Zum Thema Gleichstellung

Im Moment eher ein aktuelles Thema, wenn man die Abstimmungsplakate sieht. „Abschaffung Gleichstellungsbüro“.

Ich bin ja in der bequemen Lage, dass ich einen guten Job habe, eine gute Ausbildung genossen habe und auf der Strasse (meistens) nicht blöd angemacht werde. Wir sind weit gekommen – vor allem, wenn man bedenkt, dass das Frauenstimmrecht in der Schweiz erst nach meiner Geburt vor knapp 35 Jahren überall eingeführt wurde.

Aber wer denkt, dass wir in einer Zeit leben, in der sexuelle Diskrimination ganz abgeschafft sei, der täuscht sich.

Ich bin sicher, dass wenn man einmal die ganzen Löhne offen legen würde, herauskommen würde, dass die weiblichen Apothekerinnen und Pharmazeutinnen bei gleicher Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Dasselbe gilt für die meisten Berufe.

Wenn eine Frau neben den Kindern arbeiten will (oder muss), muss sie noch immer eine Menge Hindernisse überwinden um beides unter einen Hut zu bekommen. Ich meine damit nicht nur die verbreitete Meinung (auch anderer Frauen), dass eine Frau sich nur noch um die Kinder und den Haushalt zu kümmern hat, sobald sie eine Familie hat. – Ich vergesse nie die Reaktion einer Bekannten, als sie hörte, dass ich schwanger bin: „Und wann hörst Du auf zu arbeiten?“. Ich meine damit, dass es immer noch nicht genug Plätze in den Kinderkrippen gibt. Dass die Krippen (trotz Subvention) noch immer eine Menge Geld kosten – ehrlich, manchmal rechne ich, ob es sich überhaupt lohnt, dass ich arbeiten gehe – wobei, wenn ich bei dem Gedanken bleibe, ich verdiene mehr als mein Mann – dann müsste Er doch besser zuhause bleiben, oder? Und bei kurzfristigen Problemen wie einem fiebrigen Kind: wenn man da nicht auf ein bestehendes Familien- und Freundes-Netz zurückgreifen kann, dann ist es fast unmöglich. – An der Stelle ein grosses „Dankeschön“ an die Grosseltern!

Und zum Thema Gewalt gegen Frauen, das ja auch darunter gehört: Noch immer muss jede Frau, die vergewaltigt wurde sich verteidigen, als ob sie mindestens eine Mitschuld träfe. Keine Frau bittet darum, dass ihr (sexuelle) Gewalt angetan wird. Keine Kleider oder Verhaltensregeln schützen sie davor. Ein Nein sollte ein Nein sein.

Darum bin ich nicht dafür das Büro abzuschaffen.

– Bin ich jetzt auch eine feministische Emanze?

Luftraum

Einmal im Jahr schickt die Stadt der Apotheke eine Rechnung mit diesem Inhalt: „Benützung des öffentlichen Luftraums“.

Was sich nach Pilotengebühren anhört, ist tatsächlich der Preis, den man dafür bezahlt, dass man das Apothekenkreuz draussen an der Hausfassade hängen hat.

Lustig.

Paracetamol: Wundermittel oder Teufelszeug?

Paracetamol – wie in Panadol oder den unzähligen Generika wie BenURon, Dafalgan,Tylenol, Acetalgin … ist ein altbekannter Wirkstoff über den man nicht nur viele Erfahrungswerte, sondern auch Studien hat.

Es ist das Standardmittel gegen Schmerzen und Fieber und neben Aspirin eines der ältesten Medikamente die wir haben.
Es ist das einzige Schmerzmittel das man ohne Probleme in der Schwangerschaft und Stillzeit geben kann und auch Säuglinge und Kleinkinder vertragen es gut. Ausserdem ist es so ziemlich das einzige Schmerzmittel das nicht auf den Magen schlägt und das man zusammen mit Blutverdünnern nehmen kann ohne eine erhöhte Blutungsneigung befürchten zu müssen. Es geht auch nicht so stark an die Nieren wie die anderen Schmerzmittel.

Das tönt alles wunderbar – und eigentlich ist es das auch. Aber es hat auch eine Schattenseite. Und das ist die Wirkung auf die Leber.

Paracetamol wird zum grossteil über die Leber abgebaut. Dazu muss die Leber den Wirkstoff an andere Stoffe binden, damit er wasserlöslich wird und über die Niere ausgeschieden werden kann. Nimmt man aber zuviel Paracetamol, bindet sich dieses (weil die normalen Bindestoffe aufgebraucht werden) direkt an die Leberzellen, wodurch diese absterben. Wenn ihre Leber stirbt, stirbst auch Du – ausser Du bekommst eine neue gespendet.

Die Vergiftungsgrenze ist nicht einmal besonders hoch – für einen Erwachsenen beträgt sie etwa 8g (das sind 16 Tabletten zu 500mg), für Patienten mit vorgeschädigter Leber, z.B. wegen Alkoholkonsum ist sie noch niedriger.

Einer meiner Dozenten hat dazu einmal gesagt: „Du kannst dich mit Paracetamol umbringen. Du nimmst einfach genug davon ein, Dir wird schlecht, dann fällst Du in die Bewusstlosigkeit. Wenn Du Glück hast, findet dich niemand. Wenn Du Pech hast, stolpert bringt man dich ins Spital, wo man Dir den Magen auspumpt und Du wieder aufwachst. Aber bis dahin ist es zu spät weil Deine Leber schon kaputt ist. Du seuchst noch ein paar Tage qualvoll vor dich hin, dann stirbst auch Du. Das ist NICHT ein angenehmer Tod.“

Es gibt übrigens ein Gegengift, das aber nur nützt, wenn man es früh genug nimmt – oder aber schon während man Paracetamol einnimmt (empfiehlt sich bei Langzeiteinnahme)- Das ist Acetylcystein, ein Stoff den man übrigens in der Apotheke auch als Schleimlöser verkauft (z.B. in Fluimucil, Solmucol).

Wegen der Leberschädlichkeit werden in Deutschland bald einmal die Packungsgrössen verkleinert, so dass nur noch maximal 20er Packungen frei verkauft werden dürfen, der Rest wird Rezeptpflichtig. In der Schweiz ist das bereits so.

Zusammenfassend ist zu sagen: Paracetamol ist ein wunderbares Medikament (sicher, Nebenwirkungsarm, wenig Wechselwirkungen), wenn es mit der nötigen Sorgfalt angewandt wird.

Bitte, bitte halte Dich an die angegebene oder verschriebene Dosierung.

Keine Panik!

Keine Panik! Heute am 25. Mai ist Towel Day –  im Gedenken an den Schriftsteller Douglas Adams. Ein Towel oder Handdtuch ist ja laut ihm das praktischte, was man auf eine Galaxis-Reise oder auch sonst mitnehmen kann:

O-Ton Adams in seinem Buch: per Anhalter durch die Galaxis (A hitchhikers guide to the galaxy):

A towel … is about the most massively useful thing an interstellar hitch hiker can have. Partly it has great practical value – you can wrap it around you for warmth as you bound across the cold moons of Jaglan Beta; you can lie on it on the brilliant marble-sanded beaches of Santraginus V, inhaling the heady sea vapours; you can sleep under it beneath the stars which shine so redly on the desert world of Kakrafoon; use it to sail a mini raft down the slow heavy river Moth; wet it for use in hand-to-hand-combat; wrap it round your head to ward off noxious fumes or to avoid the gaze of the Ravenous Bugblatter Beast of Traal (a mindboggingly stupid animal, it assumes that if you can’t see it, it can’t see you – daft as a bush, but very, very ravenous); you can wave your towel in emergencies as a distress signal, and of course dry yourself off with it if it still seems to be clean enough.

More importantly, a towel has immense psychological value. For some reason, if a strag (strag: non-hitch hiker) discovers that a hitch hiker has his towel with him, he will automatically assume that he is also in possession of a toothbrush, face flannel, soap, tin of biscuits, flask, compass, map, ball of string, gnat spray, wet weather gear, space suit etc., etc. Furthermore, the strag will then happily lend the hitch hiker any of these or a dozen other items that the hitch hiker might accidentally have „lost“. What the strag will think is that any man who can hitch the length and breadth of the galaxy, rough it, slum it, struggle against terrible odds, win through, and still knows where his towel is is clearly a man to be reckoned with.

Douglas erkannte die Wichtigkeit eines Towels auf einer seiner Ferienreisen, wo er es versäumte ein Badetuch mitzunehmen, in der Annahme, das Hotel würde welche zu Verfügung stellen. Dem war nicht so, so dass er losziehen musste um eines zu kaufen. Das stellte sich als schwieriger heraus als gedacht. Seither nahm er immer ein Tuch mit, wenn er auf Reisen ging.

Und am 25. Mai gedenkt man ihm also, indem man an dem Tag mit einem Towel herumläuft.

Ich auch. Also, falls sie jemanden mit einem Tuch in Luzern sehen (wo ich heute kursmässig unterwegs bin) – winken! Ich kann nicht versprechen, dass ich zurückwinke (ich bin eher schüchtern veranlagt), aber lächeln tu ich :-).

R.I.P Douglas Adams, und ich hoffe Dass Du Dich zumindest mit einem radikal geirrt hast!

Übrigens: wenn Du Mühe mit Englisch hast, benutz doch den  Babelfish . Der Name ist auch eine Erfindung von Douglas – ein Universal-Übersetzer spezieller Art.

Und als Nachtrag: Ja, die Antwort ist natürlich …. 42!

Und was war nochmal die Frage?

Das nervt mich manchmal

Wir sind angehalten, Ärzten, die in Apotheke oder Drogerie einkaufen 10% Rabatt zu geben (oder bei rezeptpflichtigen Medikamenten die Checks abzuziehen). Und eigentlich finde ich das nicht in Ordnung, denn wenn ich krank bin und einen Arzt brauche, kann ich dann hingehen und sagen: „Wie wär’s mit einem Rabatt, ich bin Apothekerin?“ Immerhin können die Ärzte bei mir ja auch einen Grossteil der sonst nötigen Beratung oder Erklärungen streichen. Also? Irgendwelche Angebote?

Männer und Windeln wechseln

Männer und Babies sind öfter mal ein Grund zum lachen. Besonders die Kombination der beiden.

Aber ernsthaft: liebe frische Mütter, schaut zu, dass euch der Mann schon gleich von Anfang an mit dem Baby und vor allem dem Windeln wechseln hilft, dann können sie nachher nicht mit der Behauptung darum drücken, sie könnten das nicht so gut wie wir!

Am Anfang ist es auch noch einfach: das Baby bewegt sich meist nicht so sehr, und nur mit Milch stinkt das Geschäft auch noch praktisch nicht.

Schwieriger wird’s dann, wenn das Kleine entdeckt hat, wie das mit dem Drehen geht. Mit der Beigabe von Gemüse zur Nahrung wird es auch geruchsintensiver, richtig zu stinken fängt es aber erst an, sobald Fleisch dazukommt…

Wenn man es zu dem Zeitpunkt nicht regelmässig gemacht hat, dem stinkt das sicher ziemlich (im doppelten Wortsinn).

Zu den Männern im Film kann ich nur sagen: Weicheier und Warmduscher!