Gefängnistattoos?

Ich bin nicht gegen Tattoos (hab' ja auch selber eines), aber ich finde es wichtig, dass man sich bewusst ist, was man da macht. Also … ein sichtbares Tattoo wird bei der Umwelt Reaktionen hervorrufen. Positive oder Negative.

Wieso also muss es ein Gefängnistattoo sein?

Immer wieder erstaunlich, wenn man das auf einem Kunden sieht. 3 Punkte auf dem Dreieck zwischen Daumen und Hand. Eine Träne im Augenwinkel, ein Spinnennetz am Ellbogen.

Und bei manchen bin ich mir ziemlich sicher, dass das nicht im Gefängnis gemacht wurde.

Warum also?

Oh, die Dinge, die man so lernt …

Bei der Blutdruckmessung am Oberarm an einem … offenbar… alten Seemann fällt mir sein Tattoo auf dem Arm auf. Wir kommen ins reden und er erklärt mir den Grund warum man sich leichtbekeidete Damen auf die Arme tätowiert hat.

Ich versuche es mal so vorsichtig wie möglich auszudrücken … auf See gibt es keine Frauen (oder vielleicht besser: gab keine). Lange nicht. Fotos, Hefte und derartiges können nass werden oder verloren gehen …

(Fällt der Groschen?)

English: Studio portrait photo of Betty Grable...
(Photo credit: Wikipedia)

Lassen Sie mich das wiederholen (6)

Sie haben also wegen ihrem gebrochenen Bein tägliche Spritzen zur Thromboseprophylaxe aufgeschrieben bekommen – aber sie wollen sie nicht haben, weil sie ‚Nadeln nicht mögen’  – aber irgendwie habe ich Probleme das zu glauben, wenn ich ihre 3 (sichtbaren) Tattoos und 5 Piercings anschaue. … Aber natürlich frage ich gerne den Arzt an, ob bei ihnen auch etwas anderes ginge.

Tattoo – Körperschmuck oder … nicht?

So, Du willst Dir also ein Tattoo stechen lassen? Nein, nein, nicht unser Junior, bei dem wird es noch ein paar Jahre gehen, bis er damit kommt. Aber ein Freund hat sich mir letzthin anvertraut. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Tattoos, ABER ich finde man soll das vorher gut durchdacht haben. Das ist nicht etwas was sich auswächst oder abwäscht. Das bleibt.

Ich weiss noch, wie meine Mama reagiert hat, als sie meins sah: „Oh, und wie lang hält das?“ meine Antwort war etwas in Richtung von „Keine Ahnung was mein Verfalldatum ist“. (Gell, Mama?)

Also sollte man sich vorher ein paar Dinge überlegen:

Wieso will ich ein Tattoo? Wenn Du damit nur deine Eltern oder Umwelt schocken willst, überleg’s Dir noch mal. Inzwischen fallen Tattos nur noch unter „Körperschmuck“. In manchen Bevölkerungsgruppen sind bis zu 30% der Leute tätowiert. Wenn Du mir nicht glaubst, geh mal in die Badi. Mit einem Tattoo ist man also nichts „besonderes“ mehr.

Wo soll das Tattoo hin? -sprich: wie sichtbar soll es sein? Wenn Du vorhast mit Kunden zu arbeiten, solltest Du es besser an Orten haben, wo es von normaler Kleidung verdeckbar ist. Nicht auf den Händen, Unterarmen, Hals oder gar am Kopf*. Übrigens haben Kaderleute grösserer Firmen kaum Tattoos – auch nicht sichtbare.

Wie sieht das Tattoo an mir in 10 Jahren aus? In 20? In 30? Ja, auch Du wirst älter. Das bedeutet einerseits, dass man das Tattoo besser nicht an Stellen platzierst, wo die Haut rasch runzelig wird oder zu hängen anfängt und andererseits, dass Du auch dann noch mit dem Motiv leben muss. Willst Du wirklich noch mit einer Comicfigur am Busenansatz herumlaufen, wenn Du 50 bist?

Im Zusammenhang mit dem Motiv ein paar Überlegungen mehr:

Von Schriftzügen würde ich grundsätzlich abraten. Freundinnen können zu Exfreundinnen werden… auch wenn man sich noch so sicher ist, dass es ewig hält.

Chinesische / arabische / hebräische Schriftzeichen: ok, darüber lässt sich streiten. Ich würde einfach probieren wirklich sicher zu sein über deren Bedeutung. Und auch hier passieren Schreibfehler …

Symbole sollten auch gut überlegt werden, v.a. wenn sie verschiedene Bedeutungen haben können oder wenn sie die Zugehörigkeit zu einer Gruppe anzeigen. In 10 Jahren sieht ein Pentagramm vielleicht nicht mehr Soooo cool aus (auch wenn Du jetzt auf gothic stehst).

Eine gute Übersicht und mögliche Vorlagen finden sich hier.

Falls Du etwas Zeit hast, google mal „regrettable tattoo“. So findet man eine Menge Beispiele von Leuten, die sich die Gedanken wahrscheinlich nicht so wirklich gemacht haben.

Wenn Du unsicher bist, male Dir das Tatto doch einfach mal auf, oder probier’s mit Henna.

Also werde ich meinem Jungen sagen, wenn er damit kommt: „Kein Problem … sobald Du 18 bist … und Dir das alles gut überlegt hast– dann kannst Du Dir eines machen lassen. Klar.“

(Und ich hoffe, es bleibt dann auch nur bei einem, … kleinen, …. wohlüberlegten).

*Ehrlich, es gibt kaum etwas irritierenderes als jemand, der ein Tattoo auf der Stirne hat. Man kann der Person nur mit Mühe in die Augen sehen, wenn etwas so ablenkt. Wir haben einen Kunden mit so einem Gesichtsschmuck. Er ist sehr freundlich, aber … eben.