Pharmama in den Medien (5)

Ich blogge jetzt seit über 6 Jahren und man findet mich, meinen Blog oder Links dazu an vielen Stellen im Internet (was mich freut!). Aber nicht nur im Internet: ich bin auch gelegentlich in den Medien vertreten:

In Heften:

Astrea-Apotheke – die offizielle Kundenzeitschrift der Schweizer Apotheken, 2012: mehrere Ausgaben mit meinen Cartoons.

Pharmarundschau vom März 2011,  ein Heft für Apothekenangestellte in Deutschland, Artikel “Blogs in der Apotheke – Infotainment für Kunden” als Blog-Beispiel.

“Apotheke + Marketing” vom Springer Verlag, Herbst 2010: „Apotheken im Netz – bloggen für Image und Kundengewinn“ 

Apothekenmanager, September-Ausgabe 2010 ein kurzer Absatz.

In Büchern:

„Online Marketing für die erfolgreiche Apotheke“ – vom Springer Verlag, 2013, als Beispiel für einen (Apotheken-) Blog.

„Haben Sie diese Pille auch in grün?“ -Mein erstes Buch: September 2013, Geschichten um die Apotheke, vom Rowohlt Verlag

„Einmal täglich“ – Mein neues Buch: Oktober 2014, im Eigenverlag bei Createspace

 

… und jetzt eine Erwähnung im Radio:

Nachdem ich vom Radio SRF 1 angefragt wurde betreffend meines Blogposts über den Rückzug von Migräne Kranit und ich ihnen bei der Recherche (etwas) behilflich sein konnte, erwähnen sie mich morgen, 26.11.2014  (08:13 Uhr) in der Sendung Espresso auf SRF 1:

srf1espresso

 

Wer will und kann hört da rein – ansonsten ist die Sendung später im Netz abrufbar. (Link zum Artikel  – Klick auf das Dreieck zum anhören – in Schwyzerdütsch)

Auf dem Blog einer erfahrenen Apothekerin im Internet beschweren sich ebenfalls Kundinnen und Kunden über das plötzliche Verschwinden des Medikaments.

Pharmama, deren echter Name «Espresso» bekannt ist, rät den Kundinnen und Kunden Alternativen zu prüfen, etwa eine Kombination aus Paracetamol und Coffein. Und die Pharmafirma Lubapharm hat angekündigt, demnächst eine Alternative auf den Markt zu bringen mit genau diesen beiden Wirkstoffen.

Wie werden Apotheker im Film und Fernsehen porträtiert?

… Yup, so werden wir Apotheker im Film und Fernsehen präsentiert. :-(

Und das ist beileibe keine Ausnahme, wie ein Studienprojekt gefunden hat. Da gibt es noch einige mehr.

Die Daten zu der Untersuchung wurden inzwischen veröffentlicht.  Ein paar Auszüge:

Apotheker kommen in Film und Fernsehen nicht gut weg. Das mal vorweg.

Das gilt aber teils auch für Ärzte: während sie früher gerne als Kleinstadt-Helden dargestellt wurden, sind doch schon die Hälfte aller Darstellungen in den 80er und 90er Jahren negativ. Bei den Krankenschwestern gibt es einen Wechsel weg von der selbstaufopfernden Helferin zu mehr sinistren Charakteren – und in einem Drittel der Filme ist sie auf der Suche nach einer romantischen Affäre (Stereotypenbildung par Excellence).

Aber zu den Apothekern. Wichtige Rollen spielten sie in diesen Filmen:

  • The Pharmacist – von W.C. Fields (1933)
  • On Old California (1942) – das war John Wayne
  • It’s a wonderful Life (1946)
  • The Andy Griffith Show (1960-1967) – darüber hatte ich es schon hier.

Danach wird es … unschön. Einerseits gibt es kaum grosse Rollen für sie – dafür ist die Anzahl der Darstellungen allgemein steigend (zusammen mit den Filmen selber). Die Studie wollte schauen, wie die Apotheker in Film und Fernsehen porträtiert wurden in der Zeit zwischen Januar 1970 bis Juli 2013: positiv, neutral oder negativ?

213 Filme wurden gefunden mit 230 Auftritten von Apothekern.

  • Total Negativ: 144 (47 Kino, 97 Fernsehshows) = 62%
  • Total Neutral: 56 (19 Kino, 37 Fernsehshows) = 24%
  • Total Positiv: 30 (14 Kino, 16 Fernsehshows) = 14%

Apotheker werden demnach gerne so charakterisiert: Drogenhändler, Grossmaul, Faul, Arrogant, Opfer, übertritt persönliche Grenzen, Schwächling, Schnorrer, Psychotisch, übertritt Regeln, Bösewicht – aber auch: Hilfsbereit, Held (teils mit gemischten Motiven).

Der Apotheker wird als Medikations-Experte dargestellt, allerdings oft so, dass er das Wissen einsetzt für einen bösen Plan – oder aber sein Rat wird nicht ernst genommen.

9 Fernsehshows hatten einen Apotheker als Charakter mit einer Rolle, die wiederholt auftrat. Keine davon war weiblich.

8 von 60 Medizinischen Fernsehshows enthielten einen Apotheker. (Nur!) Nur in 2 davon, trat der Apotheker mehr als einmal auf.

Und dann eben die 62% negativen Darstellungen :-(

Das ist ziemlich enttäuschend – aber vielleicht auch eine Chance für die Zukunft: Wie wäre es mal zur Abwechslung mit einem wirklichen Apotheker-Helden? So schlecht stehen wir im Ansehen der Öffentlichkeit ja nicht da – sagt auch die jährliche Abstimmung von Readers Digest zu den vertrauenswürdigsten Berufen.

Damit das auch weiterhin so bleibt ist also ein bisschen mehr positive Öffentlichkeitsarbeit notwendig. Und (hoffentlich) ein paar realistischere und positive Charaktere im Film und Fernsehen. … vielleicht auch mal mit einer weiblichen Apothekerin? (Nur damit der aktuellen Situation etwas mehr Rechnung getragen ist).

Bekomme ich ein bisschen Unterstützung für die Apotheken?

Jammern auf hohem Niveau – so bezeichnet es der Blick. Es geht um eine letzthin gemachte Umfrage der Pharmasuisse (das ist der Schweizer Apothekerverband) unter den Apotheken.

Dabei ist herausgekommen, dass jede 5. Apotheke grössere Probleme hat. Die Ursachen sind unterschiedlich – eine davon sind aber sicher auch die Medikamentenpreise … und zwar die gesetzlich geregelten für die rezeptpflichtigen Sachen, die stetig sinken.

Dafür möchte ich hier ein aktuelles Beispiel bringen. Für eine Packung Tabletten mit Paracetamol 20 Stück dürfen wir nur noch 2.55 Franken verlangen. Wir sehen häufig (!) Rezepte auf denen nichts anderes drauf steht. Der Patient ist dafür zum Arzt gegangen. Der Arzt hat das Rezept ausgestellt (und: ja, er bekommt etwas für’s Ausstellen des Rezeptes, egal, was da drauf steht) und ich als Apotheke darf das dann abgeben und der Krankenkasse einsenden für die Rückerstattung. Man kann sich vorstellen, dass bei nicht mal 3 Franken nichts mehr für die Apotheke hängenbleibt. Allein der Bürokram um das ganze frisst das schon auf und dabei ist unsere wirkliche  Arbeit (das ganze Hintendran mit Lagerhaltung, Wechselwirkungs- und Dosierungskontrolle und Pipapo) noch nicht mal drin. Natürlich haben wir noch anderes auf Rezept – aber dank der stetig sinkenden Preise und unserer sowieso schon Mini-Marge …  ich will es kurz sagen: Es wird immer schwieriger, damit eine Apotheke rentiert.

Die LOA … also, dass wir per Pauschalen abgegolten werden konnte eventuell da noch etwas auffangen und herauszögern. ABER – die Zahlen zeigen auch deutlich, dass unser Einkommen maximal stabil geblieben ist. Dagegen nehmen die Ausgaben rapide zu: Lohnkosten, Mieten, Einkauf, Anschaffungen … alles steigend. Zusammengenommen nimmt der Umsatz ab und wer wirklich Gewinn macht, kann sich glücklich schätzen.

Aber ich jammere ja „auf hohem Niveau“.

Die Frage, die der Blick jetzt stellt (und nein, der Blick ist keine Zeitung, die für unvoreingenommenen Journalismus steht) ist:

Fänden Sie ein Apotheken-Sterben schlimm?

Ich schon – denn (das ist sicher): die Apotheken, die da sterben werden, das sind zuerst die Apotheken in der Peripherie … in den Dörfern, auf dem Land. Dann die kleinen Quartierapotheken. Die grossen Ketten, die erwischt das nicht. Die ausgesprochene Strategie der Galenika (faktisch die grosse Kette mit mehrere Unterteilungen: Amavita, Sunstore und Coop Vitality) ist denn auch: „Wir kaufen Apotheken um sie zu schliessen.“ Ja, die auf dem Land. Dafür machen sie in den Ballungszentren wieder neue auf. Und Apotheken kaufen können die auch nur, wenn sie vom Besitzer verkauft werden … dann, wenn sie nicht mehr rentieren. Und diese Apotheken sind wichtig für unser Gesundheitssystem – als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen: niederschwellig, erreichbar und die (professionelle) Beratung ist gratis.

Also bitte ich um Eure Mithilfe und um Eure Zeit, an der Abstimmung teilzunehmen  -und den typischen Blick-Lesern, die so ähnlich motiviert sind, wie die Bild-Leser in Deutschland etwas entgegenzusetzen.

Also: gegen (nur) Essigsocken und Apothekensterben!

Hier abstimmenhttp://www.blick.ch/news/wirtschaft/wegen-sinkender-medikamenten-preisen-jede-5-apotheke-ist-in-gefahr-id3016938.html

Pharmama sagt Danke. Auch für mich.

Verweigerte Epi-Pen Abgabe und der Tod eines Mädchens durch eine Erdnussallergie

Tragisch: in Dublin in Irland stirbt ein 14jähriges Mädchen an einer Erdnuss-Allergie

… und die Medien klagen einen Apotheker an, dass er daran schuld sei. So wie hier:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-2527512/Teenager-14-dies-street-allergic-reaction-peanuts-Chinese-buffet-pharmacy-refused-life-saving-adrenaline-injection-didnt-prescription.html oder hier:

http://www.independent.ie/irish-news/mothers-agony-as-teenage-girl-dies-from-peanut-allergy-on-city-street-29854519.html

Was ist passiert?

Die 14 jährige Emma Sloan ging mit Mutter und 2 Schwestern aus essen. Es ist der 20. Dezember, Vorweihnachtszeit und die Mutter hat sie in ein chinesisches „All you can eat“ Restaurant eingeladen.

Emma hat eine starke Erdnussallergie und sie erwischt im Restaurant – obwohl sie nach Aussage der Mutter sonst immer sehr vorsichtig war, was Essen anging – eine Satay Sauce.

Die besteht aus Erdnüssen – und die war auch so angeschrieben: „Contains nuts“.

Als Emma ziemlich bald danach anfängt Atemprobleme zu bekommen, rennt die Familie auf der Suche nach Hilfe aus dem Restaurant und auf die Strasse. Denn den Epi-Pen, den Emma eigentlich hätte, hat sie zuhause vergessen.

Die Mutter findet eine nahe Apotheke und verlangt vom Apotheker einen Epi-Pen gegen die allergische Reaktion.

Und der Apotheker gibt ihr keinen: „Ich darf Ihnen das nicht ohne Rezept geben. Gehen Sie mit ihr in den Notfall!“

Die Mutter hat das dann versucht und sich mit ihrer Tochter auf den Weg ins nahe Spital gemacht. Aber Emma ist kollabiert und noch auf dem Trottoir verstorben.

Jetzt wird die Sache untersucht.

Wie die Medien darüber berichten ist in meinen Augen allerdings sehr … unfair gegenüber dem Apotheker. Ihm wird praktisch die Schuld am Tod von Emma alleine angelastet.

 

Erdnussallergien sind häufig und sie können sehr schwer sein. In Amerika sind sie deshalb sogar dazu übergegangen Erdnussprodukte total aus Schulen zu verbannen.

Aber wer als Allergiker auswärts essen geht, weiss (oder sollte wissen), dass er aufpassen muss. Und fragen muss. Und lesen.

Gerade asiatische Restaurants kochen noch gerne mit Nüssen. Das ist alles andere als ungewöhnlich. Und Satay … ja. Mir wäre das auch ohne Schild klar, dass das Erdnusssauce ist.

Als so schwerer Allergiker sollte man zwingend (!) sein Notfallset und den Epi-Pen dabei haben. Immer! Und wenn sie als Teenager dazu noch nicht verantwortungsbewusst genug ist: die Mutter hätte auch einen dabei haben sollen.

Statt bei den ersten Anzeichen von Problemen (und Atemprobleme sind ernste Zeichen!) die Sanität zu rufen, rennt die Familie auf die Strasse. Wieso?

Selbst wenn die Familie Panik hatte – wenn sie das im Restaurant erwähnt hätten mit der Erdnussallergie und den Atemproblemen – das Restaurant hätte da auch reagieren können.

Die Mutter geht offenbar alleine in die Apotheke um dort panisch nach einem Epi-Pen zu fragen.

Der Apotheker darf vom irischen Gesetz her den Epi-Pen nur gegen Rezept herausgeben. Das ist in Deutschland genau so.

In der Schweiz könnte man noch sn eine Notfall-Abgabe denken. Aber – dafür müsste der Apotheker die Patientin direkt sehen. Ich bezweifle, dass hier (oder auch dort) ein Apotheker den Epi-Pen NICHT anwenden würde, wenn er eine nach Atem ringende, rote und schwitzende Frau mit bekannter Erdnussallergie und Allergenkontakt vor sich hat.

Aber … wenn nicht? Wenn nur jemand vor ihm steht, der sagt, dass … ?

Es ist dort wie hier ja so, dass der Apotheker von Gesetz wegen die Apotheke während der Öffnungszeit nicht verlassen darf – er kann also auch nicht einfach auf die Strasse rennen.

So ein Epi-pen (kostet ja auch nicht nichts) einfach einer wildfremden Frau auf Verlangen in die Hand zu drücken? Die Apotheke ist eine 24Stunden Apotheke und liegt in einem Viertel mit offener Drogenszene …

Doch nicht ganz so einfach und klar, die Sache, oder?

Die Lösung hier wäre aber auch für den Apotheker gewesen: sofort die Ambulanz kommen zu lassen.

Und die Mutter hätte die Tochter wenn schon besser in die Apotheke bringen sollen, statt sie irgendwo draussen zu lassen – auch wenn die eine erwachsene Schwester bei ihr war.

Stattdessen macht sich die Mutter mit den Töchtern weiter auf den Weg ins Spital.

Und die Tochter stirbt auf dem Gehweg. Trotz der Bemühungen eines Arztes und der dann doch noch aufgebotenen Sanität.

Ich bin sicher, dass der Apotheker sich die übelsten Vorwürfe macht. Und: Ja, es wäre gut gewesen, hätte er ihn abgegeben – auch wenn selbst dann nicht sicher ist, dass sie überlebt hätte.

Aber: Ist sie wirklich wegen unterlassener Hilfeleistung gestorben? Oder doch eher wegen von Anfang an schlecht getroffenen Entscheidungen?

Der Mutter hilft die Diskussion nicht mehr – ausser vielleicht ihr eigenes Gewissen zu beruhigen.

Was meint ihr dazu?

Medikamenten-Dosierung für Hunde

Gelegentlich sehen wir in der Apotheke Rezepte von Tierärzten für Tiere. Hunde und Katzen hauptsächlich, gelegentlich auch für Vögel. Hauptsächlich, wenn der Tierarzt ein Medikament aufschreibt, das eigentlich für einen Menschen gedacht ist und es dann … umwidmet.

Ich muss zugeben – was die Dosierung da angeht, muss ich mich voll darauf verlassen, dass der Tierarzt weiss, was er tut, denn ich kenne mich nicht aus, was den Metabolismus von Tieren angeht. Ganz sicher sind Dosen für Menschen nicht einfach eins zu eins und nur auf das Körpergewicht bezogen anpassbar.

In Amerika ist ein Apotheker jetzt bei so einem Fall gebüsst worden.

Es ging um einen Hund, eine sehr hohe Valium-Dosierung auf dem Rezept vom Tierarzt und um eine besorgte Tierhalterin.

Der Hund war Roo, ein 6 Jahr alter etwa 48 kg schwerer Chesapeake Bay Retriever, der eine Operation am Knie hatte.

Weil er nach der Operation sehr unruhig war und sich nicht schonte, verschrieb ihm der Tierarzt Diazepam. Die Tierklinik hatte keine Tabletten, die gross genug waren für einen Hund seiner Grösse, darum wurde das Rezept an eine Apotheke gefaxt, die die Hundehalterin ausgesucht hat.

Das Rezept war für 60 Stück 10mg Tabletten Diazepam. Mit der Dosierung 2 bis 4 Tabletten aufs Mal zu geben, alle 8 bis 12 Stunden, nach Bedarf.

Als der Apotheker dazu kam das Rezept auszuführen, fiel ihm die hohe Dosis auf.

Zum Vergleich: Beim Erwachsenen Menschen nimmt man initial 5-10mg, täglich maximal 20 mg. Die Einzeldosis soll nicht über 10mg liegen.

Wir reden hier also von einer Einzeldosis, die doppelt bis 4 x so hoch ist und von einer Tagesdosis, die maximal 8 x so hoch ist, wie empfohlen.

Der Apotheker versuchte den verschreibenden Arzt zu erreichen, der ist aber inzwischen in den Feierabend gegangen und die Tierklinik geschlossen.

Als die Tierhalterin das Medikament abholen kommt, weist der Apotheker sie auf die hohe Dosis hin: „Der Apotheker hat mir gesagt, die Dosis sei zu hoch. Tatsächlich hoch genug um einen Menschen umzubringen. Ich war verwirrt und verängstigt und habe ihn gefragt, was ich tun soll? Er hat mir gesagt, ich solle die Tabletten vierteln und meinem Hund nur je ¼ Tablette geben.“

Das hat sie dann – was beim Hund dann keinen Effekt hatte: die Dosis war zu tief.

Sie war durch die Aussage des Apothekers so beunruhigt, dass sie – sogar nachdem sie noch einmal beim Tierarzt nachgefragt hat nicht die eigentlich verschriebene Dosis gegeben hat.

Mit dem Ergebnis, dass der Hund sein operiertes Bein nicht schonte, das dann nicht gut verheilt ist und der Hund weitere Operationen brauchte.

Deshalb hat sie den Apotheker angezeigt. Vor allem, weil er sich, wie sie sagte: uneinsichtig und reuelos zeigte.

Bei der Untersuchung sagte der Apotheker: „Ich habe nicht genug Resourcen um die Dosis für einen Hund zu berechnen. Die Resourcen in meiner Apotheke befassen sich alle mit der Dosierung für Menschen. … die Patientin hat mich gefragt, was die Nebenwirkungen dieses Medikamentes seien. Ich habe ihr gesagt, dass für einen Menschen die Dosis sehr hoch wäre und dass sie sich so bald als Möglich an den Arzt wenden soll um sich zu versichern, dass sie dem Hund die richtige Dosis gibt. In der Zwischenzeit soll sie sich an die aufgeschriebene Dosierung halten.“

Was auch immer gesagt wurde – und wie es ankam … der Apotheker bekam vom Board of Pharmacy einen Eintrag ins Leumundzeugnis (notice of correction) – aber keine weiteren Strafen, auch weil er bisher keine negative Vorgeschichte hatte und inzwischen auch Korrekturmassnahmen eingeleitet … wie für die Apotheke ein Buch über Dosierung bei Tieren anzuschaffen.

Der Apotheker bestätigt auch, dass sie in der Schule oder durch ihre Vorgesetzten keine Ausbildung erhalten in Veterinär-Pharmakologie. „Niemand hat das“ sagt er. Und fügt hinzu: „Ich rate den Schulen an, dass sie damit anfangen.“

Quelle: http://news.vin.com/VINNews.aspx?articleId=28582​

Hätte der Apotheker da nicht helfen MÜSSEN?

Danke an die Leser, die mich auf diese Pressemitteilung aufmerksam gemacht haben:

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/414230/apotheker-schickt-madchen-mit-zuckerschock-weg

Darin steht, wie ein 15 jähriges Mädchen mit Diabetes in einer Apotheke in Osnabrück nach Traubenzuckerbonbons fragt. Sie hat eine akute Unterzuckerung (schwitzt und zittert) und braucht das ganz dringend. Der Apotheker hat aber keine zum gratis abgeben mehr da und will keine Packung aufmachen ohne vorherige Bezahlung. Selbst auf die telefonische Intervention der Mutter nicht. Dafür schickt er das Mädchen in die Apotheke gegenüber, wo sie dann ihre Traubenzucker bekommt.

Wie stehe ich dazu?

Der Apotheker hat ganz sicher einen Fehler gemacht. Und ich bin auch sicher, dass er ihn sehr bedauert – und nicht nur wegen der schlechten Presse.

So steht dann da auch im Artikel

Ob er denn angesichts der Notlage nicht eine Packung hätte anbrechen können, geschweige denn müssen? „Hätte ich das mal gemacht“, bedauert er. „Was passiert ist, tut mir leid.“

Vielleicht war die Frage nach den Traubenzucker-Bonbons zu … offensiv. Vielleicht hat er in die Richtung schon schlechte Erfahrungen gemacht. Ziemlich sicher hatte er tatsächlich keine zum gratis abgeben an Lager. Und sehr wahrscheinlich ist ihm einfach nicht in den Sinn gekommen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt: zum Beispiel hinten ein Glas Wasser holen und etwas Zucker drin lösen – muss ja nicht Traubenzucker sein, der für den Kaffee tut’s auch. So wie Orangensaft, das man in so Situationen auch gern gibt.

Dann schickt er sie in die nächste Apotheke – die liegt (nur) knapp 20m über die Strasse. Nicht die beste, aber … auch eine Lösung.

Aber ja, ich denke er hätte selber etwas mehr machen sollen. Ansonsten fällt das wirklich schon fast unter Unterlassene Hilfeleistung. Immerhin *hat* er die Ausbildung das Problem zu erkennen und auch zu wissen, was er zu tun hat.

Ihn böse zu nennen … finde ich aber etwas übertrieben. Ich glaube nicht, dass er in böser Absicht gehandelt hat.

Im übrigen: Zuckerschock finde ich eine nicht wirklich gelungene Beschreibung für eine Hypoglykämie – eine akute Unterzuckerung. Auch wenn das umgangssprachlich ist – irgendwie suggeriert es ein zuviel an Zucker – wo doch das Problem hier ein zuwenig ist. Das kann sich auch ziemlich dramatisch äussern: von Verwirrtheit bis Verhaltensänderung (oft Aggressivität) über Koordinationsstörungen bis Kreislaufstörungen. Schwitzen und Zittern gehören auch dazu – als Bekannter ist es gut, auf derartiges zu achten, damit man schnell reagieren kann. Und lieber etwas zu früh Zucker geben als nicht. Auch wenn Diabetes eigentlich eine "Überzuckerung" ist. Das kommt halt auch vor.

Und Danke an die vielen Apotheker die nie in der Presse erwähnt werden und für die das ganz selbstverständlich ist, in so einem Fall zu helfen!

(Ja, den Fall hatten wir selber auch schon.)