Fälschungen ??

Kunde in der Apotheke beim Einlösen eines Rezeptes: „Sie können mir auch diese Fälschungen geben, wenn es das gibt von meinen Medikamenten.“
Apothekerin: „Ich glaube sie meinen Generika?“
Kunde: Ja, genau!, halt diese nachgemachten Dinger.“
:-)

Und dazu passt noch der hier:

Übersetzung: Medizin  keine Fälschungen

auf dem Schild einer asiatischen Apotheke (japanisch? chinesisch?). Sehr vertrauenserweckend.
Gefunden auf engrishfunny.com

Kein Weg zurück!

Telefonanruf in einer wirklich hektischen Periode.

Mann: „Hallo, ich versuche schon eine ganze Weile durchzukommen, was ist los?“
Apothekerin: „Ja, es war ziemlich hektisch hier und wir hatten viel zu tun. Wie kann ich ihnen helfen?“
Mann: „Ich habe heute ein Medikament bei ihnen abgeholt, es heisst Perindopril.“
Apothekerin: „Ok?“
Mann: „Ich weiss nicht, was das ist, ich hatte bisher Coversum.“
Apothekerin: „Ah, das ist das Generikum. Es hat aber denselben Wirkstoff in derselben Dosierung, das sollte also in Ordnung sein. Wenn sie ein Problem damit haben, rufen sie vielleicht den Arzt an, der neu das Generikum aufgeschrieben hat.“
Mann: „Sind sie sicher, dass es dasselbe ist?“

Apothekerin: „Ja, bin ich.“
Mann: „Sind sie Apothekerin?“
Apothekerin: „Ja.“
Mann: Ich schreibe jetzt Coversum auf die Packung!“
Apothekerin: „Ja, machen sie das.“
Mann: „Ich schreibe jetzt! Keine Möglichkeit das rückgängig zu machen!“
Apothekerin: „Ok, fahren sie fort.“
Mann: „Fast fertig!“
Apothekerin: „Ok …“
Mann: „Also. Fertig!“
Apothekerin: „Gut gemacht! Ich wünsche noch einen schönen Abend!“

Kleinkrieg und Verwirrung

(sorry: lang)
Clopidogrel – das ist der Wirkstoff von Plavix, von dem es relativ frisch Generika gibt.
Jetzt gab es am 26.3.10 eine Mitteilung in den Medien, dass beim Hersteller des Wirkstoffes, der auch in manchen Schweizer Präparaten verwendet wird, eine Qualitätskontrolle durchgeführt wurde. Dabei wurde die Firma (in Indien) beanstandet, weil die Dokumentation Fehler (oder Lücken) aufweist.
Nach einiger Diskussion wird von der EMA aber auf einen Rückruf der Produkte, die den Wirkstoff enthalten verzichtet. Grund: Der Wirkstoff selbst wurde getestet und die Qualität für in Ordnung befunden.

Als nächstes folgt am 31.3.10 ein Fax in dem von einem „empfohlenen Rückruf“ eben jener Präparate steht …
Der Fax ist von der Firma, die das Original vertreibt (Plavix von Sanofi Aventis):

Letzte Woche hat die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) einen vorsorglichen Rückruf von einigen Clopidogrel-haltigen Generika empfohlen. … Betroffen von dieser Rückrufempfehlung sind …
Die Entscheidung der Europäischen Kommission wurde noch nicht getroffen. In der Schweiz hat die Swissmedic noch keinie Stellung bezogen…

Dann folgt am 1.4.10 ein Fax der Firmen, die die betroffenen Generika vertreiben (Sandoz):

Wichtige Mitteilung bezüglich Faxmailing Sanofi mit Betreff Rückrufempfehlung:
Sie haben ein Fax erhalten … die darin enthaltenen Informationen suggerieren einen bevorstehenden Rückzug des Produktes… wir möchten hierzu Stellung nehmen:
Sandoz und Novartis unterliegen sehr strengen Qualitätsstandards, welche sowohl intern, als auch extern bei unseren Lieferanten angewendet und regelmässig kontrolliert werden.
… Die Mängel, welche im genannten Audit gefunden wurden, hatten zu keiner Zeit Auswirkungen auf die Patientensicherheit. Auszug aus dem Inspector’s Report: a „recall oft he delivered batches is not considered to be necessary, because there is no evidence of product being harmful tot he patient.“
Sie können alle Formen von Clopidogrel Sandoz weiterhin ohne Bedenken anwenden.

Dann kommt kurz darauf die Meldung im Pharmavista.net:

Das zuständige Komitee der europäischen Zulassungsbehörde EMA hat in einer Pressemitteilung die Empfehlung für einen vorsorglichen Rückruf bestimmter Clopidogrel-Generika abgegeben (siehe www links). Im Fokus stehen Generika, welche mit Clopidogrel eines indischen Herstellers produziert wurden. Bei einer Inspektion wurden offenbar Verstösse gegen die GMP-Regeln festgestellt.
Gemäss Herstellerangaben sind in der Schweiz bisher keine Clopidogrel-Präparate von einem Rückruf betroffen.

Im Originaltext – wenn man dem Link folgt, steht aber auch, dass unter den betroffenen Produkten auch das Clopidogrel Sandoz ist.

Ja was jetzt?? Rückzug oder nicht?

Im Moment sieht es so aus, als bleiben die Medikamente auf dem Markt.

In Deutschland herrscht offenbar die gleiche Verwirrung, dort wird jetzt national bestimmt ob die Präparate zurückgezogen werden oder nicht: siehe „Rückruf je nach Zulassung“.

Original, Comarketingmedikament, generisches Original und Generikum

Der Wirkstoff Pantoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer der also die Magensäureproduktion hemmt. Man verwendet es demnach gegen Magenbrennen, saurem aufstossen sowie bei Magen- und Darmgeschwüren. Auf dem Markt in der Schweiz ist der Wirkstoff seit 1997 – und zwar vertrieben durch die Firma Nycomed. Die stellte sowohl Pantozol (s. Bild oben links) als auch Zurcal her – das Co-Marketingpräparat. Preislich waren beide identisch.

Diesen Sommer 2010 läuft das Patent für den Wirkstoff Pantoprazol aus und es werden diverse Generika erwartet. Aber schon jetzt ist es so, dass man das Pantozol günstiger haben kann, denn Nycomed (eben die Original-Herstellerfirma) vertreibt jetzt schon ihre eigene Arzneimittelkopie. Der Fachausdruck dafür ist „Generisches Original“. Es ist vollständig identisch mit dem Originalpräparat und unterscheidet sich nur (leicht) im Namen und Verpackung: Pantoprazol Nycomed (s. Bild oben rechts). Es ist einiges günstiger im Preis – ich bin dabei die Pantozol auszuverkaufen und nur noch die Pantoprazol an Lager zu haben.

Daneben gibt es aber (auch von der Firma Nycomed) jetzt frisch noch das freiverkäufliche und ohne Rezept erhältliche Pantoprazol Control (im Bild unten).

Also stellt die Firma Nycomed im Moment aus einem Wirkstoff 4 Medikamente her: Pantozol, Zurcal, Pantoprazol Nycomed und Pantozol Control. – Ich glaube die wollen den Markt überschwemmen.

Und im Sommer wird’s noch lustiger, wenn dann die ganzen „echten“ Generika kommen.

Unsere Arbeit wird nicht einfacher …

Seit ich angefangen habe als Apothekerin zu arbeiten hat sich einiges verändert.

Gut sehen kann man das zum Beispiel am Kompendium – das ist das Werk, das alle in der Schweiz erhältlichen Arzneimittel enthält und die Fachinfo dazu:

Hier der Vergleich 1997 und 2009:

Inzwischen reicht nicht einmal mehr 1 Band. 2 sind es – plus etwa 3-4 Supplemente pro Jahr.

Warum der Grössenzuwachs? Es sind nicht einmal so viele neue Medikamente, aber es sind die Generika.

Beispiel Wirkstoff Omeprazol

1997:

Antra

2009:

Antramups

Omeprax

Omeprazol 1 A Pharma

Omeprazol Actavis

Omeprazol Adico

Omeprazol Helvepharm

Omeprazol Sandoz Eco

Omeprazol Streuli

Omeprazol Teva

Omeprazol Mepha

Omeprazol Spirig

Aus 1 mach 11. Zu meiner Anfangszeit war von Generika noch keine Rede und jetzt gibt es von einer Menge Medikamente unzählige Varianten. Das plus Gesetzesänderungen plus Änderungen bei den Krankenkassen plus Computersystemänderungen etc. etc.

Ja, wir haben es nicht einfach in der Apotheke. Aber dafür bleibt die Arbeit immer interessant.

Das Generikum

Kunde in der Apotheke: „Ich möchte gerne wissen, was ein Generikum denn so kostet?“

Apothekerin: Nun, ein Generikum ist eine Kopie eines Originalmedikaments …“ .

Kunde: „Könnten Sie es mir zeigen?“

Apothekerin: „Sicher, aber von welchem Medikament?“

(es gibt ja nur eins, oder?)