Ferienzeit … Reiseapothekenzeit

Die eine Frau diskutiert ernsthaft mit mir, dass das Malarone (Malariamedikament) für ihre Reise in 3 Wochen mit Ablaufdatum 2015 vorher „schlecht wird“ und weigert sich, das bis ein paar Tage vorher einzulösen … aber das Rezept lässt sie jetzt schon bei mir. Nun gut, Hauptsache (für mich), sie schützt sich dann auch vor der Malaria, wann sie die Mittel holt, ist mir eigentlich egal.

und

Die andere Frau ruft nach der Reise in Südamerika an und fragt, ob sie einen Teil der Medikamente, die sie vorher dafür gekauft hat und nicht gebraucht hat bei mir zurückgeben könnte. Ich muss ihr dann erklären, dass ich die Medikamente nur zum entsorgen zurücknehmen darf. Die dürfen nicht weiter verkauft werden – es ist ja auch nicht gegeben, unter was für Bedingungen die aufbewahrt wurden – ziemlich sicher nicht bei Raumtemperatur bei 25 Grad. Und Sie hätte sicher auch keine Freude, wenn ich ihr Medikamente, die schon mal unterwegs waren abgeben würde. – Das hat sie dann verstanden.

11 Berühmte Medikamenten-Opfer

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Marilyn Monroe

† 5. Augst 1962

Medikamente: Pentobarbital und Chloralhydrat (Schlafmittel)

Sex Symbol und Schauspielerin Norma Jeane Mortenson wurde mit 36 Jahren in ihrem Haus in Los Angeles am frühen Morgen des 5. August tot aufgefunden. Der Toxikologische Bericht zeigte hohe Dosen von 2 Schlafmitteln in ihrem Blut: Pentobarbital und Chloralhydrat. Wahrscheinlich war es Selbstmord, aber eine Menge Leute glauben es war eine unbeabsichtigte Überdosierung oder gar Mord.

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Jim Hendrix

† 18. September 1970

Medikamente: Secobarbital (Schlafmittel)

Der einflussreiche Amerikanische Gitarrist, 27 wurde tot im Londoner Hotelzimmer seiner Freundin aufgefunden – andere Berichte sprechen davon, dass er erst auf dem Weg ins Spital in der Ambulanz gestorben ist. Die Todesursache laut Bericht der Polizei: Ersticken am eigenen Erbrochenem nachdem er zuviel Schlafmittel eingenommen hat: die 18fache der empfohlenen Dosierung von Vesparax – einem Kombinationsmittel, das es inzwischen nicht mehr gibt. Die Tabletten gehörten Hendrix’s Freundin, mit der er die Nacht verbracht hat. Wahrscheinlich war es eine unbeabsichtigte Überdosierung, andere denken, es war Selbstmord.

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Bruce Lee

† 20. Juli 1973

Medikament: Equagesic – ein kombiniertes Schmerzmittel

Der ikonische Kampfsport-Künstler und Filmemacher starb in Hong Kong im Alter von 32 an einer Hirnschwellung. Verursacht wurde sie durch eine (wahrscheinlich allergische) Reaktion auf das rezeptpflichtige Schmerzmittel Equagesic, welches Aspirin mit einem Muskelrelaxans (Meprobamat) kombinierte. Er bekam die Tablette von einer befreundeten Schauspielerin, als er sich über Kopfschmerzen beklagte. Er hatte früher im selben Jahr bereits eine Episode mit einer Hirnschwellung, die Ursache dort konnte jedoch nicht ermittelt werden. Auch diskutiert wird, ob Cannabis dabei eine Rolle gespielt hat.

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Howard Hughes

† 5. April 1976

Medikamente: Codein (Schmerzmittel), Phenacetin (Schmerzmittel a.H.)

Der Businessmagnat und Flugpionier starb mit 70 an Bord eines Flugzeuges auf dem Weg ins Spital. Weil er aufgrund seiner Eigenheiten und wahrscheinlich seines Medikamentengebrauchs fast unerkenntlich war (abgemagert, mit sehr langen Fingernägeln und Haaren, da er am Ende jegliche Berührung durch andere scheute) musste er durch seine Fingerabdrücke identifiziert werden. Die Autopsie gab Nierenversagen als Todesursache an. Ausserdem hatte er sehr hohe Codeinwerte im Blut – das er sich wegen seiner Schmerzen direkt in die Muskeln spritzte, wobei gelegentlich Nadeln abbrachen. Das Phenacetin – auch ein Schmerzmittel – könnte für seine Nierenprobleme verantwortlich gewesen sein.

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Elvis Presley

† 16. August 1977

Medikamente: gleich 14 verschieden, darunter Codein und Methoqualon (Schmerz- und Beruhigungsmittel)

Die offizielle Todesursache des Königs des Rock’n Roll (42) war Herzrhythmusstörung – aber es ist allgemein angenommen, dass die Medikamente zu seinen Herzproblemen zumindest beigetragen haben. Obwohl anfänglich der Gerichtsmediziner in Aussagen vor der Presse Medikamente als Todesursache ausgeschlossen hat, wurde später gefunden, dass dem Sänger zwischen 5000 bis 10’000 Tabletten allein in den 8 Monaten vor seinem Tod verschrieben wurden. Schon vorher hatte er Probleme mit Überdosierung von Demerol und anderem. Sein Arzt Dr. George C. Nichopoulos erklärte später die Einstellung von Presley gegenüber rezeptpflichtigen Medikamenten: „Er hatte das Gefühl, dass er, indem er (Pillen) von einem Arzt bekam, kein gewöhnlicher Drogensüchtiger war, der irgendetwas von der Strasse einnahm.“

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Keith Moon

† 7. September 1978

Medikamente: Clomethiazole (Beruhigungsmittel)

Der „the who“ Drummer starb in der Wohnung eines Freundes in London mit 32 an einer wahrscheinlich unbeabsichtigten Überdosierung von Clomethiazol, einem Medikament, das er gebraucht hat, um seine Entzugssymptome zu dämpfen – er war dabei etwas gegen seinen Alkoholismus zu tun. Aber das Beruhigungsmittel ist (ironischerweise) selber stark abhängig machend und bei der Untersuchung wurde die 10fache der empfohlenen täglichen Dosis in seinem Blut gefunden. Tatsächlich hat er 32 Tabletten aufs Mal genommen – die maximale Tagesdosis sind 3.

Margaux Hemingway, 1976, I.V.

Margaux Hemingway

† 1. Juli 1996

Medikament: Phenobarbital (Beruhigungsmittel und Antiepileptikum)

Die 42 jährige Schauspielerin und Model wurde in ihrem Santa Monica Apartment in Kalifornien gefunden. Gestorben an einer Überdosis Phenobarbital. Ein Selbstmord nur einen Tag vor dem 35jährigen Jahrestag des Selbstmordes ihres Grossvaters Ernest Hemingway.

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Chris Penn

† 24. Januar 2006

Medikament: Promethazin (Anthihistamin) und Codein (Hustenmittel)

Schauspieler Chris Penn (40), Bruder von Sean Penn wurde tot in seinem Heim in Santa Monica, Kalifornien gefunden. Gestorben ist er an Cardiomyopathie (einer Herzkrankheit) wahrscheinlich verschlimmert durch das Codein und Promethazin das er genommen hat. Übergewicht und ein vergrössertes Herz spielte dabei auch eine Rolle genauso wie ein übermässiger Medikamentengebrauch in der Vergangenheit.

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Anna Nicole Smith

† 8. Februar 2007

Medikamente: Elf Medikamente darunter Chloralhydrat (Schlafmittel) und verschiedenste Beruhigungsmittel: Clonazepam, Lorazepam, Oxazepam, Diazepam

Das umstrittene Modell war 39 als man sie tot in einem Hotel in Florida fand. Nach der Autopsie befand man, dass die Todesursache versehentliche Vergiftung durch die Kombination verschiedener Medikamente war – obwohl das Chloralhydrat spezifisch als die toxische Dosis aufgeführt wurde. Nur 5 Monate vor ihrem Tot starb ihr 20jähriger Sohn Daniel an der Kombination der Medikamente Sertralin (Antidepressivum), Escitalopram (Antidepressivum) und Methadon (Schmerzmittel und Ersatz).

Bemerkenswert ist noch, dass obwohl alle Medikamente vom selben Arzt (Dr. Eroshevich) verschrieben worden waren, waren sie nicht alle für Anna Nicole Smith. 8 der 11 Medikamente wurden für ihren damaligen Partner Howard K. Stern verschrieben, 1 für Alex Katz (ein Kollege) und eines für die Ärztin selber, die auch eine Freundin von Frau Smith war.

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Heath Ledger

† 6. Februar 2008

Medikamente: sechs verschiedene: Schmerzmittel Oxycodon und Hydrocodon, Schlafmittel Temazepam und Beruhigungsmittel Diazepam, Alprazolam und Doxylamin und Topamax, ein Antiepileptikum

Der bekannte australische Schauspieler und Regisseur starb unerwartet im Alter von 28 in seinem Apartment in New York. Bei der Untersuchung wurde gefunden, dass es sich wahrscheinlich um eine unbeabsichtigte Überdosierung handelte verursacht durch den Missbrauch von verschiedensten rezeptpflichtigen Medikamenten. Wo er die Medikamente her hatte konnte nicht eruiert werden. Wahrscheinlich nicht von „seinen“ Ärzten.

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Michael Jackson

† 25. Juni 2009

Medikamente: Benzodiazepine, Propofol (Anästhetikum)

Der bekannte Sänger starb in seinem Bett in einem gemieteten Haus in Los Angeles an Herzversagen nach Medikamentengabe, die er wegen seinen Schlafproblemen bekam. Sein behandelnder persönlicher Arzt wurde wegen Totschlag angeklagt. Propofol ist ein Mittel, das vor Operationen zum betäuben gegeben wird und ist nicht als normales Schlafmittel in Gebrauch.

Nicht in meiner Liste sind diejenigen, die wegen Alkohol und illegaler Drogen gestorben sind. Ansonsten gäbe es noch einige mehr. Quelle:

Ziemlich gut sichtbar an der Liste ist (meiner Meinung nach), dass man die Medikamente wirklich missbrauchen muss, damit derart drastisches passiert. Trotzdem sind einige der erwähnten Wirkstoffe nicht mehr im Handel – weil man auf der Suche nach „sichereren“ Sachen ist. Aber im Endeffekt ist es egal, ob es legale oder illegale Drogen sind. Überdosierung aka „zuviel nehmen“ ist bei allem schlecht.

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_drug-related_deaths

In Griechenland möchte ich jetzt nicht Patient sein

Früher hörten wir noch gelegentlich von Ferien-Rückkehren, die stolz davon berichtet haben, wie sie ihre Medikamente in Apotheken in Ausland viel günstiger bekommen haben – Schnäppchen halt, verglichen mit den Preisen hier.

Heute hört man davon weniger, ein Grund mag auch sein, was da in den Ländern, wo man gerne hinging und es günstig war so abgeht.

Griechenland zum Beispiel.

Die Apotheken haben dort schon eine Zeitlang zu kämpfen – hauptsächlich deshalb, weil die Krankenkassen und Versicherungen nicht bezahlt haben. Da sind noch Millionen an Rechnungen offen. Deshalb haben die meisten Apotheken inzwischen gezwungenermassen (wenn sie nicht ganz zumachen wollten) damit angefangen Medikamente nur noch gegen direkte Bezahlung abzugeben – egal ob die Person versichert ist, oder nicht. Denn ohne Geld können auch sie keine Löhne oder Mieten zahlen – und auch keine neue Medikamente einkaufen.

Nun aber hat man zunehmend das Problem, dass eine Menge Medikamente einfach nicht mehr erhältlich sind.

Etwa 300 Medikamente sind betroffen, inklusive Krebsmedikamente. Medikamente gegen Arthritis, Hepatitis C, Bluthochdruck, Cholesterin, Antipsychotika, Antibiotika, Anästhetika etc.

Patienten laufen von Apotheke zu Apotheke auf der Suche nach den benötigten Medikamenten.

Und weshalb der Mangel?

Einerseits haben viele Spitäler offene Rechnungen bei den Pharmafirmen (auch hier geht es um Millionen bis Milliarden) – und da die Pharmafirmen nicht immer Medikamente für lau liefern können hiess es irgendwann auch da: gar keine Lieferung bevor die bisherigen Schulden nicht bezahlt sind.

Und dann geht das Gerücht, dass einige Pharmafirmen deshalb nicht mehr liefern, weil ihre Medikamente gar nicht im Handel landen, sondern – weil sie in Griechenland so viel günstiger sind – vorher von Medikamentengrosshändlern und eventuell sogar geschäftstüchtigen Apothekern abgezweigt, gewinnbringend in andere Ländern (wo sie teurer sind) reimportiert und dann dort verkauft werden.

Günstige Medikamente sind was schönes, nicht? Aber überhaupt Medikamente zu haben ist noch viel schöner. Das merken jetzt leider auch die Griechen.

Quelle

Bei Raumtemperatur aufzubewahren

Junger Mann in der Apotheke: "Ich habe da eine Frage. Ich gehe nach Island in die Ferien und im Beipackzettel von meinem Medikament steht, man soll es nicht unter 15 Grad aufbewahren. Jetzt – die Temperatur in Island wird unter 15 Grad sein – was soll ich machen?"

Pharmama: "Hmmm, wohnen Sie dort um Hotel oder im Zelt?"

Mann: "Im Hotel natürlich!"

Pharmama: "… Und haben Sie vielleicht geplant Ihre Medikamente daneben im Busch aufzubewahren oder nehmen Sie die mit ins Hotelzimmer?"

Es dämmert dem Kunden – da war doch noch etwas mit Raumtemperatur?

Mann: "Oh. Kein Problem dann."

Genau.

Es stimmt übrigens, dass bei den meisten Medikamenten entweder steht "bei Raumtemperatur" oder ausgeschrieben "zwischen 15-25 Grad" aufbewahren. Aber … wenn man sie nicht einfriert oder langfristig darunter lagert, sollte das wirklich kein Problem sein. Vielleicht ist die Haltbarkeit dann nicht mehr ganz dem, was auf der Packung steht, aber sonst: Kein Problem.

Aspirin Fälschungen abgefangen

In Le Havre sind dem Zoll 1.2 Millionen Beutel Aspirin in die Hände gefallen

Laut Analyse enthalten die Beutel keinen Wirkstoff, der Inhalt besteht hauptsächlich aus Glukose – gemein auch "Zucker" genannt.

Die aus China stammenden gefälschten Medikamente waren für den Markt in Spanien, Südfrankreich und Nordafrika bestimmt.

Quelle: NZZ

… die setzen wohl auf den gerade bei Schmerzmitteln ausgeprägten Placebo Effekt :-)

besten Dank an kb, der darüber schreibt:

Wenn es nicht eher traurig als lustig wäre, könnte man denken "Hauptbestandteil Glucose? Endlich gibt es Aspirin-Globuli !"

kb

Übrigens: Danke auch für den Hinweis darauf: "Schade, daß man auf deinem Blog seit der Umstellung auf das lesen der Kommentare verzichten muss, wenn man die Sicherheits- und Privacy-Einstellungen seines Browsers nicht sperrangelweit aufmachen möchte. (Stichwort: Java-Script und Tracking).

 

 … Aber ist dir auch aufgefallen, dass auch die NZZ dasselbe Kommentarsystem verwendet?

Pharmazeutisches Wissen

Ich habe schon ein paar Artikel zusammen, über das Wissen, dass wir in der Apotheke brauchen – und mehr. Die Artikel sind vor allem für Apotheker (oder andere Mitarbeiter im Gesundheitssystem) interessant, aber vielleicht findet sich auch etwas für den medizinischen nicht vorbelasteten – und sei es nur als Einblick, dass es oft nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheinen mag.

Wichtiges Wissen über Medikamente

Spezielle Medikamente

Generika – genauer hingeschaut

Wechselwirkungen und Interaktionen:

Die Arbeit der Apotheke am Beispiel Wechselwirkungen

Abhängigkeiten

Die Arbeit in der Apotheke

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