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Medikamente bei Amazon

Veröffentlicht am von pharmama

Amazon ist ein online Versandwarenhändler ... und ganz offensichtlich nutzen manche Anbieter Amazon, um Medikamente zu vertreiben.

Medikamente, die Codeinhaltig sind. Das in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Clostridium Botulinum hat das gefunden und auf meiner Fachebook-Seite gefragt:

amazon Ich weiss auch nicht, wem man das melden muss, aber das wurde gesehen von Astrid und an Apotheke-Ad-hoc weitergeleitet. Die daraus prompt einen Artikel gemacht haben: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/versandhandel-codein-bei-amazon/

Berlin - Wie bei ebay dürfen auch bei Amazon nur Versandapotheken Arzneimittel verkaufen. Doch wie das Auktionshaus kommt auch der Onlinehändler nicht hinterher, unzulässige Angebote zu löschen. Aktuell können die ausländischen Präparate Solpadeine Plus und Solpadeine Max über amazon.de bestellt werden. In den Präparaten von GlaxoSmithKline (GSK) ist neben Paracetamol auch das in Deutschland verschreibungspflichtige Codein enthalten.

Und offenbar haben sie auch bei Amazon interveniert ... das Solpadeine ist jedenfalls nicht mehr zu finden.

Gut gemacht!

Na, die für's Herz!

Veröffentlicht am von pharmama

Die freundliche, ältere Dame kommt in die Apotheke mit ihrem Einkaufszettel:

notiz

Herzkapseln also. Okay, welche denn?

Dame: "Ich habe ein Dauerrezept hier. Da sind sie drauf"

Das hilft natürlich enorm:

(Das sind die Medikamente von ihrem Dauerrezept)

drp

Also: "Für's Herz" - mal sehen ... der Blutverdünner? (Aspirin cardio, nimmt man zur Herzinfarktprophylaxe), oder das Blutdruckmedikament (Nifedipin?) oder gar der Cholesterinsenker (Atorvastatin - auch zur Herzinfarktprophylaxe) ?? Was darf's denn sein?

Und zweites Problem: auf dem Einkaufszettel steht noch Alcacyl ... ein frei verkäufliches Schmerzmittel. Das unglücklicherweise diverse Wechselwirkungen mit ihren Medikamenten vom Rezept hat. Speziell unangenehm: mit dem Blutverdünner zusammen riskiert sie Blutungen. Wir haben sie dann auf Paracetamol gewechselt.

Es ist für die Ziege!

Veröffentlicht am von pharmama

Frau in der Apotheke: "Was muss ich machen, damit ich meine Medikamente in die Ferien mitnehmen kann, ohne dass ich Probleme bekomme?"

Pharmama: "Wo gehen Sie denn hin?"

Frau: "In die Türkei."

Pharmama: "Und wie lange?"

Frau: "Drei Monate."

Ups.

Versteht mich nicht falsch. Ich reise auch gerne. Und wir befinden uns zwar in modernen Zeiten, wo das Reisen relativ einfach ist (Sehr einfach, wenn wir es mit den Zuständen noch vor ein paar Jahrzehnten vergleichen) und Grenzübertritte sind eigentlich kein Problem (auch hier mit Ausnahmen), aber ... den Zoll gibt es immer noch. Und es gibt Einschränkungen, was man mitnehmen darf. Und das kann von Land zu Land unterschiedlich sein.

Die Frau hat eine Menge Medikamente. Darunter solches, wo ich schon ziemlich vorsichtig wäre das mitzuführen. Benzodiazepine wie Xanax. Stilnox. Valium. Die bei uns (und nicht nur bei uns) unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

...

Nach ziemlich Suchen habe ich im Internet gefunden, dass man "für persönlichen Bedarf Medikamente mitführen darf" - interessanterweise wird nicht spezifiziert für welchen Zeitraum oder welche Menge- im Gegensatz zu Schengen, wo das auf 30 Tage beschränkt ist. Aber es wird beschränkt, wie teuer sie sein dürfen - etwa 300 Euro insgesamt.

Zur Sicherheit würde ich mir vom Arzt unbedingt noch eine Bescheinigung ausfüllen lassen, dass die Medikamente für den persönlichen Gebrauch notwendig sind - am besten gleich noch mit Türkischer Übersetzung. Und wer ganz sicher gehen will, dass er keine Probleme bekommt, fragt am besten noch beim Konsulat des betreffenden Landes an.

(Mehr darüber: hier nachzulesen bei der Swissmedic)

 

... ich glaube nämlich nicht, dass sich ein Zöllner mit der Begründung "Es ist für die Ziege!" zufrieden geben wird - auch wenn das im Film The Terminal mit Tom Hanks erstaunlich gut geklappt hat :-)

Neues Apothekenkonzept?

Veröffentlicht am von pharmama

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Nach den Diskussionen von wegen "Medikamente testen" ist mir eingefallen, dass ich da noch einen Comic habe ...

ohne Kommentar.

(unter den Vorratsbehältern zum selber - rausholen steht: "Schmerz" - "Verstopfung" "Schlaf". Daneben die Waage - bezahlen nach Gewicht.)

Was meint ihr? Ich bin sicher, das Konzept fände Kunden ...

Medikamentenretoure

Veröffentlicht am von pharmama

gefunden bei den Medikamenten zum entsorgen: Diese Box mit Ibuprofen 200mg Tabletten. Zu 1000 (Ein-Tausend!) Stück.

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Ugh. Bei uns machen sie schon fast einen Aufstand wegen den maximal 20er Packungen, die wir ohne Rezept davon  verkaufen dürfen. In der Apotheke. Nicht im Griffverkauf. Diese hier kommt aus Amerika, CVS ist eine der grossen Apothekenketten dort - und das gibt es frei im Griffverkauf. Eintausend Tabletten aufs Mal. Wer braucht sowas? Irgendwie kann ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen, dass eine Grossfamilie das aufbrauchen könnte. Bei vernünftiger Anwendung heisst das.

Interessant fand ich auch die "Packungsbeilage" - in dem Fall einfach auf der Packung aufgedruckt. Die finde ich nicht mal so schlecht: das wichtigste steht drauf und sie ist nicht wahnsinnig lang. So etwas fände ich dagegen bei uns auch gut.

 

ibu1000

 

Man merke: "Do not take longer than 10 days"  Nicht länger als 10 Tage anwenden - ausser der Arzt verschreibt es so. Selbst bei der Maximaldosis 1 Tablette alle 4 Stunden wären das "nur" 60 Stück ...

Nicht lieferbar (die zweite)

Veröffentlicht am von pharmama

Nach der ersten Geschichte "Lieferunfähig" von kelef, folgt nun das zweite Beispiel. Wiederum ohne Erwähnung des betroffenen Medikamentes oder der Herstellerfirma (aber ich kenne beide und kann das zumindest bestätigen, dass das leider gelegentlich wirklich so läuft).

Viel Spass beim Lesen!

Es gab ein altes, gut eingeführtes Mittel gegen Zwangsstörungen. Dieses Mittel war eines der ersten auf dem Markt, gut erprobt und vielfach verschrieben. Nun muss man dazusagen, dass Zwangsstörungen ja an sich das Leben eines Menschen ganz schön schwer machen können – ob sich das nun in zwanghaftem Händewaschen, Zählen aller vorbeifahrenden Autos, farblichem Sortieren von was auch immer, oder auch „nur“ dem Benützen ausschließlich eines einzigen Weges z.B. zur Bank äußert. Nicht nur der Patient selbst, sondern vielfach auch seine Umgebung werden davon stark beeinflusst. Dabei sind sich diese Patienten aber durchaus sehr oft im Klaren darüber dass ihr Verhalten nicht „serienmäßig“ ist und einer Behandlung bedarf, und sind ansonsten in keiner Weise auffällig. Auch intellektuell stehen viele eher im oberen Bereich, und haben entsprechende Ausbildungen und Berufe.

Ein Mittel, das diese Zwangsstörungen mindert oder überhaupt verschwinden lässt ist also ein durchaus wichtiges und, wie alle Psychopharmaka, sehr regelmäßig einzunehmendes Medikament.

Damit nun alle Tabletten, die ein Patient einnehmen muss, voneinander unterschieden werden können wurden schon immer verschiedene Formen, Überzüge und Farben gewählt. Das erleichtert einerseits dem Patienten den Überblick (früher gab es Tabletten ja in Röhrchen oder Fläschchen, versehentlich ausgeleert war das Auseinandersortieren sehr wichtig), andererseits können anhand von Form und Farbe in Notfällen Ärzte und Apotheker sofort und ohne chemischen Test feststellen um welches Medikament es sich handelt.

Die Verwendung eines anderen Farbstoffes wäre eine Änderung in der Zusammensetzung gewesen, und war auf Grund der internationalen Gesetzeslage ein schwieriges und langdauerndes Verfahren, kostenintensiv und mit einer Unzahl von Auflagen verbunden. Einfacher war es, die Farbe wegzulassen und das Medikament in Hinkunft statt in blau in weiß zu produzieren.

Nun, was vor vielen Jahrzehnten möglich, erhältlich oder sinnvoll war, das war später einfach anders. Unser vielerprobtes und bewährtes Mittelchen gegen Zwangsstörungen war  hellblau. Die Farbe kam von einem natürlichen Farbstoff aus einem fernen Kontinent, ungefährlich, biologisch, toll. Leider war dieser Farbstoff aus verschiedenen Gründen (ich sag‘ nur: „Rettet den Regenwald“ hat viele Gründe) nicht mehr in der erforderlichen Qualität und Menge verfügbar. Das war vorhersehbar, der Hersteller des Farbstoffes schloss sein Werk, und der Hersteller des Medikamentes begann zu überlegen. Es handelte sich um ein sehr altes Präparat, in der Zwischenzeit gab es eine Menge neuerer, selektiverer Präparate, die Ärzte hatten schon lange begonnen diese neuen Präparate vermehrt zu verschreiben und das gute alte Mittel nur mehr den Patienten zu rezeptieren die schon sehr lange damit lebten. Patienten mit Zwangsstörungen und Änderungen - von was auch immer - sind logischerweise keine gute Kombination.

 

Die Herstellfirma also dachte nach was alles zu beachten sei, und schrieb zwei Jahre im Voraus alle Ärzte an. Und alle Apotheker. Und alle Grossisten. Und alle, die noch damit zu tun haben könnten: Kliniken, Gesundheitsministerien, etc. – eine Unmenge von Papier wurde auf den Weg geschickt. Die Ärzte wurden gleichzeitig auch darauf aufmerksam gemacht dass durch die Änderungen in der Gesetzgebung (gleiche Indikationen für Substanzen in allen EU-Ländern) die Indikation Zwangsstörung für dieses Medikament wohl nicht aufrechterhalten werden könne, weil dazu eine Anzahl von neuen Studien durchgeführt werden müsste, und es ja in der Zwischenzeit eine Menge anderer, neuerer und selektiverer Präparate gebe. Falls möglich, sollten also neue Patienten gleich auf ein anderes Präparat eingestellt werden, bei den anderen Patienten solle eine Umstellung in Betracht gezogen werden. Ab einem bestimmten Zeitpunkt werde das betreffende Medikament jedenfalls nicht mehr blau sondern weiß sein. Die Pharmareferenten wurden entsprechend geschult, das Werbematerial entsprechend überarbeitet, eine Menge Leute hatten eine Menge zu tun. Damit ja nichts passiert wurden Erinnerungsschreiben an die o.a. Empfänger in schöner Regelmäßigkeit verschickt, ebenso wie dann das Schreiben das kund und zu wissen tat dass nunmehr der Tag gekommen sei: Tablette weiß statt blau.

...

Es kam wie es kommen musste: die Patienten beschwerten sich über die „Tabletten ohne Wirkstoff“. Aber auch eine Unzahl von Ärzten, Apothekern, Grossisten beschwerte sich über die „falschen“ Tabletten. Das ging telefonisch, per Fax und per Einschreiben, via Rechtsanwalt und Behörde. Herstellerschlamperei, Gesundheitsgefährdung, Pharmamörder, das Angebot an Beschimpfungen war groß, die Grossisten hielten die Ware bis zur Klärung des Sachverhaltes zurück, das Medikament wurde von Apotheken nicht mehr abgegeben auch wenn es auf Lager war, die Behörden überlegten schon Sonder-Sachbearbeiter einzusetzen. Ein derart wichtiges Medikament – und das war es ja tatsächlich – war vom bösen, bösen Pharmahersteller einfach falsch hergestellt worden, oder es war ein falsches Medikament in der Schachtel, und überhaupt: Angehörige gingen mit den Patienten in die Notaufnahme, Notärzte wurden gerufen, alles was man sich vorstellen kann. Die Meldungen an alle die zuständig waren (oder auch nicht) überschlugen sich.

 

Der Hersteller erhielt seitenlange Briefe von Patienten mit wüsten Beschimpfungen und Drohungen, die Arzneimittelsicherheits-Abteilung machte Überstunden, den Rechtsschutzversicherungen seien die Drohungen wegen Gesundheitsgefährdung, absichtlicher schwerer Körperverletzung etc. gedankt.

 

Das Präparat wurde immer wieder als „nicht lieferbar“ bezeichnet, obwohl der Hersteller eine Menge auf Lager hatte, und obwohl alle Zuständigen immer wieder informiert wurden. Dauerte einige Monate, bis sich die Wellen gelegt hatten.

 Natürlich musste das so kommen, meinte der Medical Director des Herstellers, was bitte erwartet man denn von Patienten mit Zwangsstörungen? Die KÖNNEN ja so eine Farbänderung nicht akzeptieren, nicht weil sie nicht wollen, sondern weil Zwangsstörungen das eben so mit sich bringen, könnten die Patienten mit solchen Änderungen umgehen dann wären sie ja gesund. Deshalb wurden ja alle verständigt …

 

Dass die Ärzte, Apotheker, Grossisten nichts von der Änderung wussten war auch schnell geklärt: alle, die die vielen Schreiben bekommen hatten – lt. Adressliste ist das ja nicht so schwierig nachzuvollziehen – meinten, sie würden die Zuschriften von Pharmafirmen gar nicht lesen. Die würden entweder auf einen Haufen gelegt zur gelegentlichen späteren Lektüre, oder gleich weggeworfen. Wozu die Pharmareferenten den Fachärzten mehrfach die Farbänderung angekündigt hatten erschloss sich nie.

...

Was blieb von der Geschichte? Der böse Nachgeschmack: ein großer Pharmakonzern, und dann ist so ein wichtiges Präparat nicht lieferbar weil bei der Herstellung geschlampt wurde und kein Wirkstoff in der Tablette war. Oder war nur das Falsche abgepackt worden? Sabotage? Missachtung psychisch kranker Menschen? Hm. Jedenfalls: böse Firma.

Leistungssteigernde Mittel an der Uni

Veröffentlicht am von pharmama

Laut einer Umfrage in Deutschlands Unis haben etwa 4% der befragten (1547) Studenten schon einmal versucht, ihre Konzentration oder Wachheit mit Hilfe von legalen oder illegalen Substanzen zu steigern. Illegalen meistens: Amphetamine, Kokain oder Ecstasy.  Etwa 5% greifen zu Mitteln, um die Anforderungen der Uni besser bewältigen zu können: Drogen oder verschreibungspflichtiges, weitere 5% zu weicheren Sachen wie pflanzliche, homöopathische oder Vitaminpräparate – oder einfach zu Kaffee oder Schwarztee.

An Rezeptpflichtigem wird folgendes (miss)braucht: Schmerz- und Schlafmittel. Antidepressiva, Betablocker, Ritalin, Modafinil …

Ob das auch wirklich Auswirkungen nicht nur momentan auf den Körper, sondern auch auf die schulische Leistung hat, ist bisher nicht bekannt. Lernen muss man nämlich trotzdem noch,.

...

In der Apotheke haben wir schon Probleme gehabt, weil manche Leute diese Mittel wollen - und zwar nicht die weichen Sachen. Speziell Medizinstudenten …

Dazu ist zu sagen: Auch ein Medizinstudent im letzten Semester darf noch keine rezeptpflichtigen Sachen ohne Aufsicht verschreiben. Dementsprechend hat er (entgegen der Meinung mancher) auch kein Recht darauf, in der Apotheke etwas rezeptpflichtiges einfach so zu bekommen.

Wer trotzdem mit solchem experimentiert: hier noch eine Warnung aus meiner persönlichen Erfahrung. Die Dozenten und die Leute, die Prüfungen abnehmen, die achten auf so etwas. Also: ob der Student vielleicht vorher etwas genommen hat …

Betablocker zum Beispiel nehmen manche wegen der Angstlösenden Wirkung. Nur … das kann auch ein bisschen zuviel des Guten sein. Dann ist nicht nur die Prüfungsangst weg, sondern gelegentlich auch der Respekt vor den Dozenten … oder das Bewusstsein, dass das jetzt eine Prüfung ist, und man sich entsprechend verhalten sollte. Also … auch Antworten auf die gestellten Fragen gibt, zum Beispiel … und sich nicht nur freundlich lächelnd über dies und das unterhält.

Nach einer Prüfung kam einmal der eine Prüfer zu uns wartenden heraus und fragte uns über die Studentin, die grad dran war aus: „Die hat doch etwas genommen, oder? Die ist so seltsam ruhig, antwortet kaum …"

Wir mussten ihn dann gemeinsam davon abbringen, denn: „Nein, die ist eigentlich immer so.“

Das stimmte auch. Echt.