Ich bekomme den Tampon nicht raus!

Ziemlich panischer Anruf am Morgen früh, eine der Tonlage nach jüngere und sehr aufgeregte Frau:

Ich bekomme den Tampon nicht heraus! Was soll ich tun? Muss ich zum Arzt?“

Ich versuche mich zusammenzureissen – am morgen bin ich noch nicht so Gedankenschnell: „Wie lange ist das jetzt schon drin?“

„Etwa 3 Stunden“

„Ah. Ich denke das ist noch kein Problem – so ab 8 Stunden könnte es aber eines werden.“

Ich versuche sie zu beruhigen: (für Männer wird es jetzt vielleicht etwas zu „detailliert“ – ihr müsst nicht weiterlesen, ok? Dasselbe gilt für Leute mit hyperaktivem Kopfkino, die sich vor allem aus den Kommentaren hier fernhalten sollten.)

Tampons können eigentlich nicht im Körper verschwinden .. der Eingang zur Gebärmutter ist zu klein, als dass er da einfach durchrutscht. Das zumindest ist beruhigend.

Dass das Bändchen nicht mehr dort ist, wo es sein sollte habe ich auch schon selber gehabt, aber das heisst nicht, dass das vom Tampon abgefallen ist (tatsächlich hält das sehr fest) – wahrscheinlich versteckt es sich einfach ein einer Falte. Und am Bändchen holt man es am einfachsten raus.

Wenn man sich nicht verkrampft, kann man mit den (sauberen) Fingern in der Scheide danach suchen. Auch nach dem Tampon selber, wenn es weiter rein gerutscht ist.

Jetzt … nach 3 Stunden ist das Tampon vielleicht noch nicht wirklich vollgesogen … und trockene Tampons rutschen schlechter. Vielleicht einfach noch einen Moment warten.

Ist das Tampon wirklich nicht greifbar mit dem Bändchen, aber wahrscheinlich vollgesogen, kann man auch versuchen es herauszupressen. Das macht man am besten indem man die Beine hüftbreit auseinanderstellt, in die Hocke geht und die Bauchmuskelpresse aktiviert (wie man sonst auf der Toilette macht).

Wenn das alles nichts gebracht hat, dann ist es Zeit zum Arzt zu gehen.

Allzu lange sollten Tampons nämlich nicht im Körper bleiben. Die saugfähigen Dinger bilden in der Körperwärme ein ideales Närmedium für viele Bakterien, darunter auch solche, die Blutvergiftungen und das toxische Schocksyndrom auslösen können. Das ist ein Problem für diejenigen, die diese speziellen Bakterien (nicht alle machen das) schon in sich tragen, aber da man das nicht weiss gilt allgemein: Tampons nicht zu lange drin lassen.

Von daher verstehe ich die Aufregung schon. Aber sie hat es wenigstens nicht vergessen, dass er drin ist…

 

Tampons mit Noppen?

Keine Angst, das ist ein ganz jugendfreier Post.

Morgens früh in der Apotheke. Kaum geöffnet läutet das Telefon. Am Apparat eine Frau – von der Stimme her vielleicht in meinem Alter.

Frau: „Hallo? Sind sie die Apothekerin? Ich habe da eine Frage?“

Pharmama: „Ja. Was ist die Frage?“

Frau: „Ich habe immer die Tampax Tampons …“ fängt sie an.

Und ich frage mich jetzt schon, ob das dafür wirklich die Apothekerin braucht. Aber hier bin ich und ich höre zu.

Frau: „… Und jetzt habe ich eine neue Packung und auf der Packung aussen … das sieht aus als ob das Noppen hätte …“

Pharmama: „Welche Tampax haben sie? Die mit dem Applikator?“

Frau: „Ja, die gelben.“

Pharmama: „Moment, ich gehe schnell eine Packung holen.“

Was immer sie mich fragen will – ich bin sicher, das geht besser, wenn wir beide das Objekt vor uns haben. Also hole ich eine Packung.

Frau: „Sehen Sie da auf der Rückseite die Bilder, wie man das anwendet? Da hat es auf dem Applikator so Noppen drauf. Spürt man die denn nicht beim Einführen? Das will ich nicht! Das stört doch sicher!“

Jetzt … ich muss zugeben (hier im Blog zumindest), dass ich nicht Tampax verwende. Ich brauche seit jeher die OB. Ohne Applikator oder so etwas. Aber auf dem Bild sind da tatsächlich so etwas wie … Rillen drauf.

Pharmama: „Meinen sie diese Rillen?“

Frau: „Rillen oder Noppen – sie sehen sie auch, oder?“

Pharmama: „Ja. Aber das sieht aus, als wären sie unten am Applikator … also da wo man ihn festhält (?). Können Sie das bestätigen?

Frau: „Ich weiss nicht …“

Pharmama: „Sie könnten mal einen aufmachen.“

Frau: „Ah, ja.“

Rascheln – sie macht es,

Frau: „Ja, da hat es Rillen.“

Pharmama: „Und sind die oben oder unten?“

Frau: „Unten.“

Pharmama: „Dann ist es sicher nur, dass man den Applikator besser festhalten kann.“

Frau: „Aber ich will keine Noppen auf dem Applikator!“

Das ist der Moment, wo ich mich frage, was ich getan habe, so früh am Morgen so einen Anruf zu bekommen. Sie meint das ernst. Das ist kein Scherzanruf. Die Noppen / Rillen sind ein Problem für sie. Also hole ich ruhig Luft und nochmals aus:

Pharmama: „Ich denke, dass die wirklich dazu gedacht sind, dass man ihn besser festhalten kann … und dass die Noppen gar nicht …hineinkommen.“

Frau: „Ah so. Das finde ich trotzdem nicht gut, dass sie das gemacht haben. Wer braucht das schon?“

Pharmama: „Das weiss ich auch nicht, aber die neuen, die sind so.“

Frau: „Vielleicht finde ich auch noch irgendwo ein paar alte Packungen, die das nicht haben.“

Pharmama: „Möglich. Wir haben nur noch die neuen hier.“

Frau: „Oder ich nehme den Applikator vorher ab. Na dann, danke und auf wiederhören!“

 

Disclaimer: Ich weiss nicht, seit wann die da drauf diese Halterillen haben … vielleicht waren die auch vorher schon da und sind ihr erst jetzt aufgefallen?

Damenhygiene

Es kommt ein junger Mann mit einer Packung Tampons an die Kasse der Drogerie.

Er legt sie hin, sichtlich peinlich berührt und sagt, während ich sie einscanne: „Die sind nicht für mich!“

Pharmama (lächelnd): „Das habe ich mir schon gedacht.“

Warum ist es manchen Männern so peinlich Hygieneprodukte wie Tampons oder Binden für ihre Freundinnen / Frauen zu kaufen? Da ist wirklich nichts dabei.

Oder liegt es an der Auswahl, dass sie so … beeindruckt sind? Normal, Super, Mini, mit Applikator oder ohne, mit Flügelchen und Röckchen mit …

 

Und dann war da noch die Geschichte, die mir der Kollege Busfahrer erzählt hat:

Bei der Endstation haben sie immer Pause und Zeit etwas kleines zu essen und auf die Toilette zu gehen. Das ist eine öffentliche unisex-Toilette.

Wie er eintritt tönt es aus einem der Abteile: „Hallo? Ist da jemand? Ich brauche hier Hilfe!“

Sie war ziemlich enttäuscht als sie hörte dass es ein Mann war: „Oh ich habe gerade … meine Periode bekommen. Ich bräuchte ein Tampon oder so etwas…“

Busfahrer: „Das ist gar kein Problem.“

Er geht raus, steigt in den Bus, in dem inzwischen schon ein paar Leute sitzen und warten und sagt: „Ich habe hier einen Notfall. Hat jemand vielleicht einen Tampon für mich?“

Die Blicke müssen … unbeschreiblich gewesen sein.
Aber: er hat ihn bekommen!