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Beratung für lau – und der SD Arzt profitiert.

Meine liebe Pharmaassistentin (PA) hat gestern etwa eine halbe Stunde damit verbracht einen jungen Mann (Mitte 20) ausgiebigst zu beraten und alle seine Fragen zu beantworten… am Ende hat er gar nichts gekauft und sie war danach so fertig, dass sie eine Pause brauchte.

Sie hat mir das Problem kurz umrissen: Er sei erkältet, er rauche, die letzten paar Male habe das ewig gedauert, bis er das wieder los war (was wahrscheinlich mit dem Rauchen zusammenhängt), jetzt habe er vor allem ein Kratzen im Hals, noch nicht gerade Halsschmerzen und seine Nebenhöhlen fingen an Probleme zu machen, aber noch nicht wirklich Schnupfen … und er wolle etwas, das wirkt, aber es muss pflanzlich sein und am besten nicht einfach Symptombekämpfung, sondern gegen die Ursache.

„Nun,“ – habe ich dann gesagt – „dann soll er am besten aufhören zu rauchen.“

PA: „Ja, das habe ich auch gesagt, aber alles, was ich ihm sonst angeboten habe … er hat mich ausgefragt bis ins Detail über alles, ich musste es ihm teilweise aufschreiben und am Schluss wollte er gar nichts davon.“

Frustrierend.

Und heute kommt er wieder, grinst meine Pharmaassistentin an … aber ich bin näher dran und übernehme ihn, bevor er bei ihr wieder anfängt.

Er packt mir zwei Mittel auf den Tisch: Vogel Salbei-Halsspray und Sinupret forte Tabletten: „Die habe ich gestern von meinem Hausarzt bekommen.“

Ah jaaa? Stimmt die Dosierungsetikette vom Arzt ist drauf.

Er: „Ist das gut? Was kann ich ausser dem noch machen?“

Nun – nach dem gestern ist mir klar, worauf das hinausläuft, also … mache ich es kurz und bündig (immerhin kenne ich seine Probleme schon): „Das hat … drin, das ist gut bei … und für … Haben Sie noch anderen Beschwerden …?”

Er: „Nein …“

Ich: „Dann ist das das richtige. Trinken Sie genug, am besten Tee, versuchen Sie auszuruhen und ihr Immunsystem arbeiten zu lassen.“

Er: „Ich habe auch aufgehört zu rauchen.“

Ich: „Wunderbar.“ (seit gestern :-) ) „Wenn Sie nicht noch einen Tee oder etwas anderes möchten …?“ (Kopfschütteln)“ … dann war das das. Kommen Sie wieder, falls sich etwas ändert.“

Und damit habe ich ihn entlassen.

Er drehte sich beim herausgehen noch zwei mal um, um nach meiner Pharmaasistentin zu schauen (Ja, ich weiss, die ist hübsch und nett … und ausserdem sehr vergeben.) Aber die ist hinten verschwunden. Sie kommt wieder als er draussen ist.

PA: „Was war das?“

ich: „Er hat sich genau die Mittel, die du ihm gestern empfohlen hast beim Hausarzt geholt.“

PA: „Waaas?!?“

Ich: „Ja. Er hat sich von Dir beraten lassen und ist dann zum Hausarzt gegangen und der hat ihm genau das dann abgegeben.“

 

Nett.

Nein – dass er zurück gekommen ist, das war in dem Fall keine Chance ihm doch noch etwas zu verkaufen. Der wollte nur noch einmal mit der netten PA reden. Das wäre dann nochmal eine halbe Stunde gegangen, nach der er wieder ohne etwas anderes gegangen wäre. Behaupte ich.

Er hat ‘was’ gesagt?

„Ich hatte ihn nicht mal selber am Telefon, nur die Praxisassistentin. Aber er hat ausrichten lassen, dass wir ‚ihr geben können, was wir wollten oder soviel sie will – er, also der Arzt – habe keine Möglichkeit, da einzuschränken’.“

Das gibt’s ja nicht.

Anlass von dem kleinen Gespräch bei der Übergabe zwischen meiner Apotheker-Kollegin und mir war ein Problem, das wir mit einer Patientin haben. Die Patientin ist bekannt abhängig. Sie hat auf Dauerrezept Benzodiazepine verordnet (Temesta in dem Fall). Wie das so bei manchen Daueranwendern passiert, hat sie dann irgendwann einmal angefangen mehr zu nehmen …. bis wir ein erstes Mal eingegriffen haben um nachzufragen, ob da eine Limitation möglich wäre. Der Arzt war damit einverstanden und so hat die Patientin, Frau Zzz „nur“ noch 3 Packungen Temesta zu 50 Stück pro Monat bekommen. Das ging … mal besser, mal schlechter über ein Jahr gut, dann fing sie an erst uns und dann den Arzt zu drangsalsieren, weil das nicht reichte. Sie hat sich „Extrapackungen“ aufschreiben zu lassen – das musste via Arzt laufen gemäss unserer Abmachung, da wir sonst keine Ausnahmen dafür erlaubten. Der Arzt schrieb die Packungen dann auch meistens auf. Ich bin sicher, er hat ziemlich Druck bekommen von der Patientin. Das Problem ist einfach, dass derartig häufige (etwa 1 x monatliche) Ausnahmen die Abmachung untergraben.

Das nächste Problem tauchte auf, als der selbe Arzt zusätzlich zu den Temesta auch noch Seresta (ebenfalls ein Benzodiazepin) aufschrieb. Ebenfalls als Dauerrezept. Ohne Angabe der Dosierung ausser „bei Bedarf“.

Man kann sich vorstellen, dass die Patientin das dann auch prompt nutzte – oder ich sollte schreiben ausnutzte. Aber nach der 2. Packung (zu 50 Stück) zusätzlich zu den 3×50 Temesta im ersten Monat, da haben wir dem Arzt wieder angerufen, um das abzuklären.

Es macht wenig Sinn gleich 2 Benzodiazepine gleichzeitig zu verordnen. Tatsächlich war mir das nicht ganz geheuer aber eine Internet- und Literaturrecherche brachte auch nur das Ergebnis, dass das nicht gute Praxis ist und die Gefahr der Nebenwirkungen erheblich erhöht ohne eine Bessere Wirkung zu zeigen.

Also haben wir in der Praxis angefragt, ob es da nicht Sinn mache – falls das Seresta wirklich nötig ist, da nicht auch eine Limitation einzuführen.

Und darauf kam dann obige Antwort.

Nicht mal vom Arzt selber, von der Praxisassistentin. Offenbar war es nicht wichtig genug direkt mit der Apothekerin zu reden.

Umm … das kann ich so nicht stehen lassen.

Was die Patientin da macht ist nicht nur Missbrauch – sie gefährdet akut ihre Gesundheit damit … und das kann nur schlimmer werden. Damit will ich nichts zu tun haben – das ist nicht das, was ich als meine Arbeit will. Das widerspricht meinem Verantwortungsgefühl für die Gesundheit meiner Patienten und meinem Berufsverständnis. Ich bin echt nicht nur einfach der Tablettendispenser.

Im übrigen finde ich das Verhalten vom Arzt unverantwortlich. Wirklich. Ich vermute, er hat bei dieser Patientin etwas resigniert. Sie setzt ihn (wie uns auch) ziemlich unter Druck mit Forderungen  (ich brauche mehr Packungen, ich habe eine akute Krise! Mir geht’s gar nicht gut.), mit Drohungen (ich wechsle den Arzt! Und die Apotheke!) und überhaupt mit stetigen Anrufen – denn in der Praxis selber war sie schon eine Zeitlang nicht mehr.

Also habe ich mich hingesetzt und einen Brief geschrieben. An den Arzt. Einerseits, weil ich schriftlich sowieso besser bin als am Telefon. Andererseits als Dokumentation. Wenn etwas passiert will ich das festgehalten haben auf Papier.

Darin schrieb ich dem Arzt von meinen Bedenken bei der Kombination von 2 Benzodiazepinen. Dass Frau Zzzz das als Anlass genommen hat, ihre Einnahme wieder unkontrolliert zu steigern. Dass die Verordnung „Nach Bedarf“ in dem Fall unsere Vorgaben unterwandert mit denen wir sie doch schon einmal unter Kontrolle bringen konnten, so dass sie regelmässig hat, aber nicht steigert. Dass das schon einmal funktioniert hat und auch wieder kann –aber nur, wenn wir zusammenarbeiten.

Dass seine Antwort (via Praxisassistentin) am Telefon gegenüber meiner Apothekerin so nicht annehmbar ist.

Und dass ich von ihm erwarte, dass er mir klare Vorgaben gibt, wie er das mit den Benzodiazepinen handhaben will – und dass ich, wenn ich die nicht bekomme die Patientin bei uns in der Apotheke ablehnen würde, weil ich eine Weiterbehandlung unter den Voraussetzungen nicht verantworten könne.

Ja – nicht so nett, ich weiss. Aber ich war der Meinung, die Angelegenheit bedarf deutlicher Worte.

Nur einen Tag später habe ich in meinem Brieffach in der Apotheke die Mitteilung, dass der Arzt angerufen habe und spezifisch mit mir reden wolle. Er rufe später nochmals an.

Das hat er.

Und … er hat sich am Telefon für sein Verhalten entschuldigt.

Oh!?!

„Ich muss mich entschuldigen für mein Verhalten. Das war wirklich nicht professionell“

Langes Telefon, kurzer Sinn – wir haben wieder eine feste Abmachung und Vorgaben. An die wir uns beide (Arzt und Apotheker) halten werden. Das wird Diskussionen mit der Patientin geben – aber solange wir beide am selben Strang ziehen ist das durchsetzbar.

Find ich toll! Ich bin nicht gerne die unangenehme Apothekerin, und ich verstehe die Ärzte auch: die haben’s mit so Patienten auch nicht leicht. Trotzdem bin ich nicht bereit hier das Problem auf meine Seite abschaufeln zu lassen.

Vor Impfungen wird gewarnt

Bleibt ja von den Impfungen weg. Das ist der Weg, wie die grossen Regierungen und die Pharmaindustrie versuchen uns umzubringen. Die machen Quecksilber rein, damit wir Autistisch werden. Und Aluminium, damit wir Alzheimer bekommen. Und der Flüssige Teil wird aus abgetriebenen Babies hergestellt. Jeder der geimpft wird, wird sterben!

Ja, auch die nichtgeimpften. So ist das Leben.

Das oben ist, was man auf Seiten von Impfgegnern (und in den Kommentaren auf anderen Seiten) so zu hören bekommt. Meist unterlegt mit “Fallbeispielen” von denen man gehört oder gelesen hat, zusammen mit der Aufforderung “sich selbst ein Bild zu machen” und generell Angstmacherei … die leider oft ihre Wirkung nicht verfehlt. Welche Mutter will ihr Kind schon einem unnötigen Risiko aussetzen? Verstehe ich.

Auf der anderen Seite: Ich bin jetzt an der Ausbildung zum “impfenden Apotheker” und dabei werde ich von Leuten geschult, die Experten auf ihrem Gebiet sind – in Theorie und Praxis. Sie belegen was sie erzählen und lehren mit Quellen (richtigen und grossen Studien) und Erfahrungswerten nicht nur vom Hörensagen, sondern aus eigenen und vieltausendfachen Anwendungen eben-dieser Impfungen. Und die Datenlage ist überwältigend. Überwältigend gut für die Wirkung und die Sicherheit der Impfungen.

Ich bin überzeugt – und ich will, dass möglichst viele von diesen Impfungen profitieren. Der Kinderarzt soll die Kinder grundimmunisieren – das schützt sie und gibt auch mir als Mutter Sicherheit. Bei den Erwachsenen gehen leider häufig die Auffrischimpfungen unter oder vergessen … und da sehe ich meinen zukünftigen Einsatz. Dafür mache ich diese Weiterbildung.

Demnächst hier auf dem Blog: was das alles kostet. Und: Nein, die Pharmaindustrie sponsert das nicht. Von denen habe ich keinen Rappen bekommen dafür, dass ich das mache.

(Nachtrag: Ich diskutiere nicht gerne mit Impfgegnern. Ich finde das wahnsinnig ermüdend und repetitiv. Für Diskussionen und Fragen verweise ich gerne hierher: die Seite “Für Impfen” auf Facebook. Die haben dafür die Geduld die mir fehlt und belegen ihre Aussagen auch immer sehr schön fachlich.)

Rezept nach Belieben?

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Was denkt eine Apothekerin, wenn sie dieses Rezept sieht?

Erster Überblick: Ah, ja. Da ist jemand erkältet. Schmerz-/Fiebermittel, Nasenspray, Hustensirup.

Algifor 100mg/5ml Sirup  6.5ml maximal alle 8 Stunden

Okay – es gibt nur einen Algifor Sirup, da den Inhalt so anzugeben ist unnötig redundant. Dafür weiss ich nicht wie viel das Kind wiegt und muss fragen, um zu schauen ob die Dosierung so in Ordnung ist (wäre nett, wenn die Ärzte das auf Rezepten für Kinder grundsätzlich draufschreiben würden) … oh: und ich sollte besser noch eine Dosierspritze dazu abgeben: wie will man sonst mit dem Doppellöffel (5ml und 10ml) 6.5ml abmessen?

Nasivin Nasentropfen 2-3 x täglich für maximal 7 Tage

Und hier dafür nicht angegeben welche Stärke (0.01, 0.025, 0.05?). Gut, das kann ich aus dem Geburtsdatum ableiten (Wo steht da eigentlich der Patient auf dem Rezept? Ah – hinten). Und bezahlt wird hier von der Krankenkasse nicht alles.

Hustensirup – nur bei nächtlicher Unruhe

Ookayy? Was darf’s denn sein? Es gibt ja mehr als einen Hustensirup – von jeder Art, der schleim-lösenden und dem husten-stillenden und immer noch ein paar Kombinationen. Ich schätze mal, es soll was hustendämpfendes sein (da nur für die Nacht), aber da ich nicht schätzen darf gibt das halt einen Anruf beim Arzt.

Ein einfaches Rezept, wirklich. Eigentlich nicht mal Sachen, für die man wirklich zum Arzt müsste.

Retax auf schweizerisch?

Die Krankenkasse schickt mir einen Brief im furchtbarsten Beamtendeutsch, worin sinngemäss steht:

Blutzuckerteststreifen sind Hilfsmittel, die gemäss der Mittel-und Gegenstände-Liste (MiGeL) abgegolten werden – sie sind aber auch auf der Liste 20, 21 (oder so etwas) und deshalb in der Pauschale enthalten, die das Altersheim von der Krankenkasse bekommt

… Und dass deshalb die  Apotheke von der Krankenkasse in diesem Fall kein Geld für die Abgabe dieses Mittels auf Rezept für Herrn Meier S.  bekomme.  Danke für die Kenntnissnahme. Tschüss.

Was? Nach mehrmaligem Lesen verstehe ich endlich das: Der Patient, Herr Meier S. wohnt im Altersheim und sollte alles via/über Altersheim beziehen, was dann in Form einer festen Pauschale abgegolten wird.

Das hat er aber nicht. Er war hier in der Apotheke mit gültigem aktuellem Rezept vom Arzt und aktueller Krankenkassenkarte.

Und ich soll jetzt wissen (wahrscheinlich anhand der Adresse, die auf der Karte gespeichert ist), dass diese Hausnummer ein Altersheim ist?!?

Entweder ich mache eine Liste aller Altersheime in der Umgebung oder der Schweiz, oder vielleicht sollte ich anfangen jeden ab einem gewissen Verdachtsalter zu fragen: „Entschuldigen Sie, wohnen Sie schon im Altersheim, denn dann kann ich Ihnen das nicht geben … ??“

Gaht’s no?!?

(Natürlich werde ich mich dagegen wehren – So was fangen wir gar nicht erst an!)

 

Lückenbüsser für den Postversand?

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“Meine Medikamente, die ich sonst per Post bekomme, sind nicht angekommen, wie sie sollten. Mein Arzt hat gesagt, ich kann einfach in der Apotheke eine Packung holen gehen.”

… Ja. Und ganz so einfach ist es dann auch nicht. Dann darf man das Rezept dafür besorgen und die Krankenkasse in Erfahrung bringen und das alles natürlich möglichst in kurzer Zeit, weil er die Medikamente jetzt gleich braucht  … sonst wäre er ja nicht bei uns!

Das ist ja cool: Apothekerblog hilft Arzt

Ich lese dein Blog seit Jahren mit Begeisterung, auch dein Buch habe ich geradezu verschlungen. Ich selber habe Medizin studiert … und das Wissen, das ich von deinem Blog habe, hat sich schon mehrfach bezahlt gemacht oder mir, äxgüsi, den Arsch gerettet. Das letzte Mal erst vor Kurzem, und ich möchte dir gerne davon berichten.

Diese Woche habe ich meinen ersten Nachtdienst. … Ich bin eigentlich auf der Chirurgie, aber in dem kleinen Spital, in dem ich arbeite, muss ich nachts alle Patienten betreuen, die aufschlagen, medizinische, gynäkologische, augenärztliche, was auch immer. Und eine davon war eine 15jährige, welche die Pille danach wollte.
Selber habe ich keine Ahnung von der Norlevo. Ich weiss, was es ist, wie es wirkt… Aber nun musste ich plötzlich auch noch ein Beratungsgespräch führen, die richtigen Fragen stellen, die richtigen Hinweise geben. Und sowas lernt man im Studium natürlich nicht. Aber ich lese ja dein Blog, und du hast schon mehrfach darüber geschrieben – und deshalb haben wir es dann auch einigermassen gut über die Bühne gebracht. Das hat mir etwas Sicherheit gegeben an einem Abend, an dem ich sowieso schon nervös war. Deshalb wollte ich mich dafür bedanken.

Wow. Bitte, sehr gern geschehen!

Wer nachlesen will, wie das gegangen ist (und das ist lesenswert und für eine Pille danach -Beratung wirklich herzig) kann das hier: https://gramseleblog.wordpress.com/2016/01/05/die-pille-danach/

-der Blog  kommt auch in meine Patientenliste. Cool.

Das richtige Medikament am richtigen Ort

Im Bestelleingang ein Rezept für Isotretinoin Kapseln. Es ist für einen Mann, der bei uns auch sonst Medikamente bezieht, bei ihm habe ich auch halb im Kopf welcher Art, deshalb gehen bei mir die Alarmglocken an.

Ich geb’s zu – bei Isotretinoin bin ich  (über?)vorsichtig. Es ist ein Mittel gegen Akne, das nicht nur Einschränkungen hat für die Abgabe bei Frauen (die dabei auf keinen Fall schwanger werden dürfen, da sonst Missbildungen beim Baby zu erwarten sind), es soll auch nicht bei Personen mit einer Vorgeschichte mit Depressionen oder psychischen Problemen verordnet werden, da es selber Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken machen kann.

Dass das nicht nur theoretisch so ist, musste ein Freund von mir am eigenen Leib erfahren. Dessen damalige Freundin bestand darauf, dass er sich das Mittel vom Hautarzt verschreiben liess, weil es ihr ja „so gut geholfen hat und er etwas für sich machen sollte“. Anscheinend hat ihn der Arzt nicht wirklich nach seiner Vorgeschichte gefragt und er ist dann während der Behandlung mit dem Medikament in eine üble Depression gefallen. Anfangs konnte er es sich noch nicht einmal erklären, woher diese schwarzen Gedanken, dieses Nicht-mehr-wollen-und-können (wieder) kommen. Ich hätte es ihm sagen können. Und wenn er es bei mir eingelöst hätte, hätte ich ihm davon strickt abgeraten, da ich seine Vorgeschichte kannte, aber … er hat es nicht bei mir eingelöst (verstehe ich auch).
Erst als er die Packungsbeilage gelesen hat und es gegen den Widerstand der Freundin wieder abgesetzt hat ist das besser geworden. Damit hatte er hatte noch Glück, denn (Fachinformation):

„ein Abbruch der Isotretinoin-Behandlung reicht manchmal nicht aus, um die Symptome zum Verschwinden zu bringen …“

Jedenfalls bin ich bei der Kontrolle der bestellten Medikamente und bei diesem Patienten weiss ich, dass er diverse Medikamente gegen psychische Störungen nimmt. Zur Sicherheit schaue ich nochmals nach im Computerdossier. Ja, Risperdal und Temesta und weitere. Der Computer reklamiert bei so etwas übrigens nicht und zeigt für das keine Wechselwirkung an (!) – es geht da auch wieder um ein Problem der Indikation, da gibt es verschiedene für diese Medikamente und es muss nicht zwingend gegen Depressionen sein.
Es ist Aufgabe des Arztes vor der Verschreibung hier sehr gut die Vorgeschichte abklären, damit das nicht zu Problemen führt. Das Medikament wurde verschrieben vom Hausarzt, der auch die Temesta und Risperdal verschrieben hat und nicht von einem Hautarzt, also müsste er es eigentlich wissen.

Ich versuche den Arzt zu erreichen, bevor der Patient kommt und habe Glück. Leider … versteht der überhaupt nicht, was denn mein Problem ist – respektive, weshalb ich mich hier einmische.
Ja, er weiss, dass Herr … diese anderen Medikamente bekommt. Er denke aber nicht, dass da ein Problem besteht, da er das gegen etwas anderes nimmt und nicht gegen Depressionen. Er habe auch keine Vorgeschichte in Depressionen … wenn man von dem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik absieht, wo er sich selber einmal eingeliefert hat und die ihm auf dem Entlasszettel auch eine Depression bescheinigt haben …. seiner professionellen Meinung nach eine klassische Fehldiagnose. Deshalb solle ich das ihm geben und er soll das nehmen.

Ich habe dem Arzt dann gesagt, ich mache das, aber ich halte unser Gespräch im Computer fest und ich werde den Patienten darauf hinweisen, dass er beim Auftreten von Problemen das absetzt und ihn kontaktiert. Wirklich wohl fühle ich mich dabei nicht.
Eben weil der Patient diese anderen Medikamente nimmt, muss ich ihm die Nachricht wirklich einfühlsam rüberbringen, sonst nimmt er womöglich auf einmal etwas nicht mehr, das er wirklich nehmen sollte. Das Isotretinoin selber ist nicht so wichtig, im Grunde ist es auch „nur“ ein …Lifestile Medikament. An Akne selber ist, (so unangenehm das sein kann) noch niemand gestorben.

Wenige Minuten später steht der Patient selber, übrigens ein Mann um die 35, mit dem Abholzettel vor mir und ich erkläre ihm die Sache.
Dabei bin ich bin ein bisschen überrascht, denn er ist nicht wirklich stark betroffen, in meinen Augen sind die Rötungen noch nicht Grund genug derartiges zu verschreiben … aber ich erkläre ihm, dass ich wegen Bedenken mit dem Mittel den Arzt kontaktiert habe und dass der überzeugt ist, dass das bei ihm geht.
Darauf will er es sich noch einmal überlegen mit der Einnahme. Ich soll das im Moment zurückstellen. Darüber … bin ich nicht unglücklich.

Nachtrag 1: Er hat seine Psychologin kontaktiert und die ist auch der Meinung, dass er das besser nicht nimmt. Ich darf das zurückschicken.

Nachtrag 2: Er ging dann zu einem Hautarzt und hat seine Rötungen anschauen lassen. Der hat ihm dann ein Rezept ausgestellt nicht für Aknemedikamente sondern gegen Rosazea …

Ich denke, das ist für den Patienten ganz gut gelaufen und zeigt, wie wichtig es ist, dass da mehrere “Player” im Gesundheitssystem zusammenspielen und auch miteinander reden. Das hätte (muss nicht, aber hätte) ziemlich übel ausgehen können.

wichtiges Geschreibsel

Ich habe schon einmal geschrieben, dass ich gerne am Jahresende an manche Ärzte einen “Anti-Preis” für die übelst geschriebenen Rezepte verleihen würde. Die folgenden 3 Beispiele würden auch weit oben auf der Liste der möglichen Kandidaten dafür stehen:

Rezept 1:
rpunreadable3
Rezept 2:
rpunreadable2
und Rezept 3
rpunreadable1
Manchmal bin ich echt selber erstaunt, was ich alles lesen kann.

Strengt Eure Augen und Hirnzellen an und … wenn ihr wollt, könnt ihr eure Entzifferungen dafür in den Kommentaren posten – ich bringe die Lösung dann am Dienstag abend.

Ich sage nicht, dass computergeschriebene Rezepte oder gar elektronische “die” Lösung für alles sind. Aber manches würden sie uns schon vereinfachen.

Nicht ganz so Patientenfreundlich – die Selbstdispensation

Die Mutter mit zwei kleinen Kindern, eines davon laufend (gerade so), eines im Kinderwagen, kommt in die Apotheke.

Mutter: “Ich bräuchte das Gel für in den Mund, mein Kleinster hat einen Pilz.”

Pharmama: “Ich weiss was Sie meinen, aber das ist rezeptpflichtig.”

Mutter: “Davon hat der Arzt gar nichts gesagt! Wir waren gestern zur 6 Monatskontrolle, da hat er den Pilz festgestellt.”

Pharmama: “Weshalb hat er Ihnen dann nicht gleich das Rezept mitgegeben?”

Mutter: “Keine Ahnung. Vielleicht hat er es vergessen, gesagt hat er es auf jeden Fall, dass er das braucht.”

Pharmama: “Hmm. Ich kann ihn anrufen und schauen, ob er ein Rezept faxt, dann kann ich es Ihnen geben. Welcher Arzt war das?”

Sie nennt mir einen Arzt etwas entfernt – in SD Gebiet.

Pharmama: “Ah. Das ist ein selbstdispensierender Arzt, vielleicht wollte er es ihnen gleich selber geben.”

Mutter: “Hat er aber nicht.”

Pharmama: “Ich versuche ihn anzurufen.”

Ich rufe in die Praxis an. Erst ist 3 x besetzt, dann komme ich durch. Ich schildere der Praxisassistentin (PrA) mein Anliegen.

PrA: “Der Arzt ist heute morgen nicht hier, ich kann ihn nicht fragen. Aber ich schau mal in den Unterlagen.”

(Wartemusik)

PrA: “Da steht gar nichts drin von Pilz im Mund. Und er ist nicht in der Praxis, dass ich fragen könnte. Nein, unter diesen Umständen kann ich Ihnen nicht bestätigen, dass (der Kleine) das braucht. Und dann … wir haben das Mittel ja selber hier … Moment …(Wartemusik) …  Ja. Sagen Sie der Mutter, sie muss, wenn sie das braucht noch einmal mit uns Kontakt aufnehmen … am besten kommt sie gleich vorbei um es abzuholen!”

Ja, So läuft das mit der so Patientenfreundlichen Selbstdispensation. Ich möchte hier noch einmal erwähnen, dass die Praxis eben nicht grad nebendran liegt. Die Frau wohnt hier, nur ein paar Strassen von der Apotheke entfernt.

Ich überbringe die nicht ganz so frohe Nachricht, dass ich kein Rezept von der Praxis bekomme und dass sie selber noch einmal dort vorbei soll, weil er es selber abgeben will.

Sie ist erwartungsgemäss nicht sehr angetan von der Idee noch einmal einen Ausflug mit den beiden Kindern zu machen.

Aber dafür habe ich eine Lösung: Ich drücke ihr unsere Visitenkarte in die Hand: “Da ist unsere Faxnummer drauf. Ich bekomme vielleicht kein Rezept vom Arzt, aber wenn Sie heute nachmittag, wenn er da ist noch einmal anrufen, dann können sie denen sagen, sie können das Rezept hierher faxen. Dann kann ich es abgeben und sie müssen nicht einen so langen Ausflug machen.”

Der Fax vom Arzt für den Mundgel kam um 14.15 Uhr. Kommentarlos.

Die Mutter hat es dann noch am gleichen Tag abgeholt.

Benzo-Türsteher

dormicumundso
Ja, sowas wurde ich in der Apotheke schon gefragt. Die Antwort ist natürlich: Ja, mit dem entsprechenden (echtem) Rezept.

Vor ein paar Tagen habe ich auch auf meine mailadresse wieder mal eine entsprechende Anfrage bekommen – der genaue Wortlaut war “hallo habe interesse für dormicum” … Also etwas netter formuliert, aber mit dem gleichen Ziel. Auch den muss ich enttäuschen. Das gibt’s hier nicht.

Aber momentan komme ich mir auch in der Apotheke echt wieder vor wie der Benzodiazepin-Türsteher. Da schickt das alte Frauchen ihre Nachbarin in die Apotheke ihr (ja, auch hier) Dormicum abholen … und ruft, als ich die ohne wieder heimschicke (weil sie selber erst vor knapp einer Woche eine Packung bezogen hat) kurz darauf hoch-empört an und lässt sich erst beruhigen, als ich ihr sage, sie soll doch selber in die Packung schauen, wieviel sie noch hat, um sicher zu sein, dass das “über die Festtage reicht”. Sie hat noch für fast 4 Wochen.

Und auch diejenigen, die ihre erreichte Franchise ausnützen wollen und noch an Medikamenten holen, was sie können … 3 Packungen Stilnox zu 30 Stück, wenn sie noch ein Dauerrezept bis im Februar haben (grrrr) aber nur (laut Dosierung Arzt) eine halbe Tablette vor dem Schlafen nehmen sollen … das gibt’s NICHT. Das wären 90 Tabletten = 180 Tage … dann wären wir mit dem Bezug bei einer Menge die bis Juni reicht … und da sind die 2 Packungen, die auch sie letzten Monat bezogen haben noch nicht mal eingerechnet!

Die Leute sind nicht zufrieden, wenn sie nicht bekommen, was sie wollen.

Benzodiazepine machen abhängig. Wir wissen das, wir machen die Patienten drauf aufmerksam, wir weisen möglichst frühzeitig darauf hin von wegen Dosierung:  “bei Bedarf, nach Möglichkeit nicht regelmässig”, “ja nicht die Dosierung steigern”, wir fragen nach: “Weshalb kommen Sie das jetzt schon holen?”, weisen auf die Abgabemengen hin: “das muss jetzt reichen bis…”, verweigern die Übermässige Abgabe und schicken sie wieder zum Arzt

… der dann oft genug einfach ein neues Dauer-Rezept ausstellt und uns das weitere Problem überlässt. Ja, das macht mich auch unzufrieden.

Algebra-Rezept?

Mysteriöses Rezept, das ich im Oktober gefaxt bekommen habe:

rpnadeln

Was ich entziffert habe: S + N + A2N

Das ist alles. Ansonsten hat es den Patientennamen drauf und wer es ausgestellt hat und das war’s. Ich habe dann zur Klärung angerufen, weil ich mit dem Algebra nach dem es aussieht oder besser gesagt, den Abkürzungen die das wohl sein sollen nichts anfangen kann.

Habt ihr eine Idee, was gemeint war?

(Das Rezept war von einem Spital – ich konnte ihr dann leicht klarmachen, dass Abkürzungen auf dem Rezept ein echtes “no go” sind. Vor allem Spitalinterne Abkürzungen.)

(un-)regelmässige Abgabe

Methadon-Patienten sind häufig … speziell, das kann jede Apotheke bestätigen, die sie hat. Wie überall gibt es auch hier die unterschiedlichsten Typen: vom geschäftigen Businessman im Anzug, der seine Methadon-Flaschen direkt in den Aktenkoffer versorgt und dem man es nie anmerken würde, was er nimmt und der seine Dosen regelmässig und zuverlässig abholt, bis zum abgerissenen Handwerker, der häufiger einmal mit irgendwelchen Erklärungen und Entschuldigungen kommt, weshalb er eine Extradosis braucht und bei dem es irgendwie nie richtig zu klappen scheint. Es ist ja auch etwas komplizerter, da man dafür ein Betäubungsmittel-Rezept braucht, das maximal 3 Monate gültig ist und Ausnahmen (wie seine Extradosen) machen wir in dem Fall wirklich aussschliesslich via Arzt.

Man sollte denken, dass er das nach demnächst 2 Jahren die er bei uns einmal wöchentlich vorbeikommt auch weiss und entsprechend handelt, respektive vorsorgt, aber …. Nein.

Vor 2 Wochen haben wir ihm mitgeteilt, dass sein Rezept nur noch bis am (Datum vom letzten Freitag) gültig ist und wir nur bis dann sein Methadon abgeben dürfen – er soll sich doch bitte wieder mit dem Arzt in Verbindung setzen wegen einem neuen Rezept dafür.

Man wiederhole dasselbe 1 Woche vorher mit mehr Druck: das ist die letzte Abgabe, ausser …

Diesen Freitag mittag steht er da und will sein Methadon. Kein Rezept dabei. Kein Rezept wurde eingeschickt. Der Arzt ist erst am Montag wieder in der Praxis.

Es folgt das klassische Gespräch (Sie wussten das seit 2 Wochen und hatten Zeit, es ist Ihre Aufgabe etc etc … Aber ich brauch’ das. Jetzt! Sonst Jammer, Heul …) – und die Abgabe von 3 Notfalldosen (Sa/So/Mo) auf das Versprechen, dass er vom Arzt das Rezept gleich am Montag bestellt und die uns informieren.

Montag abend 6 Uhr steht er erwartungsgemäss wieder hier und … immer noch haben wir keinen Bescheid vom Arzt bekommen. Worauf er mir in der Apotheke fast ausflippt, weil „Ich habe das Rezept heute morgen beim Arzt bestellt und sie hat mir gesagt, sie schicken es gleich!“

Also nimmt er das Telefon in die Hand und ruft beim Arzt an – es ist nur noch die Praxisassistentin da, die von ihm zur Schnecke gemacht wird.

Ich nehme ihm dann das Telefon ab und frage, was das Problem ist.

“Ja, der Arzt hat ein Rezept ausgestellt – ich habe das heute mittag auf die Post gebracht, da man Betäubungsmittel-Rezepte ja nicht faxen darf.”

(Nein: man darf sie schon faxen, aber ich brauche das Original).

Pharmama: „Okay – ein Fax wäre hier trotzdem gut gewesen, denn dann hätte ich jetzt schon den Bescheid, dass es okay und das Rezept unterwegs ist. Für wie lange hat er das Rezept denn ausgestellt?“

Praxisassistentin „Das weiss ich nicht. Der Patient muss auch wieder in die Praxis kommen – er hat am Mittwoch einen Termin.“

Pharmama: „Könnten sie mir sagen, ob das schon ein neues Dauerrezept ist, oder nur für die Abgabe bis am Mittwoch?“

Praxisassistentin: „Das tut mir leid, das kann ich nicht. Und der Arzt ist schon wieder nicht mehr hier.“

Also … bekommt der Patient seine Methadon für heute und morgen und muss danach halt noch einmal kommen wenn ich das neue Rezept hier habe und schauen kann.

Aufwändig. Und unnötig aufwändig. Und wenn es nicht fast jedes Mal so ein Theater wäre auch kaum erwähnenswert.

(Und ich “freue” mich schon auf das nächste Mal, spätestens in 3 Monaten, wenn das gleiche Spiel wieder von vorne losgeht …)

Man denkt, damit haben wir es – zumindest für dieses Mal. Aber: nein.

Telefon an dem Mittwoch abend. Von der Arztpraxis: Der Patient hat seinen Termin nicht wahrgenommen. Damit gilt das Rezept (das inzwischen hier ist und tatsächlich für weitere 3 Monate ausgestellt war) nur für 2 Wochen. Bis dann MUSS der Patient beim Arzt aufschlagen und der uns das “Okay” für die weitere Abgabe geben. Wir dürfen das gerne auch dem Patienten ausrichten – der für sie nicht erreichbar war.

Ja – dafür habe ich ihn natürlich am selben Abend in der Apotheke und darf ihm das erklären.

Man kann sich vorstellen, dass er nicht sehr erfreut war – aber mal ehrlich: das hat er sich von Vorne bis hinten selber zuzuschreiben.

Mehr lesen:

Dosettiges

Die Patientin um die 50 kommt in die Apotheke mit einem Rezept für 1 Medikament (ein Beruhigungsmittel) und einem Dosett. Auf dem Rezept steht:

„Medikament in Dosett füllen – gemäss Wunsch Patientin, damit Sie mehr Kontrolle hat.“

dosett

Ich finde Dosette sinnvoll. Man kann die natürlich auch nur mit einem einzigen Medikament füllen, aber …

„Das mache ich ihnen gerne … nur, wenn da nur ein Medikament rein-kommt, dann kann ich das selbst mit dem Rezept hier nicht via Krankenkasse verrechnen. Das kann ich erst ab 3 Medikamenten pro Woche.”

Frau: “Oh – aber ich nehme mehr Medikamente. Die habe ich bisher aber immer via Versandapotheke bezogen und selber eingefüllt. Der Arzt hat mir das so empfohlen und faxt auch immer die Rezepte direkt an die Versandapotheke …”*

… (Ah ja?) … Da geht bei mir die eine Augenbraue nach oben, ich kann mir nicht helfen …

Pharmama: “Nun, wenn Sie wollen, können Sie das auch weiterhin, aber wenn ich nur 1 Medikament einfülle – das kostet gleich viel wie mit mehreren … und Sie müssten das selber bezahlen.”

Frau: “Oh.”

Pharmama: “… Sie könnten natürlich auch den Arzt fragen, ob er das Rezept statt an die Versandapotheke an uns faxt. Dann könnte ich das Dosett damit richten und es via die Krankenkasse abrechnen …”

Das Rezept kam am selben Nachmittag und sie hat noch die Medikamente, die sie bisher zu Hause hatte vorbeigebracht. Mit dem “Zur Rose”-Aufkleber drauf. Seitdem … geht das. Wir richten wöchentlich das Dosett mit den Medikamenten, bestellen die falls nötig nach, rechnen das der Krankenkasse ab und sie holt es regelmässig.

 

*Ja, das läuft hier so: der Arzt überzeugt den Patienten, sich die Medikamente “günstig und Zeitsparend” direkt von der Versandapotheke zukommen zu lassen … und bekommt dafür von der Versand-Apotheke Provision. Mehr über diese Praxis hier: Diese Rose stinkt.

Eigentlich … ist das seit letztem Jahr und Bundesgerichtsurteil nicht mehr erlaubt …da Umgehung der Selbstdispensation. Aber da sie die Medikamente schon eine Zeitlang nimmt, ist es möglich, dass das vorher eingefädelt wurde.

Aber Dosette richten die offenbar auch jetzt noch nicht. :-)

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