Tote Flamingos und Noncompliance

Unter Compliance versteht man in der Medizin „Die Bereitschaft des Patienten zur aktiven Mitwirkung an den vom Arzt vorgeschlagenen Massnahmen (z.B. die Zuverlässigkeit bei der Einnahme von Arzneimitteln)“.

Noncompliance ist also das Gegenteil davon, das Nichtbefolgen von Massnahmen und Einnahmevorschriften.

Was hat das jetzt mit Flamingos zu tun?

Nun, im Garten des Basler Universitätsspitals hielt man früher einmal Flamingos. Bedauerlicher– und Unerklärlicher-weise starben die Tiere häufig.

Man liess also ein paar der toten Flamingos untersuchen, an was es lag – das war noch lange vor der Vogelgrippe, ansonsten hätte man wahrscheinlich den ganzen Bestand gekillt.

Jedenfalls, als man die Vögel aufschnitt, fand man in ihren Mägen massenweise Tabletten und Kapseln!

Wie kamen die dahin?

Wie gesagt waren sie im Garten des Spitals und offensichtlich entsorgten eine Menge Patienten, die ihre Tabletten nicht nehmen wollten, diese aus dem Fenster – und die bunten, kleinen Dinger reizten natürlich die Vögel sie zu fressen. Der Mix aus Bluthochdruckmitteln Schmerzmitteln, Cholesterinmitteln, Schlafmitteln und was weiss ich noch alles war … ihnen nicht gerade bekömmlich.

Darum: keine rosa Vögel mehr im Spitalgarten. Eigentlich schade.

Das Problem mit Kapseln

Grundsätzlich gibt es 2 Arten von Kapseln. Die Weichgelatine Kapseln, welche meist flüssige Stoffe enthalten (wie Nachtkerzenöl, Fischöl etc) und die Hartgelatine Kapseln, welche Pulver oder Pellets (das sind kleine Kügelchen) enthalten.

Wie der Name schon sagt sind beide aus Gelatine.

Gelatine wird aus Rinder- und Schweins-Bestandteilen hergestellt, genauer gesagt aus Knochen, Knorpel und Haut.

Und genau das ist das Problem: es sind Bestandteile vom Schwein darin.

Das Schwein ist ein Tier, das von manchen Kulturkreisen als schmutzig und schlecht angesehen wird und deshalb zu meiden ist. Vor allem darf man nichts davon essen.

Was machen Angehörige dieser Kulturen also wenn sie krank sind und Medikamente brauchen? Denken sie immer daran, dass man ihnen nur Tabletten, Brausetabletten und flüssige Formen aufschreibt (Achtung: Alkohol ist ja teilweise auch verboten)? Nehmen sie die Kapseln einfach nicht ein? Machen sie sie einzeln auf? (Das darf man nicht immer, sonst verändert man die Aufnahme in den Körper und die Wirkung).

Ist die Gelatine überhaupt noch als Bestandteil vom Schwein anzusehen? Immerhin wird der Rohstoff ziemlich bearbeitet und gereinigt und sterilisiert.

Ich weiss es nicht. Offenbar scheint es auch unter den Religionsgelehrten nicht gerade Einstimmigkeit über dieses Thema zu geben.

So gibt es also einige wenige, die Gelatine Kapseln strikt ablehnen. Bei den Firmen anfragen, ob die Gelatine der Kapseln auch Schwein darin haben mache ich inzwischen nicht mehr. Die Antwort der Firmen lautet dazu: „höchstwahrscheinlich.“

Gelatine als Rinderprodukt könnte theoretisch auch ein BSE Problem sein. Es hat sich allerdings gezeigt, dass jeder Herstellungsschritt allein zwischen 90-99% einer eventuellen Infektiosität beseitigt. Und es sind einige Schritte. Dazu kommt, dass die Herkunft der Rinder kontrolliert wird – immerhin gibt das am Ende ein Medizinalprodukt. Kein Problem also.

Gaanz gaaanz früher gab es mal Stärke Kapseln. Die sind von der Struktur her wie Oblaten (für Katholiken: wie die Dinger bei der Kommunion in der Kirche). Einmal musste ich während dem Studium welche abfüllen. Horror. Man muss einzeln in jedes zerbrechliche Päckchen ein paar mg abwiegen. Ausserdem sind die Stärkekapseln nicht lange haltbar und mühsam zum Einnehmen und und und. Es ist gut, dass es die nicht mehr gibt.

Gelatinekapseln lassen sich dagegen auch in der Apotheke relative einfach füllen, sie sind einfach einzunehmen, es gibt sie in allen Farben, verschiedenen Grössen und man kann sie überziehen, magensaftresistent oder retardierend machen, insgesamt eine sehr elegante Arzneiform.

Muss die Religion (oder besser gewisse, die die Schriften auslegen) da wirklich Einschränkungen machen?

Klassik für Anfänger

Ich bin sonst nicht soo sehr der klassische Musik Fan, aber den Finale vom „Karneval der Tiere“ finde ich toll, vor allem, wenn das Stück so liebevoll animiert wurde wie in Fantasia 2000.

Nie wieder werde ich Flamingos ansehen können, ohne an Jo-Jo’s zu denken und diese Musik zu hören.

Inzwischen habe ich mir die CD besorgt, in der Fassung die Loriot kommentiert. Darauf ist auch Peter und der Wolf.
Junior hört immer ganz genau zu, wenn ich sie laufen lasse.

Wie sieht eine amerikanische Giraffe aus?

Versuch‘ mal, Dir eine vorzustellen …

Letzthin war in den Medien von einem Amerikaner zu lesen, der wegen Mordes im Gefängnis sitzt. Soweit so ungewöhnlich, nur verklagt jetzt ebendieser Mann das Gefängnis, weil sie ihn hungern lassen würden.
Er hat seit seiner Einlieferung vor 8 Monaten 47 Kilo abgenommen.
Das ist dramatisch, relativiert sich jedoch, wenn man liest, dass er jetzt immer noch 140 kg wiegt. Also 187 kg war bei Antritt der Haft.
Leute, das ist nicht nur Übergewichtig, das ist einfach nur DICK!

Selbst wenn er 180cm gross wäre (und so sieht es auf dem Foto, dass ich irgendwo gesehen habe nicht aus), hätte er damals einen BMI (Body Mass Index) von über 57 gehabt (Normgewicht wäre irgendwo zwischen 20-25) und selbst jetzt hat er noch einen BMI von 43, was immer noch unter „extrem Übergewichtig“ fällt.

Es ist nicht so, dass er nicht genug zu Essen bekommt. Ein erwachsener Mensch braucht so zwischen 2000 bis 3000 Kalorien täglich, um gut zu überleben. Die Gefängnisinsassen bekommen 3000 Kalorien täglich – und allzuviel Bewegen müssen sie sich ja nicht.
Sein Problem ist einfach, dass diese Kalorienzufuhr nicht ausreicht, um „sein Körpergewicht zu halten“.
Die Frage ist einfach: sollte es das denn??? Hat man denn im Gefängnis (oder Ausserhalb) ein Recht darauf, dick zu sein? Und alle anderen müssen sich anpassen?

So wie ich die Amerikaner kenne, wird die Antwort darauf lauten: ja.
Immerhin schaffen sich die Ambulanzen immer mehr Autos an, die speziell auf Schwertransporte eingerichtet sind, die Feuerwehren richten sich darauf ein und die Fluggesellschaften werden breitere Sitze anbieten müssen – ohne Aufpreis – aber nur, wenn man auch dick ist.

Falls Du wissen möchtest, was Dein BMI ist, hier ein kleiner automatischer Rechner: www.bmi-rechner24.de

Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen (inzwischen hast Du sicher gemerkt, worauf ich hinauswill):

so könnte sie aussehen, die amerikanische Giraffe:

Im Zoo mit Kindern

Am Wochenende waren wir mit Junior und seiner Cousine samt Anhang im Zoo.

Wir haben uns ein Familienabo für das ganze Jahr besorgt, weil das jetzt wohl öfter vorkommen wird.

Junior hat viel Freude an den Tieren – je Näher, desto besser!  Cousinchen, die ein paar Monate jünger ist, interessiert sich am meisten für die Fische. Das scheint bei vielen so zu sein. Fragt sich nur, woher das kommt? Denken sie das ist Fernsehen mit Interaktion? Oder ist es, weil die Aquarien so hell beleuchtet sind im Gegensatz zur dunklen Umgebung? Manchmal kleben sie regelrecht an den Scheiben fest. Wenn man manchmal nur wüsste, was in den kleinen Köpfen vorgeht!

Jedenfalls ist ein Zoobesuch mit Kindern eine erfrischende Angelegenheit, weil für sie alles Neu ist. Sie achten auf ganz andere Dinge. Für sie ist der Spatz auf dem Weg mindestens so interessant, wie die Nilpferde im Wasser gleich daneben …

Eine seltene Begegnung

Letzte Woche, als es für einmal nicht geregnet hat, haben wir einen kleinen Familienausflug in einen nahen Park gemacht. Dabei sind wir auf dieses entzückende Kerlchen gestossen:

Ein Eichhörnchen! Und dabei ist mir aufgegangen wie lange ich schon keines mehr gesehen habe.
Ich erinnere mich daran, früher viele gesehen (und gefüttert) zu haben, aber seither? Nada. Liegt es daran, dass man als Erwachsener nicht mehr in Ruhe durch den Wald spaziert? Oder gibt es viel weniger davon als früher? Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die einheimischen rot-braunen Eichhörnchen immer mehr von fremden Arten verdrängt werden. Aber ehrlich gesagt habe ich auch von denen keine gesehen in den letzten Jahren.

Hier also ein klassisches, rotbraunes Hörnchen. Wir haben ihm sicher eine Viertelstunde nur zugesehen, wie es herumgehüpft ist und Essen gesucht hat. Junior hatte seine helle Freude, auch wenn wir ihn da im Kinderwagen festgeschnallt gelassen haben.

Im Moment ist sowieso jedes Tier toll, das er sieht. Er macht dann „Uiiiiuiiii“ und rennt, um die Katze, den Hund oder die Taube zu streicheln. Oder zu tätscheln. Oder halb draufzuliegen, wenn das Tier so gutmütig ist und noch nicht geflohen ist ….
Ich muss ihm unbedingt beibringen, dass nicht alle Tiere so lieb sind.