Auf Lehrstellensuche – Auf Lehrlingssuche

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Aktuell sind wir wieder einmal (wie jährlich) auf der Suche nach Lehrlingen. Wir sind ein Ausbildungsbetrieb – seit wir nicht mehr gemischt Apotheke und Drogerie sind, konzentrieren wir uns auf Fachfrauen (und Fachmänner) Apotheke – kurz FAP. FAP ist die neue Bezeichnung für den Beruf Pharmaassistent*in. Offenbar war man der Meinung, dass der Begriff Assistent*in abwertend sei und hat das zusammen mit der Ausbildung modernisiert. Nun gut.

Wir haben wiederum eine Menge Bewerbungen. Seit Mitte Juli sind es über 30 – und momentan kommen fast täglich neue dazu. Per email direkt oder per yousty (Berufsbildungsportal).

Wir können nur eine/n nehmen.

Das bedeutet, dass wir ziemlich rigoros aussortieren müssen. Das tut mir dann häufiger mal leid um manche, aber es geht nicht anders.

Wir suchen jemanden, der in der Lage ist, die Ausbildung zu machen, danach (hoffentlich) auch in der Apotheke bleibt (vielleicht nicht in unserer, aber in einer Offizinapotheke und nicht in der Krankenkasse) und der oder die zum Team passt. Immerhin arbeitet man 3 Jahre fast täglich zusammen. Ob männlich oder weiblich ist uns soweit egal, gewünscht (aber nicht obligatorisch) wären zusätzliche Sprachkenntnisse neben Deutsch.

Im ersten Schritt schauen wir also die Bewerbungen durch und halten die für uns wichtige Info fest. Dabei teilen wir sie schon mal in 3 Gruppen: Ungeeignet, Möglich und Herausragend.

So eine Bewerbung besteht im Normalfall aus folgenden Teilen:
Motivationsschreiben / Bewerbung
Lebenslauf (mit Foto am liebsten)
Zeugnisse und Bewertungen (zum Bsp aus früheren Schnuppertagen)

Ich kann nicht für alle Apotheken die suchen reden, aber folgendes fällt uns auf:

Bewerbungsschreiben / Motivationsschreiben:

Positiv: Korrektes Anschreiben an die Verantwortlichen in der Apotheke
Negativ: Beim Copy-Paste die andere angeschriebene Apotheke vergessen zu ändern
Negativ: Falsche Berufsbezeichnungen. Wie das alte Pharmaassistent*in oder auch: ich suche eine Lehrstelle als Apotheker.

Positiv: etwas persönliches zum Wunsch in einer Apotheke zu arbeiten
Neutral: das klassische: ich arbeite gerne mit Leuten zusammen und habe Interesse an Medizin/Medikamenten.
Negativ: Formulierungen, die einfach nur einem LLM (KI wie ChatGtP entstammen können)

Zeugnisse / Bewertungen

Positiv (für uns): Niveau E (bedeutet, besseres Schulniveau und hoffentlich bessere Voraussetzungen für die schulisch nicht ganz einfache Lehre. Gute Noten
Neutral: Niveau A und gute Noten
Negativ: Schlechte Noten, viele unentschuldigte Absenzen und keine Erklärung dafür.

Positiv: frühere (gute) Bewertungen aus Schnupperlehren und Schülerpraktika oder Schnuppertagen in einer Apotheke. Das zeigt uns, dass da schon (länger) Interesse besteht und die Motivation da ist.

Lebenslauf:

Positiv: Wohnort in der Nähe oder innert max 45 Minuten hier.
Weiter weg wohnende wird es schwierig: wie gesagt, man ist als Lehrling praktisch zu 100% entweder hier oder in der Schule – die in der Nähe ist. Das bedeutet, man macht den Weg 2x pro Tag. Es gibt bei manchen die Möglichkeit hier eine Wohnung oder Wohngemeinschaft zu suchen, aber wir präferenzieren trotzdem.

Auffallend: Bewerbungen von älteren Personen, die schon eine Ausbildung gemacht haben, und jetzt eine Lehrstelle suchen. Dazu gehören auch Leute, die im Ausland abgeschlossen haben (wie ehemalige Flüchtlinge) aber auch Personen mit Schweizer Abschluss. Ziemlich tragisch fand ich eine Bewerbung, aus der herauszulesen war, dass der ursprüngliche Beruf praktisch komplett durch KI ersetzt wurde und die Person deshalb auf der Suche nach etwas ist. Das war kein IT-Beruf … und das ist wahrscheinlich erst der Anfang einer sehr unschönen Entwicklung.

Der nächste Schritt ist es den (leider für uns) ungeeigneten abzusagen und die Herausragenden einzuladen zu einem direkten Bewerbungsgespräch in der Apotheke.
Zum Bewerbungsgespräch sind aktuell 6 eingeladen. Von 30+.

Bei dem Bewerbungsgespräch schauen wir die Bewerber genauer an, um zu sehen, wie sie sich verhalten, wie gut ihr Schweizerdeutsch oder Deutsch ist, und versuchen zu spüren, ob sie zu uns passen.

Dann werden von denen ein paar zu einem Schnuppertag eingeladen. An denen hat das Team dann Mitspracherecht. Ich frage die anwesenden Mitarbeiter danach, wie sie den Bewerber gefunden haben. Hat er/sie mitgearbeitet? Auffassungsgabe? Verhalten? Können sie sich vorstellen die Person als Lehrling mit im Team zu haben? Gibt es Gründe, die dagegen sprechen in ihren Augen?
Den „Schnuppi“ fragen wir am Schluss natürlich aus, wie er/sie das sieht: Könnte er/sie sich vorstellen, hier zu arbeiten?

Und dann wird entschieden ….

An alle Bewerber*innen da draussen: May the odds be ever in your favor!
Und denkt daran: Wenn es bei uns nicht klappt, es gibt noch andere. Möget ihr jemanden finden, zu dem ihr passt (und umgekehrt).

In Arztpraxis oder Apotheke: MPA und PA

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Was der Apotheke die PA ist dem Arzt die MPA.

Die Abkürzungen sind schon ähnlich PA (Pharmaassistentin) und MPA (Medizinische Praxisassistentin) – und beide Berufe sind sozusagen die rechte Hand der Medizinalperson: im Fall der PA der Apothekerin und im Fall der MPA des Arztes. Aber es gibt grosse Unterschiede in dem, was die beiden Berufe täglich so machen.

Die Medizinische Praxisassistentin (und natürlich auch –assistent, auch wenn dies ebenfalls ein sehr weiblich dominierter Beruf ist) arbeitet in der Arztpraxis. Sie betreut Patienten, erledigt administrative Arbeiten, führt Labor- und auch Röntgenuntersuchungen durch und assistiert bei ärztlichen Eingriffen. Von ihrem Organisationstalent und Einfühlungsvermögen hängt es ab, wie „rund“ die Praxis läuft, denn sie nimmt als Sprechstundenassistenz Anrufe entgegen und vereinbart Termine. Dabei muss sie entscheiden, wie dringlich das medizinische Problem ist und diese Patienten eventuell zwischen den Kontrollbesuchen unterbringen, Notfälle erkennen und entsprechend weiterleiten. Die MPA begleitet die Patienten beim Besuch, informiert sie über das weitere Vorgehen und bereitet sie und eventuelles Material für die Behandlung vor. Die MPA kann zur Entlastung des Arztes noch mehr: sie legt auf Anordnung Verbände an, verabreicht Injektionen und nimmt Blut ab. Sie macht Tests wie Blutdruckmessung, EKG, Blutzuckermessungen und kann Röntgenbilder machen. Im Labor führt sie Urintests durch und sichtet Blutproben. Im Büro ist die MPA für die gesamte Administration zuständig, sie verwaltet die Krankengeschichten mit allen Patienten- und Versicherungsdaten, schreibt Briefe und Protokolle und kümmert sich um das Rechnungswesen. Falls die Praxis Medikamente führt, bestellt und verwaltet sie auch diese. Flexibilität bei Notfällen ist eine Voraussetzung, Überstunden fallen häufig an und für deren Kompensation und die Ferien gibt es spezielle Regelungen – was bei Abwesenheit der Ärzte passiert.

Die Ausbildung ist eine 3jährige Lehre. Berufsfachschule kombiniert mit Ausbildung in einer Arztpraxis. Neben Überbetrieblichen Kursen hat man Berufsbezogene Fächer, die einem den Umgang mit Patienten beibringen, sowie diagnostische und therapeutische Prozesse, betriebliche Prozesse, Medizinische Grundlagen, Hygiene, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz und eine Fremdsprache. Man schliesst ab mit dem „Eidg. Fähigkeitszeugnis Medizinisch/r Praxisassistent/in EFZ“

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten: Meist bedeutet die Erweiterung der Kompetenzen durch Weiterbildung auch mehr Lohn. Andere Weiterbildungen erlauben die Arbeit ausserhalb einer Arztpraxis. Man kann sich zur medizinischen Praxiskoordinatorin, Krankenversicherungs-Fachfrau mit eidg. Fachausweis oder Spitalfachfrau mit eidg. Fachausweis weiterbilden. Berufsänderungen / Spezialisierungen sind möglich in Richtung Pflegefachfrau, Fachfrau für medizinisch-technische Radiologie, Biomedizinische Analytikerin HF oder dipl. Aktivierungsfachfrau HF.

Die Pharmaassistentin arbeitet in der Apotheke. Die PA bietet das breite Sortiment in der Apotheke an: Medikamente und Heilmittel, Säuglingsnahrung, Sanitätsartikel, Chemikalien, Kosmetika und pflanzliche sowie homöopathische Mittel. Sie berät die Kunden und Patienten fachkundig und freundlich, gibt Empfehlungen bei Krankheitssymptomen ab und beantwortet Fragen zu Produkten und zur Gesundheit und Schönheit. Sie kennt die gesetzlichen Bestimmungen um die Abgabe der Medikamente, stellt gemäss Rezept verordnete Medikamente zusammen, beschriftet sie und händigen sie den Patienten aus. Die PA stellt im Labor einfache Rezepturen oder hauseigene Arzneien wie Salben, Pulver, Teemischungen und Kapseln her. Die PA erledigt auch die Buchhaltung, Abrechnung und Korrespondenz mit den Krankenversicherungen und anderen Institutionen. Sie überwacht das Sortiment im Lager, bestellt die Ware und kontrolliert den Wareneingang. Der Beruf verlangt nach einem breitem Grundwissen und ständiger Weiterbildung um dieses aufrecht zu erhalten, wichtig sind ausserdem Sorgfältigkeit und hohe Sozialkompetenz.

Die Ausbildung ist eine 3jährige Lehre mit gleichzeitiger Praxis in einer Apotheke. Neben überbetrieblichen Kursen gehören dazu berufsbezogene Fächer wie fachkundlicher Unterricht, Warenbewirtschaftung, Verkaufsförderung, Landes- und Fremdsprache, administrative Arbeiten, Wirtschaft, Recht, Gesellschaft. Man schliesst ab mit dem „eidg. Fähigkeitszeugnis Pharma-Assistent/in EFZ“

Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten: Intern in der Apotheke gibt es wenig Aufstiegsmöglichkeiten, aber durch die Übernahme von zusätzlichen Kompetenzen wie der Lehrlingsausbildung, der Ausbildung zur Visagistin oder Spezialistin für Naturheilmittel kann man mehr draus machen und auch mehr verdienen. Dank der recht breiten Ausbildung in gesundheitlichen Themen ist später auch ein Wechsel in andere Berufssparten möglich: Pharmavertreterin, Krankenkassenadministration, Labor in einer Pharmafirma … Eine von unseren PA ist später MPA geworden. Man kann noch die Ausbildung als Drogist HF anhängen und selbst ein Nachholen der Matur und universitäre Ausbildung zur Apothekerin kommt vor.

Unsere PA, die zur MPA gewechselt hat (ja, nach Zusatzausbildung) kam übrigens später wieder in eine Apotheke zurück. Sie meinte, ihr wäre es in der Arztpraxis langweilig geworden …. Schwer vorstellbar, aber ich denke, das kommt sehr auf den individuellen Arbeitsplatz an. Man sieht (und berät) als PA wahrscheinlich mehr Kunden und Patienten pro Tag und man hat als MPA wohl auch einiges mehr an „Büroarbeit“. Wieviel und was man alles täglich machen muss und darf hängt sehr vom Arbeitgeber ab und dem Ort.

Damit wären wir übrigens bei demjenigen, der diesen Post gesponsert hat. Arbeitssuchende MPA, Ärzte und Angestellten-suchende Praxen finden ihre Stellen auf Medpro.ch. Das sind dieselben, die auch Pharmapro.ch betreiben, der Seite wo Apotheken und Angestellte suchen.

medpro