Tränenersatzpräparate, befeuchtende Augentropfen und Kontaktlinsen

Tränenersatzpräparate oder künstliche Tränen sind Augentropfen, die speziell zum befeuchten des trockenen Auges gebraucht werden.

Auf dem Markt sind eine ganze Menge, die sich unterscheiden durch ihre Viscosität (d.h. wie dick- oder dünnflüssig sie sind), ob sie für Kontaktlinsen gehen etc. Hier habe ich versucht ein wenig Ordnung in die Auswahl zu bringen. Gilt für die Schweiz, wahrscheinlich habe ich noch den einen oder anderen vergessen – ich hatte Hilfe vom Apothekenhandbuch Ausgabe 2008

Niedrige Viscosität (= sehr flüssig) und für Kontaktlinsen ok:

  • Liquitears – aber nur für harte Kontaktlinsen
  • Oculac SDU
  • Optive – Haltbarkeit 6 Monate nach dem Öffnen!
  • Protagent SE

Niedrige Viscosität (= sehr flüssig) und Nicht für Kontaktlinsen:

  • Isopto Tears
  • Liquitears AT 10ml
  • Oculac AT 10ml
  • Protagent AT 10ml (Mechanismus: Fingerdruck auf Flaschenboden)
  • Systane
  • Systane DU
  • Tears again (Augenspray, wird auf die geschlossenen Lider gesprüht)
  • Tears naturale

Mittlere Viscosität (mässig flüssig) und für Kontaktlinsen ok:

  • Cellufluid At 10ml
  • Cellufluid DU
  • Dialens AT 10ml (AT-Flasche ohne Loch: Deckel erst gut zudrehen zum öffnen)
  • Visine intensive Liquid Gel Tropfen Monodosen (wiederverschliessbar 12h Haltbar)
  • Visine müde Augen sensitiv Liquid Gel Monodosen (wiederverschliessbar 12h Haltbar)

Mittlere Viscosität (mässig flüssig) und Nicht für Kontaktlinsen:

  • Hypo Tears AT 10ml
  • Isopto Tears AT 10ml (Mechanismus: Fingerdruck auf Flaschenboden)
  • Lacrifluid AT 10ml (weiche Flasche, gut für Leute mit Handproblemen)
  • Systane AT 10ml
  • Systane UD
  • Tears Naturale AT 10ml
  • Visine müde Augen Liquid Gel Trpf 10ml

Hohe Viscosität (dickflüssig) und für Kontaktlinsen ok:

  • GenTeal Gel 10ml
  • Lacrinorm F AT DU
  • Siccafluid DU Augengel

Hohe Viscosität (dickflüssig) und Nicht für Kontaktlinsen:

  • Celluvisc DU
  • Lacrinorm AG
  • Lacryvisc AG (Flasche mit Spitze nach unten lagern)
  • Lacryvisc SE AG (Inhalt vor Gebrauch nach unten schütteln)
  • Siccafluid AG
  • Viscotears AG
  • Viscotears SDU AG
  • Visine trockene Augen Gel Tropfen

Tränenersatzpräparate mit Hyaluronsäure:
Hyaluronsäure ist auch ein natürlicher Bestandteil des Auges, bindet viel Wasser an sich und bleibt länger auf der Augenoberfläche.

  • Lacrycon: einziges hier von der Liste B, SL, nicht für Kontaktlinsen. Wiederverschliessbare Einzeldosen, 12 Stunden haltbar

Rest geht mit Kontaktlinsen:

  • Bepanthen Augentropfen Monodosen (Neu)
  • Fermavisc Gel Monodosen
  • GenTeal HA
  • HycoSan 5ml AT (Flasche saugt keine Luft an, darum Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen)
  • Hylo Comod AT 10ml (Flasche saugt keine Luft an, darum Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen)
  • Vislube Monodosen Speziell für Nachbenetzung von KL
  • Vismed Monodosen Speziell für Nachbenetzung von KL
  • Vismed light (Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen)

Spezielle Präparate für das trockene Auge

  • Hylo Care AT 10ml : geht für Kontaktlinsen, Hyaluronsäure 0.1%, Flasche saugt keine Luft an, darum Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen

Nicht für Kontaktlinsen:

  • Oculotect: rezeptfreies Vitamin A Augengel,
  • Siccaprotect AT 10ml
  • Tendro AT
  • VitA POS rezeptfreie Vitamin A Augensalbe

AT= Augentopfen in der Flasche / UD, SDU, SE, DU, Monodosen = einzelverpackte Tagesdosen

Nach Anbruch sind die meisten AT Flaschen 1 Monat haltbar, danach muss man sie entsorgen, weil die Keimfreiheit nicht mehr gewährleistet ist. Einzeldosen sind unkonserviert und für einmalige Anwendung gedacht, ausser sie sind wiederverschliessbar, dann sind sie 12 Stunden haltbar.

So aber nicht.

Als die Direkt-Bestellung mit Babynahrung auch nach 1 Woche nicht angekommen ist, haben wir der Firma angerufen. Dabei kam heraus, dass sie die Ware geliefert haben … aber an die falsche Apotheke. Weil das eine recht nahe gelegene Apotheke ist, haben wir mit der Firma verabredet unsere Ware direkt dort abzuholen.

So kommt das Paket schliesslich doch noch zu uns.

Aber was ist das? Das Paket wurde schon geöffnet. Gut, wahrscheinlich haben sie es in der andern Apotheke nicht gleich gemerkt, dass es nicht für sie ist …

Unser Lehrling macht den Wareneingang, dann kommt sie zu mir: „Du Pharmama, da stimmt etwas nicht. Schau Dir mal diese Packungen Milchpulver an!“

Jetzt muss ich etwas ausholen: Die Packung von dem Milchpulver hat nämlich vor ein paar Monate gewechselt – und die, die jetzt hier im Paket sind, sind noch die alten. Dass die Firma uns jetzt noch alte Packungen liefert, nachdem wir schon seit einiger Zeit neue haben, ist nicht zu erwarten -und laut Telefon an die Firma auch nicht so.

Also hat die Apotheke bei der das Paket „zwischengelandet“ ist, die Gelegenheit benutzt, ihr eigenes Lager etwas zu „verjüngen“, indem sie die neuen Packungen gegen die alten, die sie noch hatten, austauschten.

DAS gab ein Telefon: Ich hätte gerne meine Ware, die, die im Paket war.
Nee Leute, SO nicht!

Kleinkrieg und Verwirrung

(sorry: lang)
Clopidogrel – das ist der Wirkstoff von Plavix, von dem es relativ frisch Generika gibt.
Jetzt gab es am 26.3.10 eine Mitteilung in den Medien, dass beim Hersteller des Wirkstoffes, der auch in manchen Schweizer Präparaten verwendet wird, eine Qualitätskontrolle durchgeführt wurde. Dabei wurde die Firma (in Indien) beanstandet, weil die Dokumentation Fehler (oder Lücken) aufweist.
Nach einiger Diskussion wird von der EMA aber auf einen Rückruf der Produkte, die den Wirkstoff enthalten verzichtet. Grund: Der Wirkstoff selbst wurde getestet und die Qualität für in Ordnung befunden.

Als nächstes folgt am 31.3.10 ein Fax in dem von einem „empfohlenen Rückruf“ eben jener Präparate steht …
Der Fax ist von der Firma, die das Original vertreibt (Plavix von Sanofi Aventis):

Letzte Woche hat die Europäische Zulassungsbehörde (EMA) einen vorsorglichen Rückruf von einigen Clopidogrel-haltigen Generika empfohlen. … Betroffen von dieser Rückrufempfehlung sind …
Die Entscheidung der Europäischen Kommission wurde noch nicht getroffen. In der Schweiz hat die Swissmedic noch keinie Stellung bezogen…

Dann folgt am 1.4.10 ein Fax der Firmen, die die betroffenen Generika vertreiben (Sandoz):

Wichtige Mitteilung bezüglich Faxmailing Sanofi mit Betreff Rückrufempfehlung:
Sie haben ein Fax erhalten … die darin enthaltenen Informationen suggerieren einen bevorstehenden Rückzug des Produktes… wir möchten hierzu Stellung nehmen:
Sandoz und Novartis unterliegen sehr strengen Qualitätsstandards, welche sowohl intern, als auch extern bei unseren Lieferanten angewendet und regelmässig kontrolliert werden.
… Die Mängel, welche im genannten Audit gefunden wurden, hatten zu keiner Zeit Auswirkungen auf die Patientensicherheit. Auszug aus dem Inspector’s Report: a „recall oft he delivered batches is not considered to be necessary, because there is no evidence of product being harmful tot he patient.“
Sie können alle Formen von Clopidogrel Sandoz weiterhin ohne Bedenken anwenden.

Dann kommt kurz darauf die Meldung im Pharmavista.net:

Das zuständige Komitee der europäischen Zulassungsbehörde EMA hat in einer Pressemitteilung die Empfehlung für einen vorsorglichen Rückruf bestimmter Clopidogrel-Generika abgegeben (siehe www links). Im Fokus stehen Generika, welche mit Clopidogrel eines indischen Herstellers produziert wurden. Bei einer Inspektion wurden offenbar Verstösse gegen die GMP-Regeln festgestellt.
Gemäss Herstellerangaben sind in der Schweiz bisher keine Clopidogrel-Präparate von einem Rückruf betroffen.

Im Originaltext – wenn man dem Link folgt, steht aber auch, dass unter den betroffenen Produkten auch das Clopidogrel Sandoz ist.

Ja was jetzt?? Rückzug oder nicht?

Im Moment sieht es so aus, als bleiben die Medikamente auf dem Markt.

In Deutschland herrscht offenbar die gleiche Verwirrung, dort wird jetzt national bestimmt ob die Präparate zurückgezogen werden oder nicht: siehe „Rückruf je nach Zulassung“.

Reklamationsschreiben

Ah ja. Jetzt ist es also passiert. Über diesen speziellen Kunden habe ich an anderer Stelle schon berichtet – es ist derjenige, der unbedingt auf dem Kassabon stehen haben will, wie viel er gegeben hat. Und jetzt hat er im Feiertagsstress jemanden erwischt, der das vergessen hat für ihn zu machen. Nicht, dass er sie darauf hingewiesen hätte.

Jedenfalls bekommen wir diesen „netten“ Brief:

Dazu noch ein paar erklärende Bemerkungen mehr: Ja, dasselbe Problem hatten wir mit ihm schon einmal (ansonsten störte das seit ich hier arbeite – 11 Jahre- niemanden). Ja, er kam dann eine Zeitlang nicht mehr – allerdings eher 3 Monate als 3 Jahre. Danach stand er triumphierend mit ein paar Quittungen aus anderen Apotheken/Drogerien vor mir – im Wert von etwa 30 Franken – und liess sich lang und breit darüber aus, was wir wegen seiner Abwesenheit für einen Verlust gemacht haben. Ja, 30 Franken – aber die Ruhe, die wir in den 3 Monaten hatten, waren uns fast mehr wert.

Item, ich habe die Sache damals mit ihm diskutiert, uns „entschuldigt“ das erklärt und dem Team gesagt, was sie bei diesem „speziellen“ Kunden zu tun hätten.

Tja. Sieht so aus als hätten wir jetzt wieder etwas Ruhe vor ihm. Bin gespannt, wie lange es diesmal geht.

Dass Ihr mich nicht falsch versteht: mir ist jeder Kunde wichtig – aber Respekt beruht auf Gegenseitigkeit … und wer wegen so einer Kleinigkeit meine Mitarbeiterinnen beleidigt, steht bei mir nicht so hoch im Kurs.

Schokolade irgendjemand? Die schöne Seite der Apotheke

Es ist so einfach, sich auf die negativen Seiten einer Sache zu konzentrieren. Ärgerliche oder nervende Kunden gibt es mehr als genug und oft genügt schon einer oder zwei, um einen den Tag zu verderben oder einen sonst schönen Tag in einen mit anfangender Migräne und viel Frustration zu verwandeln.

Aber unsere Arbeit besteht ja nicht nur darin angeschrieben zu werden oder mit mehr oder weniger unfreundlichen Patienten und Kunden zu interagieren.

Tatsächlich ist es so, dass je älter ich werde, desto mehr achte ich auf diesen Austausch. Ich würde gerne sagen, dass alle diese Begegnungen positiv sind, aber das sind sie nicht. Das bedeutet aber nicht, dass es dazwischen nicht auch Momente hat, die wirklich angenehm und persönlich lohnend sind. Manchmal wird man von den Kunden auf angenehme Art überrascht.

Wie viele von Euch, die da draussen in einer Apotheke arbeiten hatten schon einen Kunden der mit etwas zu Essen oder einer Karte in die Apotheke kam um sich zu bedanken? Das kommt häufiger vor und es bedeutet mir und den Angestellten in der Apotheke viel. Ich habe Kekse, Blumen oder Schokolade gesehen, die von Kunden persönlich in die Apotheke gebracht wurden, als Dankeschön. Das ist eine wunderbare Geste.

Ich hatte Kunden, die am selben Tag oder später in die Apotheke zurückkamen um sich zu bedanken für -was immer es war, womit wir geholfen haben. Gelegentlich konnte ich mich nicht einmal mehr direkt daran erinnern um was es genau gegangen war, aber trotzdem bin ich glücklich, wenn jemand diesen Umweg macht, nur um Danke zu sagen.

Es kommt auch vor, dass Kunden nachdem man in den Ferien war, zu einem kommen und sagen, dass sie einen vermisst haben, oder dass sie nur an den Tagen vorbeikommen, wo sie wissen, dass man arbeitet.

Ich denke, ich werde versuchen in Zukunft ein wenig mehr Zeit mit den Kunden und Patienten zu verbringen, die freundlich und nett zu uns sind.

Wir haben auch einen positiven Effekt auf ihr Leben … auch wenn das sehr Klicheémässig tönt. Diese Tatsache kann manchmal untergehen in der täglichen Arbeit, wenn man mit Kunden und Versicherungen und Ärzten jongliert.

Das sollte man nicht vergessen, wenn man diesen (oder andere) Blogs liest. Man könnte den Eindruck bekommen, es ist alles ärgerlich oder nervtötend. Die Kunden, die Ärzte, die Leute von den Krankenkassen.

Es ist schon so: manchmal wird man frustriert und dann muss man sich abregen … ich mache das ja auch in meinem Blog. Aber es ist nicht alles schlecht. Die Arbeit in der Öffentlichkeit und mit Kunden bringt auch Belohnungen mit sich, so wie ein simples Danke, dann wenn man es am wenigsten erwartet.

Ich bin einfach dankbar für die Kunden, die sich die Zeit nehmen uns zu sagen, dass sie es schätzen was wir für sie tun. Und auch wenn eine Blume nicht mein Lieblingsgeschenk ist (die gehen so rasch kaputt), es ist der Gedanke dahinter der zählt!

Pharmama

Original, Comarketingmedikament, generisches Original und Generikum

Der Wirkstoff Pantoprazol ist ein Protonenpumpenhemmer der also die Magensäureproduktion hemmt. Man verwendet es demnach gegen Magenbrennen, saurem aufstossen sowie bei Magen- und Darmgeschwüren. Auf dem Markt in der Schweiz ist der Wirkstoff seit 1997 – und zwar vertrieben durch die Firma Nycomed. Die stellte sowohl Pantozol (s. Bild oben links) als auch Zurcal her – das Co-Marketingpräparat. Preislich waren beide identisch.

Diesen Sommer 2010 läuft das Patent für den Wirkstoff Pantoprazol aus und es werden diverse Generika erwartet. Aber schon jetzt ist es so, dass man das Pantozol günstiger haben kann, denn Nycomed (eben die Original-Herstellerfirma) vertreibt jetzt schon ihre eigene Arzneimittelkopie. Der Fachausdruck dafür ist „Generisches Original“. Es ist vollständig identisch mit dem Originalpräparat und unterscheidet sich nur (leicht) im Namen und Verpackung: Pantoprazol Nycomed (s. Bild oben rechts). Es ist einiges günstiger im Preis – ich bin dabei die Pantozol auszuverkaufen und nur noch die Pantoprazol an Lager zu haben.

Daneben gibt es aber (auch von der Firma Nycomed) jetzt frisch noch das freiverkäufliche und ohne Rezept erhältliche Pantoprazol Control (im Bild unten).

Also stellt die Firma Nycomed im Moment aus einem Wirkstoff 4 Medikamente her: Pantozol, Zurcal, Pantoprazol Nycomed und Pantozol Control. – Ich glaube die wollen den Markt überschwemmen.

Und im Sommer wird’s noch lustiger, wenn dann die ganzen „echten“ Generika kommen.