Apotheken in aller Welt, 116: Lohr, Deutschland

Von Philipp:

neulich war ich in Lohr am Main und bin an zwei hübschen Apotheken vorbeigekommen. Da musste ich natürlich meine neue Digitalkamera ausprobieren.

Das mit dem Schnewittchen verstand ich anfangs nicht, aber ich habe es von Philipp erklärt bekommen: Lohr und Alfeld an der Leine streiten sich um die Frage, wer denn die Schneewittchenstadt ist. Wen es interessiert, kann hier mehr nachlesen:  http://de.wikipedia.org/wiki/Schneewittchen#Historischer_Bezug

Auf dem Weg zur korrekten Dosierungsanweisung

– Oder: man *kann* alles missverstehen.

Zum Beispiel, einfache Voltaren Tabletten gegen Schmerzen und zur Entzündungshemmung. Angenommen, ich schreibe auf die Dosierungsetikette:

3 x täglich 1 Tablette

Dann kommt der Kunde und fragt: „Und wie nehme ich dieselbe Tablette drei mal am Tag?“

Und ich schreibe an:

3 x täglich je 1 Tablette

Kunde: „Ok, aber – was mache ich damit? Sie mir ins Ohr stecken?“

3x täglich je 1 Tablette einnehmen

Kunde: „Ah, einnehmen. Gut, ich hoffe, ich bekomme sie runter, die sind so trocken und bleiben immer im Hals stecken.“

3x täglich je 1 Tablette einnehmen mit etwas Wasser

Kunde: „Dann genügt ein Schluck?“

3 x täglich je 1 Tablette einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser

Kunde: „Ich denke, ich kaue sie vorher, oder mache sie auf dann geht das auch.“

In dem Fall nicht, also:

3 x täglich je 1 Tablette unzerkaut einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser

Kunde: „Ist es ok, wenn ich alle 3 gleich nachher nehme?“

Morgens, mittags und abends je 1 Tablette unzerkaut einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser

… Ich könnte noch weitergehen, z.B., wenn es wichtig wäre, ob vor, mit oder nach dem Essen, oder nicht mit Alkohol, nicht mit Milchprodukten, nicht mit Grapefruitsaft, im abstand von X Stunden …

so könnte am Schluss auf der Etikette stehen:

Bei Schmerzen Morgens, mittags und abends vor dem Essen je 1 Tablette unzerkaut einnehmen mit einem ganzen Glas Wasser.

Wie dieses (fiktive) Beispiel gut zeigt: Jede Vorschrift und jedes Gesetz das man macht, enthält in sich schon die Möglichkeit es zu umgehen.
Je mehr man sich bemüht Löcher zu stopfen, findet man doch immer mehr Möglichkeiten … und irgendwann ist es dann so genau und kompliziert, dass es nur noch lächerlich wirkt. In vielen Gesetzen sind wir da schon. oder auf dem besten Weg dazu.

Wie ich auf das Ganze gekommen bin? Durch eine Diskussion mit Kuschelbär auf der Autobahn, als wir einen Motoradfahrer in kurzem T-Shirt, Shorts und … Flip Flops gesehen haben.

Gibt es denn dafür kein Gesetz?

Falls ihr noch etwas Zeit habt …

Stefan Mayer von der Universität Mainz hat ein Anliegen:

Ich führe im Rahmen meiner Diplomarbeit eine Studie zu Blogs durch. Erstmals soll es dabei nicht nur um die Autoren von Blogs gehen, sondern um das »große Ganze«, also sowohl um Autoren, als auch um deren Leser. Anhand einiger Fragen zur Nutzung und zu Beweggründen wie auch anhand ein paar standardisierter Fragebögen hoffe ich, einen tieferen, wissenschaftlichen Einblick in die Blog-Welt zu bekommen. Also Fragen wie »Sind sich Blog-Autor und Leser ähnlich? Was bewegt einen dazu, ein Blog zu führen. Oder eines zu lesen? Entstehen vielleicht sogar Freundschaften durch Blogs?

Wer auch an der Studie teilnehmen möchte kann das hier: http://t.co/lFCuylu

gesucht sind Leser und Blogger, das Ausfüllen dauert etwa 15 Minuten.

Himmlisches

Kunde in der Apotheke:

„Guten Tag, ich brauche eine Creme gegen Asteroiden.“

Gemeint sind natürlich Hämorrhoiden … aber so eine Creme wäre theoretisch noch gut, denn:

Hat jemand von Euch den Film schon gesehen wo ein Komet, der die Erde glatt zerstört hätte in die Sonne einschlägt?

Gut, die Sonne verträgt das … interessant: die praktisch Zeitgleich mit dem Einschlag auftretende Eruption hat angeblich nichts damit zu tun.

–

Beeindruckend. Und gar nicht so lange her: Der Film stammt vom 10./11. Mai.

Übrigens: Wenn ihr das lesen könnt ist die Erde entgegen Vorhersage einer kleinen Gruppe in Amerika doch noch nicht untergegangen. Wäre auch schade.

Alt und neu: Weleda Hustenelixier

Die Person mit den Similasan Hustentropfen hatte wohl ziemlich Husten und darum auch diese hier in der Hausapotheke:

links die neue, rechts die alte Packung – der sieht man den anthropospohischen Gedanken doch noch richtig an! Pflanzlich, mineralisch und tierisch – alles drin. Dazu dieses 70er Jahr Orange …

Kokser missbrauchen Apothekennotfalldienst

Ein Artikel aus 3-min von Heidi Mühlemann

Apotheker C. … hat Notfalldienst. Nachts um zwei wird er aus dem Schlaf gerissen. Ein Mann klagt über starke Migräne. Er habe das sonst nie, aber jetzt sei es ganz schlimm. Er brauche ein Medikament, egal was, Hauptsache, es hilft. Apotheker C. fährt also mitten in der Nacht in seine Apotheke. Dort lässt ihn der angeblich so sehr an Migräne leidende Kunde eine halbe Stunde warten. Dann fährt er mit dem Taxi vor. Apotheker C. fragt nochmals nach den Symptomen und empfiehlt dem Mann ein Mittel gegen Migräne. Ganz beiläufig meint der Mann, wenn er schon mal da sei, könnte er auch gleich etwas Natron mitnehmen, er habe ab und zu etwas Magenbrennen. Nach gut einer Stunde liegt Apotheker C. endlich wieder im Bett.

In der folgenden Nacht reisst ihn erneut ein Anrufer mitten in der Nacht aus dem Bett. Migräne, ganz stark, geht nicht mehr ohne Medikamente. Apotheker C. wird hellhörig. Das Päckchen Natron von vergangener Nacht kam ihm rückblickend schon reichlich merkwürdig vor. Ein zweites Mal lässt er sich nicht reinlegen. Diesmal verlangt er die Telefonnummer des Anrufers und stellt klar, dass er kein Natron verkaufe, falls dies allenfalls auch noch gewünscht wäre. Das wirkt. Der Anrufer ist nicht mehr überzeugt, dass er seine Telefonnummer angeben will. Unvermittelt meint er, seine Frau habe soeben noch etwas gefunden gegen seine Migräne, und legt auf.

Natron wird verwendet, um aus Kokainsalz die zum Rauchen besser geeignete Kokainbase herzustellen. Das wissen Apotheker. Aber selbstverständlich ist nicht jeder, der Natron oder Zitronensäure verlangt, ein Drögeler. Apotheker werden also bestimmt nicht bei jedem dieser an sich harmlosen Wünsche ein inquisitorisches Gespräch mit dem Kunden führen. Wenn allerdings Leute mitten in der Nacht etwas völlig anderes vorschützen, um ganz nebenbei auch noch Natron oder Zitronensäure zu kaufen, ist Zurückhaltung angesagt. Für solche Spielchen ist der Apothekennotfalldienst nicht da. Es ist Missbrauch einer kosten- und arbeitsintensiven Dienstleistung. Apotheker C. jedenfalls verkauft in der Nacht grundsätzlich kein Natron mehr und empfiehlt seinen Kolleginnen und Kollegen dringend, ebenfalls konsequent zu sein. Die Kokser werden dennoch zu ihren Substanzen kommen. Aber sie sollen zumindest wissen, dass man Apotheker nicht für dumm verkaufen sollte.