Zähne, Zahnen, Zähneputzen

Junior hat inzwischen 10 Zähne und es brechen jetzt die beiden oberen Eckzähne durch. Über das Zahnen findet sich im Internet ja verschiedenes. Das geht von Horrorgeschichten von Nächtelang schreienden Kindern mit roten Backen, Fieber, dauersabbernd und mit Nebenerscheinungen wie Hautausschlägen und Durchfall – bis zu solchen, die sagen, dass das Zähnekriegen gar keine Probleme macht – die Eltern sollten einfach nicht so ein Theater darum machen.

Nach 10 Zähnen kann ich dazu folgendes sagen:

„Durchbrechen“ ist nicht wirklich der richtige Ausdruck, weil es trotz allem ein eher langsamer, stetiger Prozesss ist. Man fühlt den Zahn schon lange vorher unter dem Zahnfleisch, dann sieht man oft an einer Stelle, wie das Zahnfleisch immer heller wird, dann schiebt sich der Zahn heraus, wie ein Eisberg aus dem Meer. Erstaunlicherweise ist das Zahnfleisch dabei kaum entzündet und da blutet auch nichts.

Mit den Schneidezähnen hatte Junior kaum Probleme – ausser dass wir ständig die Halstücher wechseln mussten, weil sie wieder platschnass waren vom sabbern (und das fing schon Wochen vorher an). Er bekam sie aber recht spät, nämlich erst mit fast 10 Monaten.

Dabei hatte ich als gute PharMama vorgesorgt: Bernsteinkette von Juniors Gotte, Osa Zahnkügelchen (Homöopathie), Mundisal Gel und Fieberzäpfchen – sie blieben alle in der Schublade.

Dann kamen die Backenzähne – und mit ihnen der Einsatz aller obiger Mittel. Junior schrie auf einmal abends wie am Spiess und hatte auch Fieber. Es dauerte eine Weile, bis ich herausfand wieso (ist noch gut, wenn Junior den Mund beim Schreien so weit öffnet, dass man den neuen Backenzahn auch sieht…).

Er schlief dann bei uns im Bett. Die Alternative wäre gewesen, dass wir alle halbe Stunde nach ihm hätten schauen müssen. Osa Zahnkügelchen helfen wirklich. Das Mundisal Gel (mit Lidocain) ist nur begrenzt einsetzbar, weil es, kaum aufgetragen schon wieder abgelutscht ist (das Zeug ist süss) und allzu oft kann man das nicht geben. Die 2 Nächte wo es ganz schlimm war, habe ich Junior dann auch ein Schmerzzäpfchen gegeben, danach hat er gut geschlafen.

Aber nicht jeder reagiert gleich. Princessa, Juniors Cousine reagiert wie er bei den Backenzähnen schon bei den Schneidezähnchen so. Aber vielleicht hat sie bei den nächsten weniger Probleme – und wie ich gehört habe, helfen ihr die Osanit Kügelchen ganz gut.

Das letzte Thema heute ist Zähneputzen. Das ist schon ab dem ersten Zahn wichtig, auch wenn es „nur“ die Milchzähne sind. Die müssen auch ein paar Jahre halten – und wenn man bis zu den richtigen Zähnen nicht gelernt hat, dass Putzen wichtig ist, lernt man es nachher nicht mehr.

Zum Anfangen braucht es eine möglichst kleine Zahnbürste, Kinderzahngel (mit reduziertem Fluorid) und viel Geduld. Es ist bei Junior nicht so gewesen, dass er sich gewehrt hätte gegen das Putzen, vielmehr ist es ein Kampf zwischen „Ich will jetzt putzen“ und „ich will jetzt die Zahnpasta abschlecken“. Gut ist, wenn man ihn mit laufendem Wasserhahn ablenkt, während man schrubbt.

Dazu fällt mir noch die folgende Begebenheit in der Apotheke ein:

Familie (Mutter mit Kopftuch, kleiner Sohn im Kinderwagen, Vater radebrechend Deutsch) kommt in die Apotheke: Sagt der Vater: „Ich brauche etwas für mein Kind. Zähne werden gelb. Da gibt es doch was zum aufpinseln.“

Ein Blick auf das Kind zeigt, dass es viel zu klein ist für solche Weissmacher mit Wasserstoffperoxid.

Also sage ich ihm „Da gibt es nur eins: Zähne putzen mit Zahnbürste und Zahnpasta. Haben Sie es ihm das schon beigebracht?“

Vater: „Nein, und ich will jetzt bitte diese Lösung haben“…

Sorry, Nein. Manchmal gibt es einfach keinen schnellen Weg.

Einen Moment nicht aufgepasst …

…  und Junior -jetzt 18 Monate alt- hat die ganzen Taschentücher aus der Tempo Box einzeln herausgezogen und in einem weichen, flauschigen Haufen aufgetürmt (das gibt einen erstaunlich grossen Haufen- waren die alle in der Box?)

… und Junior ist beim umziehen vor dem Kinderschwimmen ausgebüxt und sitzt mit der normalen Windel im Kinderbecken (wow, ist die Saugfähig!).

… und vergessen die Türe zur Toilette zu schliessen und Junior bringt wieder die Toilettenbürste (igitt)

… und die Hälfte der Teigwaren mit Sauce landet statt im Mund auf dem Boden. Egal. „Selber machen“ ist im Moment für Junior sehr angesagt. Was das Essen angeht jedenfalls. Von aufräumen hält er noch nichts …

… und meine Brille ist wieder weg. Dasselbe passiert auch mit anderen Gegenständen wie Schuhen, Schlüsseln oder Kuschelbärs Uhr.

… und schon hat Junior wieder seinen Grosseltern angerufen. Die finden’s ja lustig, meine Telefonrechnung weniger …

Kommunikationsprobleme

Etwa so kam es mir heute mittag vor. Junior hat noch ein kleines Schläfchen gemacht und war seeeehr hungrig, als er gegen halb 1 Uhr aufwachte. Bloss dass Kuschelbär keine Ahnung hatte, was er ihm sagen wollte.
Ok, er war nicht ganz so direkt wie der Junge im Film – aber ich habe ihn gut verstanden.
Er sitzt dann nämlich schon mal auf seinen Stuhl an den Tisch.

unbedingt mit Ton laufen lassen.

Im übrigen warten wir noch auf sein erstes richtiges Wort. Oder zählt Da! DA! und heftiges Zeigen schon?

Ein schlechtes Gewissen

Als ich vor ein paar Tagen am Morgen aufstehe, habe ich Junior in unserem Schlafzimmer gelassen, während ich rasch duschen ging.
Als ich zurückkomme und mich anziehe, liegt meine Brille nicht mehr auf dem Nachttisch.
Ich lege sie immer dorthin (wer einmal seine Brille gesucht hat ohne Brille weiss warum es wichtig ist sie immer am gleichen Ort hinzulegen).
Ich hatte natürlich schon einen Verdacht, wer sie verschleppt haben könnte, also schaute ich mich um. Sie lag neben dem Bett am Boden – und ein Glas war draussen.

Während ich sie aufhob und tief Luft holte und mich dabei fragte, was ich jetzt mache (wo sind die Kontaktlinsen?) wirft sich Junior jämmerlichst schreiend aufs Bett!
Er weiss ganz genau, dass er von meiner Brille die Finger zu lassen hat, also benimmt er sich, sobald er gesehen hat, dass ich sie gefunden habe so, als würde ich ihn schon bestrafen*

Das personifizierte schlechte Gewissen.

Natürlich war ich sauer, aber das brachte mich dann schon zum Schmunzeln. Und als ich das Glas wieder gefunden habe und es sogar wieder selbst einpassen konnte, war die Welt für alle wieder in Ordnung.

  • ehrlich, ich bin nicht gut darin, meist habe ich das Gefühl, dass meine Erziehungsmethoden bei ihm nur ein Grinsen hervorrufen und er dann trotzdem wieder dasselbe macht – mit Absicht! Aber anscheinend bleibt doch was hängen… man muss es nur oft genug (und deutlich genug) sagen und zeigen.

Jeden Tag Neues entdecken

Das Leben mit einem Kleinkind ist interessanter als man meinen möchte. Junior ist ja kein Baby mehr, sondern schon ein richtiger kleiner Junge. Gerade eben hat er wieder etwas Neues entdeckt, nämlich dass auch Pharmama kitzlig ist, wenn man ihr mit dem ausgestreckten Finger in den Rücken piekst, während sie auf dem Sofa vor dem Computer sitzt und schreibt. Piecks! Pieks! Und jedes Mal, wenn ich hochjucke kichert er wie wild. Pieks! Hihihihihi! Pieks! Hihihihihi!

Er erstaunt mich immer wieder mit etwas. Wenn man ihm im Moment sagt „Wo ist der Junior?“, hält er die Hände vor die Augen und nimmt sie wieder weg: Das Gugus-Spiel: „Daaa ist der Junior“. Gestern hat er am Mittagstisch stattdessen einfach nur beide Augen zugedrückt: ein grosszügiges Zwinkern und sich tierisch gefreut, dass wir zurückzwinkern.  Man kann ihn inzwischen auch fragen: „Junior, wo ist Mama’s Nase?“ und er zeigt sie einem. Oder man gibt ihm etwas in die Hand du sagt: „brings dem Papa“ und oft funktioniert es, dass er das tatsächlich macht. Ich finde das umso erstaunlicher, weil die meisten dieser Sachen ihm nicht bewusst beigebracht wurden.

Was noch nicht funktioniert ist, dass er kommt, wenn man sagt „Junior, komm her“. Stattdessen nimmt er das als Aufforderung, sich auf der Stelle umzudrehen und laut und fröhlich quietschend wegzulaufen. Das ist wahrscheinlich lustiger, weil er weiss, dass wir dann hinterherlaufen, um ihn einzufangen.