Schmutzige Finger

Manchmal kommt ja der Partner oder die Freundin mit bei der Beratung zur Pille danach. Ich frage dann normalerweise erst mal, ob die Frau damit einverstanden ist, da ich ja doch ein paar delikatere Fragen stellen muss.

In dem Fall war sie es und er kam mit.

Mann: „Bevor wir anfangen …“
Frau: „Ja, ich weiss nicht, ob ich die Pille danach wirklich brauche.“
Pharmama: „Ach ja … und wieso?“
Mann: „Kann man denn schwanger werden, wenn man in seine Hand kommt und danach die Frau an der Scheide befingert?“
Pharmama: „Es ist möglich, aber eher unwahrscheinlich…“
Frau zum Freund: „Komm, lass uns gehen, ich glaube nicht, dass wir das brauchen.“
Mann: „Was, wenn man 3 Stunden vorher in seine Hand gekommen ist und dann seine Freundin befummelt?“
Pharmama: „Sie … haben ihre Hände also 3 Stunden lang nicht gewaschen ?!?“
„Nein, dann ist es nicht mehr möglich. Ich denke, sie können jetzt gehen“.

Ugh.
Wo ist das Desinfektionsmittel?

Apotheken in aller Welt, 97: Wien, Österreich

Johanna aus Wien schickt uns dies:

anbei ein besonderes Apotheken-Exemplar. Wegen Umbau residiert diese seit geraumer Zeit im Container mitten auf der Strasse. Sowas hat man nun wirklich nicht alle Tage, und noch dazu so hübsch zugeknöpft. Die Polizei geht dort seither auch verlässlich oft vorbei. Alarmanlagen, Kühl- und Heizvorrichtungen sind hervorragend, hat man mir versichert, um die Erlaubnis für Innenaufnahmen habe ich gar nicht gefragt. Man soll ja keine schlafenden Hunde wecken. Ist aber alles formidabel, kann ich versichern, und abgesehen vom eingeschränkten Platzangebot kann man auch gut dort arbeiten, meinte das Personal.

Das macht man natürlich, wenn die Apotheke umgebaut wird – da kann man nicht einfach zumachen.
So etwas hatten wir vor ein paar Jahren auch bei uns in der Umgebung. Allerdings war der Container doch etwas kleiner, das hier ist die Luxusausgabe, Sehr speziell darin zu arbeiten, kann ich mir vorstellen.

Geld gespart

Letzten Samstag. Meine Pharmaassistentin (PA) kocht … und ich verstehe sie gut.

Da kommt diese Kundin und will „Ein Mittel gegen Fieber – ich habe eine anfangende Grippe und etwas Gliederschmerzen. Dafalgan ist ok, das hatte ich schon einmal.“
Soweit so gut, und dann:
Kundin: „Könnten Sie mir das als Vorbezug machen- das heisst jetzt mitgeben und ich bringe dann ein Rezept vom Arzt. Oder Sie könnten das Rezept bestellen!“
PA: „… Für ein einfaches Schmerzmittel … Das etwa 3 Franken kostet.“
Kundin: „Ja, aber ich habe im Moment kein Geld dabei. Und Sie haben das schon einmal gemacht.“
Ich sag’s doch: wenn man manchen Leuten den kleinen Finger gibt … und das letzte Mal war es sicher etwas anderes.
PA: „Ihnen ist aber schon bewusst, dass das so einiges teurer kommt?“
Kundin: „Waaas? Wieso?“
PA: „Weil der Arzt für das ausstellen des Rezeptes auch etwas verlangt. Um die 15 Franken, oder so.“
Kundin: „Aaaahhh … ich glaube ich gehe rasch Geld holen.“
PA (lächelnd): „Ich lege es ihnen bis dann auf die Seite.“

Dass der Arzt für das Rezeptausstellen etwas verlangt, finde ich ok. Wir als Apotheke bekommen aber für die Arbeit da gar nichts. Für ein freiverkäufliches Mittel und in dem Preissegment ist das einfach Verhältnisblödsinn. Danach geht das dann noch an die Krankenkasse, wo irgendjemand das bearbeiten muss … und dann landet es X Arbeitsstunden später doch als Rechnung bei der Kundin.

So haben wir nicht nur der Kasse, sondern auch ihr Geld gespart.

Die Apotheke. Die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen … mit Schleusenfunktion.

Äpfel mit Birnen vergleichen

Etwas, das ich noch häufig höre in der Apotheke:

„Mein Arzt hat meine Medikamente gewechselt, statt von X 10mg bekomme ich jetzt von Y 50mg. Das ist eine viel höhere Dosis, sollte mich das beunruhigen?“

Oder:
„Ist das Saridon 400mg nicht weniger stark als das Panadol 500mg?“

Das gibt dann eine Unterhaltung, die ich schon ein paar Mal hatte. 10mg vom Medikament X sind nicht notwendigerweise gleich stark wie 10mg von Medikament Y. Man sollte meinen das ist ein ziemlich einfaches Konzept, aber … nein.

Ich versuche es manchmal mit einem Vergleich: Äpfel und Kartoffeln (Frucht und Gemüse) oder: Trauben (klein) und Melonen (gross).

Wie erklärt ihr das?

Kindergift

Eine Frau steht am Steller mit den Raumverdunstern – ihr wisst schon, diese Flaschen mit den Holzstäbchen drin, die den Raum beduften.
Sie nimmt eine Flasche in die Hand, schaut sie seeehr genau an, entdeckt das hier:

und fragt mich: Wie giftig ist das?“
Pharmama: „Naja, es ist Lösungsmittel, wohl alkoholisch plus ätherisches Öl. Trinken würde ich das auf gar keinen Fall, wenn etwas auf die Haut kommt, dürfte es aber nicht viel machen. Abwaschen mit etwas Wasser und Seife reicht“
Kundin: „Ich habe ein kleines Kind zuhause !“
Pharmama: „Dann würde ich ihnen raten, das an einem Ort aufzustellen, wo es nicht hin kommt.“
Kundin … schaut das Produkt zweifelnd an „Also ich weiss nicht …“

Ehrlich: schön, dass sie sich Gedanken macht, aber … will sie von mir hören, dass es kein Problem ist, wenn das Kind das in die Finger bekommt und trinkt? Ich würde sogar Alkohol zum trinken oder die normalen ätherischen Öle für die Duftlampen (die inzwischen auch dieses Zeichen drauf haben) nicht so hinstellen, dass das Kind das einfach nehmen kann.