduziert er – wie gesundheitsschädlich das auch sein mag – den Schaden auf sich selbst.  Sobald aber jemand anderen gesundheitlich schadet, dann wird das – jedenfalls ist das meine Ansicht – eine Sache der öffentlichen Gesundheit.

Es ist inzwischen erwiesen, dass Passives Rauchen in abgeschlossenen Räumen schadet – auch den Personen, die dort arbeiten müssen (in Büros und Restaurants etc.).  Es gibt genug Studien die das untermauern und belegen – auch wenn sie schwierig durchzuführen sind (wie misst man das Ausmass der Exposition? und, da man ja schon weiss, das es schädlich ist, ist es sehr unethisch Personen wissentlich möglichem Schaden auszusetzen). Aber die Beweise sind da, wenn man Augen hat zu schauen.

Die Beweise, dass es schädlich ist, sind auch sehr offensichtlich bei der Gesundheit von Kindern und schwangeren Frauen.

Jetzt haben wir also ein Dilemma: ist das „Recht zu rauchen“ in einem Restaurant höher einzuschätzen als das Recht der Angestellten und Mitgästen in einer Umgebung zu sein, die ihr Risiko auf Lungenkrebs, Asthma und sogar Herzkrankheiten nicht erhöht?

Also: geben die Freiheitsrechte (die ich auch hoch einschätze) jemandem auch das Recht anderen zu Schaden – während man seinem persönlichen Genuss folgt?

Ein paar Beispiele (und ich hätte gerne Eure Gedanken dazu):

1. Die Mutter eines jungen Kindes mit heftigem Asthma raucht in ihrem Auto und Zuhause. Das Kind wurde schon häufiger wegen der heftigen Asthmaschübe ausgelöst durch das Rauchen der Mutter ins Spital eingeliefert.

Ist das eine Form von Kindesmissbrauch?

2. Die Angestellte einer Bar entwickelt Lungenkrebs von einem Typ, der klar mit Rauchen in Zusammenhang gebracht wird. Sie arbeitete 25 Jahre in der verrauchten Bar, hat aber nie selbst geraucht.

Ist ihr Arbeitgeber zur Rechenschaft zu ziehen, dass er sie wissentlich dem Passivrauchen ausgesetzt hat? Hat sie eventuell ein Recht auf Schadenersatz?

3. Es gibt starke Hinweise darauf, dass auch Passivrauch bei Menschen, die vorbelastet sind eine akute Cardiovaskuläre Erkrankung auslösen kann, so wie Herzanfälle und Infarkte. Ein Raucher bläst einem älteren Mann Rauch ins Gesicht, nachdem dieser verlangt hat, dass er in seiner Umgebung nicht raucht. Der ältere Mann erleidet sofort einen Herzinfarkt und stirbt.

Ist das Totschlag?

Das ist eine heisse Angelegenheit, das ist mir schon bewusst. Ich gebe auch nicht vor alle Antworten zu haben.

Wenn Du Raucher bist und aufhören möchtest, würde ich dir vorschlagen hierher zu gehen:  Sprechzimmer.ch über Rauchstopp

oder, wenn man englisch kann, finde ich die Seite noch gut: The Psychology of Smoking

In der Apotheke bekommt man übrigens auch Hilfe zum Aufhören Rauchen.

Zum Bild: Melissa Williamson, 35, ein Bewohner der Bullitt Avenue macht sich Sorgen über den Einfluss des Lärms der Presslufthammer auf ihr ungeborenes Kind.

(Ich wäre ja über etwas anderes mehr besorgt).

4 Kommentare zu „Zum Passivrauch-Stop

    1. Hallo Medizynicus: merci für die Info (und fürs zitieren). Mir geht’s wie dir – ich gehe viel lieber aus, wenn ich nicht nachher alles raushängen und waschen muss – v.a. in den Haaren klebt der Rauch so übel. Darum hoffe ich schwer, dass bei uns das Rauchverbot in den Restaurants auch kommt

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  1. Ich sehe es ganz klar so, dass die Freiheit des Einzelnen dort endet, wo die Freiheit eines anderen beginnt – und ganz besonders dort wo die körperliche Selbstbestimmung des anderen beginnt.
    Generell bin ich also für ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen – Raucherräume in Clubs/Bars finde ich super. Klar, ich kenne auch 1-2 Kaschemen (aka Raucherbars), da passt das verqualmte einfach rein und man möchte den Grundgeruch vielleicht auch gar nicht riechen.
    Aber eben Räume/etc wo man dem Rauch aus dem Weg gehen kann.
    Und, ja, wenn Eltern fahrlässig die Gesundheit ihrer Kinder gefährden sollte dem nachgegangen werden – da sehe ich das Beispiel oben auch so.

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