Partnerbehandlung!

Auf dem Rezept für die mittel-alte Frau: Flagyl Tabletten, ein Antibiotikum, in einer Dosierung, die man üblicherweise für Trichomonasis braucht, die durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Dazu passend auch unter der Dosierung der Vermerk:

„und Partnerbehandlung!“

Also bereite ich der Frau die doppelte Menge des Medikamentes vor und – nachdem ich ihr die Anwendung erklärt habe- sage ich ihr: „Und die anderen Packungen sind zum Behandeln des Partners, der das gleiche machen muss.“

Frau: „Aber … ich habe gar keinen Partner.“

Pharmama: „Äh, …?“ Was bitte soll ich dazu jetzt sagen?

Frau: „Warum schreibt der Arzt das denn auf??“

(Das würde ich auch gerne wissen)

Pharmama: „Normalerweise, damit man sich nicht wieder ansteckt, aber …kein Problem, dann nehme ich die beiden Packungen hier einfach wieder zurück.“

Ummm … peinlich.

Name, bitte

Mindestens zwei Mal pro Woche:

Kunde: „Ich habe ein Rezept hier.“

Pharmama: „Wie ist der Nachname?“

Kunde: „Markus.“

Pharmama: „Hmm, ich habe hier niemanden mit diesem Nachnamen. Schreibt sich das mit K oder mit C?“

Kunde: „Oh, es ist Huber.“

Auf der Sperrliste

Eine Frau telefoniert und fragt: „Haben Sie Seresta forte an Lager?“

Da das immer mal wieder Lieferprobleme hat (und inzwischen gar nicht mehr erhältlich ist, aber das ist jetzt schon eine Weile her), schicke ich sie in die Wartemusik und schaue im Computer. Und wenn ich schon dran bin schaue ich auch grad mal, ob sie schon Kundin bei uns ist. Ich schaue also in ihr Computerdossier – ja, da ist eines- und da steht gross:

Achtung! Gesperrt für Benzodiazepine. Gefälschte Rezepte im 2010 und 2011.

Also zurück ans Telefon.

Pharmama: „Tut mir leid, aber selbst wenn sie ein Rezept haben, bekommen sie das nicht von uns. Sie sind gesperrt worden.“

Frau: „Was?! Warum?“

Pharmama: (Ah, wenn sie schon so fragt ….: „Der Arzt hat gemeldet, dass sie Rezepte für Benzodiazepine gefälscht haben – und sie haben offenbar bei anderen Apotheken versucht das zu bekommen.“

Frau: „Aber ich versuche das selber abzubauen!“

Ja, klar. Aber bevor ihr zu fest Mitleid mit ihr bekommt: auf der Sperrliste steht auch, welcher Arzt jetzt für ihre Therapie verantwortlich ist und in welcher (einen) Apotheke sie ihre Benzodiazepine noch bekommt. Das ist natürlich eine Einschränkung (auch in der Lebensqualität), die sie aber nur deshalb bekommen hat, weil sie in mehreren Fällen gezeigt hat, dass sie eben nicht verantwortungsvoll mit ihren Medikamenten umgehen kann. Jetzt musste sie die Verantwortung abgeben.

Aber sie kann natürlich immer noch abbauen – einfach in Zusammenarbeit mit der Apotheke, wo sie jetzt gehen muss. … Nicht dass ich ihr das abnehme, ansonsten würde sie kaum versuchen wieder woanders an (mehr) Tabletten zu kommen.

Mein Calcium

Kundin in der Apotheke zur Pharmaassistentin (PA): „Ich brauche Medikamente von meinem Dauerrezept“

PA: „Wie ist der Name?“

Kundin: „Frau Osteo“

PA (ruft Dossier auf): „Ok, welche Medikamente brauchen sie?“

Kundin: „Das Calcium“

PA: (sucht im Patientendossier): „Hmmm, da haben sie nichts auf dem Dauerrezept …“ (sucht weiter) „und ich sehe auch in den letzten 3 Monaten nicht, dass sie welches gehabt haben …“

Kundin (aufgeregt): „WAS? Ich habe dieses Calcium jeden Monat geholt. Holen sie die Apothekerin!“

PA holt mich dazu und sagt: „Ich kann nichts finden, habe ich es übersehen?“

Die nächsten 2 Minuten gehe ich durch die Medikamente in ihrem Dossier auf der Suche nach Calcium … ich bin schon fast dabei ihr etwas rezeptfreies vorzuschlagen … da …  auf einmal kommt mir die Idee: „Meinen sie vielleicht das Alendronat?“

Kundin: „Ja, das Calcium, das ich jede Woche nehme!“

Pharmama: „Ok, ich habe es gefunden. Nur damit sie es wissen: das Alendronat enthält kein Calcium – aber es ist für die Knochen, da haben sie recht.“

Pech ….

Pech ist es, wenn genau das Medikament, das man sonst nur etwa 1 x alle 6 Monate braucht, genau 5 Minuten vor der Kundin schon verkauft wurde.

„Oh,  Tut mir leid, wir bekommen heute Mittag wieder eine Packung.“