Bitte – es ist gut, wenn Sie die Hand vor den Mund halten, wenn sie Husten müssen.
Noch besser wäre die Ellenbeuge, Aber: Bitte – husten Sie nicht in das Rezept und reichen es mir dann mit der Erklärung:
„Ich habe eine üble Lungenentzündung!“
Brrr..
Bitte – es ist gut, wenn Sie die Hand vor den Mund halten, wenn sie Husten müssen.
Noch besser wäre die Ellenbeuge, Aber: Bitte – husten Sie nicht in das Rezept und reichen es mir dann mit der Erklärung:
„Ich habe eine üble Lungenentzündung!“
Brrr..
besten Dank an jan von Psychiatrie to go dass er in seinen Ferien an uns gedacht hat:
ich schicke Dir hier zwei Bilder aus dem Hauptbahnhof von Florenz, Florenz Santa Maria Novella. Das zweite Bild zeigt die Vorderansicht der Apotheke, das erste Bild zeigt die Seitenansicht, die der Altstadt zugewandt ist. Sie besteht ausschließlich aus einem Kondomautomaten. Für diese sehr romantische Stadt ein ausgezeichnet genutzter Platz!
jan
Der Arzt hat auf Rezept eine Salbe zum herstellen aufgeschrieben.
"Wieviel kostet das?" will der Patient wissen – und ich gebe ihm eine grobe Schätzung anhand Inhaltsstoffe und Arbeit: Ca. 40 Franken.
"Was? Aber der Arzt hat gesagt, das soll nur um die 20 Franken kosten!"
Ich gebe ihm das Rezept zurück: "Dann lassen Sie das doch den Arzt herstellen."
Patient etwas bescheidener: "Ich glaube das kann er nicht."
Pharmama: "Ja – das liegt nicht in seiner Kompetenz … und er kann auch nicht sagen, wieviel das kostet. Ich gehe ja auch nicht hin und sage: 'Mit ihrer Blasenentzündung sollten sie zum Arzt gehen, die Untersuchung, Diagnose und das Ausstellen des Rezeptes sollte nicht mehr als 20 Franken kosten'."
Oder?
Ich durfte die Salbe dann herstellen.
Der Patient gibt mir seinen Lottoschein anstatt des Rezeptes …
Die Kochsalzanteile Natrium und Chlorid haben beide eine Bedeutung im Stoffwechsel und wir brauchen eine minimale Zufuhr … allerdings schmeckt uns Salz auch sehr, weshalb es sehr häufig in unseren Lebensmitteln enthalten ist.
Und das ist nicht immer gut. Man verbindet heute Kochsalzzufuhr und Bluthochdruck. Dabei gilt das nicht für alle Personen.
Hypertoniker sind häufiger salzempfindlich als Personen mit normalem Blutdruck. Auch ältere Menschen (>65 Jahre) Personen mit Übergewicht und Patienten mit niedrigen Reninwerten wie Afroamerikaner, Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Diabetiker reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen der Natriumzufuhr. Da es schwierig ist, die Salzempfindlichkeit im Einzelfall klinisch gestzulegen, ist es sinnvoller Strategien zur Verminderung der Kochsalzzufuhr bei der Gesamtbevölkerung zu entwickeln. (Quelle: BAG)
… das erklärt, warum in vielen Ländern Bestrebungen im Gange sind, den Salzgehalt von Lebensmitteln (hauptsächlich Fertiggerichte, Backwaren, Wurstprodukte etc.) einzuschränken. Ziel ist laut WHO ein Kochsalzkonsum von weniger als 5 g pro Person und Tag. In der Schweiz sind wir mit 9g noch deutlich darüber.
Der Blutdruck lässt sich bei ungefähr der Hälfte aller Hypertoniker durch eine eingeschränkte Kochsalzzufuhr regulieren. Diese Personen werden als salzsensitiv vezeichnet. Eine Kochsalzaufnahme von ca. 6g pro Tag (entspricht 2400mg Natrium pro Tag) ist erstrebenswert. Ein Kilo Brot enthält beispielsweise ca. 10g Kochsalz.
In einem Gramm Kochsalz sind ca. 400mg Natrium und 600mg Chlorid enthalten. Ob Bluthochdruck nur durch Kochsalz oder auch durch andere Natriumsalze gervorgerufen wird, ist weitgehend umstritten. Vermutlich ist es weniger die Natriumaufnahme alleine, die erhöhten Blutdruck verursacht, als vielmehr das Verhältnis zwischen Natrium und Kalium in den verschiedenen Lebensmitteln oder auch Medikamenten. So bringt ein hohes Natrium-Kalium-Verhältnis (also viel Natrium, wenig Kalium) selbst bei Personen mit normalem Blutdruck eine Blutdrucksteigerung mit sich. Dagegen fördert eine Erhöhung der Kaliumaufnahme, also ein hohes Kalium-Natrium-Verhältnis (viel Kalium, wenig Natrium) die Blutdrucksenkung. Der positive Effekt auf den Blutdruck einer kaliumreichen Ernährung ist auf eine vermehrte Natrium- und Wasserausscheidung über die Niere zurückzuführen.
Aber wir nehmen nicht nur via Lebensmittel Natriumchlorid (Kochsalz) zu uns. Auch via Medikamente … und das kann nicht unerheblich sein, wie dieser spannende Fall beschreibt:
Ein in der Literatur (Britisch medical journal) beschriebener Fall einer 58-jährigen Patientin verlief eindrücklich:
Vermutlich durch die sechs mal tägliche Einnahme von 500 mg Paracetamol (Panadol®) in Brausetablettenform kam es zum Blutdruckanstieg bis auf 210/110 mm Hg. Täglich nahm die Patientin alleine durch die Schmerzmedikation mit Panadol®-Brausetabletten 2562 mg Natrium zu sich, was einer Kochsalzzufuhr von 6,5 g/Tag entspricht. Dazu kam noch das in den verzehrten Nahrungsmitteln enthaltene Kochsalz. Beim Switch zurück von Brausetabletten zu Panadol® Tabletten normalisierte sich der Blutdruck der Patientin sofort wieder.
Das heisst für mich als Apothekerin also auch, da ein Auge drauf zu halten.
Beispiele für Medikamente und Natriumgehalt / entsprechend Kochsalz pro Tablette jeweils
Alka Seltzer (324 mg Salicylsäure) 444mg / 1.13g NaCl
Aspirin C BT (400mg Salicylsäure, 240mg Vit C) 615mg Na, 1,56g NaCl
Berocca BT (VitB Complex, Ca, Mg, Vit C, Zi) 0,69g Na –
Brufen BG (600mg Ibuprofen) 197mg Na, 0.5g NaCl
Calcium f BT Sandoz (500mg Calcium) 70mg Na, 0,18g NaCl
Calcium ff BT (1000mg Calcium) 137mg Na, 0,35g NaCl
Dafalgan BT (500mg Paracetamol) 412,4mg Na, 1,05g NaCl
Dafalgan BT (1000mg Paracetamol) 567mg Na, 1,44g NaCl
Kalium Effervetten (Kaliumcitrat, Kaliumhydrogencarbonat 30mmol K) 660mg Na, 1,68g NaCl
Panadol C BT (500mg Paracetamol, 300mg VitC) 262mg Na, 0.66g NaCl
Pretuval C (20md Dextrometorphan, 30mg Pseudoephedrin, 300mg Paracetamol, 250mg VitC) 119mg Na, 0.3g NaCl
Redoxon BT (1000mg Vit C) 297mg Na, 0,75g NaCl
Solmucol BT (600mg Acetylcystein) 149mg Na, 0.38g NaCl
Supradyn BT (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) 285mg Na, 0,72g NaCl
Magnesiocard 5 Sachets (Mg 121,5 mg) 1,0 mg Na, 0.003g NaCl
Magnesiocard 10 (Mg 243mg) 12,6mg Na, 0.03g NaCl
Magnesiocard 7.5 BT (Mg 182,3mg Magnesium) 135mg Na, 0.32g NaCl
Quelle: http://www.ka.zh.ch/downloads_cms/blickpunkt_apotheke_2_2006.pdf
Bei Hypertonikern ist auf die Natriumeinnahme durch Nahrung und auch Medikamente zu achten. Insbesondere auch durch natriumhaltige Hilfsstoffe in Medikamenten. Natriumhaltige Hilfsstoffe sind vor allem in wasserlöslichen Arzneiformen wie Braustabletten oder Granulaten anzutreffen, die unter anderem auch im OTC Bereich eingesetzt werden.
Achtung: Hilfsstoffe sind oft nur unvollständig in der Fachinformation (Arzneimittel-kompendium) deklariert.
Wieder mal ein Apothekenbild, und zwar aus Sarajevo :-)
Menschenhandwerkerin
Besten Dank an die Menschenhandwerkerin, die auch einen wirklich sehenswerten Blog hat.
Kleine Warnung, bevor ihr auf den Link zu ihrem Blog klickt: im Moment ist das Bild einer anatomisch bearbeiteten Hand zu sehen. Wer empfindlich ist, sollte sich das also überlegen.
