Welcher Spray?

Kunde kommt ziemlich aufgewühlt in die Apotheke: „Sterbe ich jetzt, wenn ich versehentlich das hier benutzt habe, statt meinem normalen Mundspray?“

„Das hier“ war einer dieser Sprays, die man in Toiletten an die Wand kleben kann und die dann bei Betätigung den Raum zuduften (Airwick oder so).

Nach einem Telefon mit dem Tox Zentrum (die das ziemlich lustig fand), konnte ich dem Patienten sagen dass nein, solange er es nicht inhaliert, ihm nichts passieren wird.

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Irgendwie erinnert mich das an das Ferienerlebnis, wo mein Papa in einer Lodge in Südafrika statt des Mückensprays (essentiell wenn man draussen essen will)  den Raumduft erwischt hat.

Er fand das riecht besser als der andere – ich bin sicher, die Mücken waren derselben Meinung!

(Wir sind unter dem Tisch gelegen vor Lachen, als wir das rausgefunden haben).

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Das folgende Bild stammt aus der Apotheke: eine Kundin brachte ihren Nasenspray – weil sie „nichts herausbekommt“. Als ich ihn auspacke, sehe ich sofort wieso: der Sprayaufsatz fehlt komplett. (Siehe Bild: rechts ein normaler Nasenspray, links ihrer).

Wie es dazu gekommen ist, konnte ich aber nicht herausfinden – den Spray hat sie offenbar schon eine Zeitlang zuhause (er ist auch nicht von uns gekauft, wir haben nur noch die neuen ohne Konservierungsmittel an Lager). Vielleicht war es ein Produktionsfehler, oder sie hat den Aufsatz irgendwie abmontiert und verloren.

Das „Fail“ also: „Versager“ stammt von einer Website, die sich darauf spezialisiert hat, derartiges zu sammeln. Das ist recht amüsant zum anschauen. Da sieht man auch brennende Feuerwehrautos und unsinnige Schilder.

Verwirrt

Ältere Frau in der Apotheke: „Hallo Liebes, Ich habe nur rasch eine Frage. Ich bin in letzter Zeit so niedergeschlagen, aber vor meinem Haus sind Bauarbeiter gerade daran die Strasse aufzureissen und wenn sie am arbeiten sind, wackelt das ganze Haus und mein Herz rast so, aber mein Blutdruck ist niedrig, also wollte ich fragen – sind Bananen eigentlich blähend?“

Miniatur Erde

(Aus dem Vorspann):

Der Text, auf dem der Film beruht, wurde erstmals am 29. Mai 1990 veröffentlicht mit dem Titel „Bericht über den Status des Dorfes“ und er wurde geschrieben von Donella Meadows, die im Februar 200 verstorben ist. Heute führt das Sustainability Institut, duch Donellas Stiftung ihre Ideen und Projekte weite. Das Miniatur Erde Projekt wurde erstmals 2001 veröffentlicht, seitdem haben über 2 Millionen Menschen diesen Film gesehen.

Die Statistiken wurden aufgrund spezialisierter Publikationen neu berrechnet und zwar hauptsächlich von Berichten über die Welt Bevölkerung, basierend auf verschiedenen Quellen wie UN Publikationen, PRB.org und anderen.

Man sollte im Kopf behalten, dass es nur Statistiken sind und dementsprechend nach ein paar Monaten oder Jahren Änderungen vorkommen können.

Wenn man die Bevölkerung der Erde in eine kleine Gemeinschaft von 100 Leuten umwandeln könnte, während man die Proportionen beibehält, die wir heute haben, würde es etwa so aussehen:

Irgendwie bringt einem das die Verhältnisse viel näher.

Die Welt ist zwar noch lange nicht ein Dorf – aber wenn sie es wäre (oder wir es mehr so empfinden würden), würde uns eine Menge mehr kümmern, wie es den anderen Menschen geht – und der Erde selbst.

Herzig

Ich erklärte einer Mutter, wie sie ihrem kleinen Sohn die  Tabletten geben muss: „Falls er Probleme hat mit dem Schlucken der Tabletten, kann man sie auch zerkleinern und unter etwas Essen gemischt geben. Apfelmus zum Beispiel, oder Pudding.“

„Geht auch Glace?“ fragt der Knirps.

Ich: „Ja.“

„Geht auch Spaghettisauce?“

„Ja, wenn sie nicht zu heiss ist.“

„Gut,“ meint der Kleine überzeugt „dann kriegen wir die Dinger sicher irgendwie runter, wenn das mit Glace und Sauce geht!“

Man darf dann ja nicht lachen, aber: Jöööh! So herzig.

Das könnte glatt unser Junior in ein paar Jahren sein (nicht, dass ich hoffe, dass er dann Tabletten schlucken muss).

Die Anwendung von Inhalatoren

Es ist so wichtig, dass man mit den Kunden zusammen die korrekte Inhalation mit einem Inhalator übt.

Warum, zeigen die folgenden 3 Beispiele:

Kunde: „Dieser Inhalator, den sie mir gegeben haben wirkt nicht! Da ist kein Wirkstoff drin oder so!“

Apothekerin, nimmt das Dosieraerosol in die Hand, er ist vom Gewicht her noch voll. Bisher ist auch kein Rückruf eingegangen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Also fragt sie: „Könnten sie mir demonstrieren, wie sie ihn anwenden?“

Kunde (ärgerlich): „Natürlich, so wie immer!“

Apothekerin: „Bitte zeigen sie es mir.“

Kunde: nimmt den Inhalator, nimmt den Deckel ab, macht sein Hemd auf und sprüht sich eine Ladung auf die Brust …. „So!“

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Für medizinisch nicht so bewanderte: Inhalatoren, Dosieraerosole, Inhalatorsprays, oder wie auch immer man sie nennen will, müssen zur Anwendung inhaliert werden, das heisst der Stoff muss in die Lunge, via die Atmung – nicht via die Haut!

Ähnliche Situation: Kundin, die das erste Mal den Dosieraerosol zum inhalieren hat, kommt wieder und sagt: „Der muss kaputt sein, da kommt überhaupt nichts vorne raus, wenn ich drücke.“

Als sie es demonstriert, wie sie es anwendet, zeigt sich, dass sie bisher vergessen hat den Deckel vorne abzunehmen.

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Der beste aber (aus Amerika:)

Patientin nimmt regelmässig Symbicort 400.

Die Apothekerin revisiert ihre Medikamente mit ihr und fragt sie dabei, ob sie ihr demonstrieren kann, wie sie den Inhaler benutzt.

„Oh, das kann ich hier nicht.“ Sagt die Patientin.

Die Apothekerin schaut sich um und sagt: „Sollen wir in den Beratungsraum gehen?“

Patientin: „Das bringt nichts, ich habe ja meine Katze nicht dabei.“

Apothekerin: „Was???. Warum brauchen sie ihre Katze um mir zu zeigen, wie sie den Spray anwenden?“

Es stellt sich heraus, dass sie, weil man ihr gesagt hat, dass ihr Asthma durch die Katzenhaare ausgelöst wird sie den Inhalt ihrer verschiedenen Inhaler seit 7 Jahren auf die Katze sprayte (statt selbst zu inhalieren).

Sie schaute dann auch sehr ungläubig, als die Apothekerin ihr demonstrierte, wie man richtig inhaliert. „Und wie hilft das meiner Katze?“

…

Link mit Tips zur richtigen Anwendung von Inhalatoren

Versuchter Selbstmord

In der Zeitung war vor ein paar Tagen ein Artikel über die Verurteilung einer Frau, die ihren 12 jährigen Sohn umgebracht hat. Ursprünglich war es wohl als „erweiterter Selbstmord“ gedacht, aber alle Versuche der hochgradig depressiven Frau sich danach umzubringen sind gescheitert.

Aus der Zeitung:

..“ Als er tot ist, geht sie ins Bad und versucht sich mit einem Föhn, dann mit einem elektrischen Thermogürtel, dann mit einem Mixer in der Badewanne umzubringen. Es funktioniert nicht. Sie trinkt Campari und schluckt Tabletten, muss erbrechen. Mit einem Steakmesser schneidet sie sich in den Arm. Mit einem Plastiksack über dem Kopf versucht sie sich zu ersticken.

Um 14 Uhr erscheint sie nicht zu einem Treffen mit einer Freundin. Diese alarmiert die Polizei, welche sie in der Badewanne findet. Sie fragt die Polizisten, weshalb die elektrischen Geräte nicht funktionieren. …“

Für mich liest sich das wie eine Tragikkomödie. Es ist bei weitem nicht so einfach sich umzubringen, wie manche Leute denken. Und ich rede nicht nur vom Selbsterhaltungstrieb.

Tabletten schlucken zum Beispiel ist eine schlechte Methode. Die meisten sind nicht so sofort schädlich, wie man denkt und wenn man wirklich viele nimmt, verklumpen sie im Magen und werden nur noch sehr langsam aufgenommen. Oft Zeit genug, damit jemand die Person noch lebend findet.

Sich die Schlagadern aufzuschneiden will auch gelernt sein. So wie es uns das Fernsehen meist zeigt, sieht es sicher besser aus, ist aber nicht sehr effektiv: man schneidet sich die Hand-Sehnen durch und die Wunde verklebt rasch wieder.

Und dann die Sache mit den elektrischen Geräten in der Badewanne: heutzutage haben praktisch alle Haushalte elektrische Sicherungen sogenannte FI-Schalter, die sehr rasch anspringen und den Stromkreis unterbrechen. Und: die neuen Badewannen sind mit ihrer Beschichtung so dicht, dass der Strom nicht fliesst – dafür müsste es einen Ablauf aus Metall und Metallröhren haben, dem ist aber oft nicht so.

Ein Kollege, der Arzt ist, meinte einmal, er würde ein Buch schreiben, darüber, wie man anständig und sicher Selbstmord begeht. Er ist schon eher der makabere Typ (und machen tut er es wohl trotzdem nicht), aber irgendwo hat er auch recht: die vielen Fälle, die man in der Notfallstation sieht oder wir (vorher) in der Feuerwehr würden dafür sprechen.

In der Feuerwehr hatten wir auch ein paar Einsätze wegen Selbstmördern. Deren Methode war effizienter, aber für die Umwelt auch einiges … unangenehmer.

Da war der, der in der Wohnung kanisterweise Benzin ausgoss, um es (und sich) dann anzuzünden. Das Ergebnis war ziemlich durchschlagend, weil das Benzin-Luft Gemisch explodierte. Nicht sehr toll für die Nachbarn v.a. die über ihm. Er hat übrigens noch gelebt. Allerdings nur noch etwa 2 Tage länger.

Oder da sind natürlich die, die sich vor den Zug werfen. Das ist einer der Gründe, warum auf gewissen SBB Strecken die Zugführer regelmässig psychologische Betreuung brauchen. Auch für die Feuerwehr ist es nicht toll, die Überreste von den Bahngeleisen zu sammeln.

Auch das sollte einmal wieder gesagt werden: ein Selbstmord betrifft nie nur die, die ihn begehen, sondern immer auch die ihm Nahestehenden … und manchmal noch weiter Menschen, die anschliessend damit zu tun haben.

Und: nein, kommt nicht zu mir, um Euch Tips zu holen. Es widerspricht meiner Berufsethik  (und meiner persönlichen) für das Tips zu geben.

Im vorigen Post findet man Adressen, wo man Hilfe bekommt.