Sind Kinder wasserlöslich?

Gestern war ich mal wieder mit Junior auf dem Spielplatz.

Ich gehe ja nicht so häufig, hauptsächlich deshalb, aber gestern habe ich es sehr genossen. Wir haben gewartet bis ca. 3 Uhr, als die Sonne nicht mehr ganz so sehr brannte.

Es war immer noch recht heiss – und kein Mensch dort.

Perfekt.

Nach etwas Schaukeln (liebt er immer noch heiss) und Steinen biegen (wenn ich für die Steine, die er mir „schenkt“ etwas bekommen würde, wäre ich schon „steinreich“ ) bekamen wir dann doch noch Besuch.

2 Familien mit 2 kleinen Kindern etwa in Juniors Alter.

Inzwischen hat sich eine Wolkenwand vor die Sonne geschoben, was mir auch recht war – dann ist die Rutschbahn nicht mehr so „Spiegeleierdraufbratbar“ heiss und Junior kann sie benutzen ohne Verbrennungen zu riskieren.

Die Rutschbahn liebt er nämlich seit neustem auch – und will immer selber drauf, ohne Hilfe. Das funktioniert recht gut. Junior mag zwar sprachlich nicht so weit sein, aber seine Körperbeherrschung ist ausgezeichnet.

Junior hatte wie immer viel Spass mit den anderen Kindern. Allerdings nicht lange, denn kurz darauf fing es an zu tröpfeln. Regen kann man dazu nicht sagen, es war wirklich nur etwas feucht von oben.

2 Minuten später waren die anderen beiden Familien wieder weg.

Hoppla.

Hab ich da was nicht mitbekommen und Kinder sind seit neustem wasserlöslich? Oder bin ich einfach sonst eine schlechte Mutter, wenn ich denke: „so ein bisschen Regen macht nichts, schliesslich ist es warm genug?“

Ich kann ja, wenn es wirklich anfängt zu regnen nach Hause gehen, Junior abtrocknen und etwas neues anziehen. Das muss ich nach dem Spielplatz sowieso, der ist so was von staubig und wenn Junior mit der Wasserbahn spielt, dann ist es um die Kleider auch geschehen.

Jedenfalls hat es nur ein paar Minuten getröpfelt und danach war es temperaturmässig richtig angenehm.

Kinder schlafen überall

Kinder haben meist keine Probleme mit dem Schlafen. Sie schlafen wenn sie müde sind, da ist es ziemlich egal, ob nebendran eine Fasnachtsclique im vollen Schwung vorbeispaziert, oder man bei Freunden an einer lauten Party sitzt.

Das Problematischte ist eher das Einschlafen. Es gibt Kinder die können das überall und jederzeit, selbst mitten in einer Beschäftigung.

Unser Junior gehört eher nicht dazu. Wenn er etwas macht, dann mit vollem Einsatz. Problematisch wird das dann, “wenn er den Punkt nicht findet“. Das ist dann der Fall, wenn er so müde ist, dass er nicht mehr einschlafen kann. Klingt paradox, aber ist so.

Solche Kinder sind dann überdreht, extrem quengelig und schreien wegen dem geringsten Anlass. Junior torkelt dann durch die Gegend wie ein betrunkener Flipperball. Da hilft nur eins: Junior nehmen und ins Bett stecken.

Und  dann schläft er …

hier noch eine lustige Zusammenstellung schlafender Kinder:

Dreck ist gesund!

Wir leben in einer Zeit, die den Putzfimmel hat. Alles hat porentief rein und hygienisch zu sein. Klinisch sauber. Bakterienfrei. Die Werbung suggeriert uns, dass man offenbar sogar die Fussböden desinfizieren muss.

Dabei ist das alles gar nicht gesund. Mal ganz abgesehen davon, dass wir mit jedem Desinfektionsmitteleinsatz nur noch mehr Desinfektionsmittel-resistente Bakterien selektieren, also die, die uns dann irgendwann am ehesten Probleme machen, ist es auch für unser Immunsystem gar nicht gut, wenn wir alle Erreger von ihm fernhalten. Denn unser Immunsystem braucht Training. Vor allem das der Kinder.

Haben sie sich einmal gefragt, warum es heute immer mehr Allergien gibt? Einer der Gründe ist unsere superhygienische Umwelt – und dass unser untrainiertes Immunsystem verrückt spielt, wenn es dann einmal mit einem „Allergen“ (und das kann letztlich fast alles sein) in Kontakt kommt. Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen viel weniger Allergien haben, als Kinder, die in der Stadt aufwachsen. Dabei (oder eben: weil) haben sie täglich Kontakt mit so vielen Sachen, die häufig Allergien machen: Tierhaare, Gräserpollen, Staubmilben, Kuhmilch …

Also lautet auch die Empfehlung meines ehemaligen Immunologie-Professors: Lasst die Kinder Dreck essen! Lasst sie Dinge in den Mund nehmen, bringt ihnen aus den Ferien Sachen mit, zum ablutschen: Muscheln, Steine, Rinde, das alles trainiert das Immunsystem.

Natürlich habe ich das bei Junior befolgt. Abgesehen von gelegentlichem Durchfall – und auch das nie schlimm, hat er keine negativen Folgen davongetragen. Und klar, ALLES lasse ich ihn auch nicht in den Mund nehmen, das hat Grenzen. Zigarettenstummel sind zum Beispiel ein grosses NeinNEIN.

Tagesheime und andere Orte, wo Kinder zusammenkommen, sind auch gut in dem Sinne, dass das Immunsystem trainiert wird. Man (ja, ich auch) mag sich ja beklagen, dass die Kinder oft krank nach Hause kommen, weil sie den neusten Käfer der umgeht, dort aufgelesen haben. Aber das sind häufig Krankheiten die jährlich umgehen. Wenn sie es jetzt nicht durchmachen, dann später, im Kindergarten oder der Schule.

Junior und die Technik

Wir haben ja ein sehr Technik-interessiertes Kind. Auf jedes Knöpfchen muss gedrückt, an jedem Rädchen gedreht und jeder Schalter betätigt werden.

Ich frag mich ja, von wem er das hat ;-)

Besonders interessant ist es ja, wenn das Betätigen der Knöpfe einen unmittelbaren Effekt hat. Darum ist die Stereoanlage so beliebt und die Fernbedienung und natürlich auch das Telefon.

Vor allem das Telefon. Wir haben eines dieser neuen, drahtlosen Dinger, ausgestattet mit Rafinessen wie Anruferkennung, Wahlwiederholung, gespeicherten Telefonnummern… Ich glaube andere Eltern wissen schon, worauf ich hinauswill.

Als es das erste Mal passiert ist, dass Junior bei seinen Grosseltern angerufen hat, waren sie sehr beunruhigt. An der Nummer erkannten sie, dass der Anruf von uns kam, aber das einzige was sie hörten war angestrengtes Atmen. In Ihrer Vorstellung sah Oma die Pharmama nach einem Unfall am Boden liegen und mit letzter Kraft ihre Nummer wählen.

Inzwischen hat Junior sein eigenes „Telefon“ bekommen. Ein Ding von Fisher Price, das auf Knopfdruck verschiedene Melodien und Klingeltöne hören lässt und „Hallo“ und Tschüss“ sagt. Das ist toll, aber das Telefon der Eltern ist toller. Letzhin hat er die beiden darum unauffällig ausgetauscht, als es neben mir lag, während ich am Computer war – und hat prompt wieder bei den Grosseltern angerufen …

Ich muss unbedingt einen guten Blick auf die Telefonrechnung werfen diesen Monat …