Ausgeschüttet

Das ist eine Geschichte aus den Ferien, die ich Euch noch nicht erzählt habe. Wir fuhren ja selber, was meist gar kein Problem ist (Johannesburg und Durban mal beiseite-gelassen). Wir haben vor etwa 1 Stunde Swaziland hinter uns gelassen und waren auf dem Weg weiter südwärts durch Südafrika auf der N2.

Die N2 ist eine der Hauptstrassen und meist auch gut befahren – trotzdem ist es eine einspurige Strasse, bei der man aber weit voraus sehen kann. Sehr weit, wie man auf dem Foto erkennen kann:

Nur, was sehe ich da vorne? Stauen sich da die Autos? Hat da jemand etwas gesehen? – ach nein, wir sind ja nicht mehr im Krüger, wo es Staus hauptsächlich gibt, wenn jemand einen Löwen oder ein Nashorn entdeckt hat und alle das sehen wollen. Also ein Unfall?

Das sehen wir, als wir fast da sind:

Ja, da liegt ein Lastwagen im Strassengraben. Mist. Wahrscheinlich Sekundenschlaf.

Und da stehen Autos neben der Strasse. Viele. Und Leute, die aussteigen und rennen – oh, je. Wenn da jemand verletzt ist, sollte ich vielleicht meine Reiseapotheke hervorholen und schauen, ob ich helfen kann …

 

Oh.

Ah, darum!

Das war ein Biertransporter (SAB steht auf den Kisten). Und was die ganzen Leute da gerettet haben -waren Bierkisten mit den paar Flaschen, die das überlebt haben.

Ich bin kein Lückenbüsser!

Es sind Schulferien und da auch viele Ärzte Familien haben, sind sie jetzt weg.

Das ist schön für sie, nur … ich bin etwas stinkig, wenn ich (schon wieder) einen Patienten in der Apotheke stehen habe, der dringend ein Medikament braucht, das ihm ausgegangen ist – oder nächstens ausgeht, und das er bisher immer vom Arzt direkt bekommen hat.

Nett, huh?

Noch ein Selbstdispensations-Nebeneffekt.

Oh wie gern würde ich in einem solchen Moment sagen: „Sehen sie, der Arzt hat halt nicht immer offen – die Apotheken schon!“ (Wenn nicht wir – eine Apotheke hat immer offen)

Ich bin nicht / will nicht sein nur die Ersatzlösung und der Lückenbüsser!

So, fertig genervt.