„Frisch“ Verheiratet

Gestern hatte ich eine ältere Frau in der Apotheke, die noch nicht bei uns war.
Also habe ich die Krankenkassenkarte verlangt und fing an, alle Info in den Computer einzugeben.

Da sagt sie: „Aber der Name auf der Karte stimmt nicht mehr.“
Pharmama: „Ah ja?“
Kundin mit stolzem Unterton: „ Ja, es heisst jetzt Frau Wittlin … ich habe nämlich vorgestern geheiratet!“
Pharmama: „Oh, da gratuliere ich aber!“
Kurzer Blick auf ihren Jahrgang auf der Karte? 1934 !

Au, süss!

Die neue Versichertenkarte

Es ist soweit – in den letzten Tagen bekommen die Versicherten endlich die neue Krankenkassenkarte zugesendet. Wir warten schon seit Anfang Jahr auf die neuen Karten – und im Moment sind sie eine ziemliche Enttäuschung.
Neu haben sie einen Chip drin und nicht nur einen Magnetstreifen.

Das erste was mir auffällt: Die Vivao Sympany hat es auch nach 1 1/2 Jahren Covercard-Mitgliedschaft immer noch nicht geschafft, dass man die Versicherungsdeckung via Magnetstreifen abrufen kann. Und den Chip – können wir mit unseren Lesegeräten nicht lesen.
Gut, auf dem Chip stehen bisher nur dieselben Daten wie sie auch auf der Karte aufgedruckt sind: Name, Adresse (nicht immer), Versicherungsnummer, Versicherungsdeckung – und die Magnetstreifenabfrage funktioniert bei den meisten Kassen normal weiter.

Auf dem Chip könnten Daten gespeichert werden. etwa zu Blutgruppe, Allergien, Krankheiten und Unfallfolgen, die dann (mit Einverständnis des Patienten) abgerufen werden könnten.
Könnten. Denn im Moment kann das niemand. Es existiert noch keine Software für die Eingabe!

Und nicht nur wir in der Apotheke können die Chips im Moment noch nicht lesen – auch die Ärzte können das nicht. Zwar verfügt rund ein Drittel der Ärzte mit Patientenkontakt – über 10 000 Mediziner – bereits eine so genannte Health Professional Card (HPC) – mit diesem elektronischen Ärzteausweis sollten sie eigentlich auf die medizinischen Daten ihrer Patienten zugreifen können. Das Problem: Die meisten Kassen stellen eine Karte aus, die von der Sasis AG – einer mit dem Krankenkassenverband Santésuisse verbundenen Firma – hergestellt wurde. Und diese Karte ist nicht mit der HPC kompatibel.
Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Krankenkassen sind der Meinung, dass die Ärzte (und Apotheken) sich an ihren Standard anzupassen haben – obwohl schon ein weitverbreitetes System existiert, das auch funktioniert und der Bund das eigentlich auch vorgegeben hat.

Also mich ärgert das. Da werden wieder Millionen ausgegeben ohne, dass das vorher anständig koordiniert wurde – und für die Lesegeräte und die neue Software werden wir in der Apotheke auch wieder zahlen müssen.

Wenigstens müssen sich die Patienten, die sich um ihre Daten sorgen noch keine Gedanken machen … bis das läuft kann das wieder Jahre gehen.
Gemäss BAG ist es vorgesehen, bis 2015 ein elektronisches Patientendossier einzuführen. Bis dies Realität wird, zeigt sich die FMH nicht begeistert davon, die Karte zum Speichern medizinischer Daten zu nutzen. Es gebe keine Garantie, dass die einmal registrierten Angaben immer aktuell seien.
Na kein Wunder. Ohne Software – und ohne Lesegeräte.

(Quelle Sda, via infomed schweiz)

Die falsche Anwendung (12)

Aus Amerika (Achtung: NSFSP):
Eine Frau kommt mit einer noch versiegelten Tube Vaginalcreme in die Apotheke und beklagt sich:
„Ich habe dieses Ding jetzt in den vergangenen 5 Nächten jede Nacht angewendet und es hat einen Scheissdreck genützt!!!“

… und jetzt ratet mal, wo sie die (verschlossene) Tube jede Nacht eingeführt und dringelassen hat …

noch mehr falsche Anwendungen.

Bis morgen!

Ein älterer Mann kommt mit einem Rezept in die Apotheke. Auf dem Rezept eine Salbe, die wir erst herstellen müssen

Pharmama: „Die Salbe muss ich erst noch herstellen.“
Kunde: „Wie lange dauert das?“
Pharmama: „Etwa eine halbe Stunde.“
Kunde: „Ok, dann komme ich morgen wieder.“
sagt’s und geht.

Nach 45 Minuten steht er wieder in der Apotheke.

Kunde: „Wo ist meine Salbe?“
Pharmama: „Oh, sie haben gesagt, sie kommen morgen wieder, da haben wir sie noch nicht gemacht.“
Kunde: „Sie haben gesagt, sie sind in einer halben Stunde fertig!“
Pharmama: „- Ja, und sie haben dann gesagt, sie kämen erst morgen wieder….“
Kunde: „Grrr. Also. Wie lange dauert es, bis die Salbe fertig ist?“
Pharmama: „Äh, 30 Minuten?“
… er stürmt aus der Apotheke.

Ich bemühe mich, die Salbe so schnell wie möglich herzustellen.
… er kam dann erst am nächsten Tag wieder.

Tränenersatzpräparate, befeuchtende Augentropfen und Kontaktlinsen

Tränenersatzpräparate oder künstliche Tränen sind Augentropfen, die speziell zum befeuchten des trockenen Auges gebraucht werden.

Auf dem Markt sind eine ganze Menge, die sich unterscheiden durch ihre Viscosität (d.h. wie dick- oder dünnflüssig sie sind), ob sie für Kontaktlinsen gehen etc. Hier habe ich versucht ein wenig Ordnung in die Auswahl zu bringen. Gilt für die Schweiz, wahrscheinlich habe ich noch den einen oder anderen vergessen – ich hatte Hilfe vom Apothekenhandbuch Ausgabe 2008

Niedrige Viscosität (= sehr flüssig) und für Kontaktlinsen ok:

  • Liquitears – aber nur für harte Kontaktlinsen
  • Oculac SDU
  • Optive – Haltbarkeit 6 Monate nach dem Öffnen!
  • Protagent SE

Niedrige Viscosität (= sehr flüssig) und Nicht für Kontaktlinsen:

  • Isopto Tears
  • Liquitears AT 10ml
  • Oculac AT 10ml
  • Protagent AT 10ml (Mechanismus: Fingerdruck auf Flaschenboden)
  • Systane
  • Systane DU
  • Tears again (Augenspray, wird auf die geschlossenen Lider gesprüht)
  • Tears naturale

Mittlere Viscosität (mässig flüssig) und für Kontaktlinsen ok:

  • Cellufluid At 10ml
  • Cellufluid DU
  • Dialens AT 10ml (AT-Flasche ohne Loch: Deckel erst gut zudrehen zum öffnen)
  • Visine intensive Liquid Gel Tropfen Monodosen (wiederverschliessbar 12h Haltbar)
  • Visine müde Augen sensitiv Liquid Gel Monodosen (wiederverschliessbar 12h Haltbar)

Mittlere Viscosität (mässig flüssig) und Nicht für Kontaktlinsen:

  • Hypo Tears AT 10ml
  • Isopto Tears AT 10ml (Mechanismus: Fingerdruck auf Flaschenboden)
  • Lacrifluid AT 10ml (weiche Flasche, gut für Leute mit Handproblemen)
  • Systane AT 10ml
  • Systane UD
  • Tears Naturale AT 10ml
  • Visine müde Augen Liquid Gel Trpf 10ml

Hohe Viscosität (dickflüssig) und für Kontaktlinsen ok:

  • GenTeal Gel 10ml
  • Lacrinorm F AT DU
  • Siccafluid DU Augengel

Hohe Viscosität (dickflüssig) und Nicht für Kontaktlinsen:

  • Celluvisc DU
  • Lacrinorm AG
  • Lacryvisc AG (Flasche mit Spitze nach unten lagern)
  • Lacryvisc SE AG (Inhalt vor Gebrauch nach unten schütteln)
  • Siccafluid AG
  • Viscotears AG
  • Viscotears SDU AG
  • Visine trockene Augen Gel Tropfen

Tränenersatzpräparate mit Hyaluronsäure:
Hyaluronsäure ist auch ein natürlicher Bestandteil des Auges, bindet viel Wasser an sich und bleibt länger auf der Augenoberfläche.

  • Lacrycon: einziges hier von der Liste B, SL, nicht für Kontaktlinsen. Wiederverschliessbare Einzeldosen, 12 Stunden haltbar

Rest geht mit Kontaktlinsen:

  • Bepanthen Augentropfen Monodosen (Neu)
  • Fermavisc Gel Monodosen
  • GenTeal HA
  • HycoSan 5ml AT (Flasche saugt keine Luft an, darum Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen)
  • Hylo Comod AT 10ml (Flasche saugt keine Luft an, darum Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen)
  • Vislube Monodosen Speziell für Nachbenetzung von KL
  • Vismed Monodosen Speziell für Nachbenetzung von KL
  • Vismed light (Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen)

Spezielle Präparate für das trockene Auge

  • Hylo Care AT 10ml : geht für Kontaktlinsen, Hyaluronsäure 0.1%, Flasche saugt keine Luft an, darum Haltbarkeit nach Anbruch 12 Wochen

Nicht für Kontaktlinsen:

  • Oculotect: rezeptfreies Vitamin A Augengel,
  • Siccaprotect AT 10ml
  • Tendro AT
  • VitA POS rezeptfreie Vitamin A Augensalbe

AT= Augentopfen in der Flasche / UD, SDU, SE, DU, Monodosen = einzelverpackte Tagesdosen

Nach Anbruch sind die meisten AT Flaschen 1 Monat haltbar, danach muss man sie entsorgen, weil die Keimfreiheit nicht mehr gewährleistet ist. Einzeldosen sind unkonserviert und für einmalige Anwendung gedacht, ausser sie sind wiederverschliessbar, dann sind sie 12 Stunden haltbar.

So aber nicht.

Als die Direkt-Bestellung mit Babynahrung auch nach 1 Woche nicht angekommen ist, haben wir der Firma angerufen. Dabei kam heraus, dass sie die Ware geliefert haben … aber an die falsche Apotheke. Weil das eine recht nahe gelegene Apotheke ist, haben wir mit der Firma verabredet unsere Ware direkt dort abzuholen.

So kommt das Paket schliesslich doch noch zu uns.

Aber was ist das? Das Paket wurde schon geöffnet. Gut, wahrscheinlich haben sie es in der andern Apotheke nicht gleich gemerkt, dass es nicht für sie ist …

Unser Lehrling macht den Wareneingang, dann kommt sie zu mir: „Du Pharmama, da stimmt etwas nicht. Schau Dir mal diese Packungen Milchpulver an!“

Jetzt muss ich etwas ausholen: Die Packung von dem Milchpulver hat nämlich vor ein paar Monate gewechselt – und die, die jetzt hier im Paket sind, sind noch die alten. Dass die Firma uns jetzt noch alte Packungen liefert, nachdem wir schon seit einiger Zeit neue haben, ist nicht zu erwarten -und laut Telefon an die Firma auch nicht so.

Also hat die Apotheke bei der das Paket „zwischengelandet“ ist, die Gelegenheit benutzt, ihr eigenes Lager etwas zu „verjüngen“, indem sie die neuen Packungen gegen die alten, die sie noch hatten, austauschten.

DAS gab ein Telefon: Ich hätte gerne meine Ware, die, die im Paket war.
Nee Leute, SO nicht!