Muss man Nicht-Kunden beraten?

Frau in der Drogerie zur Drogistin:

„Könnten sie mich beraten, welches Makeup ich für meine Haut nehmen kann – damit ich es dann bei mir zu Hause in Deutschland kaufen kann. Da bekomme ich die Sachen nämlich günstiger.“

Ja. Ernsthaft – genau so hat es mir die Drogistin gestern wiedergegeben.

Ich: „Aber die hast Du hoffentlich weggeschickt, ja?“

Drogistin (entsetzt): „Das kann ich doch nicht!“

Doch, das kann sie – und in meinen Augen soll sie das auch. Die Frau, die da eine komplette Haut- und Makeup-Beratung von ihr verlangt, sagt nämlich schon, dass sie nichts kaufen wird – dann ist sie auch keine Kundin von uns – und als solche muss sie nicht bedient werden. Das ist nämlich Zeit, die dann bei richtigen Kunden abgeht.

Eure Gedanken dazu?

Pet Peeve

Das ist definitiv ein Pet-Peeve – oder auf gut Deutsch „Lieblingsärgernis“ von mir:

Wenn die Kundin mir ein Riesen-Rezept auf die Theke wirft, nur sagt: „Machen sie mir das bereit, ich komme gleich wieder“ und verschwindet.

So weit so gut – nur, wenn ich dann die 8 Medikamente darauf herausgesucht habe, sie alle in ihr Dossier eingegeben, alle angeschrieben und alles bereit habe und sie (endlich) wieder erscheint …

... dann sagt sie „Ja, aber die hier brauche ich nicht, da habe ich noch“„die hier auch“„von diesen hier will ich das Original, nicht das Generikum“ … und … „muss ich wirklich wieder kommen, wenn sie das Original jetzt nicht hier haben?“

Das bedeutet: die Medikamente wieder aus dem Dossier nehmen, eingeben, dass sie noch nicht abgegeben wurden, abklebern, neues bestellen, die nicht gewollten wieder versorgen …

Im Endeffekt wäre es einfacher gewesen (und schneller), wenn Sie rasch geblieben wären – oder mir gesagt hätten, was Sie genau wollten davon.

Ugh.

Kleine Nothilfe

Eine junge Frau kommt sehr nervös und kurz vor dem Weinen in die Apotheke.

Frau: „Hallo? Ich brauche Hilfe – ich werde verfolgt! Könnte ich ihr Telefon benutzen?“

Pharmama. „Sicher.“

Ich denke sie will die Polizei anrufen. Sie nimmt aber ihr Portemonnaie hervor, durchsucht es -wohl nach einer Telefonnummer- und sagt dann (jetzt fast schon panisch): Oh nein, ich habe die Nummer nicht dabei!“

Pharmama: „Kann ich sie vielleicht für sie nachschauen?“

Immerhin habe ich den Computer mit Internetverbindung grad nebendran und das directories (das Internet-Telefonbuch) ist wirklich praktisch.

Frau: „Oh, ja, bitte! Ich brauche die Nummer vom ….“ (einer Unterkunft mit psychiatrischer Betreuung).

Ich wundere mich nur etwas, suche die Nummer heraus, wähle und gebe ihr das Telefon. (Seit ein paar Betrüger über Telefone in Geschäften gebührenpflichtige Nummern angerufen haben, wähle ich grundsätzlich selbst für die Kunden).

Wenig später wird sie abgeholt.

Aber was ich schön finde ist: dass sie uns als „sicheren Hafen“ erkannt und genutzt hat.

Pflaster gefällig?

Ja, liebe ärgerliche Mama, ich habe ihnen ein Pflaster für ihr Kleinkind, das sie in der Apotheke herumrennen lassen haben.

Aber vielleicht denken sie das nächste Mal daran, dass dies hier kein Spielplatz ist und wir nicht der Kindergarten. Das heisst: hier gibt es scharfe Kanten, ätzende Lösungen und viel giftiges Zeug.

Es ist ihre Aufgabe, ein Auge auf ihr Kind zu haben.

Darf es eines mit Bildchen drauf sein?

:-)