Gefälschte Rezepte -und eine Bitte an die Ärzte

Gefälschte Rezepte scheinen im Moment wieder ziemlich am kommen zu sein. Allein letzte Woche hat meine Kollegin 2 aus dem Verkehr gezogen.

Der erste war klassisch: Rezept aus einer anderen Stadt, für 2 Packungen Schlafmittel, der „Herr“ nur ‚auf der Durchreise’ will selbst bezahlen. Rasches Telefon beim schockierten Arzt bestätigt den Verdacht: Rezept ist gefälscht.

Der Zweite Fall war etwas kniffliger. Rezept vom lokalen Spital für Tramal Tabletten 200mg (ein starkes Schmerzmittel). Aufmerksam wird die Apothekerin, als ihr der Kunde eine Krankenkassenkarte für ein Kind gibt – und das einfach nicht mit der Dosierung auf dem Rezept zusammenpasst. Das Telefon an die Ärztin im Spital zur Abklärung wegen der Dosierung zeigt auch hier, dass das Rezept gestohlen und gefälscht ist. Die Ärztin ist ausserdem recht beeindruckt, weil wir schon die zweite Apotheke sind, die darum anruft – „gute Arbeit“ meint sie.

Bei beiden wurden die Rezepte eingezogen und eine Meldung an das örtliche Gesundheitsamt gemacht, die die Warnung dann an die anderen Apotheken der Gegend weiterleitet.

Aber: das Problem ist, dass Rezepte ziemlich einfach gefälscht werden können – noch einfacher, wenn man Original-Rezepte und Stempel als Grundlagen hat – wie in den beiden Fällen. Darum meine Bitte an die Ärzte – egal, ob im Spital oder in der Praxis: passt auf eure Rezepte auf. Das sind nicht nur Dokumente sondern Wert-papiere für ein gewisses Klientel.

Letztens war ich ja in einer Praxis … und der Arzt hat mich etwa eine Viertelstunde in seinem Behandlungsraum allein warten gelassen – genug Zeit, mir ein paar Rezepte zu nehmen von seinem Schreibtisch und sie mit dem Stempel direkt daneben vorzustempeln.

Ich hab das natürlich nicht gemacht. Was ich stattdessen gemacht habe, ist das Foto oben – und den Arzt nachher auf das Problem hingewiesen.

Also nochmals: haltet Eure Rezepte im Auge!

spezielle Schmerzmittel?

Telefon eines Patienten: Mein Zahnarzt hat mir Ponstan aufgeschrieben, kann ich das ohne Probleme nehmen?“

Apothekerin (checkt die Patientendaten im Dossier, wo unter anderem auch Allergien festgehalten sind): „Das haben Sie doch vor ein paar Jahren auch genommen, nach dem Unfall? Hatten Sie da irgendwelche Probleme?“

Patient: „Nein, aber das war damals für den Rücken, nicht für die Zähne.“

Ich denke, das ist ein typisches Problem der Werbung, die uns suggeriert, dass es spezielle Schmerzmittel für verschiedene Probleme gibt. Eines für Rückenschmerzen, eines für Zahnschmerzen, eines für Periodenbeschwerden etc.

Nur damit das auch mal wieder gesagt ist: Das ist nicht so. Ein Schmerzmittel wirkt gegen alle Arten von Schmerzen – es gibt wohl individuelle Unterschiede in der Stärke und in der Verträglichkeit, aber wenn einem eines hilft gegen Kopfschmerzen … dann hilft es wohl auch gegen Rückenschmerzen etc.

Also: ein Aspirin Migräne hilft auch gegen Periodenbeschwerden und ein „Dolormin für Frauen“ (aus Deutschland) wirkt auch beim Mann gegen Kopfschmerzen.

Oder anders: wenn – wie bei meinem letzten Migräneanfall alle Tabletten gleich wieder oben rauskommen, helfen im Notfall auch 2 von Juniors Schmerz- und Fieberzäpfchen … das bleibt wenigstens drin.

Eine Einschränkung noch: spezielle Migränemittel fallen nicht unbedingt unter normale Schmerzmittel: – ein Triptan oder ein Calciumkanalblocker oder Mutterkornalkaloid ist nicht wirksam bei anderen Schmerzen.

Angeflirtet

Ein Typ lehnt halb über der Theke und versucht mich anzuflirten während ich die Einkäufe eingebe. Endlich bemerkt er den Ring an meinem Finger.

Typ: „Oh, sie sind verheiratet?“

Pharmama: „Ja“

Typ: „Finden sie nicht, dass das die Männer abhält?“

(Offensichtlich nicht genug)

Danke übrigens an meinen Kuschelbär für ein weiteres schönes Jahr! – vorgestern hatten wir Hochzeitstag.

Künstlich gegen natürlich

Es gibt ja inzwischen eine ganze Menge Tränenersatzpräparate – was nicht wirklich erstaunt, wenn man an Bildschirmarbeit in Kombination mit Klimaanlagen denkt.

Jedenfalls kommt ein junges Pärchen in die Apotheke.

Er streckt mir einen Zettel hin, auf den (wohl der Augenarzt) Tränenersatz geschrieben hat. „Ich brauche das hier.“ sagt er.

Ich zeige ihnen die gängigsten Produkte: Augentropfen in Fläschchen und in Einzeldosen.

Pharmama: „Das hier sind die meistgebrauchten künstlichen Tränen zur Augenbefeuchtung.“

Da mischt sich die junge Frau ein: „Wir möchten aber nicht etwas künstliches. Gibt es da nicht auch natürliche Tränen?“

Meine erste Reaktion konnte ich zum Glück herunterschlucken, trotzdem habe ich das gesagt: „Menschliche Tränen kann man nicht sammeln oder ernten, da müssen wir sie halt nachmachen und das in Fläschchen abfüllen …“

Immer dann, wenn man denkt, man hat schon alles gehört …

Prioritäten

Pharmaassistentin: „Gut, das macht dann 20 Franken.“

Mann: „Für was? Für diese kleine Tube Creme?!“

Pharmaassistentin: „Möchten sie sie nicht?“

Mann: „Nein, danke, da habe ich lieber den Ausschlag!“

Unleserlich

Wegen dem 4-Augen-prinzip werden schon einige solche Fehler vermieden, aber manchmal … ja eben.

Imacort oder Imazol? Rhinopront oder Rhinocort? Dafalgan oder Dafnegil? Zu schnell geschrieben und wahrscheinlich auch schon das 20. Rezept heute mit dem gleichen drauf … da wird man schludderig, das verstehe ich ja. Aber kann man es am Schluss nicht nochmal schnell anschauen, ob es auch für andere lesbar ist?

Nein, ich rufe nicht gerne an wegen schon wieder einem nicht lesbaren Rezept, aber ich mache es, wenn nötig.

Peinlich wird es, wenn die Praxisassistentin (die eigene Frau) das zurück-gefaxte Rezept auch nicht entziffern kann.

Manchmal stehen auch Sachen drauf …

Wie letzthin. Das unleserliche entpuppte sich schliesslich als „mit freundlichen Grüssen“ … :-)