Du kennst den Typ

Wenn Du im Verkauf arbeitest, kennst Du sicher den Typ Kunden der 5 Minuten vor Verkaufsschluss hereinkommt und noch eine ausführliche Beratung will? Und er/sie ist sicher nicht fertig, bis der Laden normalerweise schliesst. Und das stört die Person überhaupt nicht, es ist schliesslich eine Selbstverständlichkeit, dass man für sie da ist.

Dasselbe gibt es in der Apotheke, nur dass sie da mit etwa 3 Rezepten aufmarschieren, die sicher nicht problemlos sind.

Ich liebe es    – nicht.

Gestern Samstag Abend kurz nach 6 Uhr, wir haben geschlossen und waren noch am etwas reden in der Apotheke, sehe ich aussen am Schaufenster jemanden, der hineinschaut, ein paar Schritte läuft, nochmals hineinschaut … schliesslich winkt … ich kenne den Kunden, er ist genau einer jener Typen oben. Nur diesmal ist  er wirklich zu spät dran.

Wie wir herauskommen meint er  „wir könnten ihm doch nur schnell …“ nein, Sorry, aber jetzt haben wir geschlossen. Alle Kassen sind versorgt, die Computer heruntergefahren. Wenn ich jetzt noch jemanden bediene, müsste ich die Notfalldienst-taxe verlangen, weil es ausserhalb unserer Öffnungszeiten ist.

Da ist er dann reichlich unwillig vor sich hin mutternd gegangen.

Bis am Montag, dann. Wenn es wirklich wichtig ist, gibt es ja noch die Notfallapotheke. Aber eher sehe ich ihn am Montag abend um kurz vor 7 Uhr….

Das Beste daran finde ich aber, dass das er ein Rentner ist. Wenn es jemand gewesen wäre, der den ganzen Samstag (oder die ganze Woche) gearbeitet hat, und deshalb nicht früher konnte, würde ich noch etwas Verständnis aufbringen. aber so?

Das fällt unter: „Things that make me go Hmmmmm?“

Junior und die Technik

Wir haben ja ein sehr Technik-interessiertes Kind. Auf jedes Knöpfchen muss gedrückt, an jedem Rädchen gedreht und jeder Schalter betätigt werden.

Ich frag mich ja, von wem er das hat ;-)

Besonders interessant ist es ja, wenn das Betätigen der Knöpfe einen unmittelbaren Effekt hat. Darum ist die Stereoanlage so beliebt und die Fernbedienung und natürlich auch das Telefon.

Vor allem das Telefon. Wir haben eines dieser neuen, drahtlosen Dinger, ausgestattet mit Rafinessen wie Anruferkennung, Wahlwiederholung, gespeicherten Telefonnummern… Ich glaube andere Eltern wissen schon, worauf ich hinauswill.

Als es das erste Mal passiert ist, dass Junior bei seinen Grosseltern angerufen hat, waren sie sehr beunruhigt. An der Nummer erkannten sie, dass der Anruf von uns kam, aber das einzige was sie hörten war angestrengtes Atmen. In Ihrer Vorstellung sah Oma die Pharmama nach einem Unfall am Boden liegen und mit letzter Kraft ihre Nummer wählen.

Inzwischen hat Junior sein eigenes „Telefon“ bekommen. Ein Ding von Fisher Price, das auf Knopfdruck verschiedene Melodien und Klingeltöne hören lässt und „Hallo“ und Tschüss“ sagt. Das ist toll, aber das Telefon der Eltern ist toller. Letzhin hat er die beiden darum unauffällig ausgetauscht, als es neben mir lag, während ich am Computer war – und hat prompt wieder bei den Grosseltern angerufen …

Ich muss unbedingt einen guten Blick auf die Telefonrechnung werfen diesen Monat …

Wie man sich *nicht* bewirbt

Bei uns ist es wieder soweit, dass wir uns eine neue Mitarbeiterin suchen müssen. Ich bin ja gespannt, was da für Bewerbungen kommen werden.

Vor ein paar Jahren musste ich relativ kurzfristig eine Apothekerin haben, weshalb ich nicht nur die klassischen Wege für eine Stellenanzeige (nämlich in den Fachblättern), sondern auch Anzeigen in normalen Zeitungen zu Hilfe nahm. Das brachte es gar nicht, das heisst, es hat mir schon ein paar Bewerbungen eingebracht, nur kamen die von echt unqualifizierten Personen. Bei manchen hatte ich den Eindruck, die Bewerbung wurde nur geschrieben um das Arbeitsamt zufriedenzustellen.

Ich meine, wenn ich schreibe, ich suche eine/n Apotheker/in dann sollte man sich nicht melden, wenn man die Ausbildung respektive das Diplom nicht hat. Das Beste (Übelste?) war ein A6 Briefchen* mit einem (handgeschriebenen) Zettel darin, dass die Frau sich für die Stelle interessiere. Anbei ein einseitiger kopierter Lebenslauf. Die Frau hatte nicht einmal einen richtigen Schulabschluss. Das näheste (nächste?) was sie dem Gesundheitssystem im Allgemeinen gekommen ist, waren ein paar Monate Anstellung in einem Spital – als Putzhilfe. Ich hab mir das angeschaut und mich gefragt, was das soll? Denkt diese Frau ernsthaft, man kann einfach so in die Apotheke stehen, wie wenn es ein Gemischtwarenladen wäre??

Es ist mir schon klar, dass es einer Menge Leute nicht bewusst ist, was es dazu braucht, Apothekerin zu werden. (Oh ja, das ist ein Studium, 5 Jahre!). Aber dass es eine Form abgeschlossener Ausbildung ist, müsste mit etwas gesundem Menschenverstand klar sein.

Ich habe mich dann entschlossen, auf diese Bewerbung nicht zu reagieren, obwohl ich im Normalfall auf jede antworte.

*das ist die Grösse, die man bekommt, wenn man ein normales Schreibblatt in die Hälfte faltet und dann nochmals in die Hälfte faltet.

Und heute brauche ich auch keinen Kaffee

Es ist ja (auch) mein freier Tag, darum will ich hier nur kurz was schreiben.

The Caffeine Click Test - How Caffeinated Are You?
Created by OnePlusYou

Das ist ein Test, wie viel Coffein man intus hat – respektive wie schnell man die Maus klicken kann innert einer bestimmten Zeit. Reiner Unsinn, natürlich.
Heute hatte ich noch gar keinen Kaffee und nur 2 Gläser Cola bis jetzt…

Dafür bin ich für einmal richtig, richtig ausgeschlafen, denn Junior hat die Nacht bei Oma und Opa verbracht, was ich und Kuschelbär natürlich ausgenützt haben. Erst Kino (Iron Man: gut!) und dann lange schlafen. Wunderbar.
Junior hat anscheinend auch gut geschlafen, nur Oma, die im selben Raum übernachtet hat (gegen meinen Rat) offenbar nicht ganz so.

Aber weil das so gut geklappt hat mit dem auswärts übernachten, haben wir vor, das in absehbarer Zeit zu wiederholen. Vorausgesetzt natürlich, Oma und Opa machen da auch mit … ich spende sonst auch den Kaffee am Morgen danach :-)

Keine gute Idee

Wer in den letzten Tagen in die Zeitung geschaut hat, weiss wohl, wovon ich rede. Ich meine die Artikel über den Bexin Missbrauch.
Mal ernsthaft: Ja, Dextrometorphan-Missbrauch ist ein Thema in Schweizer Apotheken. Das ist nichts Neues.
Aber ich halte es für eine ausgesprochen schlechte Idee das praktisch via Medien derart zu „promoten“. Und dann noch mit einem Markennamen! Angemerkt sei noch, dass das bei weitem nicht das einzige Mittel ist mit dem Inhaltsstoff.
Mir ist schon klar, dass interessierte Jugendliche die Info von Kollegen bekommen können. Aber praktisch Werbung zu machen, wie man zu einem Kick kommt – und wo -nein. keine gute Idee!

Dextrometorphan ist ein gutes und relativ sicheres Hustenmittel (wie immer vorausgesetzt, es wird richtig angewendet). Es wird schon für Kleinkinder verwendet. Es ist ein Abkömmling von Morphin und Codein, ist aber nicht schmerzstillend und macht weniger abhängig.
Trotzdem hat es bei Einnahme hoher Dosen einen berauschenden Effekt, der aber bald in die Überdosis-erscheinungen wie Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Aufregung, Bewegungsstörungen, Herzklopfen etc. übergeht. In schweren Fällen kann es zu Koma, Krämpfen, Muskelschäden und Psychosen kommen.
Nichts sehr angenehmes, aber Süchtige nehmen derartige Nebenwirkungen in Kauf, wenn sie nur zu ihrem Rausch kommen.

Im übrigen ist die Wirkung bei verschiedenen Personen sehr unterschiedlich. Während manche kaum einen Effekt haben, haben die anderen schon Überdosis-erscheinungen.

Dass immer mehr Jugendliche das Medikament kaufen um es zu missbrauchen, ist ein zunehmendes Problem (und dank den Artikeln wird es wohl jetzt noch schlimmer werden).
Ich als Apothekerin habe das Recht, bei Verdacht auf Missbrauch eines Medikaments dessen Abgabe zu verweigern. Und ich habe davon schon mehrmals (aber nicht öfter) Gebrauch gemacht. Im Normalfall versuche ich bei einem Verdacht jedoch erst mal, den Kunden auf ein anderes Medikament (ohne Suchtpotential) umzulenken. Das zeigt schnell einmal, ob er auf dieses spezielle fixiert ist – oder doch wirklich etwas gegen Husten braucht.
Ich kann auch sagen, dass ich in einer Gegend arbeite, wo nicht sehr viele die besagten Medikamente verlangen. Und von jetzt an werden wir noch schärfer schauen, wer denn dieses Medikament verlangt. Irgendwann kommt es wohl zum gleichen „Stigma“, wie bei den Leuten, die Resyl plus verlangen (dazu irgendwann später mehr).

Ich denke übrigens nicht, dass es Sinn machen würde, Medikamente mit diesem Inhaltsstoff rezeptpflichtig zu machen, oder gar ganz vom Markt zu ziehen. Denn das würde uns allen eines guten und wirksamen Hustenmittels berauben. Das ist, wie wenn man aus einer Werkzeugkiste den einen Schraubenzieher entfernt, nur weil gewisse Leute Schraubenzieher des gleichen Typs missbraucht haben, um sich zu verletzen …

Mac Vs PC

Ich bin ja glücklicher Mac Besitzer und Benutzer und immer wieder froh (und gelegentlich erstaunt), wie einfach es sein kann.

Ich habe schon Stunden gebraucht, bis mein alter PC endlich den neuen Drucker installiert hat. Du kennst das: Treiber installieren, PC hängt sich auf, ständiges Neustarten, usw. usw.. Erst eine Hirn-operation in der Registry brachte den gewünschten Erfolg. Dagegen am Mac: Drucker einstecken, … läuft. Läuft!

Und keine Sicherheits-updates jedes mal, wenn ich den Computer starte … und keine ewig dauernden Virenscans …

Darum jetzt (auch für Nicht-Mac Benutzer): Eine der Werbungen von Apple: „PC versus Mac“

Irgendwie süss, nicht?

Zu schade ist diese vergleichende Werbung bei uns so nicht erlaubt. Wahrscheinlich ist das der Grund, dass ich auf der Apple Seite keine der deutschen Versionen mehr finde, sondern nur noch die englischen Spots.