Die “falsche” Frage …

„Können Sie herausfinden, wieviel Prozentig die Salpetersäure noch ist?“

Die Frau um die 50 stellt mir eine Flasche Acidum nitricum 65% auf den Tisch und fährt gleich weiter:

„Ich benutze die zur Schmuck-herstellung und in der letzten Zeit ist sie nicht mehr gleich … wirksam wie auch schon.“

Pharmama: „Ja. – Wieviel wollen Sie denn dafür zahlen?“

Frau: „Wie meinen Sie?“

Pharmama: „Ich kann es herausfinden. Dazu müsste ich wohl eine Säuretitration machen. Das braucht diverses an Material und viel von meiner Zeit, ist aber theoretisch möglich. … Günstiger wäre es allerdings wohl, einfach eine neue Flasche zu kaufen und uns diese hier entsorgen zu lassen.“

Frau: „Wieviel kostet 1 Liter?“

Pharmama: „Etwa 22 Franken.*“

Frau: „Ui. Und was verlangen Sie für die Analyse?“

Pharmama: „Hmmm … angesichts der Tatsache, dass ich da ein paar Stunden beschäftigt bin – mindestens 40 Franken. Dazu kommen aber noch die Analyse-Chemikalien … “

Frau: „Ich nehme eine neue Flasche!“

Gute Entscheidung.

(*hängt mich nicht an den Preisen auf – das sind hier Schätzwerte)

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Frag’ nicht.

Kundin zur etwas molligeren Kollegin: „Kann ich Sie was fragen?“

Drogistin: „Sicher.“

Kundin: „Sind sie schwanger?“

Drogistin: „Nein.“

Kundin: „Oh, keine Sorge, Fräulein. Mein Bauch sieht manchmal auch so aus.“

(Und es wäre gut gewesen, wenn sie damit gestoppt hätte, aber – nein.)

Kundin: „Ich werde dafür beten, dass sie Schwanger werden.“

Drogistin: „Oh, Nein. Bitte nicht.“

verschrumpeltes Etwas

Beim abstauben fällt meiner Drogistin diese Deo-Packung auf. Irgendwie findet sie sie zu leicht, also öffnet sie sie. Und findet das hier:deodry

Was ist da passiert?

Ausgetrocknet, würde ich sagen. Allerdings nicht von der langen Lagerung bei uns: der Stift wurde erst einen knappen Monat vorher das letzte Mal bestellt beim Grossisten. Blöd, dass das beim Wareneingang nicht aufgefallen ist. Den neuen werden wir auf jeden Fall genau anschauen. :-(

Überschäumende … Freude?

Soda Stream macht im Moment wieder viel Werbung hier. Ich bin nicht mehr so ein Fan von dem System. Die Idee ist gut: man nehme gewöhnliches Wasser und füge Kohlensäure hinzu, so dass man Blöterliwasser bekommt. Spart einem die Schlepperei von Flaschen nach Hause, speziell, wenn das Hahnenwasser doch qualitativ recht gut ist.

Man kauft das Gerät und die erste Flasche Gas relativ teuer (faktisch bezahlt man für die Gasflasche ein Depot) und bekommt die nächsten Flaschen im Umtausch günstiger.

Inzwischen ist es allerdings so, dass man das Depot nicht mehr zurückbekommt. Also wenn man irgendwann mal das nicht mehr will und die letzte Flasche zurückbringt. *Das* Geld ist verloren. Selbst die Firma gibt einem das nicht mehr.

Dann ist das Material dafür auch für uns recht schwierig zu beschaffen. Es muss fast alles direkt bestellt werden. Das dauert dann immer ziemlich lange und die Sirupe die es dazu gibt haben wir aus Mangel an Nachfrage aus dem Sortiment genommen, ein paar Monate nachdem wir auch entschlossen haben keine Geräte mehr zu führen.

Jedenfalls kommt ein Mann mit so einem Soda-Gerät zu uns. Ein ziemlich älteres Modell -10 Jahre vielleicht?… und er selber (auch ein älteres Modell) ist reichlich ungehalten.

„Vor ein paar Monaten schon habe ich via Euch das Gerät einschicken lassen, weil es kaputt war. Und jetzt geht es wieder nicht!“

Pharmama: „Was geht denn nicht?“

Mann: „Es geht halt nicht!“

Pharmama: „Hmmm – ich kenne mich nicht so aus mit den Geräten, könnten Sie es mir zeigen, was sie machen?“

Mann: „Grrr. Klar.“

Er baut das Gerät vor mir auf und zieht eine der Gasflaschen aus der Tasche. Ich nehme sie in die Hand, während er das Gerät hinten öffnet.

Ich wiege die Flasche in der Hand. Mit den Geräten kenne ich mich wirklich nicht sehr aus, aber die Flaschen habe ich noch ab- und zu in den Händen …. und diese hier….

„Die Flasche ist leer, glaube ich.“

Mann: Was? Nein! Das kann nicht sein. Die ist erst ein paar Wochen alt.“

Ich drücke oben auf das Ventil. Das mache ich noch ab und zu bei den Flaschen, die retourniert werden, das „pfüpft“ dann immer ein bisschen, weil meist noch Reste Gas drin sind. Bei der hier: gar nichts.

Pharmama: „Doch, ich glaube, die ist leer.“

Mann: “Geben Sie die her!”

Er baut sie ein. Wir füllen eine Flasche mit Wasser, spannen sie ein. Drücken den Knopf oben und es passiert – nichts.

Eben.

Pharmama: „Ich denke wirklich, die ist leer.“

Mann: „Dann machen Sie halt eine von ihren auf zum schauen.“

Klar. Ich öffne eine. Er dreht sie rein. Drückt den Knopf.

Pfschschhschhtt!

Es funktioniert.

Der Mann kann das gar nicht glauben. Und drückt gleich noch ein paar Mal drauf.

Pfschschhschhtt! Pfschschhschhtt! Pfschschhschhtt!

Wasser sprudelt auf und über … und läuft quer über unseren Tisch, was ihn dazu veranlasst zu reklamieren:

„Da läuft unten an der Maschine Wasser raus!“

(No shit Sherlock!)

Pharmama: „Jaa – ich glaube die Flasche war etwas voll …  und wenn man mehrmals drückt …“

Ich hole Papierhandtücher zum aufwischen der Sauerei.

Pharmama: „Mit der neuen Patrone scheint das zu funktionieren. Ich würde es mal damit versuchen. Falls das nicht weiter klappen sollte, kommen sie noch einmal zurück, dann müssen wir das Gerät halt doch noch einschicken.“

Mann: „Dann geben sie mir eine neue Gasflasche“

Pharmama: „Ich denke, mit derjenigen, die ich grad vorher aufgemacht habe für Sie geht es.“

Er bezahlt sie (noch mehr grummelnd) und zieht wieder ab.

Bitte! Ich bin froh, konnte ich helfen!

Entscheidungsunfreudig

Laaang – ich will, dass ihr meinen Schmerz fühlt.

Herein kommt eine alte Frau mit einem Rollator und mit ihrer – ich nehme jetzt mal an Betreuerin. Anstatt dass sie zur Kasse vorgeht – wo wir Stühle auf der Seite haben, richtet sie sich mit ihrer Tasche vorne ein. Ja – diese Rollatoren sind noch praktisch, da hat man überall auch einen Sitz mit.

Zuerst hat sie Donna, die Pharmaassistentin, bis die mich holen kommt, weil sie unbedingt eine Apothekerin will.

Alte Frau (aF): „Parla italiano?”

„Nein,“ sage ich. „Scusi.“ Wenn sie das wollte, hätte sie bei Donna bleiben sollen.

(aF): „Ich hätte gerne Vitamine.“ – sagt sie. In gutem Deutsch übrigens.

Ich zeige ihr, was wir haben.

(aF): „Sind die von Dr. Irgendwas?“

Pharmama: „Nein. Der Name sagt mir auch nichts.“

Die Frau schaut mich an – die Betreeuerin „übersetzt“ für mich. Tatsächlich sagt sie dasselbe einfach in lauter … die Frau scheint etwas schwerhörig zu sein. Von jetzt an wiederholt die Betreeuerin, auch wenn ich lauter werde alles, was ich sage …

(aF): „Ah, Ich möchte die, weil die natürlich sind.“

Ich zeige ihr andere, ebenfalls auf natürlichen Quellen basierende Vitaminpräparate. Dabei hilft mir die Betreeuerin beim Erklären (hauptsächlich beim Wiederholen desselben).

Inzwischen kommen andere Kunden herein. Jetzt sind alle beschäftigt mit Beraten.

(aF): „Die da, wieviel kosten sie?“

Pharmama: „57.10 – für 100 Stück.“

„57.10“ sagt die Betreeuerin „– für 100 Stück.“

(aF):  „Oh, das ist viel. Gibt es die nicht kleiner?“

„Schon“, sage ich „aber die habe ich nur in der Grösse da. Wenn sie wollen, kann ich ihnen die kleine Packung bestellen. 50 Stück kosten da 29 Franken.“

Betreuerin: „Sie haben nur diese Grösse hier – die kleine Packung kann sie bestellen, die kostet 29 Franken.“

(aF):  „Oh, bestellen? Nein, das will ich nicht.“

Ein weiterer Kunde kommt herein.

Betreeuerin: „Dann wollen sie die Grosse Packung zu 57 Franken?“

(aF):  „Ja, die grosse Packung.“

Ich gehe nach Hinten zur Kasse, lese sie ein. Gehe wieder nach vorne. Die Frau ist dabei im Geldbeutel nach Geld zu knübeln. Sie hält mir 20 Franken hin.

Pharmama: „Nein, die grosse Packung kostet 57 Franken.“

Die Frau wühlt in ihrem Geldbeutel (in dem auch eine Tausendernote schwimmt) und mehr. Zögert aber.

Eine weitere Kundin gesellt sich zu den bereits wartenden.

(aF): „Nicht 27 Franken?“

Pharmama: „Nein, das ist für die kleine Packung. „Wollen sie lieber, dass ich die bestelle?“

Betreeuerin: „Soll sie ihnen die kleine Packung bestellen?“

(aF): „Ja.“

Ich gehe nach hinten, storniere den Verkauf, mache eine Bestellung, muss wieder nach vorne:

Pharmama: „Wie ist ihr Name und die Telefonnummer?“

Betreeuerin: „Sie braucht ihren Namen und die Telefonnummer.“

(aF): „Belli – aber sie sollen mich nicht anrufen.“

Pharmama: „Kein Problem, aber dann müssen sie es jetzt gleich bezahlen, wenn ich das bestellen soll.“

(aF): „Bestellen? Haben sie die nicht hier?“

Ich bin jetzt bald am Verzweifeln. Noch ein Kunde kommt herein, meine Kolleginnen haben ihre Kunden verabschiedet und übernehmen die nächsten, aber es warten immer mehr …

Betreeuerin: „Nein, nur die grosse Packung. Wollen sie doch lieber jetzt die grosse?“

(aF): „Ja …“

– ich nehme sie in die Hand zum zeigen.

(aF): „Nein …“

ich stelle sie wieder hin …

Betreeuerin: „Die grosse Packung kostet 57 Franken – diese hier. Die kleine Packung ist nicht hier, die müssen sie bestellen, die kostet 27 Franken.“

Die Frau schaut uns nur an.

Inzwischen sind sowohl die Betreeuerin als auch ich am Verzweifeln, auch weil inzwischen 8 Personen da stehen, 4 mit Rezepten – die bedient werden wollten … die kontrolliert werden müssen – von mir … wenn sich Frau Belli nur entscheiden würde.

Nur die rührt sich nicht.

Die Betreeuerin erlöst mich: „Ich glaube, sie will im Moment doch nichts.“

Pharmama: „Okay. Danke vielmals für ihren Besuch – auf Wiedersehen!“

Und dann bin ich geflüchtet um rasch den anstehenden Haufen ab zu arbeiten.

Ich brauch’ Ferien!

Shopping List

 

von enormer Wichtigkeit, wenn man den Mann losschickt, etwas besorgen ist, es deutlich aufzuschreiben, damit er auch das richtige nach Hause bringt.

Zum Beispiel so:einkaufsliste

 

Gut, ich weiss, was da alles gemeint ist.

Du auch?

(Ausser vielleicht bei dem hochkant geschriebenen … heisst das Ectoplasma? :-) )

Der Tag fängt schon gut an

Der Tag fängt doch schon gut an, wenn um viertel vor 8 Uhr (wenn wir öffnen), direkt hinter der Pharmaassistentin, die die Türe vorne aufschliesst und wieder hinter sich zuzieht (aber nicht abschliesst für die demnächst eintreffenden Lehrlinge) … ein Kunde herein kommt.

Die Pharmaassistentin hat das gar nicht mitbekommen, ich schon – also rufe ich erst mal zu dem etwas irritiert mitten im halbdunklen Laden stehenden Mann: „Wir öffnen in einer Viertelstunde, bitte warten Sie draussen bis dann!“

Und dann ging er wieder …

Sowas.

Telefonetikette

Wir werden getestet. Jährlich. Mehrmals. Unter andern auch, wie wir uns am Telefon verhalten.

Nachdem die letzten Tests per Telefon auch wieder durch sind … habe ich doch noch ein paar Fragen, die mir aber die Auswertung dieser Tests nicht wirklich beantworten kann. Darum frage ich jetzt mal Euch.

Es wird getestet, wie lange es geht, bis jemand abnimmt. Natürlich weiss ich, dass es wichtig ist, das Telefon rasch abzunehmen – und wenn jemand von unseren Angestellten frei ist, dann geht das auch recht zügig.

Aber … wenn wirklich alle am Bedienen und Beraten sind … ja, dann kann es länger gehen. Ich ziehe auch die Person, die in der Apotheke steht derjenigen am Telefon vor. Heisst: wenn das Telefon klingelt und direkt jemand vor mir steht und wartet, dann bediene ich denjenigen, der vor mir steht. Das Telefon klingelt dann halt weiter.

Wie würdet ihr das handhaben?

Ich melde mich am Telefon mit meinem Namen. Meinem Nachnamen. Die neuste Vorgabe sagt, dass man sich mit Vornamen und Nachnamen melden soll. Ich halte das für eine Unart, die wahrscheinlich aus den USA zu uns rüberschwappt. Der Patient / Kunde braucht meinen Vornamen nicht zu wissen. Ich habe nicht vor ihn zu duzen und möchte in der Apotheke auch von Kunden/Patienten nicht geduzt werden. Es ist auch so schon einfach genug meine Adresse – oder die eines Angestellten herauszufinden, ein bisschen Privatsphäre oder Abstand darf doch wohl auch für die Angestellten noch sein – oder?

Dass man darauf achtet, dass nicht zu viel Nebengeräusche beim Telefoniern auftreten ist mir auch klar. Aber wie sehr stört es wirklich, wenn man hört, dass ich am Computer bin? Also ich finde es nicht zwingend nötig, dass ich die Person, die anruft abklemme / in die Warteschlaufe hänge, wenn ich nur etwas kurzes für ihn/sie am Computer nachschauen muss. Das kann ich mit einer Hand und gleichzeitig daneben vielleicht noch eine Frage stellen. Also zum Beispiel, wenn jemand nach einer Wiederholung auf ein Dauerrezept fragt.  Da muss ich relativ bald ein, zwei Dinge nachfragen und das ‘Moment, ich schaue.’ (klick) ‘Ich bin wieder da, Danke fürs warten, auf welchen Arzt? Moment’ (klick), ‘Ich bin wieder da, Danke fürs warten, Sie haben dafür kein Dauerrezept mehr, wollen Sie …’

Was ist besser? Abklemmen oder es daneben machen?

Gut, wir haben auch den Test bestanden – was daran liegt, dass ich ganz liebe (und professionelle) Mitarbeiter habe, die – auch wenn es nicht immer nach “Schema F” läuft – gut rüberkommen. Und das ist mir wichtiger als das sture befolgen von Telefonregeln.

Umnutzung

Die Frau sucht in der Apotheke / Drogerie Gazewindeln.

Pharmama: "Tut mir leid, wir haben keine. Ich kann versuchen, ob ich sie noch bestellen kann …"

Frau: "Nein, ich brauche sie gleich. Warum gibt es denn keine mehr? Vor Jahren fand man die noch überall .. und jetzt. Nichts mehr!"

Pharmama: "Ich glaube das liegt an den Pampers und co. … Wegwerfwindeln sind wirklich einfacher."

Frau: "Ich verstehe das trotzdem nicht."

Pharmama: "Naja, wenn keine Nachfrage mehr besteht, hat man etwas auch nicht mehr an Lager. Wissen Sie, die meisten Leute scheinen heute Gazewindeln nur noch als Sabberlätzchen und Halstücher zu brauchen … häufig färben sie sie vorher noch. Und da braucht man nicht mehr die Mengen."

und als Nachsatz:

"Aber … für was brauchen Sie sie denn?"

Frau: "Zum Abfiltrieren. Ich mache Marmelade."

Siehste – auch nicht als Windeln.

 

Keine gute Mischung

Es ist keine gute Idee Chemikalien zu mischen, wenn man nicht weiss, was man tut. Das gilt im übrigen auch für Fertigreinigungsmittel.

Gut, der Mann, den ich da heute in der Apotheke hatte, war da nicht ganz selber schuld dran.

Mir fällt sein beunruhigter Gesichtsausdruck schon auf, kaum dass er am Morgen früh in der Apotheke steht.

“Ich hab da ein Problem …” fängt er dann auch an.

“Wie schlimm ist es, wenn sich irgendwo giftige Dämpfe gebildet haben? Macht das auch Rückstände? Mein Edelstahl-Lavabo ist auch ganz schwarz …”

Pharmama:Giftige Dämpfe? Was ist denn da passiert?”

Mann: “Also ich habe im Geschäft einen Ablauf im Pausenraum, der war verstopft. Und dann habe ich einen Ablaufreiniger gekauft, den ich abends eingefüllt habe …”

Pharmama: “Ja, damit er über Nacht einwirken kann …” (so wie’s auf der Flasche auch draufsteht)

Mann: “Ja, das Problem ist, dass heute Morgen der Lehrling kam und ein eigenes Mittel hinterhergeschüttet hat ..”

Pharmama: “Oh.”

Mann: “Ja und ich weiss nicht, was das war, aber das hat dann einen wirklich ätzenden weissen Dampf gegeben …”

Pharmama: “OH!”

Mann: “Ja. Wir haben dann alle rausgeschickt. Aber das Lavabo ist schwarz geworden … was soll ich denn jetzt tun?”

Pharmama: “Gut lüften – laaange. Dann, wenn die Luft wieder okay ist … spülen mit Wasser – laaange.”

Mann: “Ja, das haben wir jetzt auch. Das geht auch inzwischen wieder.”

Pharmama: “Das mit dem Lavabo … das könnte durch die Säuren angegriffen oder sogar durch die Mischung oxidiert sein. Sie können das versuchen mit Chromstahlreiniger zu putzen, aber … ob das wieder ganz wird?”

Mann: “Und sonst?”

Pharmama: “Ich würde alle Oberflächen gut mit Wasser und Seife abwaschen, bevor sie sie wieder benutzen.”

Mann: “Und was mache ich mit den Trinkfläschchen? Da waren ein paar Plastik-Trinkflaschen neben dem Lavabo – zum abtropfen.”

Pharmama: “Also ich würde die wegwerfen.”

Sicher ist sicher.

So kanns gehen. Ein Chemie-Unfall in Heimproduktion.

Aufgerissen

Packung heute morgen so im Regal mit dem Verbandsmaterial gefunden.

Mich geärgert – denn “so” kann ich sie natürlich nicht mehr verkaufen.

aufgerissen

Packung für unseren Verbandskasten ausgebucht, genau angeschaut und gemerkt, warum die aufgerissen wurde:

Die Verbandsklammer wurde geklaut.

Na, da hatte es wohl jemand echt nötig!

Ja.

Pharmama: „Darf es sonst noch etwas sein?“

Kundin: „Ja.“ 

…. Pause, nichts mehr kommt …

Pharmama: „Ist das alles?“

Kundin: „Ja“

Und daran merkt man, wenn jemand nicht richtig Deutsch kann. 

Meist tritt die Situation in der Drogerie ein, wenn der Kunde etwas direkt vom Regal genommen hat und zur Kasse gekommen ist. In der Apotheke merkt man es noch etwas früher – weil da ein "Ja" als Antwort meist nicht ausreicht.

So ein Saftladen?

Der Kunde packt mir die Biotta Balance Packung (gross und schwer) wortlos auf den Thresen.

Nun gut. Wenn er keinen Small-talk machen will und so offensichtlich weiss, was er will … zu dem muss ich auch nicht zwingend etwas fragen / sagen. Das ist eine Saftkur mit verschiedenen Frucht- und Gemüsesäften plus Tee.

Ich lese es ein und kassiere.

Es vergeht eine halbe Stunde, da steht er wieder da – bei meiner Drogisten-Kollegin, die sich anhört, was er zu sagen hat und ihm dann ebenfalls fast ohne Worte von hinten eine Packung von den Biotta Wellness holt, die inzwischen mit der Mittagslieferung gekommen sind. Die Packung, die er bei mir gekauft hat, lässt er da, packt sich die andere und geht.

Meine Kollegin schaut sich die Biotta Packung, die er gebracht hat, etwas unglücklich an.

„Was war das denn?“ frage ich, als er weg ist.

„Den hatte ich schon heute morgen. Als er mir die Balance Packung gebracht hat, habe ich ihn gefragt, ob das auch die richtige ist … die Balance gibt es ja noch nicht so lange wie die Wellness. Es stellte sich heraus, dass er die Wellness wollte – aber die war grad ausverkauft. Also habe ich ihm das gesagt und dass wir sie heute Nachmittag wieder bekommen.“

„Oh toll. Und dann kommt er zurück, nimmt sich selber wieder die Balance aus dem Regal und sagt zu mir kein Wort.“

Aber ich sollte es natürlich wissen.

Im übrigen hat er die Packung in der Zwischenzeit geöffnet – nein: aufgerissen. Super. Die können wir nicht mal mehr weiterverkaufen. Nur noch die Flaschen einzeln.

Sollte ich jetzt anfangen jeden zu fragen: “Sind Sie sicher, dass das das Richtige ist?”

Doofe Werbung

Keine Ahnung, was ich gemacht habe, damit Facebook mich mit Werbung für Abnehm-Produkte bombardiert. Aber es nervt.

Speziell derartiges nervt:

doofe-werbung

Ich weiss gar nicht, wo ich da anfangen soll:

Bei den unglaubwürdigen “Versprechen” von 15 Kilo innert 2 Wochen? Das wäre selbst mit Nulldiät kaum zu erreichen – und selbst dann ungesund, Un-gesund!

Oder die Angaben über die “Wirkungsweise”: Zwingt Körperfett aus Ihren Fettpolstern abzusaugen!

Wirklich? Wirklich?! Wie bitte soll das denn gehen? Mittels direkter Fettabsaugung? Ich dachte, wir lesen hier über ein Mittel zum einnehmen.

Das ich nicht kenne – von wegen Top Seller der Schweiz. Pah.

Es ist auch nicht nötige die Seite zu besuchen. Tatsächlich handelt es sich um Feigenkaktus Tabletten. Wenn ich das richtig interpretiere ein weiteres Mittel, das behauptet via Ballaststoffe und Nahrungsfasern Fett im Darm an sich zu binden. Das wird dann weniger aufgenommen … und kann dementsprechend nicht in die Fettzellen eingelagert werden, die daraufhin ihr eigenes Fett vermehrt abbauen sollen. SOLLEN.

Sag das mal den Fettzellen. Bis die Methode greift, müsste man sich ziemlich aushungern.

Auf der Seite steht aber:

Sie nehmen gesund und schnell an ihren Fettpolstern ab. Und zwar für immer, ohne jojo-Effekt. Sie werden plötzlich wieder schlank, vor allem an den typischen Fett-Problemzonen wie am Gesäss, an den Hüften, den Schenkeln, am Bauch und an den Beinen.

Ja, man nimmt natürlich zuerst an den Stellen ab, wo man das am liebsten hätte: Am Po, an den Hüften am Bauch …

schön wär’s.

Und wie einfach das geht: nur ein paar Kapseln mit jeder Mahlzeit.

Und essen darf ich weiterhin alles, was und wieviel ich will?

Ja, alles was Sie möchten, aber einfach bewusster!…dabei helfen Ihnen Feigen-Kaktus-Tabletten sehr. Das Ziel ist ist eine ausgewogene Ernährung!

Toll nicht?

Blödsinn.

Ganz klar ist das Ziel eine ausgewogene Ernährung. Dazu gehört gelegentlich aber (je nach bisherigen Essgewohnheiten) auch eben NICHT alles zu essen, was man will – oder wieviel man will.

Und ganz toll auch dies: Wo bekomme ich das Wundermittel?

Zur Zeit sind Sie nur direkt beim Vertreiber erhältlich, später auch in allen Drogerien und Apotheken.

- ich denke nicht.